Nulltoleranz bei illegalen Graffiti!

 

Illegale Graffitti „zeugen eher von Minderwertigkeitsproblemen denn von k├╝nstlerischer Begabung der Schmierfinken“ (Foto: Dr. W. Deppert)

2008 wurde im renommierten Fachblatt Science eine Studie ver├Âffentlicht, in der von der Macht von Schmierereien an Hausw├Ąnden berichtet wird. Man hatte Flyer an die Lenker von Fahrr├Ądern geh├Ąngt und beobachtet, wie viele der Werbezettel auf den Boden geworfen wurden. Waren die W├Ąnde sauber, landeten weniger Zettel auf dem Gehweg. Graffiti, extra angebracht, verleiteten hingegen dazu, die Stra├če mit den Zetteln zu verm├╝llen.

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)

Die ÔÇ×Theorie der zerbrochenen FensterÔÇť beschreibt, wie ein vergleichsweise harmloses Ph├Ąnomen der Unordnung zu v├Âlliger Verwahrlosung eines Stadtviertels f├╝hren kann. Die Abw├Ąrtsspirale beginnt mit ein paar Schmierereien an der Wand, etwas M├╝ll auf dem Boden, einem zerbrochenen Fenster in einem leerstehenden Haus oder an einem stillgelegten Fahrzeug. Zeichen wie diese, so die Theorie, bringen schlechtes Verhalten der Menschen zum Vorschein. Wenn die Umgebung signalisiert, dass sich hier niemand um Recht und Ordnung schert, eskaliert die Situation. Schmierereien werden mehr, die Kriminalit├Ąt nimmt zu, ganze Viertel verkommen. In einer Art urs├Ąchlicher Abfolge seien Unordnung und Kriminalit├Ąt innerhalb einer Gemeinschaft unentwirrbar miteinander verkn├╝pft.

Daher sollten, um den weiteren Niedergang zu verhindern, Schmierereien an W├Ąnden und M├╝ll auf dem Boden sofort beseitigt, zerbrochene Fenster sofort repariert werden. ├ähnliches l├Ąsst sich ├╝brigens an Schulen feststellen. Je verwahrloster sie sind, um so weniger zeigen die Sch├╝ler Interesse, ihre Schule zu ÔÇ×erhaltenÔÇť. Auch hier nimmt der Vandalismus rapide ab, wenn die Geb├Ąude saniert und sauber sind. Ein Pl├Ądoyer f├╝r Schulsanierungen!

Dass legale, k├╝nstlerisch wertvolle Graffiti auch positiv wirken k├Ânnen, zeigt sich an dem Haus in der Wiehre. Das dort aufgesprayte vollfl├Ąchige Fassadenbild mit seinen Blumen- und Tiermotiven erfreut die Passanten. Viele unsch├Âne Mietskasernen in Freiburg k├Ânnten so mit legalen Graffiti versch├Ânert werden. Nicht akzeptabel sind jedoch Tags, reine Signaturk├╝rzel, die in gro├čer Zahl auf m├Âglichst vielen H├Ąusern platziert werden und eher von Minderwertigkeitsproblemen denn von k├╝nstlerischer Begabung der Schmierfinken zeugen. Einher geht damit ein erheblicher Wertverlust des bespr├╝hten Objekts. FL/FF spricht sich daher bei illegalen Graffiti f├╝r eine Nulltoleranzstrategie aus.

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)
als Beitrag f├╝r das „Amtsblatt“ von Freiburg

Das offiziell und legal bemalte Haus in der Kirchstra├če (Foto: Dr. W. Deppert)