Kein Bewusstsein für Klimawandel in den Städten

Kleingärten sind als grüne Oasen für die Stadt unverzichtbar!

Viel war in diesem Jahr von Extremwetterlagen die Rede: Dabei ging es nicht nur um große Hurrikane in den USA, längere Dürreperioden in Afrika oder Überschwemmungen in Asien, sondern auch um deutsche Städte. Sie müssen sich laut Klimaforscher auf mehr Starkniederschläge und Hitze einstellen. Vom nassesten Sommer seit Beginn der Messungen im Jahr 1881 war in diesem Jahr in Berlin die Rede, wo knapp 420 Liter Regen pro Quadratmeter fielen, mehr als doppelt so viel wie im langjährigen Durchschnitt.

„Doch Großstädte sind auch Wärmeinseln – und das kann gefährlich sein. In Berlin sterben bei Hitzeperioden pro Jahr 700 bis 800 Menschen zusätzlich, vor allem ältere und kranke Menschen sind gefährdet. Und die Zahlen dürften steigen. Denn Klimaforscher erwarten für den Raum Berlin-Brandenburg, dass sich die jährliche Anzahl heißer Tage mit über 30 Grad Celsius in diesem Jahrhundert vervierfachen und die der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, sogar verfünffachen wird.“ So beschreibt die Frankfurter Rundschau (FR) in einem Betrag vom 18.09.2017 die Situation in Deutschland.

Das landwirtschaftlich genutzte Dietenbach-Gelände (Foto: M. Falkner)

In dem Klimaprojekt „KiezKlima“ haben Forscher jüngst Daten gesammelt und Vorschläge unterbreitet, wie Städte auf den Klimawandel reagieren sollten: „Es bringt nichts, abstrakt über Klimaanpassung zu sprechen. Man muss ganz konkrete Dinge benennen.“ So zum Beispiel über Bäume als Schattenspender, über begrünte Fassaden, die die Luft filtern und Sauerstoff spenden, über Nachbarschaftsgärten, die versiegelte Flächen ersetzen können. Darüber muss nach Meinung der Experten in der Stadtverwaltung und bei der Stadtplanung gesprochen werden.

Die Forscher beklagen aber, dass in den Städten „kaum ein Bewusstsein für den Einfluss des Klimawandels“ vorhanden sei. Dies ist leider auch in Freiburg der Fall, wo Grünflächen und Kleingärten vernichtet und versiegelt werden. Es gibt kein Konzept für den Erhalt oder die Neuschaffung von Grünflächen, Freiräumen oder den Erhalt schattenspendender Bäume. Im Gegenteil: der Magerrasen im Wolfswinkel soll überbaut werden, dem letzten Kältereservoir soll ein Stadion in den Weg gestellt werden, auf den letzten landwirtschaftlichen Flächen der Stadt wird ein neuer Stadtteil geplant, Kleingärten werden bebaut und auf den wenigen Grünflächen in der Stadt wird ungehindert nachverdichtet etc. etc. Die Politik des „Bauens auf Teufel komm raus“ haben Klimaexperten heute schon als falsch diagnostiziert. In Freiburg will man davon jedoch nichts hören und meint, man könne sich das leisten.

Siehe dazu den Beitrag in der FR: http://www.fr.de/panorama/klimawandel-grossstaedte-muessen-sich-der-hitze-anpassen-a-1352427,0#artpager-1352427-1

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