Zum städtebaulichen Rahmenkonzept Mooswald

Am 11.07.2017 stand als Top 14 auch das Thema „Städtebauliches Rahmenkonzept ‚Stadtteil Mooswald‘ (Drucksache G-17/110)“ auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Dazu hat unsere Stadträtin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF), Gerlinde Schrempp, sehr sachlich und mit guten Argumenten versehen, folgende Rede gehalten, die wir hier gerne im Wortlaut dokumentieren möchten:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

wie bekannt ist, war die Fraktion FL/FF Fraktion Mitunterzeichner des interfraktionellen Ergänzungsantrages, die beiden Gebiete um das Eisstadion und das Gewerbegebiet Mooswald in den Beschlussantrag aufzunehmen, den die Verwaltung, wie wir eben hören konnten, jetzt übernimmt. Die Frage bleibt aber: Warum erst jetzt? Die Begründung zu diesem Ergänzungsantrag liegt vor und muss nicht wiederholt werden. Hier sind beachtliche Potenziale zur Innenentwicklung vorhanden, die nicht mit einem weiteren Flächen- oder gar Landschaftsverbrauch einhergehen.

Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL)

Meine Fraktion stimmt auch weitgehend den geplanten Umstrukturierungen im Stadtteil Mooswald zu. Es geht um die Elsässer Straße Nordwest, die Stadtteilmitte,  Elsässer Straße Südost mit Aufdingerweg, Elefantenweg und Funkerkaserne. Zusammen mit den bereits fertiggestellten oder laufenden Bauvorhaben im Stadtteil sind dann über 1.500 Wohnungen in den vergangenen drei Jahren realisiert und das ist mehr als genug für einen Stadtteil mit gerade 6.000, bald aber 10.000  Einwohnern. Selbstverständlich muss über Geschosshöhe vor allem im Bereich Elsässer Straße Nordwest noch gesprochen werden, aber wir sind zuversichtlich, dass in diesem Bereich verträgliche Maßnahmen erreicht werden können. Man kann also feststellen, dass sich die Mooswälder Bürgerschaft keineswegs gegen Neubebauung stellt, allerdings muss auch von der Verwaltung zugegeben werden, dass hier bisher schon überproportional zur Bauflächenentwicklung beigetragen wurde.

Ein absolutes Nein von unserer Seite zum von ProWo geplanten „Neuen Stadtquartier Mooswald-West“. Der Verlust der beiden Waldflächen an der Oberen Lache und dem Rehwinkel ist nicht hinnehmbar. Seine Bedeutung für die Anwohner als Naherholungsgebiet, aber auch was Lärmschutz, Klimaveränderung, Natur- und Artenschutz angeht, ist allein schon durch seine Einstufung als Landschaftsschutzgebiet festgehalten. Daher begrüßen wir auch sehr den Änderungsantrag von Frau Dr. von Savigny und Frau Vogel von der Fraktion UL.  Die Infrastruktur des Stadtteiles lässt ein derartiges überproportionales Wachstum nicht zu. Dieses Wachstum ist ungesund, wer will denn schon im Geschosswohnungsbau an einer der meist befahrenen Straße Freiburgs leben? Wie oben beschrieben, gibt es genügend Alternativen, siehe dazu auch die beiden Gebiete um das Eisstadion und das Gewerbegebiet.

Es ist völlig unverständlich, dass bisher die Verwaltung – die das selbst gewählte Etikett der Green City regelmäßig zu Werbezwecken hervorhebt – die Waldflächen gegen den erklärten Willen der Bevölkerung, nicht nur im Stadtteil Mooswald, und gegen jede Vernunft abholzen will, anstatt das sinnvoll weiterzuentwickeln, was vorhanden ist und was verträglich wäre.

Solange die beiden Waldflächen an der Paduaallee/Granadaallee zur Disposition stehen, lehnen wir den Rahmenplan Mooswald, so wie er vorliegt, ab.

Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL)

Der betroffene Mooswald heute
Fotomontage des Bürgervereins mit neuer Bebauung im Mooswald

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