Ist wieder eine stadtbildprägende Villa in Gefahr?

Die stadtbildprägende Villa in der Karlstr. 32 (Foto: M. Managò)

Aufgrund von Kahlschlag der Vegetation und von Vermessungsarbeiten auf dem Grundstück Karlstr. 32 (Ecke Wölflinstr.) ist man im Stadtteil Neuburg  sowie im angrenzenden Herdern äußerst besorgt, dass die dort stehende Villa und das Atelier-Gebäude im Hof abgerissen werden könnten.

Nachdem in den 1960er Jahren bereits einige bauliche Schmuckstücke für den Bau der katholischen Fachhochschule, das imposante Kepler-Gymnasium in den 1990er Jahren einer Wohn- und Büro/Gewerbebebauung und die historischen Häuser auf dem Amerikaareal in den 2010er Jahren ebenfalls für eine wenig in den Stadtteil passende Wohnbebauung “Platz machen” mussten, wäre der Abriss dieser bei-den Häuser an dieser markanten Stelle Ecke Karl- und Wölflinstraße ein weiterer Mosaik-stein, die in ihrer Summe dazu führen, dass der ursprüngliche Charakter Herderns zerstört wird.

Daher stellen sich folgende Fragen:  Stehen die beiden Häuser unter Denkmalschutz?  Wenn nein, sind die Befürchtungen der Bürger in den beiden Stadtteilen berechtigt, dass diese beiden markanten und stadtteilprägenden Häuser abgerissen werden sollen?  Wenn ein Abriss vorgesehen ist, was ist an Stelle der bisherigen Häuser geplant?

Siehe dazu hier die Anfrage von FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler an OB Salomon und die Stadtverwaltung:  Anfrage Karlstrasse 32

Nachträgliche Ergänzung und Klarstellung:

Am 28.03.2018 erhielt der Lokalverein “Forum Neuburg”, das sich mit einer ähnlichen Anfrage an die Stadt gewandt hatte, folgende beruhigende Antwort von Herrn Willi Loba (Abteilungsleiter Baurechtsamt / Untere Denkmalschutzbehörde):

“In Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt teilen wir Ihnen folgendes mit:

Die Gebäude Karlstr. 32 sind bereits seit 1983 als Sachgesamtheit in der Liste der Kulturdenkmale eingetragen.

Der Unteren Denkmalschutzbehörde liegt kein Antrag auf Abbruch der Gebäude vor. Von einem Abbruch ist auch nicht auszugehen, da derzeit Renovierungs- und Sanierungsarbeiten sowie Umbaumaßnahmen denkmalrechtlich beantragt sind, die von uns geprüft werden. Weiter Angaben können wir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht machen.

Für den Bereich gilt der Bebauungsplan Nr. 2-80 „Keplerpark“ aus dem Jahr 1998. Der Bebauungsplan setzt auf dem Grundstück verschiedene Bäume zum Erhalt fest. Bei evtl. geplanten Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen ist der Schutz dieser Bäume zu berücksichtigen.”

Die stadtbildprägende Villa in der Karlstr. 32 (Fotos: M. Managò)

Die stadtbildprägende Villa in der Karlstr. 32

Die stadtbildprägende Villa in der Karlstr. 32




Streit um gute Stadtplanung

Bauplatz auf dem Areal des Heilig-Geist-Stifts im Stadtteil Neuburg.
Bauplatz auf dem Areal des Heiliggeist-Stifts im Stadtteil Neuburg.

Unter der Überschrift “Streit um gute Stadtplanung” beschreibt die Badische Zeitung (BZ), wie der Gestaltungsbeirat die Planungen des Bauunternehmens Treubau auf dem Areal des Heiliggeist-Stifts (zwischen Johanniter- und Deutschorden-Str. im Stadtteil Neuburg kritisiert: “Architekt Tobias Wulf, Mitglied im fünfköpfigen Gestaltungsbeirat, fiel aus allen Wolken, als er in der jüngsten Sitzung die Entwürfe der Treubau – sie hatte in einem Bieterverfahren den Zuschlag bekommen – präsentiert bekam. Denn mit dem Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs von 2013 (der Zufall will es, dass Wulf damals Vorsitzender des Preisgerichts war) hatte der u-förmige Entwurf mit insgesamt 90 Wohnungen in vier Häusern nichts mehr zu tun. “Wenn ich sehe, wie sich das weiterentwickelt hat, muss ich tief durchatmen. Das ist für mich ein Schock”, sagte Wulf und fragte verärgert: “Warum hat man dann überhaupt einen Wettbewerb gemacht?” 14 Entwürfe waren damals eingereicht worden, das Preisgericht hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und zehn Stunden getagt.”

Vorstand der Treubau ist Bernd Rösch, ein früherer enger Mitarbeiter von OB Salomon. Grundstückseigentümerin des innenstadtnahen 11000-Quadratmeter-Geländes ist die Stiftungsverwaltung.  Die BZ bezeichnet das Gelände als “Filetgrundstück Freiburgs”, auf dem die Heiliggeistspitalstiftung ein neues Pflegeheim bauen will. Den Rest des Areals lässt sie von der Treubau mit Wohnungen bebauen – “in Erwartung eines stattlichen Erbpachtzinses”.

Siehe in der BZ: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/warum-hat-die-stiftungsverwaltung-einen-ideenwettbewerb-ausgerufen-aber-den-siegerentwurf-verworfen–122212053.html