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Zur neuen Diskussion um den Flugplatz

Im Gemeinderat wurden am 4. Februar 2020 die Themen Beteiligungsbericht (Drucksache G-20/020) sowie die 1. Nachhaltigkeitsberichterstattung städtischer Beteiligungen (Drucksache G-20/001) behandelt. In dem Zusammenhang hat Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) im Gemeinderat folgende Rede gehalten. Er ging dabei auf die neu entstandenen Diskussionen um den Flugplatz ein, die aufgrund eines Antrags entstanden sind, den die Fraktionen der Grünen, JUPI und „Eine Stadt für alle“ eingebracht hatten: Weiterlesen

Die Entscheidung ist gefallen, aber die Probleme bleiben

Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL)

Trotz der mehrheitlichen Entscheidung im Gemeinderat am 24.07.2018 zum “Stadion-Neubau am Wolfswinkel” bleiben die vielen Probleme bestehen, die von den Kritikern angesprochen wurden. Sie können nun wohl nur noch vor Gericht endgültig entschieden werden.  Im Gemeinderat hat FL-Stadträtin Gerlinde Schrempp zum Thema Stadion-Neubau (Drucksachen G-18/112 und G-18/162 bis G-18/139) folgende Rede gehalten:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte,

ein Stadion wird geplant für mindestens 70 Jahre. Die ersten Tribünen des Schwarzwaldstadions wurden Anfang der 50er Jahre übrigens unter tatkräftiger Mithilfe der Familie Schrempp erbaut.  Gar keine Frage, dass der SC ein neues Stadion braucht, meine Fraktion ist keineswegs ein Gegner eines neuen Stadions, wir sind Standortgegner. Ich habe in zahlreichen Reden immer wieder gesagt, dass mit dem Standort Wolfswinkel das Problem Verkehrschaos, Dreck, Lärm usw. von der einen Seite der Stadt auf die andere Seite, nämlich den Westen, verlagert wird.

Für die angrenzenden Stadtteile, vor allem natürlich den Mooswald bedeutet das nichts anderes als 70 Jahre Lärm, Verkehrsprobleme, Einschränkungen insofern, dass die eigene Straße an Spiel- oder Eventtagen nicht anfahrbar sein wird, so wie dies in den vergangenen Tagen bei den Großkonzerten auf dem Messegelände schon der Fall  war. Den anfallenden Dreck und Abfall kennt jeder vom Schwarzwaldstadion. Das Naherholungsgebiet Wolfsbuck wird massiv eingeschränkt. Der Durchgangsverkehr auf der Westrandstraße ist bereits heute ein Problem, täglich sind mehrfach stop-and-go-Situationen zu beobachten, aber wie sagte der Verkehrsgutachter so entlarvend  im Dialogverfahren: „Staus sind kein Verkehr, deshalb werden sie nicht berücksichtigt.“  Die geplante Querstraße entlang des Stadiongeländes von der Paduaallee zur Madisonallee soll eine Entlastung darstellen für den heutigen Verkehr. Es ist eine Straße vom Nichts ins Nirgendwo, man verschiebt hier die Verstopfung einfach nur eine Straße weiter auf die Berliner Allee.

Mit dieser Erschließungsstraße müssen Sie den ehemaligen Müllberg Wolfsbuck angraben, Sie alle wissen, dass dieses Angraben absolut nicht kalkulierbare Kosten nach sich ziehen wird. Einen Vorgeschmack auf die Kostensteigerungen gerade der Infrastrukturmaßnahmen konnte Sie ja heute der BZ entnehmen. Ich erinnere aber an das Versprechen des früheren EMB Neideck, dass bei 38 Mio. für die Stadt Schluss sei. Aber was geht ihn das Geschwätz von gestern an. 

Die anfangs hochgelobten Synergieeffekte, die die Grundlage für den hohen zweistelligen Millionenzuschuss des Landes waren, sind nicht mehr vorhanden, keine gemeinsame Mensa von Universität und Stadion, die Parkplätze werden von der Universität  überhaupt nicht gebraucht, sie werden schon heute teilweise vermietet. Konsequenzen  zu diesen Veränderungen vom Land: Fehlanzeige! Dafür tritt die FWTM in die Lücke, und wieder zahlt der Freiburger Bürger.

Die klimatologische Folge der Bebauung ist die Erwärmung, das  bedeutet eine massive gesundheitliche Beeinträchtigung vor allem natürlich der Mooswald-Bewohner. Was eine solche zu erwartende Erwärmung gerade für ältere oder kranke Menschen für Folgen hat,  kann man in jedem Fachartikel, vor allem nach dem Hitzesommer 2003, nachlesen.

Die Flugsicherheit ist massiv gefährdet. Mussvorgaben für den Luftverkehr werden nicht eingehalten: So wird die Sicht des Piloten in der Platzrunde auf die Landebahn durch den Stadionbaukörper eingeschränkt sein, der Flugleiter kann zeitweise das Luftfahrzeug nicht sehen. Der Vorschlag des Gutachters Fricke, GfL,  dieses Problem zu beseitigen, ist, die Platzrunde von derzeit 1800 ft auf 3500 ft zu erhöhen. Das ist ein so unglaublicher Unsinn, denn weltweit ist die Platzrunde auf 1000 ft über Grund festgelegt.  Der Flugplatz Freiburg liegt ca. 800 ft über NN, dazu kommen die 1000 ft Platzrundenhöhe, das bedeutet eine Platzrundenhöhe von 1800 ft in Freiburg. Und so eine schwierige Rechnung – es geht um eine Grundrechenart – kann GfL nicht leisten. Oder doch ? Ich glaube schon, aber sie beweisen mit diesem Vorschlag, dass sie keine Ahnung von Luftverkehr und seinen Regeln haben.

Im Gutachten fehlt vollständig das Landerisiko, wie es in Freiburg besteht. Aufgrund schon heute bestehender schwieriger Verhältnisse aufgrund des Wolfsbucks, mit dem aber in Freiburg ausgebildete Piloten kein Problem haben, denn sie weichen den Verwirbelungen durch eine sogenannte „lange Landung“ aus, auch die meisten fremden Piloten verfahren so. Eine gefahrlose lange Landung ist aber nicht mehr möglich, wenn der Stadionkörper in Verlängerung des Wolfsbucks durch seine Ecken und Kanten noch schlimmere Verwirbelungen erzeugt. Das beschreibt die GfL mit keinem Wort, denn es fehlen entsprechende Angaben zu solchen Landevorgängen in 0 bis 10/15 Meter über Grund.

Zweiter Fehler im Gutachten: Eine massive Gefährdung der Besucher des Stadions würde durch den Vorschlag der GfL bestehen, in Ausnahmen während des Spiels in Richtung 16 zu starten. 16 bedeutet Richtung Bedarfshaltestelle, also Richtung Stadt, wo Hunderte Menschen zum Stadion laufen.

Ich habe Dutzende Anrufe bekommen und Gespräche geführt, in denen mich Piloten aus verschiedenen europäischen Ländern daraufhin angesprochen haben, ob dieser Vorschlag tatsächlich in einem Flugsicherheitsgutachten stünde. Meine Antwort dazu war natürlich „Ja, und dafür gab die Stadt Freiburg sogar 85.000 € aus“. Über diese Ausgabe werden wir an anderer Stelle zu sprechen haben.

Kein den Standort befürwortendes Mitglied des Gemeinderates hat jemals einen Sachkundigen, die es ja hier im Gemeinderat gibt, zu diesem Unsinn befragt, obwohl ich Sie oft genug darauf hingewiesen habe. .

Ich nannte diese Vorschläge der GfL mehrfach öffentlich „Bockmist“ und dass GfL damit nachgewiesen habe, dass sie von Flugsicherheit keine Ahnung hätten. Ich bin sicher, dass ich mit Klagen zu rechnen hätte, wenn diese Aussage unzutreffend wäre, aber – seien Sie alle versichert – das habe ich nicht zu befürchten!

Unfälle wegen Verwirbelungen gab und gibt es, ich erinnere an den dramatischen Unfall vor wenigen Monaten in Spanien, bei dem zwei Freiburger zu Tode kamen, sie waren aus geringster Höhe abgestürzt. Auch zu diesem schlimmen Vorfall hat bei uns niemand nachgefragt, deshalb muss ich davon ausgehen, dass mögliche künftige Unfälle aufgrund der durch den Baukörper entstehenden Leewindverwirbelungen nicht in Betracht gezogen werden, die Verwaltung und die befürwortenden Gemeinderäte verstecken sich hinter der GfL.

Aber das geht nicht, Sie wurden auf die Gefahren aufmerksam gemacht, das wird Ihnen allen in schriftlicher Form zugänglich sein, deshalb hier mein Antrag, dass meine Ausführungen hier als Redeprotokoll jedem zugänglich sein müssen.

Nun zu den Einwendungen:

Hinter sehr vielen Einwendungen konnten Sie lesen „Der Einwendung wird nicht gefolgt“ oder „Dem Hinweis wird nicht gefolgt“ bis zu „Der Hinweis ist unzutreffend“.

Ich führe hier beispielhaft drei Einwendungen von Rettungseinheiten auf:

  • Notfalleinsätze im Sperrgebiet Stadion: Seitens der Stadt findet sich hierzu keine Aussage zu der eingewendeten Fragestellung. Bemerkenswert !
  • Dem Hinweis auf das fehlerhafte Gutachten zur Anpassung des Sicherheitsstreifens wird seitens der Stadt Freiburg gefolgt, aber dennoch nur auf die trotzdem bereits vorhandenen Plangenehmigungen zur Anpassung des Sicherheitsstreifens verwiesen. Damit wird ein fehlerhaftes Gutachten zwar eingestanden, aber es hat keine Konsequenzen.
  • Die genannten vorbereitenden Arbeiten zur Erschließung vor Planreife sind bereits trotz Einwendungen und ausstehender Genehmigung des Bebauungsplans seit Monaten im Gange.
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    Die Vorteile der „Spiegellösung“

    Vortrag von Dr. M. Bender zur “Spiegellösung” (Foto: M. Managò)

    Am Dienstag, den 17. Juli 2018 um 19.00 Uhr fand im KG 1 der Universität die Veranstaltung der Fraktionsgemeinschaft FL/FF zur „Spiegellösung für das geplante SC-Stadion“ statt. Rechtsanwalt Dr. Michael Bender referierte ausführlich und sachlich über alle Fakten und Vorteile, die die „Spiegellösung“ nach Meinung der BI Pro Flugplatz, die er als Anwalt vertritt, bieten würde. Sie könnte zur Befriedung der Situation am Flugplatz sowie zur Lösung der Probleme des Stadion-Standorts beitragen. Die alternative Lösung wird seiner Meinung nach von der Verwaltung jedoch leider nicht ernsthaft und gleichberechtigt geprüft, sondern voreingenommen abgelehnt.

    Legenden, um den Standortgegnern zu schaden

    Vor etwa 150 Zuhörern räumte Bender mit drei Legenden auf, die immer wieder ins Feld geführt werden, so aber absolut nicht stimmen:

    • Die Gegner der Verwaltungsplanung seien Gegner des Stadions selbst. Dem ist nicht so. Im Gegenteil will die Bi (mit Unterstützung von FL/FF) nur für die eindeutig bessere, die bestehenden Probleme beseitigende Version plädieren.
    • Die Gegner der Verwaltungsplanung wollten den Bürgerentscheid nicht akzeptieren. Auch dies ist nicht richtig, denn der Bürgerentscheid sagt nichts über den konkreten Standort im Detail aus (er dürfte das rechtlich auch gar nicht). Und schließlich
    • Die Stadt habe in ihrer „systematischen Standortsuche“ alle möglichen Standorte gleichberechtigt geprüft. Auch dies ist, nach Meinung von Michael Bender, nicht der Fall gewesen. Im Gegenteil habe sich die Verwaltung früh und einseitig auf den Wolfswinkel festgelegt und auf diesen Standort gesetzt.

    Gravierende Probleme nicht ausreichend geprüftt

    Bender zählte dann die gravierenden Probleme des, von der Stadtverwaltung favorisierten, Standorts im Wolfswinkel auf, die teilweise auch in Gutachten bestätigt wurden. Es sind dies vor allem:

    • Die unzumutbare Lärmbelästigung für die Anwohner im Mooswald: Dazu liegen Lärmgutachten vor. Die Stadt antwortete kurzerhand mit einer Umwidmung des Stadtteils, was dem Standort in Bezug auf dieses Kriterium (zunächst) Zeit verschaffte.
    • Die Luftverwirbelungen durch den Stadion-Körper an dieser Stelle: Im Grunde seien in den Fluggutachten die Gefahren nie richtig ermittelt worden, weshalb das Regierungspräsidium die Genehmigung für das Stadion zunächst auch nicht erteilen wollte. Erst politischer Druck hat dafür gesorgt, diese Bedenken nicht weiter zu beachten.
    • Der Eingriff in den Wolfsbuck müsste mit der Spiegellösung nicht vorgenommen werden. Da es sich um einen ehem. Abfallberg handelt, kann dieser Eingriff hohe Risiken beinhalten und hohe Entsorgungskosten verursachen.
    • Ein großes Problem ist die Bedarfs-Haltestelle der Straßenbahn direkt vor der Landebahn der Flugzeuge. Dieser kostenintensive, risikobehaftete und mit langen Betriebsbeschränkungen für den Flugbetrieb verbundene Standort für die Haltestelle wäre bei der Spiegellösung nicht nötig, die ohnehin für die Messe geplante Haltestelle am Ende, bei der Wendeschleife würde genügen.
    • Und schließlich würden die Erschütterungen durch die Straßenbahn für die elektronischen Geräte der Universität mit Wegfall der Bahnstation minimiert.

    Ein Riskantes Verfahren

    Bender führte an, dass die immer wieder ins Feld geführten Faktoren „Zeit“ und „Kosten“ juristisch und stadtplanerisch bei der Beurteilung der Alternative „Spiegellösung“ nicht relevant sein dürften. Insgesamt fand das Verfahren, so Bender, aber auch nicht auf Augenhöhe statt. Es gab keinen Dialog und keine Beteiligung der betroffenen Flieger und Anwohner bei der Prüfung der vorgeschlagenen „Spiegellösung“. Diese Prüfung fand „im stillen Kämmerlein“, voreingenommen und mit „arrogantem Herrschaftswissen“ statt. Die Stadt habe außerdem bei der Prüfung Probleme herbeigeredet, die erst durch die von ihr vorgenommenen Nachbesserungen entstanden sind. Schon im Vorfeld seien Stellungnahmen des Regierungspräsidiums und wichtige Schreiben bewusst zurückgehalten worden. Auch das Procedere mit den Gutachten sei alles andere als vorbildlich gewesen.

    Jetzt, kurz vor den anstehenden Entscheidungen im Gemeinderat, ist die Kürze der Zeit, in der die sehr umfangreichen Akten gelesen, geschweige denn geprüft und bewertet werden müssen, inakzeptabel. Deshalb beantragen die durch RA Bender betroffenen Anwohner und Flieger sowie die Fraktion FL/FF eine Verschiebung der Gemeinderatssitzung. Das Risiko, so Bender, läge nun bei der Stadt, denn schon die kurze Frist zur Prüfung der Unterlagen könnte später in den anstehenden Gerichtsverfahren als relevanter Fehler gewertet werden.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass „das Potential der Spiegellösung“ (so Bender) von der Verwaltung nicht ausgeschöpft wurde. Die Vorteile, vor allem die Befriedung der Situation und die Vorteile für den Flugbetrieb, seien nicht ausreichend gewürdigt worden. Um eine Prüfung der Unterlagen zu gewährleisten, müsse das Thema vertagt werden und könne nicht am 24.97. im Gemeinderat entschieden werden.

    Den Vortrag von Herrn Dr. Michael Bender sowie die Einführung von Stadträtin Gerlinde Schrempp finden Sie hier auf dem YouTube-Kanal von Freiburg Lebenswert: https://www.youtube.com/watch?v=JS-v4zgU28w&feature=youtu.be

    Eine Chronik des gesamten Verfahrens mit Korrespondenz, allen Dokumenten und Gutachten finden Sie hier: https://pro-flugplatz-freiburg.de/chronik-korrespondenz-sc-stadion/

    Das Risiko Flugsicherheit

    Wenn sich die Gemeinderäte gegen das, von einem Flugexperten verfasste Gutachten stellen und lieber dem Gutachter der Stadt (das vom Experten im Regierungspräsidium als “nicht ausreichend” bezeichnet wird) glauben, dann birgt das ein großes Risiko für Leib und Leben der Flieger, dessen sich alle Stadträte bewusst sein sollten…

    Das Gutachten zur Flugsicherheit in dem steht, dass durch den Stadionkörper im Wolfswinkel “die Wahrscheinlichkeit für einen Schaden an Maschine und/oder Mensch groß ist”, finden Sie hier: https://pro-flugplatz-freiburg.de/wp-content/uploads/2016/02/09.pdf

    Hier auch der Link zur Stellungnahme des Regierungspräsidiums, in dem es heißt, dass das Gutachten der Stadt (auf das sich die Stadt beruft) „nicht ausreichend“ ist. Siehe:

    https://pro-flugplatz-freiburg.de/wp-content/uploads/2016/03/Dokument-6.pdf Weiterlesen

    Fehlende Genehmigung zum Stadionbau

    Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee

    Auf der letzten Sitzung des Gemeinderats am 26. September 2017 hielt unsere Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL) für die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) zum Thema Neues Fußballstadion im Wolfswinkel (Information über das VOB-Verfahrens und weiterer Sachstand, GR Drucksache G-17/183) folgende Rede:

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

    zum VOB-Verfahren äußere ich mich nicht, mich interessiert in erster Linie der weitere Sachstand.

  • Die Anfrage von FL/FF vom 31.08.2017 ist leider noch nicht beantwortet. Die Genehmigungsfähigkeit des Standortes für ein neues Fußballstadion im Wolfswinkel ist nach wie vor nicht ausgesprochen, wenn doch, müsste der Gemeinderat informiert werden. Die bauvorbereitenden Maßnahmen im August d.J. stehen im Widerspruch zu den naturschutzrechtlichen Vorgaben, das konnte Herr Dr. Schaich bisher auch nicht entkräften. Aber diese Ungereimtheiten sind ja Inhalt einer Anzeige gegen die Stadtverwaltung und wir haben abzuwarten, was dieser Anzeige folgen wird. Aber nach meinem Dafürhalten hätte doch zumindest der Umweltausschuss rechtzeitig informiert werden müssen, warum ist das nicht passiert?
  • Ich hatte im letzten Hauptausschuss darum gebeten, dass die neuesten Schreiben des Regierungspräsidiums dem Gemeinderat vorgelegt werden. Was heute hier vorliegt ist nach meinem Kenntnisstand nicht umfassend, weshalb ich ausdrücklich darum bitte, im Protokoll zu vermerken, dass das letzte dem Gemeinderat vorgelegte Schreiben des Regierungspräsidiums vor vielen Monaten, sogar Jahren datiert.

    Die Querwindkomponenten, die durch den massiven Baukörper des neuen Stadions entstehen werden, bedeuten eine drastische Gefahr für Leib und Leben der Piloten und ihrer Passagiere. Diese Querwinde sind in den fehlerhaften Gutachten, auf die die Verwaltung sich permanent bezieht, nicht in dem Maße berücksichtigt, wie es wirkliche Fachleute verlangen. Und genau dazu muss und wird das Regierungspräsidium sich vor der Genehmigung äußern. Wie ich schon x-mal hier dargelegt habe, geht es aber keineswegs nur um Leib und Leben der Piloten, bei einem querwindbedingten Flugunfall – ich vermeide jetzt hier den Fachbegriff Leewindverwirbelungen, der im vorletzten Bauausschuss bei Herrn Thoma so große Heiterkeit hervorgerufen hat. Nein Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer an der Madisonallee oder Granadaallee sind ebenso gefährdet. Dieser Tatsache ist sich die übergeordnete Genehmigungsbehörde durchaus bewusst, weshalb ja auch noch keine Genehmigung des Bauvorhabens vorliegt. Deshalb verlange ich hier nochmals ausdrücklich, dass der Gemeinderat über die Schreiben des Regierungspräsidiums informiert wird, damit auch der interessierte Bürger nachvollziehen kann, dass alle derzeit laufenden bauvorbereitenden Maßnahmen nur dazu dienen, unumkehrbare Tatsachen zu schaffen.

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    Neues SC-Stadion als gespiegelte Version

    Eine Alternativplanung liegt seit zwei Wochen auf dem Tisch. Wie zu erwarten, lehnen Bau-BM Haag und SC-Präsident Keller diese jedoch ab. Herr Keller nennt den Vorschlag ein Störfeuer, mit dem man jetzt um die Ecke käme. Eine bemerkenswert demokratische und bürgerfreundliche Einstellung! Diese Alternativplanung hat vor allem zum Ziel, die Gräben zwischen den Freiburger Bürgern nicht weiter zu vertiefen, sondern eine Befriedung herbei zu führen. Bei genauem Lesen der vorliegenden städtischen Gutachten ist zu sehen, dass es keineswegs um geringfügige, sondern um drastische Überschreitungen geht, weshalb ja auch bis heute keine Genehmigung durch das Regierungspräsidium vorliegt.

    Wenn man statt platter Sprüche die Alternative ernsthaft prüft, kann man nur überzeugt sein. Alle Beteiligten wären Gewinner:

  • Es gibt keine Lärmproblematik und erheblich geringere Verkehrsprobleme mit den angrenzenden Stadtteilen.
  • Die neue Straße zwischen Granada-Allee und Madison-Allee entfällt, die Variante ist deutlich kürzer. Vor allem muss der Müllberg nicht teilweise abgegraben werden, so dass Kosten in Höhe von mindestens sechs Millionen Euro komplett eingespart werden.
  • Die Flugsicherheit ist in keiner Weise in Frage gestellt, weil sich der Stadionkörper nicht im Lee-Windfeld befindet und dadurch keine Verwirbelungen auf der Start-Landebahn erzeugt.
  • Es werden durch deutlich geringeren Flächenverbrauch bei Weitem weniger Ausgleichsflächen notwendig: eine erhebliche Kostenreduzierung.
  • Dennoch kann in diesem Bereich ein neues Eisstadion errichtet werden.
  • Die neue Haltestelle bedient die Messe, das Stadion, die Möbelhäuser und das Eisstadion und beinhaltet dort keinerlei Gefährdung der Fahrgäste.
  • Die neu zu erstellenden Hallen bieten die Möglichkeit, die Dächer zu begrünen, was neben dem ökologischen Gewinn ebenfalls wieder weniger Ausgleichsflächen bedeutet, damit Kostenersparnis.
  • Durch das angedachte Parkhaus würden riesige Parkflächen entfallen, der SC hätte dafür ein drittes Trainings-Spielfeld zur Verfügung.
  • Es könnten langwierige juristische Auseinandersetzungen überflüssig werden, was der Verwaltung und dem SC doch auch entgegen käme.
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    Neues, besseres Konzept für das SC-Stadion

    Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee

    Bei der Planung für das SC-Stadion auf dem Flugplatz ergeben sich immer mehr Schwierigkeiten: Belastungen der Anlieger durch Lärm, für den Sportclub wegen Nutzungsbeschränkungen und für die Flugplatznutzer durch erhebliche Gefährdung des Flugbetriebs und Sperrungen des Flugplatzes bei Stadionbetrieb, für das Universitätsklinikum durch Einschränkungen oder gar Entfall der Organflügen sowie durch Luftverwirbelungen, die das Stadion wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig machen – um nur wenige Beispiele zu nennen. Fluglehrer Udo Harter (CDU) spricht von einer “weltweit einmaligen Gefahrensituation”, die ohne Not herbeigeplant werde. Die könne man nicht wegbegutachten, man dürfe sie gar nicht erst entstehen lassen.

    Deshalb haben die Flieger ein alternatives Konzept vorgelegt, das diese erheblichen Nachteile minimiert. Es beruht auf der bisherigen Planung und ändert sie nur geringfügig ab. Damit könnte das Stadion ohne Zeitverlust, ohne Mehrkosten und vor allem im Konsens realisiert werden. “Dieses Konzept ist die schlichte „Spiegelung“ der städtischen Planung auf dem Flugplatz entlang der Achse der Start-/Landebahn”, so die BI. “Die Fläche des geplanten Stadionsmit denTrainingsplätzen und Parkplätzen ist nur mit den Flächen der Flugzeughallen zu tauschen. Start-/Landebahn und Rollwege blieben bestehen.”

    Pläne und weitere Erläuterungen finden Sie in der Presseerklärung auf der Homepage der BI Pro Flugplatz siehe hier: http://www.pro-flugplatz-freiburg.de/neues-sc-stadion-kleine-aenderung-grosse-wirkung/

    Copyright: Plan der BI Pro Flugplatz (von deren Homepage)

    OB in der Pflicht, seine Versprechungen einzuhalten

    Der Wolfswinkel: Hier soll das neue Stadion gebaut werden.
    Der Wolfswinkel: Hier soll das neue Stadion gebaut werden.

    Bei der Veranstaltung in der Rothaus-Arena (7.6.2013) hat Oberbürgermeister Salomon versprochen, dass durch den Stadionbau der Motorflug nicht eingeschränkt würde. Die neuen Nachrichten aus dem Technischen Rathaus lauten jetzt aber: Fünf bis sechs Stunden an jedem Spieltag ist kein Flugbetrieb möglich. Das gilt natürlich nicht nur für Spieltage, sondern für alle Veranstaltungstage im geplanten neuen SC-Stadion. Auch die gewünschte SC-Haltestelle der Messebahn ist nicht wie geplant zu verwirklichen. Angeblich gab es keine Probleme mit Haltestelle und Stadionbetrieb, jetzt müssen die Gutachter zugeben, dass wir doch Recht hatten, und weil niemand die Verantwortung übernimmt, wird der Flugplatz für sechs Stunden geschlossen. Gutachter sprechen von einer Bedarfshaltestelle, für Bedarfshaltestellen gibt es aber keine GVFG-Mittel, was bedeutet, dass die Kosten vollstän­dig an der Stadt hängen bleiben!

    Die von Sachwissen offensichtlich in weiten Bereichen des Flugbetriebes befreiten Gutachter hatten eine Stunde Ruhen des Flugbetrie­bes gefordert, die Stadt hat von sich aus auf 90 Minuten erhöht. Stadträtin Schrempp hat in einer der letzten Gemeinderatssitzungen dem OB vorgehalten, dass auch er davon Kenntnis haben müsse, dass bei schlechten Spielen die Zuschauer schon während des Spieles in Scharen das Stadion verlassen. Auch vor dem Spiel streben große Gruppen zum Stadion, manchmal ein bis zwei Stunden vor Anpfiff; auch sie müssen geschützt sein, sofern man den Flugbetrieb denn für gefährdend hält. Aber davon wollte man vor acht Wochen noch nichts wissen.

    Auch die angedachte Segelflugpiste ist offensichtlich nicht genehmigungsfähig, was die Stadtverwaltung aber nicht davon abhält, die bisherigen Segelflugpisten zu entwidmen. Die Fallschirmsportler können schon nicht mehr dabei sein! Trifft es als nächstes die Segelflieger?

    Der Bürgerentscheid war so auf den Weg gebracht worden, dass der Motorflugbetrieb erhalten bleibt, für den Segelflug werde eine Alternative geschaffen. Alles vorbei! Jetzt sind die Rechtsanwälte gefragt. Das wäre aber zu vermeiden gewesen, wenn die Einwände der Sachkundigen – seien es Flieger, sei es Universität (Mensa, Parkplätze), seien es beauftragte Gutachter – sowohl von Stadtverwaltung als auch von den großen Fraktionen im Gemein­derat gehört worden wären. Das wollte man nicht, ganz im Gegen­teil, alles wurde in vorauseilendem Gehorsam der Verwaltung und dem SC gegenüber weggewischt.

    Jetzt stellt sich heraus, dass es viele K.O.-Kriterien gab und gibt. Der Motorflug, damit auch der Rettungsflug würde massiv beeinträchtigt, die klimatischen und lufthygienischen Gesichtspunkte wurden von der Stadt unter den Tisch gekehrt. Die Frisch- und Kalt­luftproduktionsstätte Flugplatz hat einen großen Wert für die angren­zenden Bereiche der Innenstadt, gerade bei der seit einigen Jahrzehnten um bis zu 20-40%igen Zunahme der Sommer- und Tropentage in Freiburg. Fauna-Flora-Gutachten?

    Mehrmals im vergangenen Monat waren Westrandstraße und Industriegebiet Nord stundenlang verstopft. Einmal wegen der Plaza Culinaria, der nächste Anlass war die Spielzeugbörse. Der beauftragte Verkehrs-Gutachter der Stadt sieht darin kein Problem: Stau ist kein Verkehr, deshalb wird Stau nicht berücksichtigt!

    Freiburg Lebenswert hat seit Jahren die Fakten genannt, weshalb ein Stadion auf dem Flugplatz nicht möglich ist, aber auch Bürgerinitiativen, Behördenvertreter, Verbände oder die Universität haben im Dialogverfahren, im Begleitgremium und natürlich im Gemeinderat immer wieder die K.O.-Kriterien genannt. Unseres Erachtens ist die Geschäftsgrundlage des Bürgerentscheides aufgrund der zahlreichen sachlichen Gegenargumente nicht mehr existent.

    Viele unserer “Argumente & Fakten” aus dem Wahlkampf um den Bürgerentscheid zum SC-Stadion-Neubau finden Sie hier: https://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/

    Alle Fakten zur Sicherheit am Flugplatz

    Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee
    Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee

    Die Bürgerinitative (BI) “Pro Flugplatz” hat sich entschlossen, ihre Aktivitäten gegen den Bau des von der Stadt Freiburg geplanten Fußballstadions auf dem Flugplatz transparent online darzustellen.

    Nach wie vor sind sie davon überzeugt, dass es für Piloten lebensgefährlich ist, bei Südwestwind hinter dem möglichen Stadionkörper zu starten und zu landen. Nicht ohne Grund gibt bei keinem anderen Flugplatz ein ähnlich großes Gebäude in der angedachten Nähe zur Landebahn .

    Laut dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten gibt es an 350 Stunden pro Jahr unfallträchtige Winde. Im von der BI in Auftrag gegebenen Sicherheitsgutachten führt Herr Prof. Hanke aus, dass im Sekundenabstand bei Start und Landung mit verschiedenen Windstärken und Windrichtungen zu rechnen ist. So schnell könne nach Auskunft der BI kein Pilot gegensteuern – weder Flugschüler noch Profi.

    Hier der Link zur Chronik mit allen Schreiben und Dokumenten: http://www.pro-flugplatz-freiburg.de/chronik-korrespondenz-sc-stadion/

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