Verhalten am Platz der Alten Synagoge

Innerst├Ądtische Freir├Ąume sind von erheblicher Bedeutung f├╝r das Befinden der B├╝rgerinnen und B├╝rger: Orte der Begegnung, der Erholung, der Weite in einer eng bebauten Stadt, der Offenheit in diesem architektonischen, aber auch im ├╝bertragenen Sinn; und nicht zuletzt als klimatisch stabilisierende Zone.

Der Platz der Alten Synagoge w├Ąre bestens geeignet, diese Funktionen zu erf├╝llen. Die genannten Kriterien sind dort durchaus gegeben ÔÇô bis auf die f├╝r das Klima abtr├Ągliche Gestaltung mit einer gro├čen Fl├Ąche reflektierender Steinplatten. Deren negativer Einfluss war im Vorhinein klar absehbar, desgleichen der triste Gesamteindruck. Nach einem Jahr werden weitere Probleme erkennbar: die Besch├Ądigungen durch Skateboards und Graffiti sowie vor allem der M├╝ll.

Plakat aus der Schweizer Gemeinde Horgen (Foto: Prof. Klaus R├╝ckauer)

Die Freiz├╝gigkeit des Aufenthalts auf einem solchen Platz wird leider von manchen missverstanden. Noch immer sollte es selbstverst├Ąndlich sein, dass Kaffeebecher oder Verpackungen unaufgefordert im vorgesehenen Eimer entsorgt und Kaugummis oder Zigarettenstummel nicht achtlos auf den Boden geworfen
werden. Die Freiheit des B├╝rgers findet ihren Ausdruck nicht in solchem Verhalten, und umgekehrt muss die Erwartung an den Respekt vor Anderen und vor Regeln keineswegs als Einschr├Ąnkung der Pers├Ânlichkeitsrechte gesehen werden. Immerhin gelingt selbst den teuren Spezialger├Ąten die Reinigung der Platten nicht. Hier wirkt sich R├╝cksichtslosigkeit Einzelner zum gro├čen Nachteil f├╝r die Allgemeinheit aus. Gleichartig sollte ein nat├╝rliches Empfinden daf├╝r bestehen, dass Bierk├Ąsten, die zum K├╝hlen in das den Grundriss der Synagoge symbolisierendeBecken abgestellt werden, eine grobe Respektlosigkeit gegen├╝ber den Opfern des Pogroms darstellen.

Es braucht wiederholte Appelle an die ├ľffentlichkeit, und leider braucht es auch deutlich vermehrt das freundlich lenkende Eingreifen des Vollzugsdienstes. Sollte dies erfolglos sein, m├╝sste die erforderliche Verhaltens├Ąnderung durch wirksame Ma├čnahmen gef├Ârdert werden.

Beitrag f├╝r das Freiburger Amtsblatt von Stadtrat Prof. Klaus R├╝ckauer