Wohnungsnot und „entgleiste Wohnungspolitik“

Ein Monstrum in Beton f├╝r Investoren aus aller Welt: Die Westarkaden

„Einzimmer-Apartments f├╝r 670.000 Euro, 21.000 leerstehende Wohnungen, die nur als Investment dienen, allein in der City: In London leidet inzwischen selbst die gehobene Mittelschicht unter Wohnungsnot. Seit dem Brand des Grenfell Towers organisieren sich Aktivisten gegen die entgleiste britische Wohnungspolitik.“ So der Ank├╝ndigungstext einer Sendung von Arte unter dem Titel „Wohnungsnot in London. Nur Platz f├╝r Million├Ąre?“

Siehe das Video in der Arte-Mediathek (dort noch verf├╝gbar bis zum 12.01.2017): https://www.arte.tv/de/videos/072509-015-A/re-nur-platz-fuer-millionaere/

Die Schweigem├Ąrsche zu Ehren der Toten des Grenfell Towers sind in London inzwischen zu einem Forum f├╝r Aktivisten geworden, die eine neue Politik gegen die extreme Wohnungsnot in London fordern. Sie sind Teil einer stark wachsenden politischen Bewegung in der britischen Hauptstadt, die sich gegen Wahnsinnsmieten und Wohnungsk├Ąufe als Investment wehrt. Vers├Ąmnisse der Politik sowie Verstrickungen von Londoner Politikern und Gemeinder├Ąten mit Investmentfirmen kommen ans Licht. „Die Wut der Menschen wird weiter hoch kochen, solange sie den Eindruck haben, dass sich nichts ├Ąndern wird“ hei├čt es am Ende in dem Beitrag.

Das erinnert sehr an Freiburg: G├╝nstiger Wohnraum wir abgerissen, um lukrativere, teure, neue Wohnungen schaffen zu k├Ânnen. Selbst soziale Bautr├Ąger und Genossenschaften verfahren so (siehe vor wenigen Jahren in der Joh.-Seb.-Bach-Stra├če oder heute in der Qu├Ąkerstra├če), obwohl sich Bewohner und Mieter dagegen wehren. Projektentwicklern wird das Feld ├╝berlassen, die f├╝r internationale Investmentfonds bauen, und der OB dieser Stadt verk├╝ndet als Festredner der Jubil├Ąumsveranstaltung der gr├Â├čten Freiburger Bautr├Ągergesellschaft ├Âffentlich, dass er sich „noch mehr Unm├╝ssigs in der Stadt“ w├╝nschen w├╝rde.