Anfrage zum Außenbecken Westbad

Zum Thema “Außenbecken Westbad” hat die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) – auch im Hinblick auf die bevorstehende Aufstellung des Doppelhaushalts 2019/20 – die folgende Anfrage (nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen) an Oberbürgermeister Martin Horn und an die Stadtverwaltung gestellt:

“Bei den Haushaltsberatungen zum DHH 17/18 wurde eine Planungsrate von 200.000 € bewil-ligt, um die Planung für ein neues Bad in Angriff zu nehmen. Eine Mail des Freundeskreises Freibad West – Freiburg e.V. hat uns kürzlich erreicht (siehe unten). Wir möchten deshalb anfragen: 1. Wie ist der momentane Stand bezüglich der Planungen? sowie 2. Werden weitere Mittel zur Finanzierung des Projektes im nächsten DHH eingestellt?”

Der “Freundeskreis Freibad West–Freiburg e.V.” hatte in seinem Schreiben an die Fraktionen im Freiburger Gemeinderat seine Anliegen deutlich wie folgt zum Ausdruck gebracht:

“Seit 15 Jahren wartet der Freiburger Westen darauf, dass das Außenbecken beim Westbad endlich wieder genutzt werden kann. Aber Geld gab es nie und das Freibad wurde zuallererst als Kostenproblem gesehen. Jetzt haben wir Rekordwerte bei den Temperaturen erlebt und die Menschen strömen zum Wasser – aber es fehlt das Freibad. Der Gemeinderat hat nach langen Diskussionen die Verwaltung im vergangenen Jahr beauftragt, die Planung für ein neues Bad in Angriff zu nehmen. Hierfür wurde eine Planungsrate von 200.000 EURO bewilligt. Und eine große Mehrheit des Gemeinderats hat zugesagt, dass jetzt endlich das Außenbecken kommt. Und es haben sich sowohl der frühere Oberbürgermeister wie auch Oberbürgermeister Horn klar für
das Freibecken positioniert.

Im Vorfeld der anstehenden Haushaltsberatungen bitten wir die Mitglieder der Fraktion, dass jetzt die notwendigen weiteren Schritte eingeleitet werden. Wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass der Bau des Freibades im nächsten Haushalt der Stadt mit einer ausreichenden Finanzierung versehen wird, damit diese wichtige Investition bald realisiert ist.

Bitte sehen Sie das Freibad nicht nur als Ort zur Abkühlung an heißen Tagen oder für Wassersport. Das Freibad ist „wirklicher“ öffentlicher Raum – nämlich eine natürliche, unkomplizierte Stätte der Begegnung für Alle. Und für viele Familien, die sich einen Urlaub einfach nicht leisten können, der Ort, um ein bisschen Normalität zu leben und die Möglichkeit zu haben, für wenig Geld wenigstens eine Art von Ersatzurlaub zu machen. Wir bitten Sie daher: Setzen Sie sich für dieses wichtige Anliegen ein.”




Warten auf den Neubau Freibad West

Der gesamte Freiburger Westen wartet seit vielen Jahren auf ein neues Freischwimmbad. Zur Erinnerung: 1965 wurde das bisherige Freibad gebaut und im Jahr 2003 als Sanierungsfall geschlossen, seither vergammelt das Freibecken. Auf Beschluss mehrerer Gemeinderatsfraktionen, natürlich auch mit Freiburg Lebenswert / Für Freiburg, wurde im Haushaltsjahr 2015 ein Betrag von 50.000 € bereitgestellt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Es sollte geklärt werden, ob und mit welchen Kosten im Außenbereich des Westbades ein Schwimmbecken mit biologischer Wasseraufbereitung realisiert werden könnte.

Diese Studie liegt vor und besagt, dass das Gelände beim Westbad sehr gut geeignet ist, sowohl ein Naturbad, als auch ein herkömmliches Chlorbad zu bauen. Für das Naturbad würden jährliche Betriebskosten von 210.000 €, für das Chlorbad hingegen ca. 430.000 €  entstehen. Unsere Fraktion würde ein Naturbad klar bevorzugen, wir könnten aber ebenso mit einem Chlorbad leben. Hauptsache, es geht endlich vorwärts.

Nun wurde jedoch in den Lesungen zum Doppelhaushalt 2017/18 die Einstellung von 200.000 € Planungsrate durch die beiden großen Fraktionen Die Grünen und CDU sowie der FDP abgelehnt. Damit sind auch die 50.000 € für die Machbarkeitsstudie zum Fenster hinaus geworfen!

FL-Stadträtin Gerlinde Schrempp

Für uns eine absolut unverständliche Entscheidung, weshalb wir diese Entscheidung strittig gestellt haben. 60.000 Menschen in den westlichen und nördlichen Stadtteilen warten auf ein solches Freibad. Familien müssen durch ganz Freiburg in überfüllte Bäder fahren. Inzwischen ist es sogar üblich, die Bäder in den Nachbargemeinden Teningen, Denzlingen oder Glottertal aufzusuchen. Der Westen von Freiburg verzeichnet jedes Jahr steigende Bevölkerungszahlen durch die immense bauliche Nachverdichtung, die übrigens keineswegs abgeschlossen ist. Wir haben kein Verständnis dafür, immer nur für Bevölkerungswachstum, aber nicht für die nötige Infrastruktur zu sorgen. Es ist auch nicht zu verantworten, dass immer mehr Kinder nicht mehr schwimmen können. Wir brauchen dringend das Freibad im Westen.

Text für das Amtsblatt von Gerlinde Schrempp