Forderung nach sozialer Erhaltungssatzung in der Wiehre

Schon oft haben wir an dieser Stelle über die rund 300 Wohnungen in der Wiehre berichtet, die die Baugenossenschaft Familienheim modernisieren will. Und noch schlimmer: Eine Häuserzeile in der Quäkerstraße will sie für einen Neubau sogar abreißen. Dagegen gab es von den Bewohnern, die sich in der Bürgerinitiative “Wiehre für alle” zusammengetan haben, heftigen Protest .

Eine Mehrheit des Gemeinderats (Freiburg Lebenswert/Für Freiburg, FDP, Freie Wähler, Junges Freiburg/Die Partei/Grüne Alternative, SPD und Unabhängige Listen) hatte schon vor einiger Zeit die Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, ob für dieses Gebiet eine soziale Erhaltungssatzung möglich und nötig wäre. Die parteiunabhängige-basisdemokratische Wählerliste Freiburg Lebenswert (FL) unterstützt die Bewohner und die Bürgerinititiative und hat über die Fraktion FL/FF wesentlichen Anteil am Zustandekommen des Antrags im Gemeinderat.

Siehe: https://freiburg-lebenswert.de/erhaltungs-und-gestaltungssatzungen-fl-ff-war-initiator/

“Bei einer sozialen Erhaltungssatzung geht es darum” – so die BZ in ihrer Berichterstattung – “die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung in einem bestimmten Gebiet zu erhalten, also Gentrifizierung einen Riegel vorzuschieben. Wer dann ein Gebäude abreißen oder umbauen wollte, müsste sich das erst genehmigen lassen. Ganz konkret: Sind zum Beispiel Aufzüge in diesem Gebiet nicht üblich, kann der nachträgliche Einbau untersagt werden, weil dies zu einer erheblichen Steigerung der Betriebskosten führen würde.”

Siehe:  http://www.badische-zeitung.de/bekommt-das-quartier-um-die-quaekerstrasse-eine-soziale-erhaltungssatzung

Die Inititaive „Wiehre für alle“ hat die Wohnungspolitik der Baugenossenschaft in den vergangenen rund 10 Jahre im Detail analysiert und kommt in einem Dossier zu dem Schluss: “Die Aufwertungsneigung ist ausgeprägt! Sie wird gekennzeichnet durch eine 33%ige Steigerung der durchschnittlichen Kaltmiete in neun Jahren, den Verlust von 43 Wohnungen im Bestand seit 2007 trotz extremen Bilanzwachstums, den vermehrten Bau von „Edelwohnungen“ (Badische Zeitung, 2011) – oft nach Abriss von bezahlbarem Altbestand – sowie eine gezielte Neumitglieder-Aufnahme im mittleren bis oberen Einkommensbereich.” Der Gesamtanstig in der gesamten Stadt Freiburg liegt dagegen nur bei durchschnittlich 12 Prozent.

Siehe:  https://www.wiehre-für-alle.de/

Siehe auch:  https://freiburg-lebenswert.de/freude-ueber-empfehlung-des-gestaltungsbeirats-zur-quaekerstrasse/

Die Familienheim-Siedlung in der Quäkerstraße (Bild: 2018 Google Kartendaten, 2018 GeoBasis DE/BKG 2009)




Straßenumbenennungen ohne echte Bürgerbeteiligung

Pressemitteilung der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) vom 24. Mai 2018

Im Vorfeld einer Straßenumbenennung werden zum Einen eine Bürgeranhörung durchgeführt und zum Andern eine schriftliche Stellungnahme der betroffenen Anwohner eingeholt. Bei den letzten drei Umbenennungen waren von diesen schriftlichen Rückmeldungen 73% in der Hegarstraße für die Beibehaltung des Straßennamens, in der Rennerstraße 77% und in der Lexerstraße 94%! In der Bürgeranhörung sprach sich ebenfalls jeweils eine Mehrheit gegen eine Umbenennung aus.

In allen drei Fällen wurde die Beibehaltung des Namens von der Verwaltung abgelehnt mit der Unisono-Begründung „willkürliche Neueinordnungen einzelner Straßennamensgeber würden auch die Kategorisierung aller anderen Namensgeber und damit die gesamte Systematik der Kommission zur Überprüfung der Freiburger Straßennamen grundsätzlich in Frage stellen.“ Bitte? Da opfern die Anwohner wertvolle Lebenszeit in einer Bürgeranhörung und bei der schriftlichen Ausarbeitung einer Stellungnahme und dann wird ihnen lapidar mitgeteilt, dass bei der von ihnen gewünschten Beibehaltung des Straßennamens die Bewertungen einer Kommission nicht berücksichtigt seien? Und deshalb müsse die Umbenennung sein?

Soviel naive Offenheit seitens der Verwaltung macht sprachlos. Es war also von vornherein überhaupt nicht vorgesehen, auf die Anwohnerwünsche einzugehen. Und der Gemeinderat macht in seiner Mehrheit dieses Spielchen mit und stimmt für die Umbenennungen! FL/FF-Stadtrat Wolf-Dieter Winkler: „Wir Stadträte sind doch nicht gewählt worden, um die Wünsche irgendeiner Kommission umzusetzen, sondern die der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt! Natürlich muss man die Bewertungen dieser Kommission in die Überlegungen einbeziehen. Wenn aber deren Argumente bei den Betroffenen nicht verfangen, dann sind doch die Wünsche der Betroffenen höher zu bewerten!“

Es ist völlig klar: Dasselbe wird auch bei künftigen Straßenumbenennungen passieren. Man hört die Anwohner, lässt sich die Argumente schriftlich geben und entscheidet sich dann für die Umbenennung. Das Ganze ist eine Farce!

Straßennamen sind für die Bürgerschaft in erster Linie Ortsbezeichnungen, auch wenn sie bei der Verleihung „Ehrbezeigungen“ waren. Wenn nun, wie von den Anwohnern gewünscht, nur erklärende Zusatzinformationen den Straßenschildern beigefügt werden, die auch die negativen Seiten des so Geehrten darlegen, dann ist das nur mehr eingeschränkt eine Ehrbezeigung. Es hätte durchaus auch den Charakter eines „An den Pranger stellen“ und sollte daher ausreichend sein. Umbenennungen lehnen wir ab!

Auch der Name des Pathologen Ludwig Aschoff (1866-1942) steht auf der Liste der Kommission (Foto: M. Managò)

 




Ein Plädoyer für mehr Bäume in der Stadt

Der Vortrag von Conrad Amber “Bäume auf die Dächer – Wälder in die Stadt” am 16. Mai 2018 in Freiburg war ein großer Erfolg. Auf Einladung der Fraktionsgemeinschaft “Freiburg Lebenswert / Für Freiburg” (FL/FF) hielt der Autor und Naturfotograph vor ca. 220 Zuhörern in der Universität ein mitreißendes Plädoyer für mehr Grün im Städtebau. Er begeisterte seine Zuhörer mit eindrucksvollen Bildern und vielen kreativen Ideen für ein Leben mit mehr Bäumen in der Stadt.

Den kompletten Vortrag von Herrn Amber können Sie sich auf unserem YouTube-Kanal im Internet ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=pwYc-DxxxIg&t=516s

Veranstaltung von FL/FF mit Conrad Amber in der Universität in Freiburg (Fotos: M. Managò)

Der Autor und Naturfotograph Conrad Amber während seines Vortrags

Herr Amber mit Stadträten und Mitgliedern von Freiburg Lebenswert

Der Wert eines Baumes (Foto und Text: Conrad Amber)

(c) Foto: Conrad Amber




München macht’s möglich

Ein Beispiel aus München lässt uns aufhorchen, wie einfach es als Gemeinde sein kann preiswerten Wohnraum selbst zu erstellen. So wurden 100 neue Wohnungen am Münchner Dantebad in nur 365 Tagen gebaut, ohne dass dafür ein teurer Bauplatz erworben und eine Grünfläche überbaut werden musste: Ganz einfach indem eine bereits versiegelte Fläche, nämlich ein öffentlicher Parkplatz im Besitz der Stadt überbaut wurde.

Siehe dazu: https://www.zukunft-mobilitaet.net/166948/analyse/bezahlbarer-wohnraum-ueberbauung-parkplatz-dantebad-muenchen/

Statt relativ hochpreisigem Wohnraum in den bisher noch nicht ausgebauten Dachböden (darüber schrieb “Der Sonntag in seiner Ausgabe vom 20.05.2018 einem Artikel auf Seite 2 “Obendrauf nachverdichten”; siehe:  http://img.der-sonntag.de/dso-epaper/pdf/DS_frs_20.05.2018.pdf) schaffte man es in München durch die Überbauung eines Parkplatzes Wohnraum neu zu bauen, der für die Hälfte der ortsüblichen Markt-Miete angeboten werden kann.

Ein Beispiel, das wir uns merken sollten. Nicht nur das von Martin Horn vorgeschlagene Leerstandskataster sollte auf den Weg gebracht werden, sondern auch eine Liste von überbaubaren Parkplätzen. Es könnte gut sein, dass man auf diese Art schon die Dringlichkeitskarteien (nur damit sollte man im Grunde den Begriff Wohnungsnot verbinden) weitgehend abarbeiten kann.

Würde man dann noch die Flachbauten in den Gewerbebieten durch Umwidmungen derselben in Mischgebiete hinzunehmen, entstünde ein enorm hohes Potential an bezahlbarem Wohnraum, der die Planung eines neuen Stadtteils “Dietenbach” überflüssig machen würde.

Großflächiger, einstöckiger Flächenverbrauch in Gewerbegebieten (Foto: W.-D. Winkler)




Beim Wohnungsbau sind neue Ideen gefragt

In der ARD-Sendung ttt sind in den letzten beiden Sendungen interessante Beiträge zum Städtebau erschienen. Endlich scheint das Thema die breite Öffentlichkeit erreicht zu haben, das von Freiburg Lebenswert (FL) schon lange behandelt wird, aber von den Alt-Parteien (vor allem von der Salomon-Koalition Grünen und CDU) immer wieder belächelt wurde.  Jetzt mahnen renommierte Architekten und Experten sowie einige Bürgermeister zum Handeln.

In einem Beitrag geht es um eine radikale Idee: die Bodenpreise in den Städten zu reformieren. Auch wenn diese Idee in ihrer Radikalität schwer umsetzbar ist, ist ein Nachdenken darüber dennoch angebracht. Denn: Die Wohnungs- und Immobilienpreise steigen in unseren Städten unaufhörlich. Immer mehr normal verdienende Menschen können sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten. Nun regt sich in Deutschland prominenter Widerstand.
Siehe: https://www.ardmediathek.de/tv/ttt-titel-thesen-temperamente/Bodenlos/Das-Erste/Video?bcastId=431902&documentId=52200304 (in der Mediathek verfügbar bis 06.05.2019)

In einem weiteren Beitrag wird gezeigt, wie der spanische Fotograf Carlos Hernández die globale Stadtentwicklung beobachtet. Alle Bereiche des Lebens würden kommerzialisiert, sagt er, an der Entwicklung der städtischen Lebensräume könne man sehen, wie.
Siehe: https://www.ardmediathek.de/tv/ttt-titel-thesen-temperamente/Capital-City/Das-Erste/Video?bcastId=431902&documentId=52218352 (in der Mediathek verfügbar bis 06.05.2019).

Ein dritter Beitrag behandelt die Idee,  Flachbauten in Gewerbegebieten und bei Supermärkten mit bezahlbarem Wohnraum zu überbauen. Er setzt sich dabei kritisch mit dessen architektonischer Qualität auseinander. So heißt es im Einleitungstext: “In Deutschland fehlen knapp zwei Millionen bezahlbare Wohnungen. Politiker greifen zu unkonventionellen Kooperationen. Aldi plant nun, in München Wohnhäuser zu bauen. Was bedeutet das, wenn Discounter zu Bauträgern werden?”
Siehe: https://www.ardmediathek.de/tv/ttt-titel-thesen-temperamente/Discounterwohnungen/Das-Erste/Video?bcastId=431902&documentId=52366686 (in der Mediathek verfügbar bis 13.05.2019)

Doch unabhängig von der Debatte um Qualität und Ästhetik halten wir das Thema für sehr wichtig, da es ein enormes Potential bietet. Denn es geht hier um großflächigen Flächenverbrauch durch einstöckige Lagerhallen und Supermärkte sowie um die Flächenversiegelungen durch Parkplätze in Gewerbegebieten – einen enormen Luxus, den wir uns angesichts mangelnden Wohnraums in unseren Städten (so auch in Freiburg) leisten.

Vergleiche dazu: https://freiburg-lebenswert.de/wohnen-ueber-parkplaetzen-und-supermaerkten/

Großflächiger, einstöckiger Flächenverbrauch in Gewerbegebieten (Foto: W.-D. Winkler)

 




Vortrag von Conrad Amber am 16. Mai

Gerne möchten wir nochmals an die Vortragsveranstaltung erinnern, die morgen Abend in der Universität stattfindet:

„Bäume auf die Dächer – Wälder in die Stadt!“
Vortragsveranstaltung mit Diskussion
auf Einladung der Fraktionsgemeinschaft FL/FF
am 16. Mai 2018 um 19 Uhr
im Hörsaal 3044 im KG III der Universität.

Mehr Grün im Leben! Kreative Ideen und Visionen für ein Leben mit mehr Bäumen sind keine Utopie. Jeder, dem eine nachhaltige Zukunft wichtig ist, kann etwas dafür tun – der undogmatische Querdenker Conrad Amber zeigt an konkreten Beispielen auf, wie das geht. Ein engagiertes Plädoyer für mehr Grün beim Städtebau mit mutigen, aber möglichen Ideen, die uns endlich mehr Atemluft bescheren.




„Betriebsblindheit“ und „verlorene Bodenhaftung“

Ein Blick auf die Kommentare nach dem sensationellen Wahlsieg von Martin Horn zeigt, wie unterschiedlich die Wahrnehmung offensichtlich sein kann. Dies bezieht sich vor allem auf die Bürgernähe, mit der Martin Horn eine echte Alternative zum abgewählten Amtsinhaber geboten hat und mit der er einen ganz anderen, völlig neuen Politikstil gepflegt hat. Damit kamen die etablieren Parteien (Grüne und CDU) offenbar ebenso wenig zurecht, wie die in Freiburg etablierte Monopol-Presse (BZ).

Die überregionale Presseschau sowie Kommentare von Lesern, die unter Beiträge auf BZ-Online geschrieben wurden, zeigen, dass es auch ein ganz anderes Bild zum Wahlsieg von Martin Horn gibt, als das der „betriebsblinden“ lokalen Presse und das des Salomon-Lagers, dem offenbar „die Bodenhaftung verloren gegangen ist“ (Zitate aus Online-Kommentaren, s. u.).

Ein Beispiel für diese Betriebsblindheit ist z.B. der Kommentar von Kerstin Andreae, als sie in ihrem ersten Statement vor dem Rathaus nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses bedauerte, dass offensichtlich die Freiburger Wähler sich für Klimaschutz nicht mehr interessieren würden. Richtig ist da wohl eher, dass Martin Horn nicht gewonnen hat, weil die Wähler keine grünen Themen mehr wollen, sondern weil sie diese ihre grünen Anliegen bei der Partei der Grünen (zumindest in Freiburg) nicht mehr vertreten sehen.

Dass die grün geprägte Freiburger Wahlbevölkerung nicht mehr die sogenannten „Grünen“ als die besten Vertreter der grünen Themen ansehen, ist für Freiburg Lebenswert (FL) eine große Chance, denn schließlich hat diese basisdemokratisch-liberal ausgerichtete und Bürgerinteressen vertretende Wählervereinigung das Grün nicht nur in ihrem Logo sondern macht ganz wesentlich auch grüne Kommunalpolitik.

   

  

Hier einige ausgewählte Kommentare bei BZ-Online:

Von Werner Kohl.

„Wenn Salomon (nach dem ersten Wahlgang) argumentierte, es gäbe in der Stadt ja nur ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit, zeigt das, dass er die Bodenhaftung komplett verloren hatte und mit verbundenen Augen und verstopften Ohren durch die Stadt lief. Gewichtige Anliegen der Bürger perlten an ihm ab: Innenstadtbewohner, die durch nächtliche Sauforgien um den Schlaf gebracht werden, Geschäftsleute die beklagen, dass Passagen und Nebenstraßen zum Pissoir geworden sind und frühmorgens und am Wochenende die Stadt aussieht wie eine Müllhalde, Hoteliers die darauf hinweisen, dass der Colombi-Park zum Drogenumschlag- und Fixerplatz wurde und ihre Gäste Angst haben, ihn zu betreten, Hunderte von Bäumen die Bauprojekten geopfert wurden, eine verkorkste Wohnungsbaupolitik, ein völlig unsensibler Umgang mit dem jüdischen Erbe auf dem Platz der alten Synagoge. Die Liste der Fehlleistungen ließe sich beliebig fortsetzen bis hin zur Erklärung, die Hornwähler wollten eben gerne zum Siegerlager gehören: eine Beleidigung für alle, die aus den genannten Gründen Horn gewählt haben.“

Von Jürgen Steinke:

“(…) Betriebsblindheit droht allen, die längere Zeit mit Gleichem beschäftigt sind. Beschäftigten in Unternehmen, Politikern und Redakteuren in Zeitungen. Letztere sollten allerdings möglichst nicht in diese Falle tappen. Es war offenkundig, wie sehr auch die BZ vom Wahlausgang überrascht war. Und wer aufmerksam war, konnte auch die mediale Unterstützung für den Kandidaten Salomon aus einigen Texten herauslesen. Distanz und Unabhängigkeit sind allerdings Grundvoraussetzungen für guten, fairen und vor allem erkenntnisreichen Journalismus. (…)”.

Von unserem Mitglied Horst Dieter Akermann:

„Ich bin stolz auf unseren OB Martin Horn. Selbst am Höhepunkt seines spektakulären und kräftezehrenden Wahlkampfest, der durch die unerwartete Aktion eines kranken Menschen leicht hätte zum Tiefpunkt werden können, zeigte er Größe durch christliches Verhalten. Noch einmal ein Pluspunkt, auf dessen Demonstration wir lieber verzichtet hätten. Es ist kaum zu glauben, Martin Horn hat Freiburg verändert und zu einer unerwarteten Geschlossenheit geführt. Er wird ein erfolgreicher Oberbürgermeister werden.“

Und hier einige Ausschnitte aus Kommentaren und Beiträgen der überregionalen Presse:

Deutschlandfunk:

“Vordergründig sind dafür (für Salomons Abwahl; ug) lokale Gründe wie die extrem hohe Mieten und die große Wohnungsnot ausschlaggebend gewesen. Allerdings: Um Wohnungen zu bauen, und nebenher auch ein neues Fußballstadion, ließ Salomon schon mal Biotope zuschütten und Bäume fällen – und vergrätzte damit seine eigene Parteibasis. (…) Diejenigen, die einst euphorisch grün gewählt haben, wollen ihren Wählerwunsch nicht durch (…) Sachzwänge vernebelt sehen. Sie wünschen sich, dass grüne Werte deutlich im Regierungshandeln erkennbar bleiben, selbst wenn die CDU der Koalitionspartner ist. Ist dieser grüne Stempel nicht mehr erkennbar, wird es vielen grünen Wählern zu bunt  und sie machen ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel anderswo.”

DIE WELT:

“Die Niederlage Salomons kann nur auf den ersten Blick überraschen. Wer sich in jüngster Zeit in Freiburg umhörte, dem konnte weder entgehen, dass sich die Stadt immer mehr in Wechselstimmung befand, noch dass mit Martin Horn ein Kandidat bereitstand, der diesen Wechsel auch verkörpert. Horn verkörpert jene Jugendlichkeit und Aufbruchstimmung, nach der man sich in Freiburg sehnte. Horn konnte die Freiburger von sich überzeugen – und davon, dass 24 Jahre Salomon zu viele gewesen wären.”

Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ):

“Salomon ist in den 16 Jahren die Nähe zu den Bürgern abhandengekommen, und auch für das in Freiburg wie nirgendwo sonst in der Republik gut verankerte grüne Kernmilieu hatte er manchmal nur noch Spott übrig. (…) Die Bürger wollten einen neuen Oberbürgermeister und ganz sicher auch einen Neuanfang in der Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik.”

Der Spiegel:

„Salomons Niederlage kommt zumindest für Freiburger Verhältnisse, einem politischen Erdbeben gleich. Zum Verhängnis wurde Salomon unter anderem, dass er lieber managte als erklärte und gelegentlich durchblicken ließ, wie sehr ihn das Klein-Klein und manche Befindlichkeitsdebatten nervten. Die drohende Niederlage sah er nicht kommen. Folgerichtig wird Salomon nun von einem Bewerber beerbt, der sich besonders als Zuhörer profiliert hat: Martin Horn setze im Kampf um die Stimmen vor allem auf Authentizität und Frische, flankiert durch einen professionellen Wahlkampf im Internet.”

Stuttgarter Zeitung:

“Die Ökohauptstadt Deutschlands schickt ihren grünen Oberbürgermeister in die Wüste. Was für eine Schmach! Wer glaubt, die Niederlage gründe allein in der Arroganz des Amtsinhabers Dieter Salomon, der irrt. Es mag ja sein, dass Salomon als südbadischer Provinzkönig mit der Zeit die Bodenhaftung verlor. Aber das Desaster ausschließlich mit dem herben Charme des Amtsinhabers zu erklären, greift dann doch zu kurz. Es scheint so, als ob die Transformation der Grünen in eine CDU mit Faible für den Insektenschutz ihre Grenzen erreicht hat.”

SWR:

“Viele, zu viele Freiburger haben auch richtige Probleme. Allen voran die, die eine bezahlbare Wohnung suchen. Dieses Problem hat der 16 Jahre lang amtierende grüne OB Dieter Salomon völlig unterschätzt. Ein schlimmer politischer Fehler, verbunden mit seinem persönlichen von manch einem als überheblich wahrgenommenen Stil hat den Erfolgsverwöhnten hart, sehr hart auf den Boden der Wirklichkeit fallen lassen.”

Südwest-Presse:

“Es ist die Tatsache, dass Salomon das, was gerade von einem grünen OB erwartet wird, offensichtlich aus den Augen verloren hat: bei den Menschen zu sein, mit ihnen zu sprechen und ihnen zuzuhören. Dafür hat er am Sonntag die Quittung bekommen. Die Freiburger wollten einen Wechsel. Den bekommen sie. Martin Horn ist zu wünschen, dass er es besser macht.”

Süddeutsche Zeitung:

„Letztlich war es wohl vor allem eine Anti-Establishment-Wahl, dagegen ist nichts einzuwenden. Demokratischer Wechsel ist ein Wert an sich. Für das Modell einer ökologisch-konservativen grünen Politik ist die Niederlage in Freiburg ein schwerer Schlag.”

Die Zeit:

“Der Wahlausgang hat symbolische Bedeutung über die kommunale Ebene hinaus und gilt als schlechtes Zeichen für die im Land zusammen mit der CDU regierenden Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.”

Focus-Online:

“Zu konservativ, nah an der CDU und arrogant sei Salomon gewesen, hieß es in ersten Analysen. Die Südwest-Grünen sprachen davon, dass die Wechselstimmung in Freiburg unterschätzt worden sei. Dass die selbst ernannte Öko-Hauptstadt Deutschlands in vielen Punkten links tickt, zeigte nicht nur Horns Erfolg mit sozialen Wahlkampfthemen. (…)

Die nächsten acht Jahre im Rathaus gehören nun dem parteilosen Horn, einem politischen Newcomer. Er hat in nicht einmal vier Monaten Wahlkampf in der badischen Universitätsstadt eine Wechselstimmung entfacht. Amtsinhaber Salomon, der sich von Beginn an als Favorit sah, konnte dem nichts entgegensetzen. „Die Welle des Wechsels war nicht mehr zu brechen“, sagt der Freiburger Politikwissenschaftler Ulrich Eith.”

(Teilweise entnommen aus der Presseschau, die Fabian Vögtle in der BZ zusammengestellt hat.)




Triumphaler Sieg für Martin Horn und für den Wechsel

Pressemitteilung vom 6. Mai 2018

 Die überregionale Presse sprach bereits nach dem 1. Wahlgang der OB-Wahl von der Götterdämmerung des „Sonnenkönigs“ (Spiegel), von der „herben Klatsche für Salomon“ (Stuttgarter Zeitung) oder vom Problem des Amtsinhabers, der „ein Schwarzer mit grünem Beiprogramm geworden ist“ (FAZ). Salomon hatte die „Kavallerie“ aufmarschieren lassen, hat Unsummen in eine neue Kampagne mit bürgernahem Anstrich gesteckt, „seine“ ihm treu ergebene CDU hatte sich für ihn ausgesprochen und auch die BZ tat alles, um ihn möglichst gut dastehen zu lassen.

Es hat alles nichts genützt. Das überhebliche Gerede, man habe den „Denkzettel verstanden“ und die Wähler würden im 2. Wahlgang dann schon „richtig wählen“, ging nach hinten los. Die Wähler lassen sich halt nicht vorschreiben, wie sie zu denken, entscheiden und zu wählen haben – schon gar nicht im basisdemokratisch, liberal denkenden Freiburg.

Nun hat Martin Horn gewonnen, der eine echte Alternative geboten hat, der einen anderen Politikstil verspricht und zeigt: nämlich freundlich, bürgernah und ehrlich. Bei ihm haben die Bürger das Gefühl, dass er mit ihnen auf Augenhöhe spricht, dass er sie und ihre Anliegen ernst nimmt, dass er erst zuhört und dann abwägt und entscheidet. Er hat viele Erwartungen geweckt und wird daran beurteilt werden, wie er sie umsetzt.

Der Wahlerfolg von Martin Horn ist aber nicht nur Ausdruck der Unzufriedenheit mit dem nun abgewählten Amtsinhaber. Sie ist ganz wesentlich auch ein Denkzettel für die ihn unterstützenden Fraktionen bzw. Parteien der Grünen und der CDU in Freiburg. Martin Horn hat nicht gewonnen, weil die Wähler keine grünen Themen mehr wollen, sondern weil sie diese ihre grünen Anliegen bei der Partei der Grünen (zumindest in Freiburg) nicht mehr vertreten sehen. Und da die CDU nur noch ein Anhängsel Salomons erscheint, sehen die Wähler auch keine Notwendigkeit mehr, sich für sie zu entscheiden. Wer die Bauern in Dietenbach im Stich lässt, hat außerdem seine ursprünglich treueste Wählerschaft verloren.

Die Wählervereinigung Freiburg Lebenswert (FL) hat sich für den Wechsel ausgesprochen. Und sie hat Martin Horn unterstützt, der diesen Wechsel möglich gemacht hat. Nun erwartet und hofft FL, dass Martin Horn seinen respektvollen Umgang mit Bürgern und deren Interessen auch im Amt beibehält. FL wird ihn jedenfalls in Bezug auf die Themen, die FL wichtig sind, genauso kritisch begleiten, wie zuvor Salomon. FL wird ihn aber auch nach Kräften unterstützen, wo er den Wechsel vollzieht.

Martin Horn wird jedenfalls für FL ein seriöserer Gesprächspartner sein für unsere Themen: Beim Erhalt des Stadtbildes, der Grünflächen, der Lebensqualität sowie bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, der Stärkung des Denkmal- und Klimaschutzes, bei mehr Bürgernähe und Bürgerbeteiligung etc. Ebenso gilt dies in Bezug auf die geplanten Großprojekte Dietenbach und SC-Stadion (Spiegellösung).

Wir gratulieren Martin Horn zu seinem Wahlsieg und zu seinem neuen Amt!

Freiburg Lebenswert e.V.
Pressesprecher: Michael Managò
E-Mail: presse@freiburg-lebenswert.de

In das Rathaus von Freiburg wird ein neuer Oberbürgermeister einziehen, der näher bei den Bürgern sein möchte. (Foto. M. Managò)

Der Wahlsieger auf dem Podium (Foto: M. Managò)

Der Wahlsieger im Interview (Foto: M. Managò)




Wir unterstützen Martin Horn weil…




Appell zur Wahl von Martin Horn

Horst Dieter Akermann ist seit vielen Jahren Mitglied bei Freiburg Lebenswert (FL) und ist Ehrenvorsitzender der CDU in Freiburg-West. Nun hat er vor dem 2. Wahlgang der OB-Wahl am 6. Mai einen leidenschaftlichen Appell geschrieben, den wir hier in Auszügen gerne veröffentlichen:

„Die OB-Wahl befindet sich auf der Zielgeraden, das ist Grund genug für mich Euch noch einmal anzuschreiben und darauf hinzuweisen, dass wir in Freiburg einen Wechsel brauchen. Die nächste Möglichkeit gibt es erst in 8 Jahren wieder. Mit Martin Horn haben wir eine exzellente Alternative. Das haben auch die Bürger gespürt und ihn mit dem besten Wahlergebnis im 1. Wahlgang belohnt. Nun gilt es auch im 2. Wahlgang das beste Ergebnis zu erzielen, deshalb appelliere ich an Euch und an Eure Freunde und Bekannten, Martin Horn Eure Stimme zu geben. Dafür danke ich Euch von ganzem Herzen.

Wir Bürger von Freiburg müssen dafür sorgen, dass das ungebremste Wachsen unserer geliebten Stadt Freiburg beendet wird. Mit ca. 230 000 Einwohnern haben wir die zumutbare Größe längst überschritten. Der unaufhörliche Bauboom hat die Investoren auf den Plan gerufen, die vor allem Profit machen wollen.

Monika und Horst Dieter Akermann