Schlagwort-Archive: Bürgerbeteiligung

Die Macht des Geldes

„Versiegelte Flächen, Bauboom, Gewerbeflächen und Touristenattraktionen bei Umgehung von Umweltschutz, die Macht des Geldes und der Investoren, vollendete Tatsachen schaffen, der Glaube an Aufschwung und ewiges Wachstum, viele Versprechen der Politik, vorschnelle Entscheidungen „zugunsten von Arbeitsplätzen und Wohnraum“, angeblich immer alternativlos, mangelnde Bürgerbeteiligung, Entscheidungen an den Bürgern vorbei…“. All diese Stichworte enthält ein außerordentlich sehenswerter Film aus dem Jahr 1991 (!) über die Insel Rügen. Weiterlesen

„Bürgerbeteiligung sieht anders aus“

So urteilt die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine (AFB), die 18 Bürgervereine unter ihrem Dach vereint, kritisch über die Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung in Freiburg. “Man hat den Eindruck, dass man nur pro forma gehört wird.” so die Vorsitzende der AFB, Ingrid Winkler. Vor allem geht es um Angelegenheiten in den Bereichen Bauen und Verkehr. Die Bürgervereine würden hier oft “zu spät und zu schwammig” informiert. Weiterlesen

Der Bürgerentscheid zu Dietenbach kommt

Protest gegen Enteignung und für ein Bauverbot im Dietenbach (Foto: W. Deppert)

“Im nächsten Jahr wird in Freiburg ein Bürgerentscheid über den geplanten Stadtteil Dietenbach stattfinden. Das steht nun nach der Auszählung aller Unterschriftenlisten fest, die eine Initiative bis zum vergangenen Freitag in der Stadtverwaltung abgegeben hat. Nach Angaben des Amtes für Bürgerservice und  Informationsverarbeitung waren über 12.500 der abgegebenen Unterschriften gültig. (…) Somit ist die notwendige Zahl der Unterschriften erreicht.”

So der Wortlaut einer Pressemitteilung der Stadt Freiburg nach Abschluss der Überprüfung der Unterschriften vom 31. Oktober 2018. Und weiter heißt es dort zum Termin des Bürgerentscheids:

“Den Termin für den Bürgerentscheid beschließt der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. November. Die Landesgemeindeordnung legt in § 21 „Bürgerentscheid, Bürgerbegehren“ fest, dass der Bürgerentscheid innerhalb von vier Monaten nach der Entscheidung über die Zulässigkeit durchzuführen ist, es sei denn, die Vertrauenspersonen stimmen einer Verschiebung zu.”

Dass dieses Bürgerbegehren erfolgreich war und nun die Freiburger Wähler direkt darüber abstimmen können, ob der neue Stadtteil auf dem Dietenbachgelände gebaut wird oder nicht, ist das Verdienst des Aktionsbündnisses “Rettet Dietenbach”, an dem sich zahlreiche Umweltverbände und andere Gruppen beteiligt haben. Freiburg Lebenswert (FL) beteiligte sich bekanntlich nicht am Bündnis für das Bürgerbegehren, befürwortete aber, dass die Freiburger in einem Bürgerentscheid selbst darüber entscheiden können. Siehe dazu unsere Pressemitteilung vom 10.09.2018.

Dass erforderlichen Zahl der Unterschriften zustande gekommen sind, ist aber vor allem ein Verdienst der zahlreichen Helfer, die unermüdlich um Unterstützung gewoben haben. Darunter auch viele FL-Mitglieder, die (privat) dafür tätig waren. So besonders auch Ulrich Glaubitz, Vorstandsmitglied bei FL, der als eine von drei Vertrauenspersonen für das Bürgerbegehren auftrat und seine langjährige Erfahrung aus seiner Tätigkeit beim Verein “Mehr Demokratie” einbringen konnte.

 

 

Endspurt für das Bürgerbegehren

Ulrich Glaubitz im Interview bei Baden TV Süd (veröffentlicht am 08.10.2018).

Für das Bürgerbegehren, sprich: das Unterschriftensammeln für einen Bürgerentscheid über den geplanten Stadtteil Dietenbach, beginnt der Endspurt. “Während die Einen den gekürten Entwurf für das geplante Neubaugebiet feierten, sammelten die Anderen weitere Unterschriften gegen das Bauvorhaben”, so schreibt Baden TV Süd unter der Überschrift “Heftige Diskussionen um den neuen Stadtteil Dietenbach” im Begleittext zu einem knapp vierminütigen Bericht über das Bauvorhaben.

Ulrich Glaubitz, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens und – unabhängig davon – auch FL-Vorstandsmitglied, erläutert am Ende des Fernseh-Beitrags, worum es auch geht: “Wir wollen auch erreichen, dass bei einem Bürgerentscheid (…), die Debatte um das Thema Wohnraumversorgung für die Freiburger Bevölkerung intensiv geführt wird. So ein Großprojekt von so gigantischem Ausmaß wie zweimal Rieselfeld, ist etwas, das die Freiburger Bürger direkt entscheiden sollten – nach einer intensiven Debatte.”

Siehe: https://baden-tv-sued.com/entwurf-fur-neuen-stadtteil-dietenbach-steht/

Ein breites Aktionsbündnis (an dem sich FL zwar nicht beteiligt, es aber ausdrücklich unterstützt) hat das Bürgerbegehren zu Dietenbach gestartet. Um den Stadtteil Dietenbach verhindern zu können, muss das Aktionsbündnis bis zum 26. Oktober rund 12.000 Unterschriften sammeln; dann wäre ein Bürgerentscheid möglich. Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, das viel Unterstützung benötigt.

Wer etwas dafür tun möchte und das Bürgerbegehren unterstützen möchte, kann das am besten tun, indem er/sie Unterschriften sammelt. Dazu kann man von der Homepage des Aktions-Bündnisses (www.rettet-dietenbach.de) das Unterschriften-Formular herunterladen und/oder ausdrucken. Den direkten Link zum Formular finden Sie hier: https://rettet-dietenbach.de/wp-content/uploads/2018/09/Unterschriftenformular.pdf

Wenn man/Frau selbst unterschrieben hat, können dies auf dem Formular natürlich auch noch Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde, Bekannte etc. tun! Wichtig ist, dass jeder der unterschreibt seit mind. 3 Monaten in Freiburg (Stadtgebiet) gemeldet ist, EU-Bürger und älter als 16 Jahre ist. Und bitte jeder nur einmal unterschreiben!
Am Ende bitte das Formular senden an: Manfred Kröber, Postfach 190403, 79062 Freiburg i. Br.

Bei Rückfragen und für evtl. weitere Unterstützung bitte sich direkt beim Aktionsbündnis melden:

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Unterstützung des Bürgerentscheids

Pressemitteilung vom 10. September 2018

Die parteiunabhängige und basisdemokratische Wählervereinigung Freiburg Lebenswert (FL) unterstützt das Bürgerbegehren, das zum Ziel hat, bei einem Bürgerentscheid eine Mehrheit herbeizuführen, um den am 24.7.2018 gefassten Gemeinderatsbeschluss zum geplanten Stadtteil im Dietenbach aufzuheben. Das Bürgerbegehren wird derzeit von einem breit aufgestellten “RegioBündnis Pro Landwirtschaft, Natur & ökosoziales Wohnen” vorbereitet.

Mitglieder dieses Bündnisses sind: AbL Arbeitsgem. bäuerliche Landwirtschaft B-W. e.V., AGUS Arbeitsgem. Umweltschutz Markgräflerland eV, AK Wasser im BBU e.V., Antiatomgruppe Freiburg, BLHV OV Freiburg-St. Georgen, BLHV OV Freiburg-Tuniberg, BUND OV Freiburg, BI Pro Landwirtschaft und Wald in Freiburg-Dietenbach & Regio, ECOtrinova e.V., GartenLeben Freiburg, Klimabündnis Freiburg, Lernort Kunzenhof e.V., NABU Freiburg e.V., NABU Gruppe Dreisamtal e.V., Plan B e.V., Manfred Kröber und weitere Privatpersonen.

Schon allein aufgrund seines basisdemokratischen Selbstverständnisses, seiner programmatischen Forderungen nach Bürgerbeteiligung und aufgrund seines grundsätzlichen Eintretens für direkte Demokratie, unterstützt FL einen Bürgerentscheid zum Thema Dietenbach.

Die Argumente und Bedenken, die gegen den geplanten Stadtteil auf dem Dietenbachgelände sprechen, sind bekannt: Es sind dies z. B. die angestrebten Enteignungen der Landwirte, deren Existenz dadurch bedroht wird, die erheblichen Eingriffe in Natur und Ökologie, das Zubauen der zentralen Luftschneise mit Auswirkungen auf das Freiburger Klima und manches mehr. Vor allem aber ist das Argument hervorzuheben, dass angesichts der enormen Kosten durch die erforderlichen Aufschüttung des gesamten Geländes (um bis zu 3 m Erdreich!) wegen Hochwassergefahr, der Verlegung der Hochspannungsleitungen oder durch die (6 m hohen!) Schallschutzmauern zur geplanten Autobahn (die quer durch Freiburg führen wird und schon jetzt die Randbebauung des Rieselfeldes beschallt), kaum „bezahlbarer Wohnraum“ auf dem Gelände entstehen kann.

Das Dietenbachgelände wird durch die erforderlichen Maßnahmen VIEL ZU TEUER werden, um den benötigten, sogenannten „bezahlbaren Wohnraum“ zu ermöglichen. FL ist für bezahlbaren Wohnraum, aber es ist ein Irrglaube, dass durch die Bebauung von Dietenbach mehr „bezahlbarer Wohnraum“ entstehen würde. Die Gemeindeträte der Fraktion FL/FF waren die einzigen, die auf die Missstände aufmerksam gemacht hatten und sich aus diesen Gründen in der Gemeinderatssitzung am 24.7.2018 gegen den neuen Stadtteil ausgesprochen hatten.

Siehe dazu auch: https://freiburg-lebenswert.de/dietenbach-wird-den-zuzug-nach-freiburg-noch-verstaerken/ sowie: https://freiburg-lebenswert.de/gruene-enteignung-statt-erhalt-der-oekologie/ und

https://freiburg-lebenswert.de/quo-vadis-freiburg/ Weiterlesen

Aktionsbündnis will Bürgerentscheid zu Dietenbach

Pressekonferenz der “Aktion Bürgerentscheid Rettet Dietenbach” am 10.09.2018 (Foto: M. Managò)

Am gestrigen Montag, dem 9. September 2018 veranstaltete das “Aktionsbündnis rettet Dietenbach” eine Pressekonferenz,  in der sie begründete, warum sie einen Bürgerentscheid zu der Frage anstrebt: “Soll das Dietenbachgebiet unbebaut bleiben?” Ulrich Glaubitz, sprach für den Verein “Mehr Demokratie!”, der sich an dem Bündnis zwar nicht beteiligt, dieses aber berät. Er betonte, dass der Bürgerentscheid – im Gegensatz zu den vielen anderen Formen der “Bürgerbeteiligung” – ein verbindliches Instrument der Demokratie ist.

Das Bündnis sei sehr zuversichtlich, die mindestens rund 12.000 Original-Unterschriften bis zum 26. Oktober 2018 zusammen zu bekommen, um ein Bürgerbegehren. Die drei verantwortlichen Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens gemäß § 21 (§) der baden-württembergischen Gemeindeordnung sind Manfred Kröber (Mitglied der “Grünen” und OB-Kandidat im 1. Wahlgang), Ralf Schmidt (vom RegioBündnis in dem eine Vielzahl von Organisationen und Vereine organisiert sind) und Ulrich Glaubitz (örtlicher Vorsitzender des Vereins “Mehr Demokratie”, der hier aber als Privatperson agiert).

Freiburg Lebenswert (FL) ist nicht Teil des Bündnisses, unterstützt aber grundsätzlich das Bürgerbegehren und den Bürgerentscheid zum Thema Dietenbach. Siehe dazu die Presseerklärung von FL.

Stichwortartig zählte Manfred Kröber die Nachteile auf, die aus Sicht des Bündnisses gegen die Bebauung des Dietenbachgeländes sprechen:

  • Das Verschwinden des ökologisch wichtigen Lebensraums und des grünen Naherholungsgebieten bei viel zu wenig Ausgleichsflächen,
  • das Verdrängen der regionalen Landwirtschaft, die regionale Lebensmittel erzeugt,
  • das Zubauen der Frischluftschneise, die im Fünffingerplan ausgewiesen ist sowie
  • die gestiegenen Baukosten, die kaum bezahlbaren Wohnraum und auch nicht die geforderten 50% ermöglichen werden.
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    Anfrage zur Abstimmungsanlage im neuen Ratssaal

    Den folgenden, von FL/FF mit-initiierten interfraktioneller Antrag (nach § 34 Abs. 4 GemO zur Tagesordnung des Hauptausschusses) zum Thema  Abstimmungsanlage im neuen Ratssaal und Weiterentwicklung des Rats- und Bürgerinformationssystems an den Oberbürgermeister, möchten wir hier dokumentieren und zur Kenntnis geben:

    “Im Zuge der Sanierung des Neuen Ratssaals wurde eine Abstimmungsanlage eingebaut. Damit ist es prinzipiell möglich, künftig Abstimmungsergebnisse nicht nur in der Sitzung visuell darzustellen, sondern auch z.B. im Rahmen des Rats- und Bürgerinformationssystems langfristig zur Verfügung zu stellen. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, im Hauptausschuss über die Weiterentwicklung des Rats- und Bürgerinformationssystems (RIS) zu diskutieren. Im Rahmen einer Drucksache sollten insbesondere folgende Fragen bzgl. der Abstimmungsanlage bzw. des Rats- und Bürgerinformationssystems beantwortet werden:

    1.   Die Antwort der Verwaltung vom 16.4.2018 auf eine entsprechende Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 12.3.2018 hat deutliche Mängel der gewählten technischen Lösung offenbart. Dazu gehört, dass keine maschinenlesbaren Daten generiert werden und keine Schnittstelle ins RIS und andere Plattformen bestehen, auf denen die Stadt Freiburg offene Daten anbietet. Ist geplant, diese Mängel zu beheben und welcher Zeithorizont ist hier vorgesehen? Wenn ja, welcher zusätzliche Aufwand entsteht hierdurch? Besteht bezüglich der hierzu nötigen Weiterentwicklung der entsprechenden Systeme Kontakt zu anderen Städten mit ähnlicher Problemlage?

    2.   Die Fraktionen Junges Freiburg/Die Grünen und SPD hatten zur Drucksache G-14/005 beantragt, dass das Rats- und Bürgerinformationssystem fortentwickelt wird. Viele der Anregungen wurden zwischenzeitlich umgesetzt, so auch die Berücksichtigung von Anfragen im RIS. Bislang sind diese nur den Gemeinderät*innen zugänglich, leider aber nicht der interessierten Öffentlichkeit. Ist geplant – wie seinerzeit von Junges Freiburg/Die Grünen und SPD intendiert – diese Funktion auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen? Welche weiteren Verbesserungen plant die Stadtverwaltung bezgl. des RIS?

    Begründung:

    Das Rats- und Bürgerinformationssystem ist die zentrale Dokumentation der Arbeit des Gemeinderats als Gremium, aber auch der Arbeit einzelner Stadträt*innen und Fraktionen. Es ist daher ein hervorragendes Instrument der Recherche für die interessierte Öffentlichkeit. Es ist somit wünschenswert, dass die politische Arbeit möglichst umfänglich dokumentiert wird. Hierzu gehören auch die Anfragen der Fraktionen und das Abstimmungsverhalten. Die Bürgerschaft fordert zu Recht hier möglichst umfangreiche Transparenz politischen Handelns ein. Es ist darüber hinaus wünschenswert, wenn die Daten in einem Format vorliegen, dass möglichst unkomplizierte Weiterverarbeitung ermöglicht.

    Eine möglichst automatisierte und medienbruchfreie Verknüpfung von Abstimmungsanlage und Rats- und Bürgerinformationssystem vermindert mögliche Übertragungsfehler und bindet nicht unnötigerweise Personalressourcen im Ratsbüro.”

    Straßenumbenennungen ohne echte Bürgerbeteiligung

    Auch der Name des Pathologen Ludwig Aschoff (1866-1942) steht auf der Liste der Kommission (Foto: M. Managò)

    Pressemitteilung der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) vom 24. Mai 2018

    Im Vorfeld einer Straßenumbenennung werden zum Einen eine Bürgeranhörung durchgeführt und zum Andern eine schriftliche Stellungnahme der betroffenen Anwohner eingeholt. Bei den letzten drei Umbenennungen waren von diesen schriftlichen Rückmeldungen 73% in der Hegarstraße für die Beibehaltung des Straßennamens, in der Rennerstraße 77% und in der Lexerstraße 94%! In der Bürgeranhörung sprach sich ebenfalls jeweils eine Mehrheit gegen eine Umbenennung aus.

    In allen drei Fällen wurde die Beibehaltung des Namens von der Verwaltung abgelehnt mit der Unisono-Begründung „willkürliche Neueinordnungen einzelner Straßennamensgeber würden auch die Kategorisierung aller anderen Namensgeber und damit die gesamte Systematik der Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßennamen grundsätzlich in Frage stellen.“ Bitte? Da opfern die Anwohner wertvolle Lebenszeit in einer Bürgeranhörung und bei der schriftlichen Ausarbeitung einer Stellungnahme und dann wird ihnen lapidar mitgeteilt, dass bei der von ihnen gewünschten Beibehaltung des Straßennamens die Bewertungen einer Kommission nicht berücksichtigt seien? Und deshalb müsse die Umbenennung sein?

    Soviel naive Offenheit seitens der Verwaltung macht sprachlos. Es war also von vornherein überhaupt nicht vorgesehen, auf die Anwohnerwünsche einzugehen. Und der Gemeinderat macht in seiner Mehrheit dieses Spielchen mit und stimmt für die Umbenennungen! FL/FF-Stadtrat Wolf-Dieter Winkler: „Wir Stadträte sind doch nicht gewählt worden, um die Wünsche irgendeiner Kommission umzusetzen, sondern die der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt! Natürlich muss man die Bewertungen dieser Kommission in die Überlegungen einbeziehen. Wenn aber deren Argumente bei den Betroffenen nicht verfangen, dann sind doch die Wünsche der Betroffenen höher zu bewerten!“

    Es ist völlig klar: Dasselbe wird auch bei künftigen Straßenumbenennungen passieren. Man hört die Anwohner, lässt sich die Argumente schriftlich geben und entscheidet sich dann für die Umbenennung. Das Ganze ist eine Farce!

    Straßennamen sind für die Bürgerschaft in erster Linie Ortsbezeichnungen, auch wenn sie bei der Verleihung „Ehrbezeigungen“ waren. Wenn nun, wie von den Anwohnern gewünscht, nur erklärende Zusatzinformationen den Straßenschildern beigefügt werden, die auch die negativen Seiten des so Geehrten darlegen, dann ist das nur mehr eingeschränkt eine Ehrbezeigung. Es hätte durchaus auch den Charakter eines „An den Pranger stellen“ und sollte daher ausreichend sein. Umbenennungen lehnen wir ab!

     

    “Engagierte Bürger in den Gemeinderat”

    Wahlkampfplakat zur Kommunalwahl 2014

    Unter diesem Motto trat Freiburg Lebenswert (FL) vor vier Jahren bei der Kommunalwahl als freie Wählerliste an und errang im Mai 2014 gleich drei Sitze im Gemeinderat von Freiburg. Die Badische Zeitung (BZ) widmete dem Thema nun eine ganze Seite und hat unser FL-Vorstandsmitglied Dr. Kerstin Langosch dazu befragt. Sie war von Anfang an mit dabei, hat FL mit-gegründet und -aufgebaut.

    Siehe den Artikel in der BZ unter der Überschrift “Als der Bürgerprotest in den Gemeinderat einzog“: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/als-der-buergerprotest-in-den-gemeinderat-einzog–147703443.html

    Entstanden ist FL 2013 aus dem Engagement der Bürgervereine und Bürgerinitativen in Freiburg. Den Bürgerinitiativen sei aber häufig der Vorwurf gemacht worden , dass sie sich nur gegen ein Bauprojekt engagierten, weil sie selbst als Anwohner betroffen waren, so die BZ. “Wir wollten mit dem Zusammenschluss weg von den Einzelprojekten und stattdessen die Probleme generell angehen”, sagt Kerstin Langosch. Denn “bauen auf Teufel komm raus”, das könne nicht die Lösung für Freiburg sein, meint sie. Für eine nachhaltigere Stadtentwicklung kämpften nun der Verein Freiburg Lebenswert und die Gemeinderatsfraktion, sagt sie. Im Grunde habe sich also nur die Form des Einmischens verändert, so Langosch: Das Grundanliegen sei jedoch nach wie vor das gleiche.

    “Das ist urdemokratisch” meint in Bezug auf das Engagement von Bürgerinitiativen und Bürgerbewegungen der Soziologe Jan-Hendrik Kamlage in einem Interview in der BZ. Er hält Bürgerinitiativen “für eine Antwort auf Politik, die zu wenig auf die Menschen hört” und erteilt Nimby-Vorwürfen eine klare Absage: “Das Bild des Nimbys ist meines Erachtens nicht tragfähig. Denn nur wenn Bürgerinitiativen relevante Interessen vertreten, wird der Protest auch wahrgenommen und wirksam. Eine reine Verhinderungsstrategie ohne gesellschaftliche Bedeutung kann auf Dauer keinen echten politischen Widerstand erzeugen. Das Bild des Nimbys wird oft benutzt, um die Gegenseite zu diskreditieren.
    (…) Dieses Bild ist hinten und vorne nicht stimmig. Bürgerinitiativen stellen politische oder administrative Handlungen infrage und fordern Begründungen für politisches Handeln ein. Das ist urdemokratisches Vorgehen.”

    Siehe dazu: http://www.badische-zeitung.de/das-ist-urdemokratisch

    Siehe auch:

    https://freiburg-lebenswert.de/verein/wer-sind-wir/ Weiterlesen

    FL/FF setzt Akzente beim Beteiligungshaushalt

    Vom 9.1.2017 bis zum 6.2.2017 war die Online-Plattform für das Beteiligungsverfahren der Freiburger Bürger zum Doppelhaushalt 2017/2018 freigeschaltet. In dieser Zeit haben sich 4.929 Nutzer/innen angemeldet, wurden 403 Vorschläge, 26.990 Bewertungen und 2.562 Kommentare abgegeben. Wenn man Bürgerbeteiligung und die Anliegen der Bürger, Gruppen oder Vereine ernst nimmt, so gilt es, deren Vorschläge und Kommentare zu sichten, sich im Einzelnen auch erklären zu lassen, zu prüfen, zu formulieren und in den Haushalt aufzunehmen.

    FL/FF hat insgesamt 46 Anträge, vor allem aus dem kulturellen und sozialen Bereich, aufgenommen, aber auch im Baubereich sollen Akzente gesetzt werden.

    Hier eine Auswahl der von FL/FF eingereichten Anträge, die auch im Online-Forum genannt wurden:

    Antragsteller Unterstützer
    Online-Forum
    AMICA 160
    Autismus-Beratungsstelle 125
    Bahnhofsmissionen 66
    Bewegungs-Art 203
    Eine Welt Forum 286
    Jugend Pro Arte 191
    Kinderabenteuerhof 178
    Kommunale Filmförderung 94
    Kunzenhof 133
    Schwere(s)los 52
    Slow Club 192
    Stadtbau, Eigenkapitalerhöhung 44
    Tritta e.V. 189
    Wendepunkt 280
    Westbad-Freibecken 403
    Wildwasser 230

    Die 46 Zuschussempfänger sollen in 2017 1,30 Mio. € und in 2018 1,46 Mio. € zusätzlich bekommen, und für das Freibecken im Westbad soll eine Planungsrate von 200.000 € eingestellt werden. Die Freiburger Stadtbau soll künftig jährlich mit 5 Mio. € bedacht werden, um ihrem Auftrag nach Schaffung bezahlbaren Wohnraums gerecht werden zu können.

    Es ist uns ein großes Anliegen, die wertvolle Arbeit solcher Institutionen und Initiativen zu unterstützen. Bürgerschaftliches Engagement braucht kommunale Förderung. Weiterlesen

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