Rede zum Eisstadion

Zum Eisstadion (Drucksache G-21/137) hat Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) am 27. Juli 2021 im Freiburger Gemeinderat folgende Rede gehalten:

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren!

Eine Stadt in der Gr├Â├čenordnung Freiburgs braucht eine gewisse Auswahl an Freizeiteinrichtungen f├╝r seine B├╝rger. Dazu geh├Âren beispielsweise B├Ąder, Theater, Museen, ein Tiergehege oder eben auch ein Eisstadion. Die Nutzer-Zahlen der Echte-Helden-Arena sind ja auch beeindruckend. Allein den Schul- und Publikumseislauf besuchen 80.000 Menschen, also vor allem Kinder und Jugendliche. Neben den Eishockey-Teams wird die Halle von weiteren Vereinen wie Eiskunstlauf und Eisstockschie├čen genutzt. Ein neues Eisstadion ist daher zweifelsohne ein Muss.

Der Verein Pro Eissport S├╝dbaden setzt sich nun daf├╝r ein, dass eine neue Halle eine Kapazit├Ąt von mindestens 5.000 Zuschauern haben muss. Sicher auch deshalb, weil die oberste Liga des Eishockeys, die DEL (Deutsche Eishockey-Liga), fordert, dass die Stadien der in dieser obersten Spielklasse spielenden Vereine eine Zuschauerkapazit├Ąt von mindesten 4.500 Zuschauern haben m├╝ssen. Diese Forderung der DEL finde ich doch sehr anma├čend, da die meisten Eishockey-Vereine, anders als zum Beispiel der SC Freiburg als Fu├čballverein, nicht die finanziellen Kapazit├Ąten zum Bau eigener Stadien haben. Und wenn der Steuerzahler f├╝r ein Stadion aufkommen muss, dann sollten seine Vertreter wie hier im Gemeinderat auch dar├╝ber mitentscheiden k├Ânnen, wieviel Zuschauerkapazit├Ąt sie bezahlen m├Âchten bzw. abh├Ąngig vom St├Ądtischen Haushalt bezahlen k├Ânnen. Ich sehe es wie der Leiter des APS, dass ein volles Stadion mehr Stimmung auf die Eisfl├Ąche bringt, als ein halbvolles. Ich denke daher, dass ein Stadion mit 3.500 Zuschauern f├╝r den EHC Freiburg durchaus ausreichend ist, zumal dauerhaftes Spielen in der obersten Liga eher unwahrscheinlich ist. Und f├╝r die DEL2 reichen 3.500 Zuschauerpl├Ątze allemal. Wenn statt 5.000 nur 3.500 Zuschauer vorgesehen werden, wirkt sich dies gleich mal im Einsparen eines zweistelligen Millionenbetrags aus. Hier m├╝sste die DEL auch mal ihre ├╝berzogenen Statuten ├╝berdenken.

Zu den ├ťberlegungen f├╝r ein Investorenmodell hatte der Leiter des APS (Amt f├╝r Projektentwicklung und Stadterneuerung) allerdings zu bedenken gegeben, dass der Bebauungsplan durch deren W├╝nsche mit vielen Zusatzfunktionen ├╝berfrachtet w├╝rde, was die Sache kompliziert, un├╝bersichtlich und zeitfressend macht. Und Zeit haben wir nicht mehr. Das alte Eisstadion ist abg├Ąngig und eine CO2-Schleuder. Selbst ein nicht zu 100% klimaneutrales neues Eisstadion w├Ąre daher allemal besser, als das alte weiter zu betreiben. Zudem g├Ąbe es Probleme mit unserem M├Ąrkte- und Zentrenkonzept. Und m├Âgliche Investoren, wahrscheinlich irgendwelche undurchsichtigen Hedgefonds in ├ťbersee, machen die Sache aufgrund ihrer knallharten monet├Ąren Eigeninteressen keinesfalls einfacher. Und meistens sind sie auch nicht leicht zu kontaktieren. Ich erinnere nur an die langwierigen Versuche allein der Kontaktaufnahme mit den Eigent├╝mern des EKZ Weingarten. Ein solches Modell kann daher nur letzte Wahl f├╝r uns, f├╝r Freiburg sein.

Also, ein neues Eisstadion mit zwei Eisfl├Ąchen, aber reduzierter Zuschauerzahl halte ich f├╝r mehr als ├╝berf├Ąllig. Es muss jetzt endlich irgendeine L├Âsung her. Ich pl├Ądiere allerdings daf├╝r, von einem Investorenmodell Abstand zu nehmen.