„Beim Denkmalschutz muss sich was ändern“

Am 20.10.17 schrieb Simone Lutz, Redakteurin der BZ, unter obigem Titel: „Sie haben alle Recht gehabt. Alle, die sich gegen den Abriss der denkmalgeschützten Villa an der Wintererstraße gestemmt und befürchtet hatten, dass dort ein ungleich größeres Bauwerk hingestellt würde. Nun sollen es sogar zwei werden. Man weiß nicht, über was man sich mehr empören soll.

Dass das Kulturdenkmal überhaupt platt gemacht wurde? Dass der Eigentümer Sanierungskosten hoch- und Mieterträge kleinrechnen ließ? Dass die Stadtverwaltung nicht in der Lage war, ein gerichtsfestes Gegengutachten zu bringen? Dass der Eigentümer versprochen hatte, als Ersatz ein Einfamilienhaus hinzustellen, sich aber nicht drum scherte und das Gelände weiterverkaufte, lukrativ vermutlich? Dass nun gleich zwei Gebäudeklötze Rendite bringen sollen? Nicht nur der Abriss war eine Unverschämtheit, die beantragte Neubebauung ist es gleich doppelt. Beim Denkmalschutz liegt wirklich Einiges im Argen. Vor allem, dass die untere Denkmalschutzbehörde nicht genügend Personal und Ausstattung hat, um adäquat ihre Arbeit zu machen und sich im Zweifelsfall gegen Verwertungsinteressen zu behaupten. Das muss sich ändern. Keine Frage: Niemand soll arm werden, nur weil er ein denkmalgeschütztes Haus sanieren muss. Im aktuellen Fall lief’s jedoch genau andersrum: Da will sich jemand gesundstoßen auf Kosten eines Kulturdenkmals. Sehr, sehr ärgerlich.“

Sie beschreibt damit genau das, was FL/FF schon seit langem anprangert. Beim Denkmalschutz liegt Vieles im Argen, die untere Denkmalschutzbehörde ist überfordert, weshalb es kaum Gegenwehr gibt, wenn ein denkmalgeschütztes oder erhaltenswertes Gebäude/Ensemble für die Interessen eines Investors geopfert wird. Hier sei nochmals daran erinnert, dass u.a. das Amerikahaus und das Ratsstüble ein solches Schicksal erleiden mussten. Eine Ausnahme ist zum Glück der Meierhof in der Kartaus, dessen Erhalt dank der Initiative von FL-Stadtrat Wolf-Dieter Winkler gesichert wurde.

Das denkmalgeschützte Haus in der Wintererstraße 28, das Opfer von Spekulanten wurde (Foto: M. Managò)

Im grün-schwarzen Koalitionsvertrag steht, dass der Denkmalschutz in BW gestärkt werden muss. Um genau dies zu erreichen, wurde bei der Landesregierung eine von Mitgliedern des Vereins Freiburg Lebenswert erstellte novellierte Fassung des Denkmalschutzgesetzes in BW eingereicht (https://freiburg-lebenswert.de/fl-stellt-plaene-zur-novellierung-des-dschg-in-bw-vor/).

image_pdfimage_print