BaumfÀllungen in Zeiten des Klimawandels

Pressemitteilung vom 10 .08. 2019
(Siehe dazu auch die nachttrÀgliche Korrektur unten!)

Wieder sollen in Freiburg BĂ€ume in großem Ausmaß gefĂ€llt werden: Beim Eugen-Keidel-Bad sollen fĂŒr eine Erweiterung der Stellplatzanlage 190 BĂ€ume gefĂ€llt werden und fĂŒr den Neubau der Staudinger-Gesamtschule sollen weitere 150 BĂ€ume weichen. Insgesamt ist das ein kleiner Wald von 340 BĂ€umen. In der Badischen Zeitung (BZ) steht nun, dass „sachlich-rechtlich der Fall klar“ sei. „Soweit bekannt, lagen und liegen die notwendigen FĂ€llgenehmigungen der zustĂ€ndigen Behörde vor.“

Siehe: https://www.badische-zeitung.de/freiburg-naturschutzbeauftragte-warnt-vor-folgen-von-340-baumfaellungen-an-staudinger-gesamtschule-u

Gleich auf der nĂ€chsten Seite derselben Ausgabe der BZ vom 9. August 2019 wird ĂŒber die GrĂŒnen berichtet: „GrĂŒne wollen grĂ¶ĂŸere Anstrengungen der Stadt fĂŒr den Klimaschutz“. Was fĂŒr eine Schizophrenie! Was haben diese GrĂŒnen denn konkret dafĂŒr getan, BaumfĂ€llungen, die Bebauung von GrĂŒnflĂ€chen oder Ackerland zu verhindern? Entgegen anderslautender Vermutungen in einem Leserbrief in der BZ, sind es vor allem die GrĂŒnen, die massiv fĂŒr die jĂŒngsten Abholzungen eingetreten sind.

Eigentlich mĂŒssten wir doch alle wissen, welche Bedeutung BĂ€ume fĂŒr den Klimaschutz haben. Die Warnungen zum Klimawandel, zum Landverbrauch, zur Zerstörung unserer natĂŒrlichen Ressourcen sind eindeutig und unĂŒberhörbar geworden. Eine Klimakonferenz folgt der anderen und jedes Mal wird festgestellt, dass es kurz vor 12 ist und dass man unter keinen UmstĂ€nden so weitermachen darf. Jeder mĂŒsse vor seiner HaustĂŒr beginnen! „Global denken und regional handeln“ lautet ein beliebtes, richtiges und immer wieder zitiertes Motto. Und was macht Freiburg? Genau das Gegenteil!

Auch bezĂŒglich der Bedeutung der BĂ€ume gibt es mittlerweile eindeutige Studien und Belege fĂŒr deren Notwendigkeit im Hinblick auf eine bessere CO2-Bilanz. Eine viel beachtete Studie der ETH ZĂŒrich hat aufgezeigt, dass Aufforstung der effektivste Klimaschutz wĂ€re. Doch was macht die angebliche „Green City“ Freiburg? Auch hier und zum wiederholten Male genau das Gegenteil! Siehe: https://www.tagesschau.de/ausland/klimawandel-aufforstung-eth-101.html

Allerdings: FĂŒr eine sehr große Anzahl der Besucher ist das Eugen-Keidel-Bad eine therapeutische Maßnahme. Auch aus der weiteren Umgebung kommen viele kranke Menschen ins Thermalbad nach Freiburg. Deshalb sollte nicht gegen eventuell kranke Besucher, die mit eigenem Auto anreisen mĂŒssen, vorgegangen werden, sondern ĂŒberlegt werden, welche anderen Stellplatzmöglichkeiten man andenken kann. Die Stadtverwaltung sollte vom Gemeinderat gebeten werden, VorschlĂ€ge zu machen, wie die bestehenden BĂ€ume bei gleichzeitiger Ausweitung der Parkmöglichkeiten grĂ¶ĂŸtenteils erhalten werden können.

NachtrÀgliche Korrektur vom 13. 08. 2019
zur oben genannten Pressemitteilung:

Inzwischen haben wir von einigen neue Sachverhalte zum oben genannten Artikel bezĂŒglich Eugen-Keidel-Bad erfahren, die einige Aussagen im Artikel und der Pressemitteilung relativieren, weshalb wir darĂŒber an dieser Stelle berichten möchten:

So haben wir erfahren, dass die FlĂ€che, die am Eugen-Keidel-Bad fĂŒr den Parkplatz vorgesehen ist, vor 30 Jahren an die Stadtbau verkauft wurde. Bereits damals wurde die Aufforstung von gesetzlich vorgeschriebenen ErsatzflĂ€chen vorgenommen. Insofern ist die Abholzung der dort stehenden BĂ€ume tatsĂ€chlich rechtlich korrekt, da die FlĂ€che schon immer fĂŒr eine Erweiterung des Keidel-Bads vorgehalten war.

Insofern sollte aus unserer Sicht nur ĂŒberlegt werden, welche anderen Stellplatzmöglichkeiten denkbar sind. So z.B. ein Parkhaus in Leichtbauweise (siehe Fraunhofer-Institut Tullastraße oder Diakoniekrankenhaus), da ein solches Parkhaus mehr Parkmöglichkeiten auf engerem Raum ermöglichen wĂŒrde und dies vielleicht weniger BĂ€ume kosten könnte. Die Stadtverwaltung kann hier sicher VorschlĂ€ge machen, wie ein Teil der bestehenden BĂ€ume auf diese oder Ă€hnliche Weise erhalten werden kann.

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Freiburg Lebenswert e.V.
Pressesprecher: Michael ManagĂČ
E-Mail: presse@freiburg-lebenswert.de
www.freiburg-lebenswert.de

Der Wert eines Baumes (Foto und Text: Conrad Amber)