Anfrage zum Schützenareal

Das zum Abbruch vorgesehene Haus Schwarzwaldstraße 36 (Foto: J. Scheck)

Die Häusergruppe auf dem „Schützen-Areal“, Schwarzwaldstraße 36-38, soll abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auch das ehemalige Ökonomiegebäude des Hauses Schwarzwaldstr. 40 steht zur Disposition. Dabei handelt es sich um insgesamt vier histori-sche Gebäude, aber offenbar wird der Abbruch der Gebäude nicht in Frage gestellt, obwohl es sich um durchaus wertvolle und geschichtsträchtige Bauten handelt, die zur ältesten Bau-substanz der Wiehre zählen. Die Häuser 36-38 wurden von Nachfahren der in der Region sehr bekannten Baumeisterfamilie Hirschbihl erbaut. Da in Freiburg in den vergangenen Jahren der Verlust zahlreicher historischer Gebäude durch Abbruch zu beklagen ist, wäre es inakzeptabel, ohne Not diese wenigen aus der Spätbarockzeit und der ersten Hälfte des 19. Jh. übriggebliebenen Bauten abzureißen.

Siehe hierzu die Anfrage der Fraktionsgemeinschaft FL/FF:
Anfrage zum Schützenareal (PDF)

Weitere Infos unter: https://freiburg-lebenswert.de/wieder-sind-denkmalwuerdige-gebaeude-in-gefahr/
bzw. ausführliche Infos zu den Gebäuden unter: Schuetzengruppe_Memorandum_von_Joachim_Scheck_vom_24.03.2017 (PDF)

 




Offenlage wegen SC-Stadion: Bitte um Bürgerbeteiligung

Der Wolfswinkel: Hier wollen SC und Stadt das neue Stadion bauen (Foto: BI pro Flugplatz).

Die Offenlage zum Bau des SC-Stadions im Wolfswinkel läuft. Alle BürgerInnen oder Institutionen, die Einwendungen gegen die Planung oder das Bauvorhaben haben, sollten diese bis zum 7. August 2017 vorbringen. Dann endet die Offenlage der Pläne, und damit läuft auch die Frist für Einsprüche, die sich gegen die Planung richten, ab.

An den meisten Argumenten gegen den Bau des Stadions im Wolfswinkel hat sich nichts geändert:

  • Millionenschwere Belastung der Steuerzahler für einen millionenschweren Profi-Club,
  • fehlende Ausgleichsflächen für die Zerstörung der Naturflächen (sogen. Magerrasen),
  • fehlende Gutachten und Maßnahmen zum Lärmschutz,
  • fehlerhafte Gutachten zur Vereinbarkeit von Stadion und Flugbetrieb (Stichwort: lebensbedrohliche Luftverwirbelungen) und damit fehlende Genehmigungsfähigkeit des Stadions,
  • starke Einschränkung der Rettungs- und Organtransportflüge,
  • nicht gelöste Verkehrsprobleme usw.
  • Bereits heute werden zahlreichen wertvollen Projekten im sozialen, sportlichen oder kulturellen Bereich dringend benötigte Zuschüsse verweigert unter Verweis auf die enge Finanzlage der Stadt.
  • Mit der gleichen Argumentation werden dringend notwendige Schulgebäude- und Sporthallensanierungen sowie die Instandhaltung von Ingenieurbauwerken (Brücken, Tunnel, etc.) auf die lange Bank geschoben.

Davon ist ein großer Teil der Bevölkerung mit erheblichen Nachteilen betroffen. Insofern verändert das Stadion das Leben in dieser Stadt weit mehr als nur am Flugplatz.

Jede/r Bürger/in kann und sollte sich beteiligen.
Diese Entscheidung hat weitreichende Bedeutung für unsere Stadt. Bitte bringen Sie jetzt alle Einsprüche und Bedenken gegen die aktuellen Baupläne vor, indem Sie einen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Freiburg (Dr. Dieter Salomon, Rathausplatz 2-4, 79098 Freiburg; buergermeisteramt@stadt.freiburg.de) schicken.

Argumente und Fakten gegen den Bau des Stadions im Wolfswinkel finden Sie auf der Homepage von Freiburg Lebenswert unter: https://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/

Es soll ausdrücklich betont werden, dass wir in Anerkennung des Bürgerentscheids den Bau eines Stadions unterstützen – allerdings in der Spiegelvariante anstelle des vorgesehenen Standorts.

Erinnert sei aber auch an die Vernichtung großer, wertvoller Grünflächen, die das Klima der Stadt negativ beeinflussen wird:




Abholzung von 100.000 qm Mooswald geplant

Der betroffene Mooswald heute

Trump tritt aus dem Weltklimavertrag von Paris aus! Nahezu die gesamte Presse, die Politik, jeder vernunftbegabte Mensch regte sich über diese Meldung auf. Prof. Wolfgang Jäger nennt den Präsidenten der USA „einen bockigen Lehrling des amerikanischen Regierungssystems und der internationalen Beziehungen“. Völlig richtig, das ist auch unsere Meinung!

Aber wie geht die Stadtverwaltung der Green City Freiburg in Sachen Klimaschutz vor? Aufgrund der schwierigen Situation im Bereich bezahlbarer Wohnungen in Freiburg ist geplant, 100.000 m² Mooswald abzuholzen, eine geschützte Waldfläche innerhalb Freiburgs und innerstädtisches Naherholungsgebiet von der Größe des Mösle-Parks. Der betroffene Wald ist Landschaftsschutzgebiet, Lebensraum vieler seltener Vogelarten. Sogar Baubefürworter stimmen zu, dass es sich um einen gewichtigen ökologischen und klimatischen Eingriff handelt, der vermeidbar wäre.

Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL)

Alternativen zur Wohnbaufläche Mooswald existieren. Eine Liste der AG Mooswald zeigt auf, dass eine große Anzahl Wohnungen in diesem Stadtteil ermöglicht werden können, ohne Abholzung des Waldes. Die Fraktion FL/FF hat in ihrer jetzt dreijährigen Gemeinderatszugehörigkeit bereits über 1.500 Wohnungen im Stadtteil mitgenehmigt, das ist ein überproportionaler Anteil an der Gesamtbauflächenentwicklung in der Stadt. Denken wir an die Lärmbelastung durch die neue Bebauung entlang einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt. Die Elsässer Straße und die gesamte Westrandstraße (Besancon-Allee, Padua-Allee, Granada-Allee) erleben täglich stop and go-Situationen, manchmal sogar stundenlange Staus. Die gesamte Infrastruktur des Stadtteiles Mooswald wäre überfordert mit der neuen Erweiterung.

Die Bürger stellen sich keineswegs grundsätzlich gegen eine Nachverdichtung ihres Stadtteiles, aber der Verlust des Waldes ist nicht hinnehmbar, seine Bedeutung für die Bürger ist in der Abwägung der Verwaltung nicht berücksichtigt. Die Bedeutung Wald für Ökologie und Klima, also den  wesentlichen Zukunftsproblemen der Menschheit, ist von der Verwaltung nicht einmal angedacht.

Nochmal zurück zu Trump: Wir sind alle entsetzt über dessen Vorgehensweise, aber wie sieht es denn vor unserer Haustür aus?

Gerlinde Schrempp
(geschrieben für das Amtsblatt der Stadt Freiburg)

Fotomontage des Bürgervereins mit neuer Bebauung im Mooswald