Für eine saubere Stadt

Der folgende Beitrag wurde von Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL) für die Fraktion FL/FF verfasst und ist unter dem Titel “Saubere Stadt” im Freiburger Amtsblatt Nr. 729 vom 12.10.2018 auf Seite 3 erschienen. Er macht auf ein Problem aufmerksam, das in Freiburg – neben dem Thema Graffitti – immer stärker in den Focus tritt und immer mehr Kritik hervorruft:

Vor knapp einem Monat ist eine Gemeinderatsdelegation vom Besuch der Partnerstädte Suwon und Matsuyama zurückgekehrt. Was mich ganz besonders faszinierte, war die Sauberkeit in beiden Städten. Keine Fast-Food-Pappschachteln auf Plätzen oder Parks, keine Zigarettenkippen, keine leeren Dosen, keine Flaschen, Papierfetzen auf den Straßen oder Haltestellen. Und das, obwohl in den Parks oder an den Gehwegen so gut wie keine  Müllbehälter oder Papierkörbe zu sehen waren. Die Menschen in unseren Partnerstädten haben offensichtlich ein völlig anderes Verständnis, was die Müllentsorgung oder sogar die Müllvermeidung  angeht. Der möglicherweise entstehende Abfall wird nicht öffentlich entsorgt, man nimmt ihn mit und zeigt Verantwortung für die Umwelt, in der man lebt.

Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL)

Wir finden morgens auf Schulhöfen mancher Stadtteile  jede Menge leere Wodkaflaschen, die vorhandenen Papierkörbe quellen über, am Platz der alten Synagoge machen sich besonders „Einfallsreiche“ die Mühe, ihre Pizzaschachteln oder anderen Abfall in die Ritzen der Holzpanelen der Sitzgelegenheiten zu drücken, obwohl genügend Entsorgungsmöglichkeiten vorhanden sind. Die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft müssen diese regelmäßig auseinandernehmen, um Gestank und Ungezieferbefall in Grenzen zu halten. Die Kaugummientsorgung auf diesem Platz kostet extrem viel Geld und ist trotz Spezialmaschinen nicht restlos zu beseitigen. Ich habe beobachtet, dass Mitarbeitern der Abfallwirtschaft nach erfolgter Reinigung eines Platzes wieder Abfall vor die Füße geworfen wurde, manchmal verbunden mit Bemerkungen, wie „dafür bist Du doch da“! Sehr bemerkenswert ist auch, dass es in unserer Stadt Straßenzüge gibt, in denen keine Mülltrennung vorgenommen wird, obwohl die Geschäftsleitung der Abfallwirtschaft sich intensiv darum bemüht hat.

Wie ist mit solchen Missständen oder Fehlverhalten  umzugehen? Bedauerlicherweise wird man wohl in Zukunft in Freiburg auf restriktive Maßnahmen wie Verhängung von Bußgeldern durch den Ordnungsdienst zurückgreifen müssen, um  der Vermüllung des öffentlichen Raums Einhalt zu gebieten. Das hat in anderen Städten geholfen und wird sicher auch bei uns notwendig sein. Auch innovative Maßnahmen, wie sie in Wien durch die „wastewatchers“, aber auch in deutschen Städten angewendet werden, können weiterhelfen. Größere oder mehr Müllbehälter sind der falsche Weg, erfahrene Abfallentsorger sagen uns, dass gerade im Umfeld von Müllbehältern besonders viel Abfall liegt, obwohl die Behälter keineswegs voll sind. Eine neue Strategie ist notwendig, um ein lebenswertes Freiburg zu erhalten.

Gerlinde Schrempp

Plakat aus der Schweizer Gemeinde Horgen (Foto: Prof. Klaus Rückauer)

Titelbild (oben): von Bessawissa94, aus German Wikipedia, Lizenz: frei.




Freiburg ist keine Masterplankommune

Mit der „Masterplan-Richtlinie“ fördert das Bundesumweltministerium seit 2012 Kommunen, die bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber 1990 und den Endenergieverbrauch um 50 Prozent senken wollen. Jetzt wurden 19 Kommunen vom Bundesumweltministerium als Klimaschutz-Vorbild-Städte ausgezeichnet. Insgesamt 40 Masterplankommunen werden auf der Projektseite des Bundesumweltministeriums aufgeführt. Aber Freiburg ist weder unter den Preisträgern noch unter den Masterplankommunen gelistet, obwohl sich die Stadt der Klimaneutralität bis 2050 verschrieben hat und Veranstaltungen zur Klimaneutralität / zum Klimaschutz durchführt.

Hierzu hat die Fraktion FL/FF eine Anfrage an die Stadtverwaltung bzw. Oberbürgermeister Martin Horn und die zuständige Bürgermeisterin Gerda Stuchlik mit folgenden Fragen gestellt:

1. Hat sich Freiburg an den Ausschreibungen zur Förderung als Masterplankommune beteiligt?
2. Wenn ja, warum ist Freiburg nicht eine der 19 Klimaschutz-Vorbild-Städte bzw. nicht als Masterplankommune gelistet?
3. Wenn nein, warum nicht?
4. Die erste Runde der Förderung der “Masterplankommunen” läuft dieses Jahr aus. Im Jahr 2016 haben sich zudem weitere Kommunen für eine Förderung qualifiziert, die noch bis Mitte 2020 läuft. Ab dem 1. Januar 2019 gibt es aber für Kommunen und Akteure aus dem kommunalen Umfeld neue Fördermöglichkeiten zur Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen. Ist von der Stadt Freiburg geplant, sich daran zu beteiligen?

Siehe hier die Original-Anfrage:  Anfrage Masterplankommunen

Sind die Fußstapfen der Masterplankommunen für die sogenannte “Green City” Freiburg etwa zu groß? (Zeichnung von Mariano Managò)




Politischer und realer Marathon-Lauf

Marathon-Läufer Karl-Heinz Krawczyk (FL)

Dass die politische Arbeit im Gemeinderat oft auch ein Marathon-Lauf sein kann, das wissen unsere drei Stadträte im Freiburger Gemeinderat sehr genau. Doch einer lief auch den realen Freiburger Halb-Marathon am 8. April 2018 mit: Karl-Heinz Krawczyk! Gut trainiert und hoch motiviert nahm er die Strapazen und die Herausforderung an und bewältigte die Strecke in zwei Stunden und 25 Minuten.

Wir Nicht-Marathon-Läufer können vor Bewunderung nur den Hut ziehen – sowohl vor dem kommunalpolitischen Lauf, den unsere Stadträte im Gemeinderat in langen Sitzungen und bei vielen Terminen leisten, als auch vor dem realen Marathon-Läufer!

Titelfoto © FWTM/Bender

Marathon-Lauf-Teilnehmer Karl-Heinz Krawczyk (Fotos: K.-H. Krawczyk)




Namenumbenennungs- und Schilderergänzungs-Ratschläge

Auch der Name des Pathologen Ludwig Aschoff (1866-1942) steht auf der Liste der Kommission.
Auch der Name des Pathologen Ludwig Aschoff (1866-1942) steht auf der Liste der Kommission.

2012 (also noch bevor Freiburg Lebenswert in das Gremium gewählt wurde) setzte der Gemeinderat von Freiburg eine Kommission ein, die sämtliche etwa 1300 Straßennamen der Universitätsstadt auf Anstößigkeit untersuchen sollte. Die Kommission unter dem Vorsitz des Historikers Bernd Martin hat jetzt ihre Empfehlungen vorgelegt. Das Ergebnis lautet, dass die Kommission empfiehlt, 12 Straßen umzubenennen und bei weiteren 15 zusätzliche „Erläuterungen“ auf Schildern vorzunehmen.

Quer durch die Stadt gibt es nun leidenschaftliche Diskussionen um diese Ergebnisse der Kommission, so auch in den Reihen von Freiburg Lebenswert und innerhalb der Fraktion FL/FF. Leserbriefe, die in der Badischen Zeitung (BZ) erschienen sind, haben Überschriften erhalten wie „Die Verdienste überwiegen doch gewaltig“ (in Bezug auf Hermann Staudinger) oder „Es gibt unsichtbare Mängel, nämlich die fehlenden Namen“ (bezugnehmend auf den Musiker Felix Mendelssohn-Bartholdy) oder „Es ist zwecklos, die Vergangenheit immer wieder aufzuwärmen (vor allem in Bezug auf Hindenburg). Zitiert wird beispielsweise der französische Schriftsteller François de La Rochefoucauld (1618-1680): „Wir würden weit mehr gewinnen, wenn wir uns zeigten, wie wir sind, als bei dem Versuch, das zu scheinen, was wir nicht sind.“

Siehe dazu in der BZ: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/warum-die-namen-dieser-persoenlichkeiten-von-freiburger-strassenschildern-verschwinden-sollen–128322671.html

Sowie: http://www.badische-zeitung.de/lokales/freiburg/kirchen-sprechen-sich-gegen-umbenennung-der-strassen-aus

Der Pressesprecher von Freiburg Lebenswert und studierte Historiker, Michael Managò, meint zu dem Thema in einem Statement, das er ausdrücklich als persönlichen Diskussionsbeitrag gewertet wissen möchte:

„Man sagt ja uns Deutschen immer wieder nach, „päpstlicher als der Papst“ zu sein. Dieses Beispiel der Namensuntersuchungen, für die m. E. nur in einigen Einzelfällen ausreichend Gründe vorliegen, ist ein deutliches Beispiel für die Richtigkeit dieser These. Im Ausland wird das oft als Besserwisserei wahrgenommen. Von der Kommission, die sich mit den Straßennamen beschäftigt hat, kann man das auch sagen: Sie hat zweifellos „gründlich gearbeitet, aber gerade deshalb stellt sich bei der Lektüre ihres Berichts ein bitterer Nachgeschmack ein: Der kasuistische Aufwand summiert sich zum Eindruck moralischer Besserwisserei.“ (FAZ)

Gravierender finde ich aber noch einen anderen Verdacht, der sich mir leider aufdrängt: Manches Urteil und manche Empfehlung der Kommission zeigt für mich einmal mehr, wie schwer es uns Deutschen offenbar immer noch fällt, zur eigenen Geschichte zu stehen. Man will Namen, die auch negative Begebenheiten dieser Geschichte tangieren, wegretuschieren oder mit einseitig verkürzenden Zusatzschildern versehen, die entschuldigen sollen, dass man sie (trotz allem) heute immer noch nennt. Gleichzeitig diskutiert man aber auch, ob man Namen überhaupt noch nennen soll. Das wird der Sache aber nicht gerecht.

Natürlich will niemand Nazi-Größen oder andere Verbrecher als Straßennamen haben. Aber darum geht es hier ja nicht. Es geht um gespaltene, vielschichtige Persönlichkeiten mit dunklen Flecken auf ihren Westen. Und natürlich kann man darüber diskutieren, ob die Flecken gegenüber den weißen Stellen überwiegen. Ich bin aber sicher, dass man objektiv in den meisten Fällen zu dem Ergebnis kommen wird, dass dies nicht der Fall ist. Warum also das ganze Theater? Wem nützt das alles? Es nützt weder den Bürgern, die in den betroffenen Straßen wohnen und nun Visitenkarten, Briefköpfe, Ausweise, Autowerbung etc. ändern müssen sowie zahlreiche Kontaktpartner informieren müssen, noch nützt es der Stadtkasse und damit dem Steuerzahler, die neue Schilder aufstellen, Stadtpläne etc. ändern müssen. Offensichtlich nützt es nur einigen Wenigen, die mit der „Gnade der späten Geburt“ ausgestattet sind und sich darin gefallen ein professorales Urteil fällen zu dürfen.“

Hier das komplette (ausdrücklich: persönliche!) Statement: Irrsinnige Namensänderungswünsche (PDF)

Auf dem Aktiven-/Mitglieder-Treffen von Freiburg Lebenswert am 20.10.2016 schloss sich die Versammlung einstimmig der Grundforderung diese Statements an, die Namensschilder nicht zu ändern und höchstens im Einzelfall zu prüfen, ob eine Änderung oder Namensergänzung wirklich notwendig ist, was aber nicht erwartet wird. Man zeigte sich überzeugt, dass notwendige Namensänderungen nach dem Krieg (Gott sei Dank) bereits erfolgt sind und dass heute kein Handlungsbedarf mehr besteht.




“Sachgerecht und bürgernah für Freiburg”

Im Freiburger “Stadtkurier” ist am 14. Juli 2016 auf der dritten Seite eine ganzseitige Anzeige der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) erschienen. Sie ist der Auftakt einer Reihe von Maßnahmen, um die Bürger von Freiburg über die Inhalte und Ziele der Fraktion aus erster Hand und direkt zu informieren sowie über deren Arbeit im Gemeinderat  zu berichten.

Hier die Anzeige im “Stadtkurier” vom 14.07.2016:

Anzeige_004_2-Jahre-Gemeinderat_FL-FF_Stadtkurier_komprHier zur besseren Betrachtung: die Anzeige als PDF-Datei

Und hier der Inhalt kurz zusammengefasst:

  • Wir haben im Gemeinderat viel erreicht und sind unseren Leitlinien treu geblieben.
  • Vielen sinnvollen Bauprojekten haben wir im Gemeinderat zugestimmt. Der Vorwurf, wir wollten eine “Käseglocke” über Freiburg stülpen ist deshalb völlig ungerechtfertigt und falsch.
  • Gegen ein sinnloses „Bauen auf Teufel komm raus“ wehren wir uns weiter mit allem Nachdruck.
  • Für den Erhalt der Kleingärten im Stadtgebiet und gegen deren Vernichtung haben wir uns als einzige  Fraktion eingesetzt.
  • Den Abriss denkmalgeschützter und stadtbildprägender Gebäude verurteilen wir und setzen uns für mehr Denkmalschutz, Inventarlisten und Erhaltungssatzungen ein.
  • Gegen die ausländerfeindlichen Agitationen der AfD haben wir (nicht nur in Landwasser) leidenschaftlich Stellung bezogen.
  • Und wir haben für neue Mehrheiten im Gemeinderat gesorgt.



FL-FF seit zwei Jahren im Gemeinderat

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Seit zwei Jahren vertritt nun Freiburg Lebenswert als eine von 13 Gruppierungen bzw. die Fraktion Freiburg Lebenswert/Für Freiburg (FL/FF) als eine von 7 Fraktionen im Gemeinderat die Interessen ihrer Wähler und aller Freiburger Bürger. Keine andere Fraktion ist auf öffentlichen Veranstaltungen, in Anhörungen, in der Gremienarbeit und bei Bürgergesprächen so präsent wie FL/FF.

Veränderung der politischen Landschaft

Hat die neue Konstellation im Gemeinderat auch zu veränderten politischen Vorgängen geführt? Klare Antwort: ja. Das ist weniger eine Folge der Sitzverteilung als vielmehr der Impulse, die durch die neuen Räte eingebracht werden. Der unverstellte Blick auf Vorgänge und Probleme in der Stadt ermöglicht eine sachgerechte und bürgernahe Einschätzung der Erfordernisse. Das hat in den vergangenen zwei Jahren dieser Legislaturperiode zu teilweise  neuen Mehrheiten geführt. Die Kräfteverhältnisse vor der Wahl hatten berechenbare Mehrheiten vorgegeben; diese Eindeutigkeit besteht aufgrund veränderter Gewichtungen nicht mehr. Insofern ist erhebliche Bewegung in den Gemeinderat gekommen – und gerade nicht die zu Beginn befürchtete Lähmung.

Der wohl folgenreichste Ausdruck dafür ist der Beschluss zu einem 50%-Anteil an geförderten Wohnbauflächen bei neuen Bauvorhaben im breitflächigen Geschosswohnungsbau, der durch eine vor dieser Wahl undenkbare Koalition möglich wurde und durchgesetzt werden konnte. Der Gewinn für die BürgerInnen dieser Stadt ist offenkundig. Allein an diesem Beispiel zeigt sich die Bereicherung, die infolge der „Neuen“ im Gemeinderat bewirkt wird. In aller Bescheidenheit darf deshalb festgestellt werden, dass mit der Fraktion FL/FF eine wesentliche und gestaltende Kraft im politischen Handeln der Stadt aktiv ist.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Rückauer

Logo_Fraktion_FL_FF

Siehe auch:  Fraktionsgemeinschaft FL/FF




W.-D. Winkler: “Eintreten für meine Ideale”

Stadtrat für Freiburg Lebenswert: Dr. Wolf-Dieter Winkler
Stadtrat für Freiburg Lebenswert: Dr. Wolf-Dieter Winkler

Seit zwei Jahren sitzt Wolf-Dieter Winkler als Stadtrat für Freiburg Lebenswert und Fraktionsvorsitzender von “Freiburg Lebenswert/Für Freiburg” (FL/FF) im Gemeinderat. Zu diesem Anlass hat die Badische Zeitung  (BZ) ihn den Fragebogen “Sagen Sie mal…” ausfüllen lassen, den wir unseren Lesern nicht entgehen lassen möchten.

Anlass war außerdem der Weltblutspendetag am 14. Juni, denn Wolf-Dieter Winkler hat bisher 443 Mal  Blut, Plasma und Thrombozyten gespendet. Der 59-jährige Freiburger gehört damit zu den aktivsten Blutspendern der Uniklinik Freiburg.

Die Frage nach seinem “Lieblingsplatz in Freiburg” beantwortet er im Fragebogen so: “Am Samstagmorgen der Münstermarkt, im Sommer abends unsere Dachterrasse zum Sterne gucken beim Glas Wein oder unser Hof beim Grillen mit Familie oder Freunden.” Und auf die Frage “Was mögen Sie an sich selbst?” antwortet er: “Dass ich meinem Eintreten für meine Ideale wie dem Umweltschutz den Vorzug geben kann vor meinen privaten Interessen, was mir aus Zeitgründen nicht immer leicht fällt.”

Welches Buch hat ihn in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
“Verbietet das Bauen” von Daniel Fuhrhop. Passend dazu antwortet er am Schluss auf die Frage, was er als Oberbürgermeister von Freiburg tun würde: “Die weitere Zubetonierung Freiburgs verhindern und die Grünflächen zu erhalten versuchen sowie die regenerativen Energien schneller ausbauen.”

Siehe in der BZ: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sagen-sie-mal-einmal-die-alpen-mit-dem-rad-ueberqueren–122948804.html

Vor zwei Jahren zur Gemeinderatswahl:

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Debatten-Niveau und demokratische Reife

Immer wieder sorgen die Herabwürdigungen des politischen Gegners durch OB Dieter Salomon für Diskussionen. So auch jetzt sein Nachtreten nach dem Bürgerentscheid. Das zeigen zahlreiche Leserbriefe in der Badische Zeitung sowie empörte E-Mails, die uns erreichen. Viele Bürger beschweren sich über den arroganten und überheblichen Stil, den der OB gegenüber Kritikern an den Tag legt. Ulrich Glaubitz, 2. Vorsitzender von Freiburg Lebenswert, hat folgende Antwort formuliert und einen aktuellen Bezug als „Blick über den Tellerrand“ hergestellt:

Liebe Mitglieder von FL, liebe Mitbürger,

angesichts der aktuellen Polemik, bei der wir von FL, insbesondere aber die Mitglieder unserer FL/FF-Fraktion als Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten bezeichnet werden stehe ich persönlich auf dem Standpunkt, dass wir nicht unbedingt nur empört sein sollten. Vielmehr halte ich die Tatsache, dass der OB sich auf so niedriges Debatten-Niveau begibt, für ein Zeichen von Schwäche. Sowohl des bürgermeisterlichen Charakterkostüms wie auch der demokratischen Reife. Eine Sachopposition wie die von FL unter Beweis gestellte war er offensichtlich nicht gewohnt und er kann damit sichtlich schwer umgehen. Ich sehe das als Ermunterung, auf dem von uns beschrittenen Weg weiterzumachen und immer auch scheinbar unumstößliche Wahrheiten lieber probeweise umzuwerfen als gehorsam nachzubeten. Und immer die Grundlage einer guten Demokratie im Blick zu behalten: Transparenz, regelmäßige qualitätsvolle Information und faire Debatten.

Kleiner Blick über den Tellerrand: So macht es auch Helmut Dinter, der Bürgermeister von Wessobrunn: Statt einzuknicken vor den Erwartungen der übergeordneten Exekutivorgane macht er sie in der Öffentlichkeit bekannt. Ein sehr lesenswerter taz-Artikel (siehe folgende Abbildung) über Einschüchterungsversuche im Vorfeld des G-7-Gipfels auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. So einen Bürgermeister wünscht man sich.

Mit freundlichen Grüßen,
Euer/Ihr

Ulrich Glaubitz

Guelle_gegen_Demonstranten_taz_10.02.2015Zum Vergrößern: Bitte auf das Bild klicken!




Adalbert Häge an seine Kritiker

Nein_zum_StadionHerr Adalber Häge, ehem. Stadtplaner, Chef der VAG und Chef der Badenova, ist für sein Statement zum SC-Stadionneubau, das wir hier auf unserer Homepage veröffentlicht haben, vor allem auch von Seiten des SC sehr kritsiert worden. Darauf hat er nun ruhig, mit viel Detailwissen und sehr überzeigend geantwortet. Auch diese Antwort  möchten wir hier dokumentieren, da er mit vielen Fehlinformationen der Stadion-Befürworter klar ins Gericht geht.

So meint er unter anderem: “Die Abstimmungsfrage ist ja ein Witz, aber das wird jeder selbst wissen. Die Bürger können nicht wissen, über was sie wirklich abstimmen, weil die Vorlage dies verschleiert. Die genannten Punkte sind zusammen eine grobe Verfälschung des Abstimmungsinhalts durch Ausklammern wesentlicher Kosten, die eindeutig nur dem Projekt zuzurechnen sind.”

Hier das Statement von Adalbert Häge an seine Freunde.
Und hier die Antwort von Adalbert Härge an seine Kritiker.




Viele offene Fragen zum Stadionneubau

Nein_zum_Stadion
Pressemitteilung der Fraktion FL/FF zur unerwünschten Veröffentlichung unserer Anfrage an das Innenministerium zum SC-Stadionneubau

Die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert/Für Freiburg (FL/FF) hat am 28.12.2014 einen Brief an das Innenministerium gesendet, in dem mehrere Fragen zum geplanten Neubau eines Fußballstadions am Flugplatz gestellt wurden. Dabei ging es unter anderem um Fragen bezüglich der Gründung einer städtischen Objektträgergesellschaft (OTG) und der Art der Bürgschaft der Stadt Freiburg.

Die Anfrage diente ausschließlich erst einmal unserer eigenen Information, weswegen wir von einer Öffentlichmachung Abstand genommen hatten. Darauf wird in dem Brief explizit hingewiesen.
Wir hatten das Innenministerium gebeten, uns bis zum 15.1.2015 Auskunft zu erteilen. Nach immerhin über drei Wochen wurde uns vom Regierungspräsidium Freiburg (RP) am 21.1.15 mitgeteilt, dass unser Schreiben zur Bearbeitung an das RP geschickt worden war. Am darauffolgenden Tag, am 22.1.15, erhielten wir die Antwort des RP.

Wir sind äußerst irritiert darüber, dass FL/FF über vier Wochen keine Antwort vom Innenministerium erhält, sondern stattdessen um eine Woche verspätet nach dem gewünschten Termin vom RP. Weiter sind wir alles andere als angetan davon, dass das RP von sich aus entscheidet, unseren Brief und die Antwort zeitgleich auch der Stadt zur Kenntnis zu geben, diese unmittelbar eine Pressemitteilung daraus macht und wir aus den Medien von der Antwort des RP erfahren müssen. Der Anstand hätte es geboten, zuvor zumindest unser Einverständnis für diese Vorgehensweise einzuholen.

Nach Aussage von Oberbürgermeister Salomon beweist FL/FF mit seinem Schreiben Misstrauen gegenüber dem RP und der Stadt. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist, wäre mit dieser unerwünschten Veröffentlichung der Beweis erbracht worden. Außerdem weisen wir daraufhin, dass Oberbürgermeister Salomon vor seiner Wahl zur 2. Amtsperiode laut Badischer Zeitung vom 5.3.2010 nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern „auch aufgrund der sportlichen Situation und der Tatsache, dass das Badenova-Stadion oft nicht ausverkauft ist, keine Notwendigkeit für ein neues Stadion sieht.“ Seine bald nach der Wahl erfolgte 180°-Wendung in dieser Fragestellung kann auch nicht gerade als vertrauensbildende Maßnahme bezeichnet werden, zumal sich an den Randbedingungen von damals nichts geändert hat.

Im Übrigen müssen wir Herrn Müller, Leiter des Rechtsamtes der Stadt Freiburg, bezüglich seiner herabwürdigenden Behauptung, dass wir unser Fachwissen angeblich von Google beziehen, berichtigen. Unsere Informationen zu juristischen und finanziellen Fragestellungen zum geplanten SC-Stadion beziehen wir keineswegs von Google, sondern von Fachleuten, die uns wegen ihrer Ablehnung des SC-Stadionbaus oder zumindest dessen Finanzierung ihr Fachwissen gerne zur Verfügung stellen.

Dr. Wolf-Dieter Winkler (Fraktionsvorsitzender, FL)
Gerlinde Schrempp (Stellvertr. Fraktionsvorsitzende, FL)
Karl-Heinz Krawczyk (Stadtrat, FL)
Prof. Dr. Klaus-Dieter Rückauer  (Stadtrat, FF)

Hier die Berichterstattung darüber in der Badischen Zeitung.