Es wird hei├č

Klimaschutz m├╝sse priorit├Ąr behandelt werden, so Hartmut F├╝nfgeld vom Institut f├╝r Umweltsozialwissenschaften und Geographie an der Universit├Ąt Freiburg in einer Sitzung des Bad Krozinger Gemeinderats (die BZ berichtete). F├╝r die Kurstadt Bad Krozingen wird ein Anstieg der mittleren Jahrestemperatur um ein Grad auf etwa 12 Grad bis 2050 prognostiziert. Bis Ende des Jahrhunderts soll bei der aktuellen Entwicklung der Mittelwert sogar um vier Grad ansteigen. Auch die Anzahl der Tropenn├Ąchte ├╝ber 20 Grad, derzeit sind das maximal f├╝nf N├Ąchte pro Jahr, soll ab 2050 auf 15 bis 20 N├Ąchte ansteigen. Die Auswirkungen auf die Gesundheit und die Folgen f├╝r die Natur sind bei dieser Entwicklung betr├Ąchtlich. ÔÇ×Der Oberrhein ist Hotspot der KlimafolgenÔÇť, so Hartmut F├╝nfgeld. Neben der Hitze werden nach Prognosen von Klimaforschern auch die Starkregenf├Ąlle zunehmen.

In Bad Krozingens Nachbarschaft, in Freiburg,  blieben diese Zeichen nicht unbemerkt. So wurde ein F├Ârderprogramm zur Entsiegelung und F├Ârderung von Fassaden- und Dachbegr├╝nung (Geb├ĄudeGr├╝nhoch3) auf den Weg gebracht. Auch stellen Stadtplaner und Umweltsch├╝tzer im Freiburger Rathaus nun ├ťberlegungen an, wie die von Hitze besonders betroffene Gebiete abgek├╝hlt werden k├Ânnen.  

Mit solchen Back├Âfen wie dem Platz der Alten Synagoge lassen sich St├Ądte nicht herunterk├╝hlen (Foto: K. U. M├╝ller).

Das ist durchaus lobenswert, doch w├Ąre nicht das Bewahren der bestehenden Biotope, Gr├╝nfl├Ąchen und B├Ąume um ein Vielfaches wirksamer und auch g├╝nstiger? Nicht nur eine Ert├╝chtigung der Baumschutzsatzung steht an; dringend notwendig ist es auch, dass  die Stadt und die Mehrheit im Gemeinderat  in der Baupolitik endlich umsteuern. Dietenbach, Metzgergr├╝n, Klein-Eschholz, Obergr├╝n, um nur einige der geplanten Baugebiete zu nennen,- ├╝berall werden Gr├╝nfl├Ąchen zubetoniert und damit gerade diese wichtigen k├╝hlenden Fl├Ąchen in W├Ąrmestrahler umgewandelt. Die Notwendigkeit dieser zahlreichen  Neubaugebiete darf angesichts sinkender Bev├Âlkerungszahlen deutschlandweit und auch in Freiburg durchaus angezweifelt werden.

Klimaschutz und Bauen sind untrennbar miteinander verbunden. Man kann nicht das eine wollen und gleichzeitig das andere vorantreiben. Oder wie von Klaus Riexinger in einem Kommentar der BZ vom 01.07.2021 auf den Punkt gebracht: ÔÇ×Eine hohe Fl├Ąchenversiegelung ist der maximale Widerspruch des nat├╝rlichen Zustands.ÔÇť Weiter f├╝hrt er aus: ÔÇ×Vor diesem Hintergrund sollten sich St├Ądte auch gut ├╝berlegen, ob Nachverdichtungen das geeignete Mittel zur L├Âsung der Wohnungsnot sind.ÔÇť Recht hat er.

Kleineschholz im St├╝hlinger: Die Kleing├Ąrten werden ebenfalls dem Wohnungsbau geopfert (Foto: K. U. M├╝ller).