Sanierung und Nutzungskonzept f├╝r das Lycee Turenne

Zum Thema „Nutzungskonzept Lycee Turenne“ (Drucksache G-18/090) hat unsere Stadtr├Ątin Gerlinde Schrempp (FL) im Freiburger Gemeinderat am┬á 02.10.2018 f├╝r die Fraktion FL/FF folgende Rede gehalten. Das Thema kam durch einen interfraktioneller Antrag, an dem sich auch FL/FF beteiligt hatte, auf die Tagensordnung im Gemeinderat.

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister,
sehr geehrter Herr B├╝rgermeister Breiter,

die Fraktion Freiburg Lebenswert/F├╝r Freiburg setzt sich seit wir hier im Gemeinderat vertreten sind f├╝r die Sanierung des Westfl├╝gels des Lycee Turenne ein. Ich verweise auf die Haushaltsreden unseres Fraktionsvorsitzenden Dr. Winkler.

Stadtr├Ątin Gerlinde Schrempp (FL)

Gl├╝cklicherweise fanden sich anfangs diesen Jahres Vertreter aller Fraktionen auf Einladung des B├╝rgervereins Oberwiehre und der ARGE Stadtbild zu einer Besichtigung des Westfl├╝gels im Lycee Turenne ein. Und ÔÇô wie von uns nicht anders erwartet ÔÇô war nun eine Einigkeit aller Verantwortlichen zu verzeichnen, dass die bisherige Praxis des Weiterschiebens einer Sanierung dieses stadtbildpr├Ągenden Denkmals nicht mehr akzeptabel ist.

Allein f├╝r die Heizung des Geb├Ąudeteils wurden in den vergangenen vier Jahren weit ├╝ber 100.000 Euro ausgegeben, von anderen anfallenden Instandhaltungskosten, die j├Ąhrlich anfielen und weiterhin anfallen, m├Âchte ich gar nicht reden. Eine Menge Geld, die da einfach durch den Kamin gejagt wird.

Wir danken der Verwaltung f├╝r die Erarbeitung eines Nutzungskonzepts, bei dem wir vor allem auf die Gesamtnutzungsfl├Ąche von 1600 m┬▓ ohne Nebenfl├Ąchen eingehen m├Âchten. Die vier Schulen auf dem Campus Lycee Turenne haben ein Raumdefizit von etwa 1500 m┬▓. Es findet tagt├Ąglich ein l├Ąstiger f├╝r alle Beteiligten unangenehmer Sch├╝lertransport nach G├╝nterstal statt, nur um einen halbwegs ordentlichen, vom Gesetzgeber vorgegebenen .Unterricht zu gew├Ąhrleisten. Auch das kostet viel Geld, aber viel schlimmer ist, dass dieser Zustand zu Lasten der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler, aber auch des gesamten Lehrk├Ârpers geht. Ich verzichte darauf, ausf├╝hrlich zu schildern, wie die Situation beim Mittagessen oder die Kernzeitbetreuung in inakzeptabler Weise vonstatten gehen muss.┬á Von den weiteren Anforderungen im schulischen Bereich, wie z.B.┬á Ganztagesbetrieb, Digitalisierung u.a. ist der Gemeinderat unterrichtet und deshalb fordern wir, die Bereitstellung der Haushaltsmittel f├╝r eine Machbarkeitsstudie f├╝r dieses wertvolle, denkmalgesch├╝tzte Geb├Ąude.

Das Lycee Turenne (Luftaufnahme aus dem Jahr 2013 von Dr. W.-D. Winkler)

Wir fordern aber nicht nur die Mittel f├╝r eine Machbarkeitsstudie, damit ist es nicht getan. Wir fordern, eine erste Rate in H├Âhe von 5 Millionen ÔéČ f├╝r die Sanierung in den kommenden Haushalt einzustellen, denn wir alle wissen, dass nach einer sehr ├╝berschaubaren Zeit eine Machbarkeitsstudie ├╝berholt ist. Wir geben f├╝r wei├č Gott weniger existentielle Vorhaben der Stadt Millionenbetr├Ąge aus, die Versorgung von Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern kann nicht weiterhin auf die lange Bank geschoben werden.┬á

Aber nicht nur die Schulen brauchen dringendst R├Ąume, auch die B├╝rger der Oststadt ben├Âtigen Versammlungsr├Ąume, denn seit dem Wegfall des Maria-Hilf-Saales gibt es nichts mehr. ┬á

Wie Frau B├╝rgermeisterin Stuchlik ja nun schon mehrfach ausgef├╝hrt hat, wurde die Generalsanierung des Westfl├╝gels bereits vom Gemeinderat im Jahr 2001 genehmigt, aber mangels finanzieller Ressourcen hinten angestellt. Wie andere Fraktionen auch schon vorgeschlagen haben, sind wir der Meinung, dass die bereits genehmigten Gelder f├╝r Bauvorhaben u.a.im schulischen Bereich, die aber aufgrund der Situation in der Bauwirtschaft nicht verwirklicht werden k├Ânnen, nicht in den Haushalt zur├╝ckgehen sollten, sondern f├╝r die Machbarkeitsstudie und auch f├╝r eine erste Rate f├╝r die Sanierung zu verwenden sind.

Es ist sicherlich notwendig und auch seine Aufgabe, dass der Oberb├╝rgermeister der Stadt sich um weitere zus├Ątzliche F├Ârdermittel seitens des Bundes und auch des Landes bem├╝ht. Mit einer Machbarkeitsstudie ergeben sich M├Âglichkeiten, mit derzeit vorhandenen F├Ârderprogrammen von Bund und Land ein hochwertiges und auch stadtbildpr├Ągendes Denkmal vor einer weiteren Verschlechterung seines Zustandes zu bewahren und endlich einer sinnvollen Nutzung zuzuf├╝hren.┬á

Vielen Dank !