Zum Jahresbericht der Wohnungsnotfallhilfe

Zum Thema „Wohnungsnotfallhilfe“ (Drucksache G-18/199) hat Stadtrat Prof. Dr. Klaus-Dieter R├╝ckauer (F├╝r Freiburg) am 02.10.2018 im Freiburger Gemeinderat f├╝r die Fraktion FL/FF folgende Rede gehalten. Es geht um den Jahresbericht der Wohnungsnotfallhilfe,┬á um die die Vermeidung von Obdachlosigkeit bei drohendem Verlust der Wohnung und um Instrumente zur Minderung von Notlagen in diresem Bereich:

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine Wohnung zu haben, geh├Ârt zu den existenziellen Bed├╝rfnissen und muss als Grundrecht gesehen werden. Umso entt├Ąuschender, dass es auch in unserem reichen Land eine viel zu hohe Zahl von Menschen gibt, die keine Wohnung haben oder sich keine angemessene leisten k├Ânnen.

Der Jahresbericht ├╝ber die Wohnungsnotfallhilfe ist beeindruckend. Er ist sehr detailliert, ausgesprochen aufschlussreich und stellt angesichts des zwischenzeitlichen Wechsels der Zust├Ąndigkeiten eine besondere Leistung dar. Gro├če Anerkennung f├╝r alle MitarbeiterInnen, die daran beteiligt waren.

Stadtrat Prof. Klaus-Dieter R├╝ckauer (F├╝r Freiburg)

Die hohe Zahl von Menschen mit Bedarf an behelfsm├Ą├čiger Unterkunft oder die von Obdachlosigkeit bedroht sind, ist bedr├╝ckend. Im Einzelnen, dass die Gruppe der Langzeitf├Ąlle in der Not├╝bernachtung stark gestiegen ist, muss zu denken geben. Durch die spezifischen Probleme von Migranten kommt ein besonderer Aspekt des Hilfebedarfs hinzu.

Sehr wichtig ist die Vermeidung von Obdachlosigkeit bei drohendem Verlust der Wohnung. Hier muss der pr├Ąventive Einsatz der Stadt als ausgesprochen wertvoll gelten. Auf diesem Gebiet sollte unbedingt konsequent und weiterhin so wirkungsvoll gearbeitet werden. Ein Bedarf von fast 600 Pl├Ątzen in der Wohnungsnotfallhilfe demonstriert nachdr├╝cklich die konkrete Notlage so vieler Menschen. Umso wertvoller, dass nun neue Pl├Ątze geschaffen werden k├Ânnen.

Auf diesem Gebiet wird eine Entwicklung sichtbar, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung hat: die Gr├Â├če von Wohnungen. Es ist bemerkenswert, dass Wohneinheiten von 35 m2 als Kleinstwohnungen bezeichnet werden. Eine solche Fl├Ąche darf ohne Weiteres als gen├╝gend angesehen werden, und zwar keinesfalls mit dem Hintergedanken, dass es bei dieser Gruppe von Menschen ja nicht so drauf ank├Ąme. Generell k├Ânnten mit einem sparsameren Fl├Ąchenverbrauch sinnvolle Zielsetzungen erreicht werden.

Die aktive Wohnungsakquise der Stadt muss dringend weiter betrieben werden. Sie ist ein wesentliches Instrument zur Minderung dieser Notlagen. Noch einmal besten Dank an die zust├Ąndigen MitarbeiterInnen f├╝r ihre wertvolle Arbeit.