Stadt will F├Ąllung einer Rotbuche nicht verhindern

Die B├Ąume haben keine Chance gegen Bauinteressen. Bauherrn k├Ânnen sich auf Unterst├╝tzung seitens der Stadt stets verlassen (Foto: K. U. M├╝ller).

Nach einem Schreiben vom Leiter des Baurechtsamts an die Anwohnerschaft der Stefan-Meier-Stra├če 131 gehen die Hoffnungen, die pr├Ąchtige Rotbuche im Hinterhof zu erhalten, gegen Null. Nichts kann nun den Bauherrn abhalten, sein Bauvorhaben wie geplant umzusetzen. Dieser zeigte sich nicht gespr├Ąchsbereit. Vorschl├Ąge f├╝r eine ge├Ąnderte Bauausf├╝hrung, die den Bauherren in die Lage versetzen w├╝rde, die Gr├╝nfl├Ąche mit der Rotbuche und mehreren Eiben zu erhalten, hatte es genug gegeben. In einer Anfrage an den OB vom 24.11.2021 schlug FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler vor, die geplante Tiefgarage ├╝ber die Zufahrt der benachbarten Tiefgarage des Finanzamtes zu erschlie├čen. Dies h├Ątte zur Folge gehabt, dass die Tiefgarage schmaler ausgefallen w├Ąre. So h├Ątte man den gesamten Gr├╝nstreifen mit den B├Ąumen erhalten k├Ânnen.

Es ist schon erstaunlich, wenn das Baurechtsamt in seinem Schreiben vom 3.12.2021 trotz geltender Baumschutzsatzung mitteilt, dass die Stadt vom Investor eine andere Bauausf├╝hrung nicht verlangen k├Ânne. Ebenso erstaunlich ist, dass sich die Stadt die Argumentation des Bauherrn des Zielkonflikts zwischen der Schaffung von Wohnraum und dem Klimaschutz zu eigen macht und dabei wieder einmal leichtfertig ein wertvolles Biotop den Partikularinteressen eines Bauherrn opfert.

Nach ┬ž 6 Abs. 2 Nr. 2 der Baumschutzsatzung ist ein Befreiungstatbestand vom Baumschutz gegeben, wenn die Fl├Ąche, auf der sich ein Baum befindet, ├╝berbaut werden darf. F├╝r Freiburg Lebenswert ist diese Rechtsgestaltung eine Reliquie des vorigen Jahrhunderts, die vollkommen ignoriert, dass die Klimakrise die Menschheit und alle Entscheidungstr├Ąger der politischen Institutionen zwingt, eingefahrene Gewohnheiten neu zu ├╝berdenken und aktuelles Handeln an die neue Lage anzupassen. L├Ąngst ist der K├╝hleffekt von B├Ąumen bekannt. Die Stadt Freiburg heftet sich zu Unrecht die verschiedensten Klimaschutz-Etiketten ans Revers, wenn es ihr nicht gelingt, ├╝berkommene Verordnungen vor dem Hintergrund des Klimawandels neu auszutarieren. Aktionen, wie das Ausstreuen von Blumensamen auf den noch vorhandenen Gr├╝nfl├Ąchen im Uni-Quartier wirken deshalb nur l├Ącherlich und unglaubw├╝rdig.

B├Ąume k├╝hlen, bieten Lebensraum und tun der Psyche gut – das Baurecht geht jedoch vor (Foto: K. U. M├╝ller).