Anfrage zur Laufener Stra├če

Zur Bebauung eines Parkdecks an der Laufener Stra├če hat Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) am 7. Januar 2022 folgende Anfrage (nach ┬ž 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen au├čerhalb von Sitzungen) an OB Martin Horn bzw. die Stadtverwaltung gerichtet:

Sehr geehrter Herr Oberb├╝rgermeister,

Stuttgarter Investoren beabsichtigen auf einem ihnen geh├Ârenden unansehnlichen Garagendeck in der Laufener Stra├če ein mehrst├Âckiges Wohngeb├Ąude mit insgesamt 19 Wohneinheiten (Studentenappartements) zu errichten.

Eine erste m├╝ndliche Bauanfrage an die Stadt wurde von Architekt Hetzel vom B├╝ro Hetzel + Ortlof Architekten im Jahr 2014 gestellt. Am 16.06.2016 wurde das Bauprojekt schriftlich dem Leiter des Stadtplanungsamtes vorgestellt. Von diesem wurde Herrn Hetzel mitgeteilt, dass aufgrund aktuell laufender Bebauungsplanverfahren dieses nicht innerhalb der n├Ąchsten 1,5 Jahre bearbeitet werden k├Ânne. Inzwischen sind 5,5 Jahre vergangen! Im Fr├╝hling vergangenen Jahres hatte ich Sie, Herr Oberb├╝rgermeister, auf die Bauabsicht angesprochen, woraufhin mir vom Leiter des Stadtplanungsamtes m├╝ndlich mitgeteilt wurde, dass aufgrund anderer Projekte in den n├Ąchsten 1,5 Jahren nicht mit einer Befassung zu rechnen sei! Das w├Ąren dann sieben Jahre Verzug – ohne Gew├Ąhr, dass nach deren Ablauf dann nicht erneut die omin├Âsen 1,5 Jahre ein drittes Mal zum Einsatz kommen. Ver├Ąrgert wurde von Bautr├Ągern bei Treffen mit Stadtr├Ąten diese bei der Stadt offensichtlich ├╝bliche jahrelange Hinhaltetaktik immer wieder angeprangert!

Wie Architekt Hetzel in seinem Schreiben ganz richtig feststellt, w├╝rde diese Bauma├čnahme zu einer sinnvollen Verwertung und Aufwertung unattraktiver Bausubstanz f├╝hren und nebenbei mit einer ma├čvollen Nachverdichtung zu der in Freiburg seit Jahren gef├╝hrten Diskussion um fehlenden Wohnraum ein positives Signal setzen ohne Gr├╝nfl├Ąchen in Anspruch zu nehmen.

Der Gemeinderat hat das Gesamtkonzept ÔÇ×Bezahlbar Wohnen 2030ÔÇť als Fortsetzung des kommunalen Handlungsprogramms Wohnen mit der Drucksache G-20/134 verabschiedet. Darin sind verschiedene umweltvertr├Ągliche Ma├čnahmen zu Wohnraumschaffung wie moderate Nachverdichtung, Umzugsmanagement, Sanktionierung von Zweckentfremdung usw. aufgef├╝hrt, die einer Versiegelung von Acker- und Wiesenfl├Ąchen vorzuziehen sind. Insofern ist es f├╝r mich unverst├Ąndlich, dass die Stadt das Bauvorhaben Laufener Stra├če nicht aufgreift.

Auf meine diesbez├╝gliche Mail vom 08.04.2021 stellt der Leiter des Stadtplanungsamtes In seinem Antwortschreiben vom 12.05.2021 fest, dass das Gebiet angeblich erhebliche Defizite in den ├Âffentlichen Freiraumkapazit├Ąten aufweist und somit nur ein vertr├Ąglicher Dichtezuwachs angestrebt werden sollte. Das soll wohl hei├čen, dass mit diesem Bauvorhaben eine vertr├Ągliche Nachverdichtung nicht gegeben sei. Diese offensichtliche Schlussfolgerung ist ├╝berhaupt nicht nachzuvollziehen, da in fu├čl├Ąufiger Entfernung mit dem Dorfbach und dem Dietenbachpark relativ gro├čz├╝gige nutzbare Freir├Ąume vorhanden sind. Und bei 19 Wohneinheiten kleineren Zuschnitts kann wohl kaum von einem unvertr├Ąglichen Dichtezuwachs gesprochen werden. Hinzu kommt, dass die Stadt beispielsweise andererseits kein Problem damit hat, im nicht allzu weit davon entfernten Obergr├╝n auf der anderen Seite der Dreisam ein f├╝r die westlichen Stadtteile wichtiges Naherholungsgebiet f├╝r Wohnbebauung zu opfern. Der Dichtezuwachs im Obergr├╝n ist nach dem erst vor wenigen Jahren fertiggestelltem Wohngebiet Tr├Ąnkematten weit kritischer zu sehen, als die ├ťberbauung eines unansehnlichen Garagendecks.

Daher meine Frage:

Wann kann mit einer Befassung dieses Projektes ÔÇ×Parkdeck Laufener Stra├čeÔÇť und einer m├Âglicherweise notwendigen Bebauungsplan├Ąnderung gerechnet werden?

F├╝r eine zeitnahe und f├╝r die Investoren positive Beantwortung meiner Frage w├Ąre ich Ihnen dankbar.

Diese jahrelange Ignoranz der Stadt gegen├╝ber ├Âkologisch sinnvollen Bauprojekten bei gleichzeitiger Bevorzugung und Umsetzung ├Âkologisch unsinniger Projekte wie die Bebauung des Obergr├╝n kann man nur noch als skandal├Âs bezeichnen! Ich erlaube mir daher, diese Anfrage auch an die Medien zu geben.

Mit freundlichen Gr├╝├čen
Dr. Wolf-Dieter Winkler (Stadtrat)

Hier wurde eine sinnvolle Bebauung verschleppt, stattdessen werden immer wieder wertvolle Naturr├Ąume zubetoniert, wie z. B. im Obergr├╝n (Foto: K. U. M├╝ller).