Umbau der Reithalle im Schlosspark Ebnet

Schloss Ebnet (Foto der alten Abbildung: Vistatour)

Zum Thema Umbau der Reithalle im Schlosspark von Ebnet f├╝r Ferienwohnungen, um den Erhalt des denkmalgesch├╝tzten Schlosses finanzieren zu k├Ânnen, hat unsere Stadtrat und Fraktions-Vorsitzender Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) am 23.10.2018 im Freiburger Gemeinderat f├╝r die Fraktion FL/FF folgende Rede gehalten:

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich muss vorweg doch mal folgendes festhalten: Es gibt das Interesse der Eigent├╝mer von Schloss Ebnet durch Veranstaltungen und den Bau von Ferienwohnungen, Einnahmen zu generieren, um das Schloss mit den Nebengeb├Ąuden und den Schlosspark sanieren und unterhalten zu k├Ânnen. Und es gibt den Wunsch von Anwohnern nach Nachtruhe und Verkehrslenkung. Das sind nun wahrlich keine Standpunkte, die sich unvers├Âhnlich gegen├╝berstehen und einander v├Âllig ausschlie├čen. Mit ein bisschen Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten m├╝ssten L├Âsungen m├Âglich sein, mit denen beide Parteien leben k├Ânnen sollten.

Es ist den Anwohnern sicher klar, dass sie selbst mit den von ihnen beklagten momentanen Beeintr├Ąchtigungen immer noch sehr privilegiert wohnen – mit ihren H├Ąusern direkt an einem Schlosspark. Beispielsweise an den Dreisamuferstra├čen zu wohnen und 24 Stunden am Tag durchfahrende LKW ertragen zu m├╝ssen, ist sicher eine ganz andere Beeintr├Ąchtigung der Lebensqualit├Ąt. Das zeigt sich ja auch darin, dass die Anwohner den Ebneter KulturSommer und den Christkindlesmarkt als positiv und keineswegs st├Ârend, sondern als Bereicherung ansehen, also Veranstaltungen an sich nicht ablehnen. Sie waren und sind ja bereit, bei Einhaltung gewisser Rahmenbedingungen eine gr├Â├čere Anzahl an Veranstaltungen hinzunehmen.

Aber ein Entgegenkommen der Anwohnerschaft setzt nat├╝rlich auch voraus, dass sich beide Parteien an Absprachen halten. Und hier sind in erster Linie die Schlosseigent├╝mer angesprochen, da sie ja mit ihren Veranstaltungen den aktiven Part in diesem Gegen├╝ber haben. Beispielsweise mehr Veranstaltungen durchzuf├╝hren als vereinbart oder unn├Âtigen L├Ąrmbel├Ąstigungen nicht entgegen zu wirken, ist einem einvernehmlichen Miteinander sicher nicht zutr├Ąglich.

Ich denke, allen ist klar, dass eine L├Âsung anzustreben ist, die ganz Ebnet zugutekommt. Der schlimmste Fall w├╝rde doch eintreten, wenn die Schlosseigent├╝mer sich den Unterhalt von Schloss und Park nicht mehr leisten k├Ânnten und gezwungen s├Ąhen, den Park f├╝r eine Bebauung zu offerieren. Das kann, au├čer ein paar Bautr├Ągern, nun wirklich niemand wollen. Vor allem die Anwohner nicht. Denn dann w├Ąre es mit der Parkidylle endg├╝ltig vorbei und man w├╝rde sich sicher nach den ungeliebten Hochzeitsveranstaltungen zur├╝cksehnen.

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)

Wir von FL/FF stehen Ferienwohnungen in Freiburg sonst ├Ąu├čerst kritisch gegen├╝ber, weil sie in Konkurrenz zu den dringend ben├Âtigten Mietwohnungen stehen. Aber hier sind wir ganz klar f├╝r die Nutzungsvariante ÔÇ×Ferienwohnungen durch den Umbau der ReithalleÔÇť. Dass dies behutsam unter denkmalsch├╝tzerischen Aspekten erfolgen wird, daf├╝r scheint uns die Beauftragung von der Sutter┬│KG mit Bauleiter Willi Sutter Garantie genug. Wohnbau ist an dieser Stelle v├Âllig unpassend und wird auch keineswegs zu den Einnahmen f├╝hren, die der Erhalt von Schloss und Park zwingend ben├Âtigt. Aber es muss ganz klar vertraglich geregelt sein, dass der Gewinn aus den Ferienwohnungen zu einem Gro├čteil f├╝r Sanierung und Unterhalt von Schloss und Park eingesetzt wird. Und wir sehen mit dem Wechsel von eher l├Ąrmintensiven Veranstaltungen wie Hochzeiten zu den eher ruhigeren Aktivit├Ąten von Ferieng├Ąsten zwangsl├Ąufig eine Beruhigung des angespannten Verh├Ąltnisses zwischen Schloss und Anwohnerschaft. Wenn dann noch vertraglich gew├Ąhrleistet wird, dass die Zufahrt der G├Ąste ├╝ber den Johann-Jakob-Fechter-Weg nachts unterbleibt, indem deren Autos ├╝ber die dann sanierte Schlossbr├╝cke gef├╝hrt werden, dann sollten doch wirklich alle Beteiligten ihren nachbarschaftlichen Frieden finden k├Ânnen.