Zur Einf├╝hrung des Kurzsteckentickets

Zum Thema „├ľPNV Einf├╝hrung des Kurzsteckentickets“┬á (Drucksache G-18/204 11.12.2018) hat Stadtr├Ątin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gerlinde Schrempp am 11.12.2018 f├╝r die Fraktionsgemeinschaft FL/FF folgende Rede gehalten.

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister, meine Damen und Herren,

in den letzten Jahren wurden die Gemeinder├Ąte tats├Ąchlich des ├ľfteren auf die Einf├╝hrung eines Kurzstreckentickets angesprochen. Lange Zeit schien es nicht m├Âglich zu sein, diesem Wunsch nachzukommen. Und jetzt k├Ânnen wir ├╝ber die Einf├╝hrung eines solchen Kurzstreckentickets abstimmen. Das scheint zun├Ąchst einmal ein sch├Âner Erfolg f├╝r die ├ľPNV-Nutzer zu sein.

Meine Fraktion empfindet allerdings bei n├Ąherer Betrachtung der Umsetzung dieses Vorhabens nicht nur reine Freude. Dass ein solches Kurzstreckenticket nicht umsonst kommen kann, ist uns klar, aber wie teuer es die Stadt letztlich kommen wird, war bisher nicht klar.

Stadtr├Ątin Gerlinde Schrempp (FL)

Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe pers├Ânlich ein gro├čes Problem mit der Finanzierung dieses Kurzstreckentickets. Dass die Stadt Freiburg mit 90%, der Landkreis Emmendingen mit nur 4% und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 6% an der Umsetzung beteiligt sind, kann ich nicht als Erfolg f├╝r die Stadt Freiburg sehen. Im Jahr 2019 wird das die Stadt eine knappe Viertelmillion Euro kosten, in den Folgejahren weit ├╝ber eine halbe Million. Wie viel weiter die Strecken aber zwischen den Haltestellen in den Landkreisen sind, brauche ich hier nicht darzulegen, die Nutzer des Kurzstreckentickets aus den umliegenden Gemeinden k├Ânnen sich bei Ihnen, Herr Oberb├╝rgermeister, f├╝r dieses Geschenk bedanken, denn die Finanzierung wird zu Lasten des Freiburger Haushaltes gehen und ÔÇô das wird in der Drucksache nicht angesprochen – zu Lasten der Einzelfahrscheine, aber auch der Regio-Karte.

Wir haben gestern bei der Einbringung des Doppelhaushaltes von Ihnen, sehr geehrter Herr Finanzb├╝rgermeister, sehr deutliche Zahlen geh├Ârt. Die Stadt finanziert den ├ľPNV in Freiburg und in der Region direkt oder indirekt mit rund 66 Mio ÔéČ f├╝r zwei Jahre. Das Kurzstreckenticket wird auch dazu beitragen, dass

der j├Ąhrliche st├Ądtische Zuschuss von 5 Mio. ÔéČ, obwohl eigentlich bis 2020 befristet, in dieser H├Âhe nicht zu halten sein wird. Ich habe in verschiedenen Gremien mehrfach angesprochen, dass vielen B├╝rgerinnen und B├╝rgern offensichtlich nicht bewusst ist, wie preisg├╝nstig der ├ľPNV in Freiburg ist. In vielen St├Ądten, die von der Gr├Â├če und der Struktur her Freiburg vergleichbar sind, zahlen die B├╝rger f├╝r eine Regio-Karte oft das Doppelte und mehr bei weit geringerer Leistung der Verkehrsgesellschaften. Mein Lieblingsbeispiel ist Offenburg. Dort kostet die Sch├╝ler-Regio-Karte soviel wie unsere ├╝bertragbare Regio-Karte. Und auch diese Karte bietet bei Weitem nicht so viel, wie unser Freiburger Ticket. F├╝r Menschen mit sehr knappen finanziellen M├Âglichkeiten haben wir das Sozialticket und die verbilligten Mehrfachkarten eingef├╝hrt, was wir als notwendig und als einen Erfolg sehen.

Wir werden der Einf├╝hrung dieses Kurzstreckentickets mit gro├čer Skepsis zustimmen. Gleichzeitig sollte in Nachverhandlungen das Missverh├Ąltnis bei der Kostenaufteilung Stadt/Landkreise bereinigt werden. Weiterhin ist eine Evaluierung in k├╝rzest m├Âglicher Zeit erforderlich.