Sanierungsverfahren KnopfhÀusle-Siedlung

Zum Thema „Sanierungsverfahren Soziale Stadt KnopfhĂ€usle-Siedlung“ (TOP 10, Drucksache G-19/194) hat unser Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) am 1. Oktober 2019 im Gemeinderat folgende Rede gehalten.

Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

zunĂ€chst möchte ich mich dem Dank meiner Vorredner an die Freiburger Stadtbau und an die Stadtverwaltung anschließen. Wir sehen es insbesondere als ein großes Entgegenkommen an, dass die Mieter der KnopfhĂ€usle Siedlung weitgehendes Mitsprachrecht an der Grundrissplanung ihrer Wohnungen bekommen sollen. Das ist alles andere als selbstverstĂ€ndlich. Denn die Ausarbeitung individueller Lösungen erfordert natĂŒrlich einen höheren Aufwand als eine standardisierte Sanierungslösung. Das zeugt von einer hohen WertschĂ€tzung der Mieter.

Photovoltaik und Denkmalschutz mĂŒssen sich nicht in jedem Fall gegeseitig ausschließen!

Mit Schreiben vom 27.9.2019 an die Stadtverwaltung haben wir den Vorschlag zum Bau von Photovoltaikanlagen auf den DĂ€chern der KopfhĂ€usle Siedlung gemacht. Ich will hierauf nochmals eingehen. Die HĂ€user stehen unter Denkmalschutz und uns ist natĂŒrlich klar, dass diese Tatsache wesentliche VerĂ€nderungen an den GebĂ€uden ausschließt, insbesondere was das Ă€ußere Erscheinungsbild betrifft.

Aber angesichts des Klimawandels ist nun ein dringender, schneller Umbau der weltweiten Energieversorgung hin zu regenerativen EnergietrĂ€gern ĂŒberfĂ€llig. Der Gemeinderat der Stadt Freiburg hat sich aus diesem Grund Ă€ußerst ehrgeizige Zielmarken gesetzt. So soll Freiburg bis zum Jahr 2030 eine 50%ige CO2 Reduzierung gegenĂŒber dem Jahr 1990 erreichen und bis 2050 klimaneutral sein. Die Bewegung „Fridays for Future“ geht noch darĂŒber hinaus und fordert KlimaneutralitĂ€t bereits bis 2030.

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)

Wir haben daher vorgeschlagen, dass die Stadt und die Freiburger Stadtbau Verhandlungen mit den Denkmalschutzbehörden aufnimmt mit dem Ziel, fĂŒr die HĂ€user der KnopfhĂ€usle Siedlung eine Ausnahmegenehmigung bezĂŒglich der Installation von Photovoltaik Anlagen zu erlangen. WĂŒrden diese als Aufdachanlagen ausgefĂŒhrt, wĂ€re ein RĂŒckbau prinzipiell jederzeit möglich, ohne die Denkmaleigenschaft beeintrĂ€chtigt zu haben. Insbesondere die vier östlichen GebĂ€uderiegel sind ideal geeignet. Ihre Nord SĂŒd Firstausrichtung erlaubt die Belegung sowohl der östlichen als auch der westlichen, weitgehend unverschatteten DachflĂ€chen, wodurch ĂŒber den Tag eine relativ gleichmĂ€ĂŸige Stromerzeugung realisiert werden kann. BegĂŒnstigt wĂŒrde das Vorhaben durch die geplante zentrale WĂ€rmeenergieversorgung, wodurch die Einzel Kamine auf den HĂ€usern kĂŒnftig sicher entfallen werden.

Aber selbst wenn die Dach Aufbauten beispielsweise wegen ihrer Denkmaleigenschaft nicht zur Disposition stehen sollten, können aufgrund der heutigen Technik die DĂ€cher weitgehend mit Solarmodulen belegt werden. Vor wenigen Jahren war die Verschattung von PV Modulen ein Problem, weil verschattete Module die Leistung der gesamten Anlage massiv beeintrĂ€chtigten. Diese Probleme sind inzwischen hinfĂ€llig durch den Einsatz von sogenannten Optimierern. Sie sorgen dafĂŒr, dass verschattete Module individuell „abgeschaltet“ werden und damit den Rest der Anlage nicht beeintrĂ€chtigen.

Denkbar wĂ€re die DurchfĂŒhrung eines Mieterstrommodells analog zu dem von „Freiburg Lebenswert“ angeregten und inzwischen auf den Weg gebrachten Modell fĂŒr die Stadtbau–GebĂ€ude Belchenstraße 12-34.

Wir können diesen Vorschlag natĂŒrlich auch als – ich hoffe dann interfraktionellen – Antrag stellen, um ihm eine LegitimitĂ€t ĂŒber den Gemeinderat zu geben. Vielleicht können Sie, Herr OberbĂŒrgermeister oder Herr BaubĂŒrgermeister, zu diesem Vorschlag nach Installation von Photovoltaik Stellung nehmen.

Siehe dazu auch:  Photovoltaik auf die DÀcher der KnopfhÀusle-Siedlung