Stadtentwicklung

Folie17Für einen konsensorientierten Perspektivplan zur zukünftigen Stadtentwicklung

Schon im März 2013 zitierte die lokale Presse den Stadtplaner Roland Jerusalem mit der Aussage, dass es keine Gesamtstrategie für die Entwicklung Freiburgs gebe.

Diese Kritik wird von Freiburg Lebenswert geteilt: Es fehlt eine Gesamtstrategie für die Stadt-,  Wohnraum- und Freiflächenentwicklung in Freiburg. Deshalb fehlt Berechenbarkeit. Und deshalb erfolgt jeden Morgen der ängstliche Blick in die BZ: Wen trifft es heute? Wo wird der bislang freie Innenhof nachverdichtet, wo wird ein Erholungsgebiet abgewertet, welche Frischluftschneise abgeschnitten oder wo wird direkt neben einem Wohngebiet das SC-Stadion gebaut?

Die dann betroffenen Anwohner geraten in Panik, gründen eine Bürgerinitiative und sammeln Unterschriften. Die sich nicht betroffen fühlenden Bürger halten so lange still, bis sie plötzlich selbst zu Betroffenen werden und dann schnell erkennen, dass das Argument des St.-Florians-Prinzips eher scheinheilig ist. Wer es gebraucht, ist selbst auch nicht frei von Interessen und hat auch nicht automatisch das Gemeinwohl im Sinn.

Die Stadtverwaltung beklagt immer wieder, dass es keine konfliktfreien Flächen mehr gibt. Aber schuld daran ist sie zum größten Teil selbst. Wäre schon Jahre vorher mit den Bürgern abgestimmt und kommuniziert worden, wohin die Reise geht, wären die Konflikte weniger intensiv. Und jahrelange Fehlentwicklungen wie z.B. wie die Konzentration auf das wohnkostentreibende Konzept der Innenentwicklung oder der Verzicht der öffentlichen Hand, in eigener Verantwortung sozialen Wohnungsbau zu betreiben, wären vermutlich auch schneller erkannt und korrigiert worden.

Freiburg Lebenswert wird sich deshalb im Gemeinderat bei der zukünftigen Stadtentwicklung gegen kurzsichtige Ad-Hoc Entscheidungen und für die Aufstellung eines langfristigen Perspektivplans einsetzen, letzteres unter gestaltender Beteiligung der Bürger.

Engagierte Bürger in den Gemeinderat