Keine SC-VIP-Karten f├╝r Gemeinderatsmitglieder

Die Fraktion FL/FF ist prinzipiell erfreut ├╝ber den Vorsto├č der Fraktion der Freien W├Ąhler vom April diesen Jahres sowie den der SPD-Fraktion sp├Ąteren Datums und h├Ąlt diese f├╝r richtig. In einem Schreiben an die Stadtverwaltung und die Gemeinderatsfraktionen wird von ihnen angeregt, beginnend mit der Spielzeit 2018/2019 eine grundlegende Neuregelung f├╝r die Ticketvergabe der Spiele von Freiburger Sportvereinen zu finden: Das Kontingent an Eintrittskarten w├╝rde zentral┬á verwaltet, die Mitglieder des Gemeinderats erhielten Eintrittskarten gegen Bezahlung eines entsprechenden Entgeltes, was transparent darzustellen ist. Somit entfiele sowohl der Verdacht der Vorteilsnahme als auch die Gew├Ąhrung eines geldwerten Vorteils.

Wir m├Âchten aber daran erinnern, dass bereits bei┬á Aufnahme ihrer T├Ątigkeit im Gemeinderat im Jahr 2014 die Stadtr├Ąte der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert/F├╝r Freiburg die Annahme der kostenlosen VIP-Tickets des Sportclubs Freiburg verweigert hatten, mit der Begr├╝ndung, dass eine Zuwendung dieser Gr├Â├čenordnung (Wert eines Tickets: ca. 3.000 ÔéČ) nicht mehr mit der Unvoreingenommenheit eines Stadtrates vereinbar sei. Am 1. August 2014 schrieb die Badische Zeitung dazu, dass die Debatte ├╝ber die kostenlosen VIP-Tickets immer wieder aufflamme und auch die anderen Fraktionen diese Verg├╝nstigung in N├Âte br├Ąchte. Zitat: ÔÇ×So konsequent wie die Neuen (Fraktionsgemeinschaft FL/FF) ist bislang aber sonst keine.ÔÇť

Keine andere Fraktion hatte sich damals unseren Vorschl├Ągen geschweige denn unserer Argumentation angeschlossen.

Es geht aber nicht nur um VIP-Karten f├╝r die Spiele des SC Freiburg. Auch sonstige Freikarten zu entsprechenden Veranstaltungen im kulturellen Bereich, aber auch bei zahlreichen anderen Events, bed├╝rfen dringend einer Neujustierung.

Wie eingangs erw├Ąhnt, ist es erfreulich, dass andere Fraktionen diesen Vorsto├č gewagt haben. Allerdings ist zu vermuten, dass es sich nicht unbedingt um Einsicht, sondern um Wahlkampftaktik handelt, denn glaubhafter w├Ąre diese Vorgehensweise vor vier Jahren gewesen, anstatt den kostenlosen Zugang zu Spielen und vor allem dem VIP-Bereich eine weitere Legislaturperiode lang zu nutzen.

FL/FF hat vorgemacht, wie der Verdacht von Vorteilsnahme oder Beeinflussung vermieden werden kann.

Der von Gerlinde Schrempp und Dr. Wolfgang Deppert verfasste Beitrag wird im Freiburger Amtsblatt Nr. 728 erscheinen.

Siehe auch den Beitrag:  Befangenheit durch SC-Freikarten

Dort war im April d. J. zu lesen:┬á Man kann nicht mehr unbefangen ├╝ber Angelegenheiten des SC entscheiden, wenn man Geschenke in dieser Gr├Â├čenordnung entgegen nimmt, bei jedem Heimspiel im Stadion sitzt und dem Verein zujubelt, ├╝ber dessen Angelegenheiten man dann im Gemeinderat Entscheidungen f├Ąllt.

Dieser Zusammenhang ist eigentlich offensichtlich und m├╝sste jedem klar sein. Dass Gr├╝ne und CDU-Stadtr├Ąte da einmal mehr einhellig anderer Meinung sind, spricht f├╝r sich. Freim├╝tig bekennt z.B. Timothy Simms von den Gr├╝nen in der BZ, dass er ÔÇ×die SC-Dauerkarte gerne nutzt, dann auf der Haupttrib├╝ne in der ersten Reihe sitztÔÇť und meint, ÔÇ×eine Beeinflussung finde nicht stattÔÇť. Und Berthold Bock von der CDU sieht ÔÇ×keine Notwendigkeit f├╝r das Thema.ÔÇť

Und siehe auch den Beitrag:  SC-Freikarten: Grosses Lob für FL

Dort wurde schon im August 2014 festgestellt:┬á Auf sehr breite Zustimmung und gro├čes Lob ist die Ablehnung der SC-Freikarten durch die Stadtr├Ąte der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert (FL) / F├╝r Freiburg (FF) bei den Freiburger B├╝rgern wie bei der Presse gesto├čen. (…) Diese Haltung hat den vier FL/FF-Stadtr├Ąten und der B├╝rgerliste Freiburg Lebenswert viel Lob und Anerkennung eingebracht. Die anderen im Gemeinderat vertretenen Fraktionen und Parteien, die die Karten als ÔÇ×BonbonÔÇť (so die Gr├╝nen) bzw. ÔÇ×SchmankerlÔÇť (so die CDU) angenommen haben, hat die Haltung von FL dagegen in erhebliche Erkl├Ąrungsnot gebracht.

Fraktionsgemeinschaft FL/FF: Gerlinde Schrempp, Prof. Klaus-Dieter R├╝ckauer, Karl-Heinz Krawczyk, Dr. Wolf-Dieter Winkler.