F├╝r eine saubere Stadt

Der folgende Beitrag wurde von Stadtr├Ątin Gerlinde Schrempp (FL) f├╝r die Fraktion FL/FF verfasst und ist unter dem Titel „Saubere Stadt“ im Freiburger Amtsblatt Nr. 729 vom 12.10.2018 auf Seite 3 erschienen. Er macht auf ein Problem aufmerksam, das in Freiburg – neben dem Thema Graffitti – immer st├Ąrker in den Focus tritt und immer mehr Kritik hervorruft:

Vor knapp einem Monat ist eine Gemeinderatsdelegation vom Besuch der Partnerst├Ądte Suwon und Matsuyama zur├╝ckgekehrt. Was mich ganz besonders faszinierte, war die Sauberkeit in beiden St├Ądten. Keine Fast-Food-Pappschachteln auf Pl├Ątzen oder Parks, keine Zigarettenkippen, keine leeren Dosen, keine Flaschen, Papierfetzen auf den Stra├čen oder Haltestellen. Und das, obwohl in den Parks oder an den Gehwegen so gut wie keine┬á M├╝llbeh├Ąlter oder Papierk├Ârbe zu sehen waren. Die Menschen in unseren Partnerst├Ądten haben offensichtlich ein v├Âllig anderes Verst├Ąndnis, was die M├╝llentsorgung oder sogar die M├╝llvermeidung┬á angeht. Der m├Âglicherweise entstehende Abfall wird nicht ├Âffentlich entsorgt, man nimmt ihn mit und zeigt Verantwortung f├╝r die Umwelt, in der man lebt.

Stadtr├Ątin Gerlinde Schrempp (FL)

Wir finden morgens auf Schulh├Âfen mancher Stadtteile┬á jede Menge leere Wodkaflaschen, die vorhandenen Papierk├Ârbe quellen ├╝ber, am Platz der alten Synagoge machen sich besonders ÔÇ×EinfallsreicheÔÇť die M├╝he, ihre Pizzaschachteln oder anderen Abfall in die Ritzen der Holzpanelen der Sitzgelegenheiten zu dr├╝cken, obwohl gen├╝gend Entsorgungsm├Âglichkeiten vorhanden sind. Die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft m├╝ssen diese regelm├Ą├čig auseinandernehmen, um Gestank und Ungezieferbefall in Grenzen zu halten. Die Kaugummientsorgung auf diesem Platz kostet extrem viel Geld und ist trotz Spezialmaschinen nicht restlos zu beseitigen. Ich habe beobachtet, dass Mitarbeitern der Abfallwirtschaft nach erfolgter Reinigung eines Platzes wieder Abfall vor die F├╝├če geworfen wurde, manchmal verbunden mit Bemerkungen, wie ÔÇ×daf├╝r bist Du doch daÔÇť! Sehr bemerkenswert ist auch, dass es in unserer Stadt Stra├čenz├╝ge gibt, in denen keine M├╝lltrennung vorgenommen wird, obwohl die Gesch├Ąftsleitung der Abfallwirtschaft sich intensiv darum bem├╝ht hat.

Wie ist mit solchen Missst├Ąnden oder Fehlverhalten┬á umzugehen? Bedauerlicherweise wird man wohl in Zukunft in Freiburg auf restriktive Ma├čnahmen wie Verh├Ąngung von Bu├čgeldern durch den Ordnungsdienst zur├╝ckgreifen m├╝ssen, um┬á der Verm├╝llung des ├Âffentlichen Raums Einhalt zu gebieten. Das hat in anderen St├Ądten geholfen und wird sicher auch bei uns notwendig sein. Auch innovative Ma├čnahmen, wie sie in Wien durch die ÔÇ×wastewatchersÔÇť, aber auch in deutschen St├Ądten angewendet werden, k├Ânnen weiterhelfen. Gr├Â├čere oder mehr M├╝llbeh├Ąlter sind der falsche Weg, erfahrene Abfallentsorger sagen uns, dass gerade im Umfeld von M├╝llbeh├Ąltern besonders viel Abfall liegt, obwohl die Beh├Ąlter keineswegs voll sind. Eine neue Strategie ist notwendig, um ein lebenswertes Freiburg zu erhalten.

Gerlinde Schrempp

Plakat aus der Schweizer Gemeinde Horgen (Foto: Prof. Klaus R├╝ckauer)

Titelbild (oben): von Bessawissa94, aus German Wikipedia, Lizenz: frei.