Rotbuche Baum des Jahres 2022

Als erste Baumart wurde die Rotbuche zum zweiten Mal von der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung zum Baum des Jahres gek├╝rt. Mit dieser Auszeichnung wird der Wert eines Baumes in der Gesellschaft hervorgehoben. ÔÇ×Die letzten Jahre haben allen Wald-, Stadt- und Parkb├Ąumen stark zugesetzt. Auch der Zustand der Altbuchen ist kritischÔÇť, so der Pr├Ąsident der Stiftung.

Diese pr├Ąchtige Rotbuche in der Sonnenstra├če soll der Bebauung weichen (Foto: K. U. M├╝ller).

In Freiburg soll nun ein pr├Ąchtiges Exemplar dieses Baums des Jahres einem Bauvorhaben zum Opfer fallen. Und zwar in einem Innenhof in der Sonnenstra├če in Herdern. Der Baum hat laut Anwohner einen Stammumfang von 2,40 Metern und w├╝rde damit unter die Baumschutzsatzung fallen. Die Anwohner sind emp├Ârt. Auf der einen Seite rede die Stadtverwaltung von Klimaschutz und mehr Gr├╝n in der Stadt, dann aber werde doch wieder ein bestehendes Kleinbiotop zerst├Ârt. Auch FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler hat sich bereits bei der Stadt eingeschaltet. Diese sieht jedoch keine rechtliche Handhabe, die F├Ąllung zu verhindern.

Tats├Ąchlich k├Ânnte der Baum erhalten bleiben, w├╝rde der Bauherr deutlich kleiner planen, sowohl beim Wohngeb├Ąude als auch bei der Tiefgarage. ÔÇ×Ein klassischer ZielkonfliktÔÇť, so der Bauherr, durch die Verkleinerung w├╝rde schlie├člich weniger Wohnraum entstehen. Ein Gutachter habe zudem best├Ątigt, dass der Baum ohnehin eingehen w├╝rde.

Freiburg Lebenswert setzt sich mit Nachdruck f├╝r eine Verbesserung der Baumschutzsatzung ein. Baumschutz muss in Zeiten der Klimakrise und des dramatischen Artenschwundes dem Baurecht unbedingt vorgehen. Ein Baum dieses Ausma├čes erzeugt so viel K├╝hlung wie 10 Klimaanlagen, zudem bietet er Lebensraum f├╝r etliche Tierarten. Der angef├╝hrte Zielkonflikt ist bei marginalem Wohnraumgewinn lediglich vorgeschoben, dem Bauherrn geht es vor allem um Profitmaximierung. Und die Aussage, der Baum sei nicht mehr zu retten, muss doch stark bezweifelt werden; wenigstens ein neutraler Gutachter sollte noch hinzugezogen werden.

Klima- und Artenschutz sind manchmal sogar zum Nulltarif zu haben, dazu m├╝ssen nur bestehende Biotope erhalten bleiben. Bleibt zu hoffen, dass die Stadt endlich Ma├čnahmen ergreift, um solchen Eingriffen in Zukunft rechtlich begegnen zu k├Ânnen.