Wachstumswahn

Folie9Gegen Wachstumswahn und “Bauen auf Teufel komm raus”

Die Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum kann – so wird zumindest immer wieder behauptet –  nur durch die Ausweisung neuer Baugebiete oder durch Nachverdichtung in den bestehenden Stadtteilen gestillt werden.

Beides hat Nachteile: Neue Baugebiete führen zu einem Flächenverbrauch im Umland, die Nachverdichtung im Bestand hingegen führt zu einem Verlust innerstädtischer Freiflächen, die für das Mikroklima (Erwärmung und Durchlüftung), das Stadtbild sowie für ein attraktives und erholsames Leben in der Stadt unverzichtbar sind.

Die Erfahrung in Freiburg lehrt, dass im Zuge der Nachverdichtung fast immer günstiger durch teureren Wohnraum ersetzt wird. Aus diesen Gründen lehnt Freiburg Lebenswert eine Fortsetzung der Nachverdichtung in Freiburg ab.

Angesichts stagnierender und langfristig sinkender Einwohnerzahlen im Land lautet die Frage letztlich aber auch nicht: Neue Baugebiete oder Nachverdichtung? Das politisch motivierte Bestreben, möglichst viele Bürger nach Freiburg zu locken und damit sowohl weiter entfernte als auch umliegende Regionen zu entvölkern, ist ein Fehler im System.

Schon in einer Entfernung von weniger als 30 km von Freiburg kämpfen Kommunen und Gemeinden aktiv gegen die Folgen dieser Urbanisierung. Wenn sich Freiburg mit übertriebenem Standortmarketing als die attraktivste Stadt im Ländle positioniert, geschieht das auf Kosten anderer. Aber auch die Freiburger selbst leiden zunehmend durch das rasante Wachstum unter der Verschlechterung ihrer Wohn- und Lebensqualität.

Siehe auch: Wohnungspoltik, Baupolitik, Stadtentwicklung und Stadtbild.

Engagierte Bürger in den Gemeinderat