Archiv der Kategorie: Diskussionsbeitrag

Der Stadttunnel wird nicht weniger, sondern mehr Belastung bringen!

Zu der vom Regierungspräsidium Freiburg am Montag, den 3. August 2020 vorgestellten Verkehrsprognose zum neuen Stadttunnel möchte Freiburg Lebenswert (FL) einen konstruktiven und kritischen Beitrag ergänzen. FL möchte einerseits auf die jetzt schon bestehenden Schwächen der derzeitigen Planungen hinweisen. Außerdem sind wir uns bewusst, dass es im Sinne einer notwendigen Klima- und Verkehrswende wesentlich radikalere Forderungen bräuchte. Weiterlesen

„Einknicken vor dem Lobbyismus“

Für „Die Grünen“ sind die Aussagen von Gerlinde Wax, die nach 40 Jahren Parteizugehörigkeit nun ihren Austritt erklärte, ein Offenbarungseid. Sie meint zum Zustand der Partei: „Heute muss ich einmal mehr feststellen, dass das grundsätzliche Ziel der Grünen, nämlich der Lebensschutz auf diesem Planeten, offenbar im Bewusstsein und im Handeln dieser Partei faktisch nicht mehr existiert.“ Ein vernichtendes Urteil für eine Partei, die sich „grün“ nennt. Weiterlesen

Die “Psychologie von Krisen”

Eine Seuche bricht aus und vieles scheint vergessen: Kriege, Hunger, Gewalt, die Not der Flüchtlinge – auch der Klimawandel. Krisen werden weltweit durch die Pandemie noch dramatischer. Schauen wir nur nicht mehr hin? In einem Interview mit der ZEIT erklärt die Umweltpsychologin Isabella Uhl-Hädickeder von der Uni Salzburg, warum dieses Coronavirus, das jeden treffen kann, ganz besondere Ängste weckt und viel größere Bedrohungen in den Hintergrund treten lässt. Weiterlesen

Subventionen, die den Klimazielen widersprechen

Ein schon am 29.2. in der Badischen Zeitung (BZ) erschienenes Interview mit dem Nachhaltigkeitsexperten Kai Niebert von der Universität Zürich ist zu Unrecht kaum beachtet worden. Wir möchten hier noch einmal drauf aufmerksam machen und das Interview zur Lektüre empfehlen. Es beschäftigt sich mit Zukunftsfragen in Bezug auf eine möglicherweise notwendige Verkehrswende, mit denen wir uns auch bei FL beschäftigen. Weiterlesen

Stadtplanung für die Postwachstums-Gesellschaft

Auf ein sehr interessantes Buch mit dem Titel „Postwachstumsstadt, Konturen einer solidarischen Stadtpolitik“, das in diesen Tagen erscheint, möchten wir an dieser Stelle hinweisen und es empfehlen. Das Buch enthält eine große Zahl an Beiträgen aus den verschiedensten wissenschaftlichen Fachgebieten. Experten beschreiben, was die behandelten Begriffe beinhalten oder in welchen Städten es Beispiele bei der Umsetzung gibt. Die Verlagsankündigung zu dem Buch beschreibt die Intention dieser neuen Bewegung: Weiterlesen

„Die Meinungsfreiheit gegen die Feinde der Freiheit und der Demokratie verteidigen“

Sprachlos und erschüttert sind auch wir von den unverhohlenen Drohungen, der aggressiven Sprache und dem nicht zu duldenden Angriff auf die Pressefreiheit, die in der Rede des AFD-Stadtrats Mandic vor dem SWR-Gebäude in Baden-Baden zum Ausdruck kam. Freiburg Lebenswert (FL) verurteilt diesen Angriff, der an Propagandareden der NS-Zeit erinnert, auf das Schärfste. Weiterlesen

„Bauscham“ für die Klimasünde Neubau

Anlässlich der Demonstrationen am kommenden Freitag, dem 20. September 2019, an denen in Freiburg auch viele Mitglieder von Freiburg Lebenswert (FL) aus tiefster Überzeugung teilnehmen werden, möchten wir hier einen Text unseres Freundes Daniel Fuhrhop als Diskussionsbeitrag veröffentlichen. Der Autor, Architektur- und Bauexperte plädiert darin für ein Maßhalten beim Bauen – so wie derzeit allseits für ein Maßhalten beim Fleischessen, beim Fliegen oder beim Kreuzfahrtreisen gefordert wird. In seinem Blog „Verbietet das Bauen“ schreibt er: Weiterlesen

„Ein möglichst wahrheitsgetreues Bild kann nur im Wettbewerb entstehen“

Viel Ärger hat in Freiburg die Berichterstattung der Badischen Zeitung (BZ) zur Diskussion um den Bau des geplanten Stadtteils Dietenbach im Vorfeld des Bürgerentscheids erzeugt. Dazu passt ein Interview, das die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Axel-Springer-Verlags, Mathias Döpfner, geführt und am 9.2.2019 veröffentlicht hat. Anlass war der Fall des Spiegel-Journalisten Claas Relotius. In dem Interview geht Döpfner mit seiner Zunft hart ins Gericht und beschreibt, was in Freiburg, in dem ein Medien-Unternehmen eine dominierende, meinungsbeherrschende Monopolstellung hat, seit vielen Jahren immer wieder Thema ist: „Ein möglichst wahrheitsgetreues Bild kann nur im Wettbewerb möglichst vieler Erkenntnisse und Ansichten entstehen.“ Weiterlesen

Offener Brief zuM Verkehr bei Dietenbach

Zur Verkehrssituation im Dietenbach, zu der FL bereits eine Pressemitteilung veröffentlicht hat (siehe: https://freiburg-lebenswert.de/dietenbach-das-verkehrschaos-ist-vorprogrammiert/), hat die Fraktionsgemeinschaft FL/FF einen offenen Brief geschrieben. Die Herren Bartosch und Benz von der VAG haben kürzlich in einem Brief an die Aufsichtsratsmitglieder für einen neuen Stadtteil Dietenbach geworben. In unserer o. g. Pressemitteilung hatte Herr Toni Fritz, der maßgeblich für die Planung und Erschließung des Stadtteils Riesenfeld und des Gewerbegebiert Haid mitverantwortlich war, dagegen auf viele Mängel in der Verkehrsplanung für den neuen Stadtteil hingewiesen und ein Verkehrschaos prognostiziert. Weiterlesen

Hässlich wohnen

Der Bauwahn in Freiburg verdeckt bald das Münster (Foto: U. Glaubitz)

„Wie wirkt es sich auf die Laune der Menschen aus, wenn Wohnraum immer knapper, teurer – und hässlicher wird?“ so der Untertitel einer Kolumne der Schriftstellerin und Dramaturgin Sibylle Berg, die am 1. September 2018 bei SPIEGEL Online veröffentlicht wurde. Die Presse scheint die Hässlichkeit und Durchschnittlichkeit moderner Architektur in unseren Städten entdeckt zu haben, denn immer mehr Autoren kommen zu Wort und beschäftigen sich damit, was viele Bürger in unseren Städten schon lange stört.

So schreibt Sibylle Berg bei SPIEGEL Online: „Der Mensch formt seine Umgebung, die Umgebung formt den Menschen. Meist ein Perpetuum des Grauens. Oft demonstrieren Gebäude klischeeverstärkende Realität: die Eleganz vieler italienischer Menschen, die solide quadratische Durchschnittlichkeit in Deutschland und der Schweiz. (…) Doch meist sieht man die Mehrzahl der Gebäude, die heute entstehen, der Effektivität und den größtmöglichen Gewinnaussichten für die Bauherren folgen.“

Und sie beklagt die Unehrlichkeit von angeblichem Umweltbewusstsein bei den Bauvorschriften: „Natürlich irgendwie ökologisch, aber nicht zu sehr, nicht so sehr, dass man hängende Gärten errichten wollte. Man polstert einfach viereckige Kästen gut ab. Setzt luftdichte Fenster in die Boxen ein, nicht zu groß, wegen des Energieverlusts.“

Die Autorin benennt auch das soziale Problem, das dahinter steckt: „Die Gebäude, die meisten, die heute entstehen, sind zweckdienliche Zweckbauten, dem Zweck der Unterbringung von Konsumenten geschuldet, und formen den Menschen der Jetztzeit, der kontaktgestört durch ein Leben eiert, in dem Überleben das höchste Gut ist, Mittelmaß der Status quo, denn alles, was aus dieser Mitte ragt, wird vom Schnitter erwischt. Die neuen, in jeder Hinsicht effizienten Menschenverwahrungsboxen sind Ausdruck einer an Verachtung grenzenden Lieblosigkeit. Was gibt es für ein Land praktischeres als saubere, gut verstaute, mittelmäßige Menschen, die Angst vor dem Verlust ihrer Fußbodenheizung haben, und keine Vision davon, was Schönheit sein könnte…“

Harte Worte sind das! Vielleicht zu hart?

Sie machen jedenfalls deutlich, woran es heute in der Stadtplanung fehlt: Für die Menschen lebenswert zu planen und zu bauen, mit Sinn für die Schönheit in den Städten. Jeder möchte gerne in einem Altbau wohnen oder in kleinen, individuellen (Reihen-)Häusern mit einem Dach und etwas Garten und Grün drum herum. Doch Architekten meinen heute, nur graue oder weiße Schuhschachteln entwerfen zu müssen – was den Bauträgern entgegen kommt, da dies einfach und billig ist, aber gewinnbringend teuer verkauft werden kann.

Siehe: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/wohnen-moderne-wohnarchitektur-macht-auch-nicht-gluecklich-a-1225083.html#ref=rss

Sibylle Berg (geboren 1962 in Weimar) ist eine bekannte deutsch-schweizerische Schriftstellerin und Dramatikerin. Sie schrieb bereits zahlreiche Romane, Essays, Kurzprosa, Theaterstücke, Reisereportagen, Künstlerporträts, Glossen und Hörspiele und ist auch als Kolumnistin tätig. Sie gehört zu den Unterstützern der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union und hat einen Lehrauftrag an der Zürcher Hochschule der Künste. Siehe auch: https://www.sibylleberg.com/de/es

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