Auf die Baumschutz-Satzung k├Ânnen die Anwohner nicht hoffen

Pressemitteilung vom 18. 01. 2021

Die mit Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler im Gemeinderat vertretene W├Ąhlervereinigung Freiburg Lebenswert (FL) unterst├╝tzt die Bem├╝hungen der neuen B├╝rgerinitiative in der Wiehre, um den Baumbestand in den Hinterg├Ąrten zwischen Sternwald- und N├Ągeleseestra├če zu erhalten. „Natur- und Umweltschutz als Belange des Gemeinwohls m├╝ssen Vorrang haben vor den Partikularinteressen von Investoren“, so Stadtrat Dr. Winkler in einer Presse-Erkl├Ąrung von FL am 15.01.2021.

Gleichzeitig weist FL darauf hin, dass die Freiburger Baumschutzsatzung dringend reformiert werden muss. Der aktuelle Konflikt zeigt ├╝berdeutlich, dass aufgrund der viel zu lockeren Ausnahmeregelungen im ┬ž6 der Satzung, deren Schutz-Zweck ein zahnloser Tiger ist, weil letztlich die Bauinteressen gegen├╝ber dem Naturschutz st├Ąrker gewichtet werden. FL wird den Fall zum Anlass nehmen, eine Novellierung der Baumschutzsatzung mit dem Ziel zu erarbeiten, den B├Ąumen gegen├╝ber den Bauinteressen Priorit├Ąt zu gew├Ąhren.

Im Hinblick auf die medizinische und psychische Gesundheit der Freiburger Stadtbev├Âlkerung kann ausreichend innerst├Ądtisches Gr├╝n, das gut ├╝ber die Stadt verteilt ist, erheblich dazu beitragen, Stress zu minimieren und psychische Erkrankungen zu verhindern. Urbanes Gr├╝n und auch gerade alte B├Ąume, leisten aufgrund ihrer M├Âglichkeit zum Temperaturausgleich, L├Ąrmd├Ąmpfung und Luftreinhaltung einen positiven Beitrag f├╝r die Gesundheit und das Wohlbefinden jedes Einzelnen und werten ganz nebenbei sogar das Wohnumfeld, also auch den Immobilienwert auf.

In stark versiegelten, dicht bebauten Bereichen entstehen im Sommer W├Ąrmeinseln, denn hier speichern Beton, Asphalt und Stein tags├╝ber die W├Ąrme und geben sie nachts ab. Ein Abk├╝hlen in der Nacht findet, mit den entsprechenden Folgen f├╝r die Gesundheit, nicht mehr statt. Der Erhalt der Freiburger Stadtb├Ąume und Gr├╝nfl├Ąchen wird uns Stadtbewohner aufgrund des Klimawandels und dem damit verbundenen Hitze- und Trockenstress der Pflanzen vor immer gr├Â├čeren gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen stellen. Dies und unsere Verantwortlichkeit zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen, verpflichtet die Stadtverwaltung, den Gemeinderat aber auch die gesamte Freiburger Bev├Âlkerung sich f├╝r den Erhalt von B├Ąumen und Gr├╝nfl├Ąchen einzusetzen.

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So gr├╝n sah der Platz der alten Synagoge einmal aus, bevor er u.a. mit den Stimmen der Gr├╝nen zugepflastert und in eine Steinw├╝ste verwandelt wurde. Daf├╝r wurden viele B├Ąume gef├Ąllt! (Foto: K.-H. Krawczyk)