Sicherheitspartnerschaft

Präventive Straßensozialarbeit stärker zu etablieren, das Eingehen einer Sicherheitspartnerschaft der Stadt mit dem Land und die Einführung eines Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) – diese drei Säulen von Prävention, Sicherheit und Ordnung waren für Freiburg Lebenswert immer ein Anliegen. Und die Erfolgsmeldungen der polizeilichen Kriminalstatistik, die bei fast allen Straftatbeständen Rückgänge verzeichnet, gibt den Befürwortern dieser Strategie Recht.

Allerdings gibt es noch Verbesserungspotential und zwar im Aufgabenfeld des Vollzugdienstes (VD). Dabei geht es um die Vermüllung des öffentlichen Raums, nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in der Natur. In Herdern sind beispielsweise die Aussichtspunkte an der Eichhalde sehr beliebt. Viele Menschen genießen dort den Sonnenuntergang, unter ihnen besonders viele Jugendliche und junge Erwachsene. Viele kommen mit dem Auto, beschallen die Nachbarschaft und natürlich ist auch Alkohol im Spiel. Unverständlich ist, dass sich diese Leute an der Natur erfreuen, aber ihren Müll um die Parkbänke herum und auf den Wiesenhängen entsorgen, statt ihn mitzunehmen. Hier wäre es dringend erforderlich, dass mehr VD-Streifen solche Plätze aufsuchen und auch kräftige Bußgelder verhängen, um diesem Treiben ein Ende zu setzen.

Zum Thema Sicherheitspartnerschaft (Drucksache G-20/030) hat Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) in den Gemeinderatsitzungen am 26. und 27. Mai 2020 folgende Rede gehalten: siehe (PDF) https://freiburg-lebenswert.de/wp-content/uploads/2020/06/Sicherheitspartnerschaft_26.-27.05.2020.pdf

Plakat aus der Schweizer Gemeinde Horgen (Foto: Prof. Klaus Rückauer)




Dietenbach: Kosten und Finanzierung

Angesichts der Haushaltslage der Stadt, der Lage beim beabsichtigten Projekthaushalt Diet-enbach sowie des finanziellen Einflusses der Corona-Krise ergibt sich ganz allgemein die Fra-ge, welche Schlussfolgerungen die Stadt hieraus für die Realisierbarkeit des Neubaustadtteils zieht?

Zitat aus G-18/114, Anlage 1, S. 142/143: „Voraussetzung einer zügigen Durchführung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme innerhalb eines absehbaren Zeitraumes (vgl. § 165 Abs. 3 Nr. 4 BauGB) ist unter anderem die gesicherte Finanzierung der Maßnahme. Gemäß § 149 Abs. 1 S. 1 BauGB in Verbindung mit § 171 Abs. 2 S. 1 BauGB ist eine Kosten- und Finan-zierungsübersicht „nach dem Stand der Planung“ aufzustellen. Dies setzt das Vorhandensein einer hinreichend konkreten Planung für die Gesamtmaßnahme entsprechend der Ziele und Zwecke und deren Fortschreibung voraus. Denn i. S. d. § 171 Abs. 2 BauGB soll die Kosten- und Finanzierungsübersicht eine Prognose der voraussichtlich entstehenden Kosten für die Stadt selbst, aber auch für die Träger öffentlicher Belange darstellen. Es ist darauf zu achten, dass alle die Entwicklungsmaßnahme betreffenden Kosten vollständig erfasst werden. Grundlage bilden die auf die Gesamtmaßnahme bezogenen planerischen Leistungen und deren Darstellung, um die möglichen Kostenfaktoren überhaupt erkennen und quantifizieren zu können.“

Somit ergibt sich für uns eine Reihe von Fragen. Deshalb hat FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler unter der Überschrift “Dietenbach – Kosten und Finanzierung” eine Anfrage nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen gestellt.

Siehe hier die ganze Anfrage mit allen gestellten Fragen: Anfrage_zu_Dietenbach_Kosten_und_Finanzierung.pdf

Auf dem Gelände des geplanten neuen Stadtteils Dietenbach sollen – entgegen städtischer Zusagen vor dem Bürgerentscheid – nun doch über 3.700 Waldbäume gerodet werden. (Foto: BI Pro Landwirtschaft)




Die “Psychologie von Krisen”

Eine Seuche bricht aus und vieles scheint vergessen: Kriege, Hunger, Gewalt, die Not der Flüchtlinge – auch der Klimawandel. Krisen werden weltweit durch die Pandemie noch dramatischer. Schauen wir nur nicht mehr hin? In einem Interview mit der ZEIT erklärt die Umweltpsychologin Isabella Uhl-Hädickeder von der Uni Salzburg, warum dieses Coronavirus, das jeden treffen kann, ganz besondere Ängste weckt und viel größere Bedrohungen in den Hintergrund treten lässt.

Auf
die Frage, warum die Menschen bei einer Bedrohung wie dem Klimawandel
ihr Verhalten weniger stark ändern, als sie es jetzt, bei der
Corona-Krise bereit sind, antwortet Uhl-Hädicke: „Der Klimawandel
kommt schleichend daher, das macht ihn für viele schwerer greifbar.
Auch wenn er in seinem Ausmaß letztlich vermutlich viel bedrohlicher
für uns alle ist als das Coronavirus, löst er nicht dieselbe Art
von Panikgefühl aus. Viele empfinden vor allem Ohnmacht. Unsere
Studien zeigen, dass viele Menschen denken, als Einzelne könnten sie
ohnehin nichts bewirken.“

Siehe: https://www.zeit.de/wissen/2020-04/psychologie-corona-krise-klimawandel-kontrollverlust-ohnmacht-maske-hamstern

Das Virus verändert die Welt – sagen viele. Aber wird es wirklich auch unser Verhalten, hin zum Besseren, verändern? (Foto: Pixabay)




Verpflichtungs-Ermächtigungen bzgl. Dietenbach?

In Bezug auf das Thema „Verpflichtungsermächtigungen zum geplanten Stadtteil Dietenbach“ hat Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) am 6. Mai 2020 die folgende Anfrage (nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen) an Oberbürgermeister Martin Horn bzw. die Stadtverwaltung gestellt:

Sehr
geehrter Herr Oberbürgermeister,
bezüglich der Verpflichtungsermächtigungen zum Stadtteil Dietenbach haben sich
einige Fragen ergeben, die ich Ihnen hiermit stellen möchte:

1. Wie
hoch sind insgesamt die mit dem Doppelhaushalt 2019/20 beschlossenen Verpflichtungsermächtigungen
für den Neubaustadtteil für die Jahre 2021 und folgende?

2. Für
welche Arbeiten bzw. Projekte oder Maßnahmen sind diese beschlossen worden und
in welcher Höhe jeweils?

3. Welche
Verträge bzw. Aufträge mit welchen Volumina sind bisher abgeschlossen bzw.
vergeben worden?

4. Haben
alle Verträge bzw. Aufträge im Rahmen der Verpflichtungsermächtigungen Vorbehaltsklauseln,
wenn ja welche?

5. In
welcher Höhe hat sich die Stadt Konventionalstrafen bei diesen Verträgen und
Auftragsvergaben auferlegt?

6.
Inwieweit und unter welchen Voraussetzungen kann sich die Stadt für den
Doppelhaushalt 2021/22 den Verpflichtungsermächtigungen entziehen? Sind solche
Voraussetzungen bereits eingetreten? Wenn ja welche, oder sind diese konkret
absehbar?

7. Ist es
richtig, dass Verpflichtungsermächtigungen nur dann zulässig sind, wenn die
Finanzierung der aus ihrer Inanspruchnahme entstehenden Auszahlungen in den
künftigen Haus-halten gesichert erscheint?

Für eine baldige Beantwortung der Fragen bin ich Ihnen dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolf-Dieter Winkler (Stadtrat)

Auf dem Gelände des geplanten neuen Stadtteils Dietenbach sollen – entgegen städtischer Zusagen vor dem Bürgerentscheid – nun doch über 3.700 Waldbäume gerodet werden. (Foto: BI Pro Landwirtschaft)




Klimagerecht Bauen und Wohnen nach Corona

„Schon jetzt ist absehbar, dass die Politik nach Corona wieder mit dem Dogma des Neubaus plant: man diskutiert erleichterte Kredite und mehr Bauland. Doch Bauen schadet dem Klima; allein die Zementherstellung verursacht acht Prozent der weltweiten Treibhausgase – eine ‚Bauscham‘ ist angemessen. Darum brauchen wir einen klimafreundlichen Neustart der Bau- und Wohnungswirtschaft nach Corona, mit einer ‚UmBauwirtschaft‘ und mit der Vermittlung von Wohnraum in Altbauten.“ Das fordert der Bauexperte und Autor Daniel Fuhrhop.

Und er betont weiter klar
und deutlich: „Neubau schadet nicht nur dem Klima, er nutzt auch nicht wie
erhofft und beseitigt nicht den Wohnungsmangel: Es gibt rechnerisch einen
Bauüberfluss, es werden also mehr Wohnungen gebaut, als für den
Bevölkerungszuwachs nötig wäre. Trotzdem fehlen Wohnungen, unter anderem weil
es niemandem nutzt, wenn Reiche sich eine Zweitwohnung als Investment kaufen.“

Auch der Bund deutscher Architekten (BDA) warnt: „Der Traum vom ewigen Wachstum ist vorbei. Bauen muss vermehrt ohne Neubau auskommen.”

Siehe dazu auch: https://freiburg-lebenswert.de/bda-bauen-muss-vermehrt-ohne-neubau-auskommen/

Wie man klimafreundlich Wohnraum ohne Neubau schaffen kann, zeigt Daniel Fuhrhop in der Neuauflage seinen Buches „Verbietet das Bauen!“ In einer stark erweiterten Liste der „100 Werkzeuge für Wohnraum in Altbauten“ zeigt er zahlreiche alternative Möglichkeiten auf, wie man sinnvoll und vor allem nachhaltig Wohnraum schaffen kann, ohne immer weiter neu zu bauen. Er zeigt, wie wir nach Corona die Bau- und Wohnungswirtschaft klimafreundlich neu gestalten, dabei Stadtviertel beleben, Wohnraum schaffen und dem Klimawandel begegnen können.

Einen Blick ins Buch können Sie hier werfen: https://www.verbietet-das-bauen.de/erweiterte-neuauflage-verbietet-das-bauen-blick-ins-buch/

Direkt bestellen kann man
die Neuauflage hier: https://www.oekom.de/buch/verbietet-das-bauen-9783962381943
oder in Ihrer Buchhandlung vor Ort.




„Bankrotterklärung der Denkmalschutzbehörde“

Wieder einmal kann man von
einem Totalversagen der Denkmalschutzbehörden sprechen, diesmal in Staufen. Denn
was dort passiert ist und worüber sich Bürgermeister und Gemeinderat von Staufen
zur Recht so einmütig empören, ist kein Einzelfall, sondern in solchen Fällen leider
die Regel – auch hier in Freiburg.

Die Vorgänge rund um ein mittelalterliches Gehöft am Rande von Wettelbrunn, einem Ortsteil von Staufen, zeigen dies deutlich: Das Gebäudeensemble beherbergte schon ein bekanntes Gasthaus und zuletzt die Diskothek „Hazienda“. Die Badische Zeitung (BZ) berichtete am 30. April 2020 darüber unter anderem: „Nun verfallen die Überreste, der Denkmalschutz ist perdu und Rat und Bürgermeister sehen einerseits eine “Unverfrorenheit des Investors” und andererseits “eine Bankrotterklärung des Denkmalschutzes”. Und in dem Artikel heißt es weiter: „Bürgermeister Michael Benitz beklagte den Niedergang des Denkmalschutzes im Land.“

Siehe in der BZ: https://www.badische-zeitung.de/fruehere-diskothek-hazienda-sorgt-erneut-fuer-heftigen-aerger

Es ist nicht das erste Mal, dass der Denkmalschutz vor Investoren einknickt, die Ihre denkmalgeschützten Gebäude vorsätzlich verfallen lassen, um sie dann abreißen zu können. Jeder erinnert sich noch daran, wie sich die Behörden und auch das Verwaltungsgericht, vor dem der Fall verhandelt wurde, beim Abriss des denkmalgeschützten Hauses in der Wintererstraße 28 in Freiburg vom Investor über den Tisch ziehen ließen.

Siehe dazu: https://freiburg-lebenswert.de/beim-denkmalschutz-muss-sich-was-aendern/

und: https://freiburg-lebenswert.de/wieder-ein-wertvolles-kulturdenkmal-in-gefahr/

Das Haus in der Wintererstraße 28 stand unter Denkmalschutz, wurde aber dennoch mit fadenscheinigen Beründungen abgerissen! (Foto: H. Sigmund)

Um solche Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden, hatte sich Freiburg Lebenswert (FL) bereits im Jahr 2017 mit der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes beschäftigt und viele Änderungs-Vorschläge ausformuliert. Ziel war es, den Denkmalschutz zu stärken, denn der Vergleich mit anderen Bundesländern macht deutlich, dass das Denkmalschutzgesetz in Baden-Württemberg dringend einer Novellierung bedarf. Es hinkt inhaltlich moderneren Gesetzen in anderen Bundesländern, wie in Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, um nur einige anzuführen, hinterher. FL möchte deshalb die Formulierung im Koalitionsvertrag der Stuttgarter Regierungskoalition aufgreifen, in dem es heißt, man wolle den Denkmalschutz „stärken“ und „weiterentwickeln“. Leider sind unsere Bemühungen aber in Stuttgart verschleppt und nicht weiterverfolgt worden.

Siehe: https://freiburg-lebenswert.de/fl-stellt-plaene-zur-novellierung-des-dschg-in-bw-vor/

Auszug aus dem grün-schwarzen Koalitionsvertrag 2016

Vielleicht ist der Fall in
Staufen nun Grund, dieses Anliegen erneut aufzugreifen. Die Einmütigkeit, mit
der Bürgermeister und Gemeinderat dort die “Unverfrorenheit des
Investors” (so Bürgermeister Benitz) verurteilen, ist zumindest ermutigend.
Denn schon jetzt ist der Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes
verpflichtet, seiner Erhaltungspflicht nachzukommen. Dass die Denkmalbehörden ihrer
Pflicht, das zu kontrollieren nicht nachkommen und Investoren gewähren lassen, ist
ein Skandal.

Es ist deshalb wichtig noch einmal daran zu erinnern, dass die untere Denkmalschutzbehörde so ausgestattet sein muss, dass sie ihrer Aufsichtspflicht nachkommen kann und Eigentümer von Denkmälern, die nicht ausreichend unterhalten werden, zur Denkmalspflege zwingen kann. Wer ein Denkmal kauft, sollte sich der besonderen Verantwortung bewusst sein und Interesse und Freude an der Pflege haben. Dafür stellt der Staat ja auch einige finanzielle Anreize zur Verfügung.




3.700 Bäume sollen in Dietenbach gefällt werden

Zum Tag des Baumes am 25. April hat die BI Pro Landwirtschaft gegen die jetzt vorgesehene Baumrodung in Dietenbach protestiert. Auf dem Gelände des geplanten neuen Stadtteils Dietenbach sollen – entgegen städtischer Zusagen vor dem Bürgerentscheid im Februar 2019 – nun doch über 3.700 Waldbäume gerodet werden. Das wären 20mal mehr Bäume, als auf dem Parkplatz beim Eugen-Keidel-Bad gerodet werden sollten, was nach heftigen Bürgerprotesten – zumindest in diesem Ausmaß – gestoppt wurde. Die BI hat dazu die folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Der
internationale Tag des Baumes, der von den Vereinten Nationen 1951 beschlossen
wurde, findet in Deutschland am 25. April statt. Die Bürgerinitiative Pro
Landwirtschaft und Wald in Freiburg Dietenbach und Regio (BI) fordert zum Tag
des Baumes, in Freiburg die geplanten Waldrodungen von über 3.700 Bäumen auf
fast 50.000 Quadratmetern (5 Hektar) für den geplanten Neubaustadtteil
Dietenbach zu annullieren. Betroffen laut Plan vom 28.10. 2019 sind nahe der
Mundenhofer Straße rund die Hälfte des Langmattenwäldchens sowie große Teile
des östlichen Riesert-Wäldchens und fast das ganze Obere Hirschmatten-Wäldchen.
Im Rodungsbereich stehen viele sehr alte Eichen mit über 3 Meter Stammumfang.
Tausende noch kleine Bäume wurden noch gar nicht mitgezählt.

Spaziergänger und Radler können sich informieren: Aktive Bürger haben dort bereits viele der bedrohten Bäume umweltfreundlich mit Zahlen gekennzeichnet.” Spaziergänger und Radler können sich nicht nur am 25.4., sondern täglich ein Bild machen und die Petition kurzlink.de/Petition-Waldretten an den Freiburger OB Martin Horn unterzeichnen.

Die gekennzeichnet Bäume, die die Stadt nun doch fällen möchte (Fotos: BI pro Landwirtschaft).

„Die
Wäldchen sind ökologisch nicht ersetzbar, fürs Lokalklima und für die
Naherholung der Menschen im Rieselfeld und Weingarten unverzichtbar“, so
Sprecher der BI. Die geplanten Rodungen sind klimapolitisch nicht zu
verantworten und stünden im Widerspruch zur „Green City Freiburg“. Es seien
20mal mehr Bäume als bei den 2019 mit sehr berechtigten Protesten gestoppten
Rodungen von 190 Bäumen beim Eugen-Keidel-Bad bedroht.

Der
Gemeinderat soll im Mai über Stadtbahnplanungen vorentscheiden. Die Stadt will
die Stadtbahn für Dietenbach mitten durch das Langmattenwäldchen führen. Solche
Planungen sieht die BI als weiteres Zeichen, dass der Neubaustadtteil abgelehnt
werden muss. Ende Februar 2022, nach Ablauf des Bindungszeitraums des
Bürgerentscheids vom Februar 2019 sind Stadt und Gemeinderat frei dazu.

„Für
Dietenbach muss kein einziger Baum gefällt werden“. Dies sagte Projektleiter
Rüdiger Engel vor dem Bürgerentscheid im Februar
2019. Siehe dazu z.B. https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Freiburg-streitet-Wo-liegt-Grenze-des-Stadt-Wachstums-id53557516.html
und/oder https://www.pz-news.de/baden-wuerttemberg_artikel,-Freiburg-streitet-um-Wohnungen-entscheiden-sollen-nun-die-Buerger-_arid,1279123.html).
In der Badischen Zeitung wurde darüber nicht berichtet.

Inzwischen gilt diese vor dem Bürgerentscheid gemachte Zusage danach aber wohl nicht mehr: Die Stadt will massiv roden, um in Dietenbach wegen der stark gestiegenen Kosten noch mehr Wohnungen und in den Wäldchen statt anderswo Sportplätze unterzubringen. Erst im Oktober 2019 wurde dann der reelle Waldverlust öffentlich zugegeben: Es “würden doch rund 68 Hektar Boden versiegelt und allein fünf Hektar Wald verloren gehen…” (Prof. Engel am 28.10.2019, siehe: https://www.badische-zeitung.de/eine-belastung-fuer-den-ort-vermeiden–178794397.html).

Das Dietenbach-Gelände ist für Ökologie, Stadtklima und Landwirtschaft wichtig (Foto: M. Falkner)

Die BI Pro Landwirtschaft ist Mitglied im Bundesbündnis Bodenschutz. In deren “Erklärung” steht unter anderem:
“Tagtäglich werden in Deutschland immer noch weit über 60 ha Land für Siedlungs- und Verkehrsfläche verbraucht, eine Fläche so groß wie etwa 90 Fußballfelder. Der Zuwachs an bebauter Fläche vollzieht sich weitgehend zu Lasten landwirtschaftlich genutzter Böden. Dies geschieht, obwohl die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 ha pro Tag senken wollte. Von dem weiteren Ziel des Klimaschutzplans der Bundesregierung, den Flächenverbrauch auf Netto–Null zu reduzieren, ist man weit entfernt… In einer Zeit extremer Klimaveränderungen ist Bodenschutz unerlässlich. Der Erhalt unserer Grünflächen, Felder, Wälder und Wiesen ist Klimaschutz… Der dramatische Flächenverbrauch in den Gemeinden landauf landab ist eines der dringendsten Umweltprobleme in Deutschland… Das Bundes Bündnis Bodenschutz appelliert an die Verantwortlichen, die über neue Gewerbe- und Baugebiete entscheiden, endlich nachhaltig und verantwortungsbewusst zu handeln, den unsäglichen Flächenverbrauch zu stoppen… Unsere Erde ist endlich, wir brauchen sie!“

Siehe dazu: https://www.bundesbuendnis-bodenschutz.de/unsere-erklaerung/




Anfrage zu Vorgartensatzung

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) hat am 27. April 2020 die folgende Anfrage (nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen) zum Thema „Vorgartensatzung“ für die Stadt Freiburg gestellt:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

laut Badischer Zeitung vom 2. Februar 2011 wurde die sogenannte Vorgartensatzung von der Stadtverwaltung Freiburgs aus finanziellen und personellen Gründen komplett von der Agenda gestrichen. Eine solche Satzung ist dazu gedacht, Vorgärten als nicht bebaute Flächen nach Maßgabe zu gestalten. Vorgärten sind dabei definiert als unbebaute Flächen, die zwischen der Grundstücksgrenze und der Baufluchtlinie der Gebäude liegen.

Aufgrund der Tatsache, dass es in Freiburg eine solche Satzung nicht gibt, ist es anscheinend möglich, einen Vorgarten komplett zu versiegeln und/oder mit Garagen/ Stellplätzen zu bebauen. In Zeiten des Klimawandels und des Insektensterbens ist dies einer Stadt, die sich als „Green City“ bezeichnet, unwürdig, da dringend benötigte Grünflächen vor den Häusern einer Bebauung zum Opfer fallen können.

In vielen Städten Deutschlands wurden Vorgartensatzungen erlassen, u. a. in Frankfurt, München, Oelde, Stralsund, Wiesbaden. Die Stadt Wiesbaden z.B. möchte damit den Stein-wüsten in den Vorgärten den Kampf ansagen (s. unten: ink). München rühmt sich damit, dass die Gestaltung von Vorgärten in ihrer Stadt eine besondere Tradition hat. Hier steht zu diesem Thema eine besondere Broschüre zur Verfügung (s. unten: Anhang).

Hierzu meine Fragen:

1. Was unternimmt die Stadt gegen eine komplette Versiegelung von Vorgärten?
2. Gibt es eine Vorgabe, der zufolge ein bestimmter Prozentsatz unversiegelt bleiben muss?
3. Gibt es angesichts des fortschreitenden Klimawandels Überlegungen in der Stadtverwaltung doch noch eine Vorgartensatzung in Freiburg einzuführen?
4. Sollte das Thema nicht in den entsprechenden Ausschüssen/im Gemeinderat behandelt werden?

Für eine baldige Beantwortung der Fragen bin ich Ihnen dankbar.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wolf-Dieter Winkler (Stadtrat)

Link: https://merkurist.de/wiesbaden/trend-stadt-sagt-steinwuesten-in-wiesbadener-vorgaertenden-kampf-an_N6g (12.5.2019)

Siehe Anhang (PDF): Broschüre „Vorgärten in München“

Negativ-Beispiel Mehrfamilienhaus im Stockmattenweg 19, Eckhaus zur Tränkestraße:




Corona und Klimawandel

Innerhalb weniger Tage wurde weltweit gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben durch ein Virus massiv beeinträchtigt. Und man ist sich einig, dass das Leben nach Corona ein anderes sein wird als davor. Aber wie ist es denn beim Klimawandel? Auch das Leben nach dem Erreichen des Kipppunktes in wenigen Jahren, ab dem sich der Klimawandel selbst verstärken und damit unumkehrbar sein wird, wird ein anderes sein als davor. Nur wird sich dieser für Mensch und Natur zu einem immer weiter zunehmenden Höllentrip entwickeln.

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)

So erschreckend die Vorstellung von Millionen Tote durch Corona ist: Beim ungebremsten Klimawandel ist das Überleben der Menschheit an sich bedroht. Gegen das Virus werden einschneidende Maßnahmen ergriffen und Billionen € zur Bekämpfung ausgegeben. Dasselbe konsequente Dagegenhalten würde man sich beim weit gefährlicheren Klimawandel wünschen.

Dass das nicht passiert, liegt wohl an der unterschiedlichen Wahrnehmung im menschlichen Zeithorizont. Bei Corona sind es wenige Wochen, also eine relativ kurze Zeitspanne für uns Menschen, innerhalb derer uns die Auswirkungen erreichten. Beim Klimawandel dagegen waren es einige Jahrzehnte bis man nun die ersten unangenehmen Auswirkungen wahrnimmt.

Diesen Text hat FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler für das Amtsblatt der Stadt Freiburg eschrieben, das am 23.04.2020 erschienen ist.

Verbrannte Reasenflächen, ausgetrocknete Böden und Hitzewellen durch den Klimawandel und durch fortdauernde Flächenversiegelungen (Foto: M. Managò)




Wir trauern um unser Mitglied Horst Dieter Akermann

Mit großer Trauer haben wir vom Tod unseres langjährigen Mitglieds Horst Dieter Akermann am 17. April 2020 erfahren.

Wir verlieren in ihm einen sehr engagierten und aufrichtigen Mitstreiter und Ratgeber. Sehr oft hat er an unseren Aktiventeffen und Mitgliederversammlungen teilgenommen und hatte immer gute Ideen und Lösungsvorschläge. Seine besonnenen und klugen Beiträge werden uns sehr fehlen.

Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Familie, die um ihn trauert. Auch wir sind dankbar für den Weg, den wir mit ihm gehen durften, im Engagement um die gemeinsamen Anliegen und den besten Weg für unsere Stadt. Wir werden ihn in besonderer Erinnerung behalten und sein Andenken ehren. Er möge ruhen in Frieden.

Todesanzeige unseres Mitglieds Horst Dieter Akermann (1939-2020)