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Bebauungsplan muss nachgearbeitet werden

Folgende Rede hat Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL) am 9. Juli 2019 im Gemeinderat zum Thema  Bebauungsplan mit örtlichen Bauvorschriften „Elsässer Straße/Obere/Untere Lachen“ (speziell: Billigung des Planentwurfes für die förmliche Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung; Zustimmung zu den Inhalten des städtebaulichen Vertrages; Drucksache G-19/102) gehalten: Weiterlesen

Anwohnerschutz bei Open-Air-Konzerten

Laut Berichten in der Badischen Zeitung (BZ) ist geplant, etliche Open-Air-Konzerte über die Sommermonate in Freiburg auf der Messe zu veranstalten. Besorgte Bürger des Stadtteils Mooswald sind an uns herangetreten, da sie befürchten, dass durch diese Veranstaltungen erhebliche Einschränkungen und Belastungen auf sie zukommen werden.

Die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) im Gemeinderat von Freiburg hat dazu eine Anfrage (nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen) an den Oberbürgermeister grichtet und um Aufklärung und die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

1. Laut BZ soll es im Jahr 2018 zu bislang acht Open-Air-Konzerten noch mindestens drei weitere geben. Wie viele Open Air-Konzerte sind im Jahr 2018 tatsächlich geplant?

2. Ab 2019 soll es noch zu einer Steigerung der Veranstaltungen kommen. Um wie viele Open-Air-Konzerte handelt es sich dann?

3. Teilweise wurde der Konzertbeginn vorverlegt. Für wann ist das Ende der Veranstaltungen festgesetzt?

4. Es soll eine Freilichtbühne für bis zu 10.000 Zuschauer installiert werden. Die Kon-zerte finden sowohl am Samstag als auch unter der Woche statt. Wie sieht die Planung der Verkehrs- und Parkplatzlenkung aus, vor allem auch im Hinblick darauf, dass die anliegenden Unternehmen ihre Geschäfte noch geöffnet haben und daraus eine nicht unerhebliche zusätzliche Verkehrsbelastung resultieren wird?

5. Wird es evtl. zu Sperrungen in den Stadtteilen Mooswald und Brühl-Beurbarung kommen?

6. Welche Vorkehrungen bzgl. anzunehmender erhöhter Lärmbelastungen in den Nachtstunden werden zum Schutz der Anwohner getroffen?

7. Welche Lärmpegel sind zulässig und wird überprüft, ob diese eingehalten werden? Falls keine Überprüfung stattfindet, möchten wir um eine Erklärung bitten.

Ist die Mooswald-Bebauung wirklich vom Tisch?

Der betroffene Mooswald heute

Überraschung: OB Dr. Dieter Salomon rückt von der geplanten Bebauung einer elf Hektar großen Fläche im Mooswald ab. Zudem will er das 3,5 Hektar große Gebiet einer Dreisamwiese an der Kappler Straße in Littenweiler nicht bebauen. Natürlich freuen sich die Stadträte von FL/FF über diese Entwicklung, denn für ihr Engagement gegen die Bebauung dieser Flächen wurden sie immer wieder angegangen. Für den vom OB formulierten Satz: „Wir können auf Dauer nicht jedem Bedarf hinterherbauen“ beansprucht ausschließlich FL/FF das Urheberrecht.

Die beiden Flächen gehören zu den von der „Projektgruppe neue Wohnbauflächen“ vorgestellten fünf Flächenpotenzialen zur Wohnbebauung. In der Gemeinderatssitzung am 15.12.2015 wurde darüber abgestimmt, ob diese ersten fünf Flächenpotenziale für den Wohnungsbau zu entwickeln sind. Die Mehrheit der Stadträte stimmte dafür, während acht Stadträte dagegen stimmten, darunter die vier von FL/FF.

Es verwundert nicht, dass die Gemeinderatsfraktionen überrascht oder sogar entsetzt auf Salomons Aussagen reagierten. Im Hauptausschuss am Montag wurde ihm vorgeworfen, er habe es versäumt, seine Überlegungen im Gemeinderat zu diskutieren, bevor er an die Öffentlichkeit gegangen sei. Die anderen Fraktionen begründeten ihre damalige Zustimmung für eine Prüfung der Mooswald-Bebauung damit, dass dies eine Zwischenlösung sei, um die Zeit bis zum Bau des neuen Stadtteils Dietenbach zu überbrücken. Auch wurde von ihnen angemahnt, dass erst einmal die Gutachten im nächsten Jahr hätten abgewartet werden sollen, denn diese würden klären, ob es sich um wertvollen Wald handelt oder nicht. Erst dann sollte eine Entscheidung über die Bebauung getroffen werden. Muss in einer Stadt wie Freiburg, die nach außen so demonstrativen Wert auf ihre ökologischen Grundsätze legt, allen Ernstes der Frage nachgegangen werden, ob es Wald gibt, der nicht wertvoll ist?

Bei aller Euphorie über die Aussagen von OB Salomon sollte jedoch beachtet werden, dass er nur über eine Stimme im Gemeinderat verfügt. Wir sind zwar im vorliegenden Fall auf seiner Linie, aber der restliche Gemeinderat könnte sich durchaus auf die Beschlussvorlage von damals berufen und anders entscheiden. Sind die Mooswald-Bebauung und die Bebauung der Dreisamwiese wirklich vom Tisch?

Text von Dr. Wolfgang Deppert,
Geschäftsführer der Fraktionsgemeinschaft FL/FF
für das Amtblatt der Stadt Freiburg vom 23.11.2017

“Wir können auf Dauer nicht jedem Bedarf hinterherbauen”

Aufruf/Plakat u. a. der AG Mooswald

Was Freiburg Lebenswert seit seiner Gründung sagt und immer wieder vorgebracht hat, was die Stadträte der Fraktionsgemeinschaft FL/FF im Gemeinderat immer wieder betonen und wofür sie (auch von OB Dieter Salomon) immer wieder angegangen worden sind, das scheint sich nun endlich auch an der Stadtspitze durchgesetzt zu haben. Bei BZ-Online ist in einem am 17.11.2017, also erst vor ca. zweieinhalb Stunden veröffentlichten Beitrag der erstaunliche und begrüßenswerte Satz zu lesen: “Wir können auf Dauer nicht jedem Bedarf hinterherbauen”.

Dieter Salomon hat auch seine Meinung zu Flächen im Stadtteil Mooswald geändert: “Mooswald abholzen – das ist ein Symbolthema”, sagte er in der Mitgliederversammlung der Grünen zum Thema OB-Wahl über die Waldflächen, die dort für eine Bebauung abgeholzt weerden sollten und verwies dabei auf den großen Widerstand im Stadttei.  Nachhaltige Politik heiße, dass man Politik mit den Menschen mache, so Salomon laut BZ.

Und in der BZ lesen wir weiter: “Er wisse, so der OB, dass die Bauverwaltung und auch die grüne Fraktion eine andere Meinung zum möglichen Baugebiet im Mooswald habe. Salomon sprach sich am Donnerstagabend zudem noch gegen eine zweite Fläche aus der Perspektivplan-Liste aus: Er will das Hektar große Gebiet einer Dreisamwiese an der Kappler Straße in Littenweiler nicht bebauen.”

Ist da wirklich ein Umdenken und ein Richtungswechsel im Gange angesichts der bevorstehenden OB-Wahl? Spürt Salomon endlich den wachsenden Widerstand in der Stadt? Es wäre ein Lichtblick und eine erfreuliche Nachricht. Der Verdacht, dass dies nur ein wahltaktisches Manöver ist und dass er nach der Wahl wieder zur alten Politik des “Bauens auf Teufel komm raus” zurückkehrt, bleibt. Hoffen wir, dass Letzteres nicht so kommt.

Oder hängt der Sinneswandel des OB ganz einfach damit zusammen, dass sein neuer Finanzbürgermeister aus dem Stadtteil Mooswald stammt und sein Elternhaus nicht weit des Waldes steht, dessen Abholzung droht(e)?

Siehe: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/ob-salomon-rueckt-von-mooswald-bebauung-ab–145211156.html

Die Mooswälder bei Freiburg

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)

Am 14.11.2017 stand im Gemeinderat auch der Tagesordungspunkt “Managementplan Natura 2000 (Mooswälder bei Freiburg)” auf der Agenda. Dazu hat unser Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Dr. Wolf-Dieter Winkler für die Fraktion Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF)  folgende Rede gehalten. Im Ortschaftsrat Waltershofen wurde von einigen Ortschaftsräten kurz darauf übrigens dieselbe Kritik an der städtischen Vorlage vorgebracht.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

diese 15seitige Stellungnahme der städtischen Naturschützer zu dem 227seitigen Entwurf des Managementplans des Regierungspräsidiums ist ein interessanter Diskurs. Das RP hat viel Zeit aufgewendet, um den Zustand von Flora und Fauna der Freiburger Mooswälder zu beschreiben und Erhaltungsmaßnahmen vorzuschlagen. Genauso hat sich aber auch das städtische Umweltschutzamt sehr intensiv mit den Ausführungen des RP beschäftigt, um seinerseits in bestimmten Bereichen andere Bewertungen vorzunehmen und konstruktive Änderungsvorschläge zu unterbreiten. Dabei wurde sichtbar, dass es selbst bei diesen regional beschränkten Waldbereichen eine solche Fülle an Daten zu Fauna und Flora gibt, dass wir hier nur einen verschwindend kleinen Teil präsentiert bekommen können. Und es ist klar, dass selbst diese Datenflut nur sehr oberflächlich das Leben in den Mooswäldern streifen kann. Die 15seitige Replik der Stadt zeigt aber auch, dass selbst diese „oberflächlichen“ Beschreibungen der natürlichen Zusammenhänge durch die verschiedenen wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht immer eindeutig sind. Sie können unterschiedlichen Natur-Beobachtungen der jeweiligen Personen zugrunde liegen, unterschiedliche Schlussfolgerungen nach sich ziehen und auch in unterschiedliche Handlungsempfehlungen münden. Insbesondere Prognosen, wie sich beispielsweise das Eschentriebsterben oder der Klimawandel auf die komplexen Ökosysteme auswirken werden, lassen viel Raum für Interpretationen. Der seitenlange Diskurs beider Ausarbeitungen ist für den Leser, so er sich denn etwas intensiver mit der Materie beschäftigen möchte, interessant, macht ihn aber natürlich auch unsicher, welcher Darstellung bzw. Einschätzung er als Laie im Zweifelsfall den Vorzug geben soll.

So wird vom RP beispielsweise gefordert, die Gewässerunterhaltung aus ökologischen Gründen beim Neunaugenbach oder dem Mühlebach zu verringern. Dem entgegnet die Stadt, dass es bei einer Verringerung der Gewässerunterhaltung zu Überflutungen kommen kann, beim Mühlebach vor allem durch Substrat- und Bodeneintrag vom Tuniberg. Und das Umweltschutzamt hält auch aus ökologischen Gründen eine gelegentliche Sohlräumung für sinnvoll. Welcher Einschätzung soll man nun da den Vorzug geben?

Durch die doppelte Draufsicht von RP und Stadt auf die natürlichen Zusammenhänge werden aber auch ganz klar Verbesserungen aufgezeigt bzw. fehlende Sachverhalte beschrieben. So bemängelt das Umweltschutzamt zu Recht, dass das RP die Schäden durch Wildschweine oder das Aufkommen von Neophyten zwar beschreibt, aber keinerlei Vorschläge unterbreitet, wie dem beizukommen ist. Hier wird das RP folgerichtig zur Ausarbeitung von Maßnahmen aufgefordert. Zustimmung gibt es bei uns beispielsweise auch für den Hinweis der Stadt, dass es besser ist die Population einer Art weiter zu entwickeln, statt nur zu erhalten. Entwickeln bedeutet ja eine Verbesserung des Erhaltungszustandes oder Vergrößerung der Fläche eines Artvorkommens.

Bemerkenswert aber ist, dass sich die städtische Stellungnahme ausführlich an dem Thema Dietenbach reibt und vehement sämtliche Ausführungen des RP dazu für unzutreffend oder sachfremd erklärt. So wird der vom RP gemachte Vorschlag, dass neben anderen Gebiete auch in der Dietenbachniederung Kiebitz-Fenster vorgesehen werden sollten, von der Stadt wortreich und in fast scharfer Wortwahl abgelehnt. Des weiteren wird die Aussage des RP, dass die Weißstörche des Mundenhofs in den Ackergebieten des Dietenbaches wichtigere Nahrungsflächen vorfinden als im Naturschutzgebiet Rieselfeld ebenfalls bestritten. Das RP äußert weiterhin „den begründeten Verdacht, dass Weißstörche, Schwarzmilan und Rotmilan durch zahlreiche geplante Bauprojekte, welche zu einem Offenlandverlust im Umfeld des Vogelschutzgebietes führen würden, durch überwiegend negative Summationswirkungen in naher Zukunft beeinträchtigt werden.“ Meine Damen und Herren, man braucht kein Ornithologe sein, um diesen Satz ohne Bedenken als richtig zu erkennen! Selbstverständlich ist der Wegfall von Nahrungsräumen nachteilig für eine Tierpopulation, da sich auch Tiere nicht nur von Luft und Liebe ernähren können. Die Stadt möchte aber diese Sätze „streichen, da es sich nicht um eine Bewertung des aktuellen Erhaltungszustandes handelt. Prognostisch einen schlechteren Erhaltungszustand anzunehmen und das mit planungsrechtlich noch nicht gesicherten Vorhaben zu begründen, scheint an dieser Stelle fragwürdig.“ Meint die Stadt. Nächstes Beispiel, nochmal zum Rotmilan, zu dem die Stadt folgendes schreibt: „Aus den Erhebungen in der Dietenbachniederung und den Erhebungen zum Stadionneubau In Freiburg geht hervor, dass die Dietenbachniederung und die Flugplatzfläche sporadisch genutztes Nahrungshabitat des Rotmilans sind. Da der Rotmilan solche kurzfristig günstigen Nahrungsflächen großräumig sucht und gezielt anfliegt, kann diese zeitweilige Funktion wahrscheinlich auch durch andere Flächen erfüllt werden. Nach der aktuellen Datenlage ist somit eine besondere Bedeutung der Nahrungshabitate der Dietenbachniederung und des Flugplatzes für den Fortpflanzungserfolg des Rotmilans wenig wahrscheinlich.“ Zitatende. Das ist eine Behauptung, die ich für äußerst gewagt halte! Wo sollen denn die Flächen für den Rotmilan sein? Sie werden doch immer weniger eben durch die Ausweisung ständig neuer Baugebiete. Meine Damen und Herren vom Umweltschutzamt, all diese Ausführungen zu Dietenbach und Flugplatz erwecken den Eindruck, als hätten nicht Sie, sondern der Baubürgermeister diese Passagen geschrieben. Sie erscheinen nicht fachlich neutral, sondern folgen der vorgegebenen politischen Linie.

Es ist schade, Ihre wirklich in weiten Teilen sehr gute Ergänzungs- oder auch Änderungsvorschläge des RP-Entwurfs werden durch Ihre Einlassungen zu Dietenbach abgewertet. Wenn sich die Sachbearbeiter im RP nicht zu der baulichen Zukunft des Dietenbachs und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Vogelwelt äußern dürfen, dann würde das in Erweiterung bedeuten, dass auch Sie keine Prognosen zu den Auswirkungen von Eschentriebsterben und Klimawandel machen dürfen, denn auch diese betreffen die Zukunft. Sehen Sie, wie absurd Ihre Forderung ist?

Meine Damen und Herren, wegen der für uns zu tendenziösen Ausführungen zu Dietenbach können wir dieser ansonsten sehr guten Vorlage nicht zustimmen und werden uns enthalten.

Abholzung von 100.000 qm Mooswald geplant

Der betroffene Mooswald heute

Trump tritt aus dem Weltklimavertrag von Paris aus! Nahezu die gesamte Presse, die Politik, jeder vernunftbegabte Mensch regte sich über diese Meldung auf. Prof. Wolfgang Jäger nennt den Präsidenten der USA „einen bockigen Lehrling des amerikanischen Regierungssystems und der internationalen Beziehungen“. Völlig richtig, das ist auch unsere Meinung!

Aber wie geht die Stadtverwaltung der Green City Freiburg in Sachen Klimaschutz vor? Aufgrund der schwierigen Situation im Bereich bezahlbarer Wohnungen in Freiburg ist geplant, 100.000 m² Mooswald abzuholzen, eine geschützte Waldfläche innerhalb Freiburgs und innerstädtisches Naherholungsgebiet von der Größe des Mösle-Parks. Der betroffene Wald ist Landschaftsschutzgebiet, Lebensraum vieler seltener Vogelarten. Sogar Baubefürworter stimmen zu, dass es sich um einen gewichtigen ökologischen und klimatischen Eingriff handelt, der vermeidbar wäre.

Alternativen zur Wohnbaufläche Mooswald existieren. Eine Liste der AG Mooswald zeigt auf, dass eine große Anzahl Wohnungen in diesem Stadtteil ermöglicht werden können, ohne Abholzung des Waldes. Die Fraktion FL/FF hat in ihrer jetzt dreijährigen Gemeinderatszugehörigkeit bereits über 1.500 Wohnungen im Stadtteil mitgenehmigt, das ist ein überproportionaler Anteil an der Gesamtbauflächenentwicklung in der Stadt. Denken wir an die Lärmbelastung durch die neue Bebauung entlang einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt. Die Elsässer Straße und die gesamte Westrandstraße (Besancon-Allee, Padua-Allee, Granada-Allee) erleben täglich stop and go-Situationen, manchmal sogar stundenlange Staus. Die gesamte Infrastruktur des Stadtteiles Mooswald wäre überfordert mit der neuen Erweiterung.

Die Bürger stellen sich keineswegs grundsätzlich gegen eine Nachverdichtung ihres Stadtteiles, aber der Verlust des Waldes ist nicht hinnehmbar, seine Bedeutung für die Bürger ist in der Abwägung der Verwaltung nicht berücksichtigt. Die Bedeutung Wald für Ökologie und Klima, also den  wesentlichen Zukunftsproblemen der Menschheit, ist von der Verwaltung nicht einmal angedacht.

Nochmal zurück zu Trump: Wir sind alle entsetzt über dessen Vorgehensweise, aber wie sieht es denn vor unserer Haustür aus?

Gerlinde Schrempp
(geschrieben für das Amtsblatt der Stadt Freiburg)

Anfrage von FL/FF zum geförderten Wohnungsbau im Mooswald

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Der Stadtteil Mooswald wird aufgrund der in den nächsten Jahren geplanten Bauprojekte sein Gesicht massiv verändern. Mit der Verabschiedung des Handlungsprogramms Wohnen hat der Gemeinderat im November 2013 durch die baulandpolitischen Grundsätze sichergestellt, dass im Umfang von 30 % der neu geschaffenen Geschossfläche geförderter Miet- bzw. Eigentumswohnungsbau zu realisieren und zu belegen ist. Im Mai 2015 wurde dieser Prozentsatz auf 50 % erhöht.

Hierzu folgende Fragen:

1. Wie groß ist die Anzahl der geförderten Miet- und Eigentumswohnungen derzeit im Stadtteil Mooswald? Welchen prozentualen Anteilen entspricht dies?

2. Wie viele geförderte Miet- und Eigentumswohnungen sind bis zum Jahr 2020 im Stadtteil Mooswald geplant?

Hier die Original-Anfrage als PDF: anfrage-mooswald-gefoerderter-wohnungsbau

Siehe auch: https://freiburg-lebenswert.de/bebauung-im-mooswald-es-reicht/

FL-FF-Ortsbesichtigung im Mooswald

Fotomontage des Bürgervereins mit neuer Bebauung im Mooswald
Fotomontage des Bürgervereins mit neuer Bebauung im Mooswald

Bericht zur Fahrrad-Rundfahrt von FL/FF im Mooswald am 18. August 2016

Am 18.08.2016 lud die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert/Für Freiburg (FL/FF) zu einer Fahrradtour durch den Stadtteil Mooswald ein, um aufzuzeigen, welch starken Veränderungen dieses Quartier in letzter Zeit ausgesetzt ist und aufgrund der derzeitigen Bauplanungen noch ausgesetzt sein wird.

Die Rundfahrt wurde von Lucia Henseler (BV Mooswald) und Stadträtin Gerlinde Schrempp (Freiburg Lebenswert) geleitet und begann um 17:00 Uhr am Treffpunkt „Am Hägle 15“ vor der Markusgemeinde. Obwohl es im Vorfeld der Veranstaltung stark regnete, hatte Petrus ein Einsehen und verschonte die ca. 20 Teilnehmer während der zweistündigen Fahrt.

Vom Treffpunkt aus ging es über einen Fahrradweg zum ersten Haltepunkt Falkenbergerstraße, Ecke Elsässer Straße. Von hier aus hat man einen guten Blick über das Baugebiet Carl-Sieder-Weg und das geplante Baugebiet „Elsässer Straße Mitte“. Im Carl-Sieder-Weg sollen 39 Wohneinheiten mit Sozialstation und Kita entstehen. Das als „Elsässer Straße Mitte“ bezeichnete Gebiet erstreckt sich vor allem Richtung Norden entlang der Elsässer Straße von der Kreuzung Elsässer Straße/ Almendweg/ Weidweg im Westen bis zum Kreuzungsbereich Elsässer Straße/Falkenbergerstraße im Osten.

Weiter ging es entlang der Elsässer Straße zum Wohnquartier „Sternenhof“. Hier wurden in 11 Gebäuden 147 Eigentumswohnungen, 1 Kita und Studentenwohnungen errichtet.

Die Strecke führte weiter durch den „Sternenhof“ über die Berliner Allee zur Flaniermeile zwischen den Gebäuden der Westarkaden, dem „Gäßle“. Hier konnten sich die Teilnehmer einen Überblick über die Ausmaße dieses Bauprojektes mit dem „Türmle“ (13 Etagen, 44 m hoch), seinen 280 Wohnungen und 27 Einzelhandelsläden verschaffen.

Der nächste Haltepunkt war in der Dunantstraße, wo die geplante Bebauung des Aldi- und Norma-Geländes sowie die geplante Überbauung der Dunantstraße (Rotes Kreuz) angesprochen wurde. Für dieses Gelände wird im Moment ein Gesamtkonzept von der Firma Unmüssig erstellt, auf das wir gespannt sein dürfen.

Danach Stop im Breisacher Hof. Hier wurde berichtet, dass die Gebäude 2f und 2g saniert werden und ein Ballspielplatz inmitten des Ensembles erhalten bleiben soll.

Durch den „Breisacher Hof“, die Heidenhofstraße und Querung der Berliner Allee kam die Gruppe zum Elefantenweg. Hiervon ausgehend wurden die Teilnehmer zum Gebiet zwischen Drachenweg und Elsässer Straße (Im Ochsenstein) geführt. Dort plant die Freiburger Stadtbau, der die Wohnanlage gehört, das Gelände neu und dichter zu bebauen, wenn Ende 2019 die Belegungsrechte auslaufen. In den 162 Wohnungen leben vor allem ältere Menschen, die sich teure Wohnungen nicht leisten können. Die Nachverdichtung bzw. Neubebauung des Geländes wird dazu führen, dass der wunderschöne Baumbestand, der hier vorhanden ist, der Säge zum Opfer fallen wird und wahrscheinlich wieder einmal günstiger Wohnraum zerstört wird.

An dieser Stelle schloss sich Frau Gisela Maas der Gruppe an und übernahm die weitere Führung. Mit ihr ging es wieder zurück zum Elefantenweg und dann zum Wolfswinkel. Frau Maas führte die Teilnehmer in den Mooswald hinein, unter anderem zu einer jahrhundertealten Eiche. Das gesamte Areal hat für viele Bürger der Stadt Freiburg einen großen Wert als Erholungsgebiet. Es sollte aber auch nicht vergessen werden, dass Wald einen immensen Wert für den Erhalt des Klimas besitzt, zu einer Verbesserung der Luftqualität beiträgt, als Lärmschutz dient und vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet. Es ist kaum vorstellbar, welche Konsequenzen die geplante Abholzung dieses unter Landschaftsschutz stehenden Waldstückes für den Stadtteil Mooswald haben würde.

Aus dem Mooswald heraus ging es zurück Richtung Elsässer Straße bis zum Gebiet „Obere/Untere Lachen“. Auch hier ist angedacht, nachzuverdichten, allerdings plant die Verwaltung jetzt eine Geschosshöhe von fünf Stockwerken plus Attikawohnungen, bisher war von vier Stockwerken plus Attikawohnungen die Rede. Außerdem soll das Gebiet als allgemeines Wohngebiet (WA) deklariert werden, was zur Konsequenz hätte, dass u.a. die Lärmschutzgrenzwerte heraufgesetzt würden.

Der letzte Haltepunkt befand sich kurz vor der Kreuzung Elsässer Straße/Granada-, Paduaallee. Hier wurde nochmals deutlich, wie groß das Mooswald-Waldstück ist, welches der Wohnbebauung weichen soll.

Zum Schluss trafen sich die Teilnehmer der Rundfahrt in der Mooswaldbierstube, in der die Radtour bei Gesprächen und Diskussionen ihren Ausklang fand.

Fazit:

Alles zusammen genommen wird es bei dieser Planung zu enormen Eingriffen in die Natur und die gewachsene Siedlungsstruktur des Stadtteils Mooswald kommen, wie dies in keinem anderen Stadtteil bisher so der Fall war. Weiterlesen

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