Vortrag von Conrad Amber am 16. Mai

Gerne möchten wir nochmals an die Vortragsveranstaltung erinnern, die morgen Abend in der Universität stattfindet:

„Bäume auf die Dächer – Wälder in die Stadt!“
Vortragsveranstaltung mit Diskussion
auf Einladung der Fraktionsgemeinschaft FL/FF
am 16. Mai 2018 um 19 Uhr
im Hörsaal 3044 im KG III der Universität.

Mehr Grün im Leben! Kreative Ideen und Visionen für ein Leben mit mehr Bäumen sind keine Utopie. Jeder, dem eine nachhaltige Zukunft wichtig ist, kann etwas dafür tun – der undogmatische Querdenker Conrad Amber zeigt an konkreten Beispielen auf, wie das geht. Ein engagiertes Plädoyer für mehr Grün beim Städtebau mit mutigen, aber möglichen Ideen, die uns endlich mehr Atemluft bescheren.




„Von Umweltschützern zu selbstzufriedenen Mitmachern“

So sah der Platz der alten Synagoge einmal aus, bevor er zugepflastert wurde und viele Bäume gefällt wurden! (Foto: K.-H. Krawczyk)

Um das Thema Baumfällungen ging es auch beim Neujahrsempfang der Freiburger Grünen. Zu dem entsprechenden Artikel in der Badischen Zeitung („Avocado-Pumpernickel in der Passage 46“ in der BZ vom 20. Januar 2018) hat deren Leser Paul Bühler aus Freiburg folgenden sehr treffenden Leserbrief geschrieben (veröffentlicht am 10. Februar 2018 auf badische-zeitung.de):

 „Oberbürgermeister Salomon „erinnert in seiner Rede zum Neujahrsempfang der Grünen an die ehemalige Stadträtin Emilie Meyer, die sich zu Beginn seiner Karriere an Bäume kettete, um sie vor der Fällung zu retten – eine Geschichte, bei der die Grünen von heute schmunzeln“ … Heute ketten sie sich nicht mehr an Bäume, heute wird die Kettensäge ausgepackt und die Bäume werden kurzerhand „stillgelegt“. Besser hätte kein Kritiker die Entwicklung der Grünen von leidenschaftlichen Umweltschützern zu selbstzufriedenen Mitmachern beschreiben können als der „grüne“ OB es jetzt selbst getan hat.“

Siehe: http://www.badische-zeitung.de/heute-wird-die-kettensaege-ausgepackt

Politik der sogen. „Grünen“ in Freiburg: Das „Stilllegen“ von Bäumen!




Schon wieder sollen viele Bäume fallen!

Heute steht in der Badischen Zeitung (BZ), dass 89 Bäume für den Neubau der Kinderklinik fallen sollen. Nichts gegen den Neubau der Kinderkinik. Aber müssen deshalb im Umfeld wieder so viele Bäume fallen? Wie schon vor der Volksbank am Bahnhof, was nach Meinung vieler Sachkundiger vermeidbar gewesen wäre? Macht man es sich bei der Planung der Baustellen nicht zu einfach? Und wie steht es mit Ersatzpflanzungen in gleicher Zahl? Und zwar innerhalb des Freiburger Stadtgebiets!

Freiburg wird immer mehr zubetoniert. Für den Schutz von Bäumen und Grünflächen wird nur dann etwas getan, wenn Privatleute in ihrem Garten ein Bäumchen Fällen möchten, um mehr Sonne zu bekommen. Wenn aber ein Bauträger, die Universität oder die Stadt selbst 50 oder 100 Bäume Fällen möchten, dann gibt es plötzlich „leider keine Alternativen“. Mit den Bäumen ‚fällt‘ aber langsam aber sicher auch unsere Lebensqualität. Wir möchten aber, dass Freiburg lebenswert bleibt!

Der oft zitierte und als sogenannte „Weissagung der Cree“ bekannt gewordene Satz „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“, bleibt als ökologische Botschaft aktueller denn je! – leider besonders in der angeblich so „grünen Stadt“ Freiburg. „Grün“ ist hier aber nur ein potemkinsches Dorf und eine verlogene Attrappe. Denn: Vorgetäuschte grüne Farbe produziert noch keinen Sauerstoff!

Wann werden die Wähler der Grünen endlich erkennen, dass die sogenannten Freiburger Grünen hier in der Stadt die ersten sind, die Grünflächen versiegeln und Bäume fällen lassen möchten?!

Protest gegen den Bauwahn der Grünen in Freiburg (Foto: W. Deppert)




Großbaumverpflanzung statt Abholzen

Pflanzmaschinen für große Bäume (Foto: Mit freundl. Genehmigung der Fa. Opitz)

Anfrage der Fraktion FL/FF nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen:

In Freiburg kommt es immer wieder zur Fällung gesunder Bäume, die einer Baumaßnahme im Wege stehen, wie kürzlich beim Neubau der Volksbank zum Entsetzen der Freiburger Bürgerschaft geschehen. Als Alternative für die Fällung von vitalen Bäumen gibt es aber auch die Möglichkeit der Großbaumverpflanzung, so dass diese an einem neuen Standort weite-ren Generationen erhalten bleiben. So bietet beispielsweise die Fa. Opitz GmbH & Co. KG (Industriepark 1, 91180 Heideck), die europaweit tätig ist, solche Verpflanzungen an.

Hier ein paar Beispiele für von dieser Firma durchgeführte Großbaumverpflanzungen:  In Unterschleißheim bei München wurden zwölf Bäume auf den Waldfriedhof versetzt.  Knapp 30 Bäume wurden von Obersendling nach Neuried verpflanzt. 20-jährige Eichen, Kirschen und Spitzahorne, die sonst gefällt worden wären, bilden nun einen kleinen Wald entlang einer Straße.  An der Nationalbibliothek in Paris wurden ebenfalls  Großbaumverpflanzungen durchgeführt.  Im Zoo der ungarischen Hauptstadt wurden im Zuge der Umgestaltung drei stattliche Bäume erfolgreich versetzt. Die beiden „kleineren“ Platanen hatten eine Ballengröße von 4,5 x 4,5 Meter und ein Gewicht von jeweils 65 Tonnen.

Laut Auskunft der Fa. Opitz wurden kürzlich in Weil am Rhein Großbäume versetzt und auch in der Gemeinde Denzlingen werden immer wieder solche Verpflanzungen durchgeführt. Jeder Baumverpflanzung geht eine ausführliche Analyse und Bewertung der zu verpflanzenden Bäume voraus. Aus unserer Sicht wäre die Baumverpflanzung eine sinnvolle Alternative zur Neupflanzung von Bäumen und sollte auch in der Stadt Freiburg in Betracht gezogen werden, statt gesunde Bäume zu fällen.

Setzlinge oder junge Bäume müssen unter erheblichem Aufwand erst zu Großbäumen mit dann hoher Sauerstoffproduktion aufgezogen werden. Sie erreichen ihre volle ökologische Wirkung erst nach Jahrzehnten, während die verpflanzten Bäume an ihrem neuen Standort nach kurzer Anpassungszeit in gleichem Umfang Sauerstoff produzieren und CO2 fixieren wie bisher. Es ist zudem davon auszugehen, dass eine Verpflanzung bei der Freiburger Bürgerschaft auf eine wesentlich höhere Akzeptanz als eine Fällung stoßen würde.

Für uns stellen sich dabei in Bezug auf Freiburg folgende Fragen:  Warum macht die Stadt Freiburg bislang von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch?  Welche Hindernisse sieht die Verwaltung gegen einen Einsatz dieses Verfahrens?  Gibt es Kontakte zu Firmen, die Großbaumverpflanzungen durchführen?

Hier die vollständige Anfrage der Fraktion FL/FF: Großbaumverpflanzungen 16. 01. 2018

Und hier die Antwort der Verwaltung, namentlich von Baubürgermeister Martin Haag, vom 12.03.2018:  2018_03_12_Ab_GuT_FL_FF__Grossbaumverpflanzung




Dem Insektensterben entgegenwirken

Pressemitteilung vom 27. Dezember 2017
Insektensterben: Fraktion FL/FF unterstützt den Vorstoß des LNV

 Am 17.12.2017 erhielten die Gemeinderatsfraktionen ein Schreiben des Landesnaturschutzverbandes (LNV) Baden-Württemberg. Darin werden viele detaillierte Vorschläge gemacht, die dem Insektensterben auf Freiburger Gemarkung entgegenwirken und zu einer Verbesserung der Biodiversität beitragen können.

Unter anderem sollten als Ausgleich von Baumfällungen, wie sie kürzlich beim Neubau der Volksbank zum Entsetzen der Freiburger Bürgerschaft durchgeführt wurden, blütentragende Bäume neu gepflanzt werden (z.B. Winterlinden). Bei unvermeidlichen Neubauten und Neubebauungen soll die Grünplanung stärker an Naturschutzzielen ausgerichtet werden. Zu verpachtende kommunale landwirtschaftliche Nutzflächen sollten an ökologisch wirtschaftende Betriebe vergeben werden, da gut belegt ist, dass der ökologische Landbau erheblich zum Ressourcenschutz beiträgt.

Auch wird in dem Schreiben auf vermeidbare Fehler hingewiesen, die in der Vergangenheit gemacht wurden, z.B. bei der Neubebauung des Güterbahnareals (unnötige Flächenversiegelung, keine Fassadenbegrünung, Verkehrsinseln mit Steinen, fremdländische Pflanzenarten). Solche Fehler sollten in Zukunft vermieden werden bzw. könnten mit einfachen Maßnahmen rückgängig gemacht werden.

Die Faktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert/Für Freiburg (FL/FF) tritt für eine umweltschonende Landwirtschaft, für den Erhalt von Grünflächen, Wald- und Naherholungsgebieten und gegen eine zügellose Nachverdichtung/Flächenversiegelung ein. Würde in Freiburg mehr auf diese Aspekte eingegangen werden, wäre dies ein wichtiger Beitrag, um etwas gegen das Insektensterben und für die Artenvielfalt zu tun. Auch die vom Landesnaturschutzverband gemachten Vorschläge sind solche Mosaiksteine, weshalb FL/FF über dessen Vorstoß erfreut ist und diesen vollumfänglich unterstützt.

Insekten benötigen Blütenvielfalt in den privaten und öffentlichen Gärten der Stadt…

…sowie auf möglichst vielen Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Plätzen! (Fotos: M. Managò)




Zur Verantwortung für den Kahlschlag vor der Volksbank

Groß ist die Empörung in der ganzen Stadt und darüber hinaus über den Kahlschlag, den die Volksbank (mit Genehmigung der Stadtverwaltung) an fast 50, größtenteils gesunden, teilweise geschützten Bäumen an der Bismarck-Allee, gegenüber vom Hauptbahnhof, durchführen lässt. Viele wütende Leserbriefe in der Badischen Zeitung (BZ) zeugen von dem Unverständnis, das die Bürger für diese Aktion haben.

Die Volksbank selbst wird da an ihre Verantwortung erinnert. Will Sie bei den Freiburgern wirklich ihren Ruf derart aufs Spiel setzen? In den Leserbriefen ist von „der Macht des Geldes“ die Rede, ja sogar von der „Möglichkeit, seine Konten bei dieser Bank zu kündigen“ . Auch erschließt sich einem Leser das Motto der Bank „Wir machen den Weg frei“ heute ganz neu. Und ein anderer Leser fragt sich: „Ist da igendjemand nicht ganz bei Trost?“

Aber auch die Stadtverwaltung und der OB werden an ihre Verantwortung erinnert. „Dass die Stadt auch noch mitspielt“ und beschönigend von „Stilllegungen“ spricht empört eine andere Leserin.  Und dem OB sowie den Freiburger Grünen wird vorgeworfen,  in Sonntagsreden den Klimaschutz zu beschwören, in der Praxis aber immer wieder das Gegenteil davon zu tun. Sie werden für den Kalschlag „mitverantwortlich“ gemacht.

Ein Leserbrief bringt das alles auf den Punkt, den wir hier deshalb gerne vollständig widergeben möchten:

Leserbrief in der BZ vom 22.11.2017




Kahlschlag vor der Volksbank am Hauptbahnhof

Am Freitagmorgen (10.11.2017) beim Frühstück schreckte uns alle ein (erstaunlich kritischer) BZ-Artikel auf: Fast 50 Bäume sollen in den nächsten zwei Wochen bei der Volksbank am Hauptbahnhof gefällt werden. Siehe: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/fuer-die-neue-volksbank-sollen-47-baeume-fallen–144788925.html. Die Nachricht hat nicht nur bei der Freiburger Bevölkerung für Entsetzen gesorgt, sie scheint auch die Stadträte im Bauausschuss des Gemeinderats aufgeschreckt zu haben.

Unser Vorstandsmitglied Ulrich Glaubitz hat dazu einen Appell geschrieben, den wir hier gerne veröffentlichen möchten:

„Schreiten Sie ein, Herr Salomon, stoppen Sie endlich das ignorante Absägen von Stadtbäumen in Freiburg sonst sägen wir an Ihrem Stuhl. Spätestens am 22. April 2018… Abwahl ist möglich, Herr Oberbürgermeister!“

FL-Vorstandsmitglied Ulrich Glaubitz

So oder ähnlich müssten doch Tausende in Freiburg jetzt twittern. Zumindest wir von FL sollten das tun. Die allgemeine Trägheit darf nicht auf uns abfärben. Wir sollten jede Gelegenheit wahrnehmen, die Diskrepanz von grünem Anspruch und politischer Wirklichkeit anzuprangern, in der das politische Grün längst verwelkt ist. Freiburg leistet sich hochkarätige Fachleute für das Thema Nachhaltigkeit. Wenn aber ein Investor Platz braucht, damit die LKWs auf seine Baustelle fahren können, dann genehmigt die Verwaltung sogar das Fällen von eigentlich durch die Baumschutzverordnung geschützten Bäumen. Herr Uekermann sieht „keine andere Möglichkeit“. Die Verwaltung spürt natürlich auch den Widerspruch und entblödet sich nicht, zu versuchen, den Skandal durch die PR-Sprachregelung „Baumstillegungen“ zu verbrämen. Für wie blöde müssen die uns eigentlich halten?

Für ein Plakat würde sich das Thema gut eignen: Salomon hoch oben sitzend auf so einem XXL-Stuhl (so einem wie vor dem entspr. Möbelhaus), schaut uninteressiert in die Ferne der Freiburger Silhouette, die aber ständig durch umstürzende Bäume und bekannte Gebäude unterbrochen wird. Unten im Vordergrund sieht man das Wahlvolk, aus dessen Menge ein riesiges Kettensägenblatt der Marke „22.04.2018“ ragt, das schon bei der Hälfte eines Stuhlbeins angekommen ist.

Zwei zentrale Forderungen sollten mit dem Thema verknüpft werden:

1.)Wir brauchen dringend ein unabhängiges Gartenamt zum Schutz der städtischen grünen Natur. Wir haben zu oft zusehen müssen, wie Tiefbauer das Sagen haben und die grüne Natur den Kürzeren zieht.

2.) Die Baumschutzverordnung. Es müssen weitgehend die in der jetzigen Fassung enthaltenen Ausnahmen eliminiert werden. Wenn ein erhaltenswerter Baum von einem Sachverständigen als geschädigt und als Verkehrsrisiko bezeichnet wird, dann muss ein Zweitgutachten von einem unabhängigen Sachverständigen eingeholt werden. Vor dem Fällen müssen alle Alternativen sorgfältigst geprüft sein.“

Ulrich Glaubitz