Rede zum Klimawandel in Freiburg

Zum Thema “Anpassung (Adaption) an die Folgen des Klimawandels im Stadtkreis Freiburg” hat unser Stadtrat Karl-Heinz Krawczyk in der Gemeinderatssitzung am 10.07.2018 unter Top 5 folgende ausgezeichnete und viel beachtete Rede gehalten, die wir als Lektüre sehr empfehlen möchten:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Klimawandel ist in aller Munde und kann auch nicht mehr verleugnet werden. Selbst wenn man nicht besonders oft Nachrichten sieht, kann man feststellen, dass Unwetter zunehmen. Das hat lokale Auswirkungen auf die Umwelt, denen wir uns nicht verschließen dürfen und können. Die Vorlage der Verwaltung ist der richtige Weg, den wir von FL/FF auch unterstützen werden. Nachdem meine Vorredner recht pauschal zum Klimawandel gesprochen haben und offenbar auch keine konkreten Konzepte vorlegen können, möchte ich doch etwas ausführlicher zum Thema sprechen.

Stadtrat Karl-Heinz Krawczyk (FL)

In Deutschland, insbesondere aber auch in Freiburg, gibt es immer noch zu viele Alibibegrünungen, bei denen die Optik das einzige Argument für die Ausführung ist. Klimawandel, Stadtökologie und Biodiversität sind die Schlagworte, aus denen Argumente und Fakten für die Begrünung von Dächern und Fassaden abgeleitet werden können. Die Optik darf nur der Zusatznutzen einer Begrünung sein. Die Dachbegrünung 4.0 vom Biodiversitätsdach über Klimagrün- und Solardach bis Urban Farming ist in Freiburg noch nicht angekommen. Wir brauchen Dachbiotope mit Totholz und Sandbänken als Heimat für allerlei Insekten. Neueste Wasserspeichertechniken halten große Mengen Wasser auf dem Dach zurück und können so auch für die Kühlung eines Gebäudes verwendet werden. Jeder Liter Wasser, der nicht in einer Kläranlage ankommt, hilft dieser besser zu funktionieren. Insofern lohnt ein genauer Blick auf die Retention und Verdunstungsleistung einer Begrünung. Solaranlagen und Dachbegrünungen schließen sich übrigens nicht aus. Im Gegenteil. Der kühlende Effekt einer Dachbegrünung senkt die Temperatur der Solarzelle, was dazu führt, dass sie mehr Energie erzeugt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, und ich schaue jetzt mal besonders in Richtung grüne Fraktion und Bürgermeisterbank, eigentlich aber auch zur Mehrheit dieses Gemeinderates…

wenn Sie schon unbedingt Schrebergärten und Grünflächen für Gebäude platt machen, dann sorgen Sie gefälligst dafür, dass diese oben auf dem Gebäude wiederhergestellt werden. Wie unsinnig ist es eigentlich, wenn man ökologisch wichtige Grün- und Kaltluftflächen vernichtet, Steinwüsten in die Innenstädte baut, Bäume und Landwirtschaft platt macht und dann feststellt, dass man Probleme bei der Biodiversität und dem Klimaschutz hat? Ökopunkte und Ausgleichsflächen, die weit weg sind, taugen auch nur, um das persönliche Gewissen zu beruhigen oder Subventionen an fraglich Bedürftige zu verteilen. Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten, ein Zitat, das unser Kollege David Vaulont zuletzt in diesem Kreis erwähnt hat, stimmt. Es wird aber auch immer mehr Menschen in eine Stadt bringen. Das gilt für neue Baugebiete übrigens auch. Dabei stellt sich dann die Frage, ob die vorhandene Infrastruktur einer Stadt überhaupt geeignet ist, dies kapazitiv aufzunehmen. Wie naiv ist man eigentlich, wenn man glaubt, stark zunehmenden Verkehr alleine durch Verkehrsregelung und Verbote in den Griff zu bekommen? Und dass der Verkehr sich dramatisch reduziert oder durch Elektromobilität kurzfristig in den Griff zu bekommen ist, wird doch wohl auch niemand ernsthaft glauben und werden auch die wenigsten von uns erleben. Wie absurd erscheint da die Diskussion um Tempo 30 in ganz Freiburg? Mal abgesehen davon, dass wir dem als Fraktion noch lange nicht zugestimmt haben.

Ich selbst wäre schon recht froh, wenn man mindestens Tempo 30 durchgängig in Freiburg fahren könnte. Tatsächlich geht es oft nur in Schrittgeschwindigkeit in einer Blechlawine, die ebenfalls nicht unwesentlich zur Feinstaubbelastung und zur Erwärmung beitragen dürfte.

 Bezüglich des Klimawandels hat unsere Fraktion konkrete Vorschläge:

  • Ökologisch wichtige Grünflächen müssen erhalten bleiben. Alternativen sind zu prüfen und es muss sich auch die notwendige Zeit dafür genommen werden. Was sind jetzt ein paar Jahre sorgfältige Prüfung und nachhaltige Entwicklung im Vergleich zu den möglichen negativen Auswirkungen auf viele nachfolgende Generationen. Bürgerinnen und Bürger sind noch mehr zu beteiligen und Moderationsverfahren dürfen keine Alibiveranstaltungen sein.

  • Landwirtschaft unterstützen, fördern und nicht durch Enteignung und Verbote bestrafen und in ihrer Existenz gefährden.

  • Den Fünf-Finger-Plan wiederaufnehmen, weiterentwickeln und für Kühl- und Ausgleichsflächen sorgen und diese auch erhalten. Es kann nicht sein, dass sich die Stadt Freiburg immer mehr erwärmt, nur, weil der Baubürgermeister auf einem Kamel der Investoren durch die Betonwüsten reitet.

  • Eine Expertenkommission für Dach-, Fassadenbegrünungen und Solaranlagen im Bauamt einrichten, bestehend aus Stadtplanern, Rechtsamt, sachverständigen Handwerkern und Vertretern der Industrie.

  • Alle bestehenden Dächer, insbesondere die der Stadt Freiburg, prüfen und hinsichtlich Dachbegrünung 4.0 verbessern. Bei neuen Dächern dürfen die Kosten nicht der Ausschlussgrund für eine Dachbegrünung und/oder Solaranlagen sein.

  • Last but not least fordern wir, und das ist insbesondere für private Hauseigentümer ein wichtiger Anreiz, ein Förderprogramm „lebenswert Begrünen“ zu schaffen.

Grünflächen an Häuserfassaden (Foto: Conrad Amber)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist schön, dass sich die Mitglieder dieses Gemeinderates in Anbetracht der letzten OB-Wahl und kommenden Kommunalwahl wieder auf Ihren grünen Daumen zurück besinnen.

Das ist auch gut so. Rückblickend betrachtet, hatten wir in den letzten Jahren eher eine Politik des ungebremsten Wachstums und ein mangelndes Interesse an Verkehr, Biodiversität und Klimaschutz.

Als bestes Beispiel dafür können wir nur immer wieder auf das Flugplatzgelände verweisen. Besseren Wissens wird hier hochwertiger Naturraum und ein Kaltluftsee, der sich äußerst positiv auf die Klimaerwärmung auswirkt, platt gemacht. Wie verbohrt muss man eigentlich sein, dies alles in Kauf zu nehmen, nur um den Freiburger Flugplatz langfristig zu schließen?

Das wirklich Traurige daran ist, dass dies in all den Jahren auch noch von Mehrheiten im Freiburger Gemeinderat und der Bürgermeisterbank unterstützt wurde. Wo sind die ganzen Synergieeffekte geblieben? Die Spiegellösung ist schwieriger und dauert vielleicht etwas länger, bietet aber erhebliche Vorteile beim Lärmschutz, dem Klimaschutz, der Erhaltung wichtiger Ausgleichsflächen und der Flugsicherheit. Zu Beginn des Verfahrens waren dies alles eigentlich mal KO-Kriterien.

Herr Mauch von der Badischen Zeitung hat es im letzten Münstereck als Politshow bezeichnet. Ich möchte es gerne anders ausdrücken: Wenn Sie morgens am Flugplatz stehen und der Wind so ganz leise über den Kaltluftsee Richtung Freiburger Innenstadt streicht, können sie hören, wie die Bürgerinnen und Bürger veräppelt werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Der “Fünf-Finger-Plan” zum Stadt-Klima bzw. zur -Durchlüftung! Dieser, von der Verwaltung selbst aufgestellte und publizierte Plan, wird durch Neubauten (so z. B. auch durch die Stadion-Planung) immer wieder missachtet, ausgehebelt und durchkreuzt.




Großbaumverpflanzungen endlich thematisiert

Bereits am 16. Januar 2018 hatte die Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) im Gemeinderat eine Anfrage zum Thema”Großbaumverpflanzungen” eingebracht. Am 12. März 2018, also erst zwei Monate später folgte die Antwort der Verwaltung, namentlich von Baubürgermeister Martin Haag. Erst jetzt, am 20. Juni 2018, also wiederum mehr als drei Monate später, hat die Badische Zeitung (BZ) das Thema aufgegriffen.

In der Anfrage schreibt FL/FF: “In Freiburg kommt es immer wieder zur Fällung gesunder Bäume, die einer Baumaßnahme im Wege stehen, wie kürzlich beim Neubau der Volksbank zum Entsetzen der Freiburger Bürgerschaft geschehen. Als Alternative für die Fällung von vitalen Bäumen gibt es aber auch die Möglichkeit der Großbaumverpflanzung, so dass diese an einem neuen Standort weite-ren Generationen erhalten bleiben. So bietet beispielsweise die Fa. Opitz GmbH & Co. KG (Industriepark 1, 91180 Heideck), die europaweit tätig ist, solche Verpflanzungen an.”

Siehe dazu:  Grossbaumverpflanzung statt Abholzen

Pflanzmaschinen für große Bäume (Foto: Mit freundl. Genehmigung der Fa. Opitz)

Als Gegenargument berichtet die Stadt von schlechten Erfahrungen mit Baumverpflanzungen. “Zur Landesgartenschau 1986 sei eine Linde vor den Forstpavillon verpflanzt worden – und seither kaum weitergewachsen. Jüngere Bäume hätten sie vor Jahren schon überragt”, so  die BZ zur Argumentation der Stadtverwaltung; und sie zitiert dazu Dr. Wolfgang Deppert: “FL/FF-Fraktionsgeschäftsführer Deppert kann die Argumente nicht alle nachvollziehen. Heute gebe es andere technische Mittel als 1986, sagt er.”

Siehe in der BZ: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/das-thema-baumverpflanzung-wird-in-freiburg-kontrovers-diskutiert–153753240.html

Wichtig ist uns, dass das Thema (wenn auch mit reichlich Verspätung) endlich aufgegriffen und öffentlich diskutiert wird. Denn die Baumfällungen haben die Freiburger Bevölkerung Ende 2017 und Anfang 2018 sehr aufgewühlt. “Als im Herbst 2017 für den Neubau der Volksbank 47 Bäume gefällt wurden, war der Aufschrei in der Stadt groß. In Leserbriefen hagelte es Kritik an der Stadtverwaltung”, so die BZ. Das Thema hat wohl auch zur Stimmung gegen OB Salomon und zu dessen Niederlage im OB-Wahlkampf beigetragen.

Der Wert eines Baumes (Foto und Text: Conrad Amber)




Ein Plädoyer für mehr Bäume in der Stadt

Der Vortrag von Conrad Amber “Bäume auf die Dächer – Wälder in die Stadt” am 16. Mai 2018 in Freiburg war ein großer Erfolg. Auf Einladung der Fraktionsgemeinschaft “Freiburg Lebenswert / Für Freiburg” (FL/FF) hielt der Autor und Naturfotograph vor ca. 220 Zuhörern in der Universität ein mitreißendes Plädoyer für mehr Grün im Städtebau. Er begeisterte seine Zuhörer mit eindrucksvollen Bildern und vielen kreativen Ideen für ein Leben mit mehr Bäumen in der Stadt.

Den kompletten Vortrag von Herrn Amber können Sie sich auf unserem YouTube-Kanal im Internet ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=pwYc-DxxxIg&t=516s

Veranstaltung von FL/FF mit Conrad Amber in der Universität in Freiburg (Fotos: M. Managò)

Der Autor und Naturfotograph Conrad Amber während seines Vortrags

Herr Amber mit Stadträten und Mitgliedern von Freiburg Lebenswert

Der Wert eines Baumes (Foto und Text: Conrad Amber)

(c) Foto: Conrad Amber




„Betriebsblindheit“ und „verlorene Bodenhaftung“

Ein Blick auf die Kommentare nach dem sensationellen Wahlsieg von Martin Horn zeigt, wie unterschiedlich die Wahrnehmung offensichtlich sein kann. Dies bezieht sich vor allem auf die Bürgernähe, mit der Martin Horn eine echte Alternative zum abgewählten Amtsinhaber geboten hat und mit der er einen ganz anderen, völlig neuen Politikstil gepflegt hat. Damit kamen die etablieren Parteien (Grüne und CDU) offenbar ebenso wenig zurecht, wie die in Freiburg etablierte Monopol-Presse (BZ).

Die überregionale Presseschau sowie Kommentare von Lesern, die unter Beiträge auf BZ-Online geschrieben wurden, zeigen, dass es auch ein ganz anderes Bild zum Wahlsieg von Martin Horn gibt, als das der „betriebsblinden“ lokalen Presse und das des Salomon-Lagers, dem offenbar „die Bodenhaftung verloren gegangen ist“ (Zitate aus Online-Kommentaren, s. u.).

Ein Beispiel für diese Betriebsblindheit ist z.B. der Kommentar von Kerstin Andreae, als sie in ihrem ersten Statement vor dem Rathaus nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses bedauerte, dass offensichtlich die Freiburger Wähler sich für Klimaschutz nicht mehr interessieren würden. Richtig ist da wohl eher, dass Martin Horn nicht gewonnen hat, weil die Wähler keine grünen Themen mehr wollen, sondern weil sie diese ihre grünen Anliegen bei der Partei der Grünen (zumindest in Freiburg) nicht mehr vertreten sehen.

Dass die grün geprägte Freiburger Wahlbevölkerung nicht mehr die sogenannten „Grünen“ als die besten Vertreter der grünen Themen ansehen, ist für Freiburg Lebenswert (FL) eine große Chance, denn schließlich hat diese basisdemokratisch-liberal ausgerichtete und Bürgerinteressen vertretende Wählervereinigung das Grün nicht nur in ihrem Logo sondern macht ganz wesentlich auch grüne Kommunalpolitik.

   

  

Hier einige ausgewählte Kommentare bei BZ-Online:

Von Werner Kohl.

„Wenn Salomon (nach dem ersten Wahlgang) argumentierte, es gäbe in der Stadt ja nur ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit, zeigt das, dass er die Bodenhaftung komplett verloren hatte und mit verbundenen Augen und verstopften Ohren durch die Stadt lief. Gewichtige Anliegen der Bürger perlten an ihm ab: Innenstadtbewohner, die durch nächtliche Sauforgien um den Schlaf gebracht werden, Geschäftsleute die beklagen, dass Passagen und Nebenstraßen zum Pissoir geworden sind und frühmorgens und am Wochenende die Stadt aussieht wie eine Müllhalde, Hoteliers die darauf hinweisen, dass der Colombi-Park zum Drogenumschlag- und Fixerplatz wurde und ihre Gäste Angst haben, ihn zu betreten, Hunderte von Bäumen die Bauprojekten geopfert wurden, eine verkorkste Wohnungsbaupolitik, ein völlig unsensibler Umgang mit dem jüdischen Erbe auf dem Platz der alten Synagoge. Die Liste der Fehlleistungen ließe sich beliebig fortsetzen bis hin zur Erklärung, die Hornwähler wollten eben gerne zum Siegerlager gehören: eine Beleidigung für alle, die aus den genannten Gründen Horn gewählt haben.“

Von Jürgen Steinke:

“(…) Betriebsblindheit droht allen, die längere Zeit mit Gleichem beschäftigt sind. Beschäftigten in Unternehmen, Politikern und Redakteuren in Zeitungen. Letztere sollten allerdings möglichst nicht in diese Falle tappen. Es war offenkundig, wie sehr auch die BZ vom Wahlausgang überrascht war. Und wer aufmerksam war, konnte auch die mediale Unterstützung für den Kandidaten Salomon aus einigen Texten herauslesen. Distanz und Unabhängigkeit sind allerdings Grundvoraussetzungen für guten, fairen und vor allem erkenntnisreichen Journalismus. (…)”.

Von unserem Mitglied Horst Dieter Akermann:

„Ich bin stolz auf unseren OB Martin Horn. Selbst am Höhepunkt seines spektakulären und kräftezehrenden Wahlkampfest, der durch die unerwartete Aktion eines kranken Menschen leicht hätte zum Tiefpunkt werden können, zeigte er Größe durch christliches Verhalten. Noch einmal ein Pluspunkt, auf dessen Demonstration wir lieber verzichtet hätten. Es ist kaum zu glauben, Martin Horn hat Freiburg verändert und zu einer unerwarteten Geschlossenheit geführt. Er wird ein erfolgreicher Oberbürgermeister werden.“

Und hier einige Ausschnitte aus Kommentaren und Beiträgen der überregionalen Presse:

Deutschlandfunk:

“Vordergründig sind dafür (für Salomons Abwahl; ug) lokale Gründe wie die extrem hohe Mieten und die große Wohnungsnot ausschlaggebend gewesen. Allerdings: Um Wohnungen zu bauen, und nebenher auch ein neues Fußballstadion, ließ Salomon schon mal Biotope zuschütten und Bäume fällen – und vergrätzte damit seine eigene Parteibasis. (…) Diejenigen, die einst euphorisch grün gewählt haben, wollen ihren Wählerwunsch nicht durch (…) Sachzwänge vernebelt sehen. Sie wünschen sich, dass grüne Werte deutlich im Regierungshandeln erkennbar bleiben, selbst wenn die CDU der Koalitionspartner ist. Ist dieser grüne Stempel nicht mehr erkennbar, wird es vielen grünen Wählern zu bunt  und sie machen ihr Kreuzchen auf dem Wahlzettel anderswo.”

DIE WELT:

“Die Niederlage Salomons kann nur auf den ersten Blick überraschen. Wer sich in jüngster Zeit in Freiburg umhörte, dem konnte weder entgehen, dass sich die Stadt immer mehr in Wechselstimmung befand, noch dass mit Martin Horn ein Kandidat bereitstand, der diesen Wechsel auch verkörpert. Horn verkörpert jene Jugendlichkeit und Aufbruchstimmung, nach der man sich in Freiburg sehnte. Horn konnte die Freiburger von sich überzeugen – und davon, dass 24 Jahre Salomon zu viele gewesen wären.”

Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ):

“Salomon ist in den 16 Jahren die Nähe zu den Bürgern abhandengekommen, und auch für das in Freiburg wie nirgendwo sonst in der Republik gut verankerte grüne Kernmilieu hatte er manchmal nur noch Spott übrig. (…) Die Bürger wollten einen neuen Oberbürgermeister und ganz sicher auch einen Neuanfang in der Wohnungsbau- und Stadtentwicklungspolitik.”

Der Spiegel:

„Salomons Niederlage kommt zumindest für Freiburger Verhältnisse, einem politischen Erdbeben gleich. Zum Verhängnis wurde Salomon unter anderem, dass er lieber managte als erklärte und gelegentlich durchblicken ließ, wie sehr ihn das Klein-Klein und manche Befindlichkeitsdebatten nervten. Die drohende Niederlage sah er nicht kommen. Folgerichtig wird Salomon nun von einem Bewerber beerbt, der sich besonders als Zuhörer profiliert hat: Martin Horn setze im Kampf um die Stimmen vor allem auf Authentizität und Frische, flankiert durch einen professionellen Wahlkampf im Internet.”

Stuttgarter Zeitung:

“Die Ökohauptstadt Deutschlands schickt ihren grünen Oberbürgermeister in die Wüste. Was für eine Schmach! Wer glaubt, die Niederlage gründe allein in der Arroganz des Amtsinhabers Dieter Salomon, der irrt. Es mag ja sein, dass Salomon als südbadischer Provinzkönig mit der Zeit die Bodenhaftung verlor. Aber das Desaster ausschließlich mit dem herben Charme des Amtsinhabers zu erklären, greift dann doch zu kurz. Es scheint so, als ob die Transformation der Grünen in eine CDU mit Faible für den Insektenschutz ihre Grenzen erreicht hat.”

SWR:

“Viele, zu viele Freiburger haben auch richtige Probleme. Allen voran die, die eine bezahlbare Wohnung suchen. Dieses Problem hat der 16 Jahre lang amtierende grüne OB Dieter Salomon völlig unterschätzt. Ein schlimmer politischer Fehler, verbunden mit seinem persönlichen von manch einem als überheblich wahrgenommenen Stil hat den Erfolgsverwöhnten hart, sehr hart auf den Boden der Wirklichkeit fallen lassen.”

Südwest-Presse:

“Es ist die Tatsache, dass Salomon das, was gerade von einem grünen OB erwartet wird, offensichtlich aus den Augen verloren hat: bei den Menschen zu sein, mit ihnen zu sprechen und ihnen zuzuhören. Dafür hat er am Sonntag die Quittung bekommen. Die Freiburger wollten einen Wechsel. Den bekommen sie. Martin Horn ist zu wünschen, dass er es besser macht.”

Süddeutsche Zeitung:

„Letztlich war es wohl vor allem eine Anti-Establishment-Wahl, dagegen ist nichts einzuwenden. Demokratischer Wechsel ist ein Wert an sich. Für das Modell einer ökologisch-konservativen grünen Politik ist die Niederlage in Freiburg ein schwerer Schlag.”

Die Zeit:

“Der Wahlausgang hat symbolische Bedeutung über die kommunale Ebene hinaus und gilt als schlechtes Zeichen für die im Land zusammen mit der CDU regierenden Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.”

Focus-Online:

“Zu konservativ, nah an der CDU und arrogant sei Salomon gewesen, hieß es in ersten Analysen. Die Südwest-Grünen sprachen davon, dass die Wechselstimmung in Freiburg unterschätzt worden sei. Dass die selbst ernannte Öko-Hauptstadt Deutschlands in vielen Punkten links tickt, zeigte nicht nur Horns Erfolg mit sozialen Wahlkampfthemen. (…)

Die nächsten acht Jahre im Rathaus gehören nun dem parteilosen Horn, einem politischen Newcomer. Er hat in nicht einmal vier Monaten Wahlkampf in der badischen Universitätsstadt eine Wechselstimmung entfacht. Amtsinhaber Salomon, der sich von Beginn an als Favorit sah, konnte dem nichts entgegensetzen. „Die Welle des Wechsels war nicht mehr zu brechen“, sagt der Freiburger Politikwissenschaftler Ulrich Eith.”

(Teilweise entnommen aus der Presseschau, die Fabian Vögtle in der BZ zusammengestellt hat.)




Abholzung von 100.000 qm Mooswald geplant

Der betroffene Mooswald heute

Trump tritt aus dem Weltklimavertrag von Paris aus! Nahezu die gesamte Presse, die Politik, jeder vernunftbegabte Mensch regte sich über diese Meldung auf. Prof. Wolfgang Jäger nennt den Präsidenten der USA „einen bockigen Lehrling des amerikanischen Regierungssystems und der internationalen Beziehungen“. Völlig richtig, das ist auch unsere Meinung!

Aber wie geht die Stadtverwaltung der Green City Freiburg in Sachen Klimaschutz vor? Aufgrund der schwierigen Situation im Bereich bezahlbarer Wohnungen in Freiburg ist geplant, 100.000 m² Mooswald abzuholzen, eine geschützte Waldfläche innerhalb Freiburgs und innerstädtisches Naherholungsgebiet von der Größe des Mösle-Parks. Der betroffene Wald ist Landschaftsschutzgebiet, Lebensraum vieler seltener Vogelarten. Sogar Baubefürworter stimmen zu, dass es sich um einen gewichtigen ökologischen und klimatischen Eingriff handelt, der vermeidbar wäre.

Stadträtin Gerlinde Schrempp (FL)

Alternativen zur Wohnbaufläche Mooswald existieren. Eine Liste der AG Mooswald zeigt auf, dass eine große Anzahl Wohnungen in diesem Stadtteil ermöglicht werden können, ohne Abholzung des Waldes. Die Fraktion FL/FF hat in ihrer jetzt dreijährigen Gemeinderatszugehörigkeit bereits über 1.500 Wohnungen im Stadtteil mitgenehmigt, das ist ein überproportionaler Anteil an der Gesamtbauflächenentwicklung in der Stadt. Denken wir an die Lärmbelastung durch die neue Bebauung entlang einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt. Die Elsässer Straße und die gesamte Westrandstraße (Besancon-Allee, Padua-Allee, Granada-Allee) erleben täglich stop and go-Situationen, manchmal sogar stundenlange Staus. Die gesamte Infrastruktur des Stadtteiles Mooswald wäre überfordert mit der neuen Erweiterung.

Die Bürger stellen sich keineswegs grundsätzlich gegen eine Nachverdichtung ihres Stadtteiles, aber der Verlust des Waldes ist nicht hinnehmbar, seine Bedeutung für die Bürger ist in der Abwägung der Verwaltung nicht berücksichtigt. Die Bedeutung Wald für Ökologie und Klima, also den  wesentlichen Zukunftsproblemen der Menschheit, ist von der Verwaltung nicht einmal angedacht.

Nochmal zurück zu Trump: Wir sind alle entsetzt über dessen Vorgehensweise, aber wie sieht es denn vor unserer Haustür aus?

Gerlinde Schrempp
(geschrieben für das Amtsblatt der Stadt Freiburg)

Fotomontage des Bürgervereins mit neuer Bebauung im Mooswald




“Gleichgewicht statt weiteres Wachstum”

Prof. Dr. Albert Reif, vom Institut für Forstwissenschaften, Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg hat, auch im Namen vieler weiterer  Personen bzw. Verbände, aus der Universität Freiburg und darüber hinaus, einen in großen Teilen lobens- und unterstützenswerten offenen Brief zum Thema “Flächenverbrauch und soziale Ungerechtigkeit in Freiburg” an Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon geschrieben. Wir möchten diesen Brief hier gerne der Öffentlichkeit zugänglich machen und zur Lektüre empfehlen:

Siehe hier den Original-Brief als PDF-Datei:  Flächenverbrauch und soziale Ungerechtigkeit in Freiburg-8-3-2017

Der Brief endet mit dem folgendem Fazit:

“Wir wünschen uns von allen Angesprochenen ein Umdenken. Mehr Einsicht, ja Bescheidenheit bei eigenem materiellem Wohlstand, den nicht alle MitbürgerInnen haben. Wir wünschen uns einen Konsens der Ächtung skrupelloser Ausnutzung ungleicher Besitzverhältnisse durch überhöhte Mieten. Die Stadtpolitik und -verwaltung sollten auch hier mit gutem Beispiel vorangehen und öffentlichkeitswirksam für mehr Fairness auf dem Mietmarkt werben. Wir wünschen uns Einsicht in den Zusammenhang zwischen ökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit als Basis des Zusammenlebens der zukünftigen Generationen und damit auch der Unmöglichkeit ständig weiteren Flächenverbrauchs. Wir wünschen uns eine Politik der Umsetzung der Vision eines „Gleichgewichts“ anstelle von „weiterem Wachstum“, um die aktuelle Unvereinbarkeit von Markt einerseits sowie den sozialen und ökologischen Ansprüchen zu überwinden.”

Zugebaute Stadt: Hier in der Elsässer Straße.

Protest der Eigentümer und Bauern gegen die Vernichtung der landwirtschaftlichen Flächen im Dietenbach (Foto: W. Deppert)




Zustimmung für Klimaschutzkonzepte

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)
Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)

Dokumentieren möchten wir hier die Rede von Stadtrat Wolf-Dieter Winkler (Freiburg Lebenswert), die er für die Fraktionsgemeinschaft FL/FF im Gemeinderat am 26.7.2016 zum Thema “Klimaschutzkonzept” gehalten hat:

“Bereits im nichtöffentlichen Teil des Hauptausschusses habe ich Sie, Frau Bürgermeisterin Stuchlik, gelobt. Gelobt dafür – und das wiederhole ich heute gerne nochmal in öffentlicher Sitzung -, dass Sie die Vorlage zum Klimaschutzkonzept haben überarbeiten lassen, um das von mir im Umweltausschuss angesprochene Wasserrad an der Fehrenbach-Gewerbe-Schule noch in diese Vorlage aufzunehmen. Vielen Dank!

Zum Wasserrad:

Gleich nach seiner Inbetriebnahme im Jahr 2003 stellte sich heraus, dass der vorhandene geschlossene Kanal des Gewerbebaches bei voller Anstauhöhe und damit bei erhöhtem Wasserdruck nicht vollständig dicht ist. Die entweichende Wassermenge ist wohl an sich gering und unerheblich, läuft aber in einen ebenfalls undichten Kanal einer Fernheizung der Universität. Nach vergeblichen Abdichtungs-Versuchen scheint nur eine Gesamtsanierung, insbesondere der Bodensohle des Kanals, Erfolg zu versprechen. Diese Maßnahme sollte bereits beim Bachabschlag im Oktober 2005 durchgeführt werden, also bereits vor 11 Jahren. Passiert ist in diesen 11 Jahren nichts, das Rad gammelt seit dieser Zeit vor sich hin. Üblicherweise dauert ein Bachabschlag 2 Wochen, dieses Jahr zum letzten Mal wegen der Sanierung des Rotteckrings dreimal solang, nämlich 6 Wochen. Insbesondere dieses lange Zeitfenster war Grund für mich, den Vorschlag zu machen, die Undichtigkeiten des Gewerbekanals noch dieses Jahr endlich anzugehen. Denn zu deren Beseitigung sind auch mehrere Wochen zu veranschlagen, der übliche zweiwöchige Bachabschlag reicht dazu sicher nicht aus. Und jeder verlängerte Bachabschlag führt nicht nur zu Mindereinnahmen der Wasserkraftwerksbetreiber, sondern auch zu weniger regenerativ erzeugtem Strom. Gerade der Strom aus Wasserkraft ist aber für die Energieversorgungsunternehmen, die EVUs, als besonders wertvoll zu bezeichnen, da er viel leichter planbar ist. Denn anders als bei der Photovoltaik, wo aufziehende Wolken, oder bei der Windkraft, wo eine Windflaute von jetzt auf gleich die Stromerzeugung drosseln können, finden bei der Wasserkraft Veränderungen der Wassermenge viel langsamer statt und sind daher von den EVUs leichter auszuregeln. Insofern ist es schon seltsam, dass man über viele Jahre darauf verzichtet hat, die von dem Rad zu erwarteten 45.000 kWh pro Jahr zu nutzen. Immerhin entspricht diese Strommenge etwa dem Jahresbedarf von 15 – 20 Familien. Ein Problem, das sicher auch zu dem scheinbaren Desinteresse geführt hat, ist die Lärmbelästigung, die von einem solchen Rad ausgeht. Im vorliegenden Fall sind die Leidtragenden die Gewerbeschulen. Insofern ist es gut für die Akzeptanz, dass mit der Abdichtung des Kanals und der Überholung des Rades auch gleich dessen Einhausung vorgenommen wird, um den Lärm zu minimieren. Soweit zum Wasserrad.

Zur Fernwärmeversorgung:

Ohne näher darauf eingehen zu wollen, begrüßen wir den Anschluss der östlichen Gartenstadt an die Fernwärmeversorgung der Staudinger-Schule, was bei diesen Bestandsgebäuden weit mehr Sinn macht als bei den Neubauten von Gutleutmatten. Ebenso sinnvoll ist es, strom- und wärmeerzeugende BHKWs mit Wärmespeichern anstelle von reinen Heizungsanlagen einzusetzen, wo immer es wirtschaftlich sinnvoll ist, was man bei der Lameystraße und den Pestalozzischulen klar bejahen kann.

Zur Photovoltaik:

Irritiert bin ich allerdings bei den beantragten Geldausgaben im Bereich der Photovoltaik. So soll bei der dachintegrierten PV-Anlage der Pestalozzi-Schulen eine projektbezogene Kostenermittlung durchgeführt werden, die wiederum selbst mit hohen Kosten verbunden ist. Meine Damen und Herren, eine schriftliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, durchaus mit mehreren variablen Randbedingungen wie z.B. mit oder ohne Speicher oder mit verschiedenen Speichergrößen, usw. ist Aufgabe des anbietenden Ingenieurbüros oder Handwerksbetriebs und nicht Aufgabe des Kunden. Hinzu kommt, dass dachintegrierte PV-Anlagen Stand der Technik sind und keiner Pilotanlage bedürfen.

Dasselbe gilt für die Photovoltaik-Kampagne. Jedes PV-Unternehmen kann doch einzelfallbezogen anhand der Verbrauchsdaten eines interessierten Kunden, anhand der potentiellen PV-Flächen, der Einspeisevergütung und dem vom Kunden zur Verfügung gestellten Platz für einen Speicher schnell die Kosten und damit den Preis der erzeugten Solar-kWh errechnen. Dafür gibt es Computerprogramme. Und das PV-Unternehmen wird dies natürlich konservativ tun, um nicht vom Kunden, wenn es denn den Auftrag erhält, wegen möglicher Mindererlöse in Regress genommen zu werden.

Der einzige Vorteil, den ich in einer solchen Kampagne sehen kann, ist der, dass man auch an PV uninteressierte Bürger direkt ansprechen und sie mit ersten groben Daten zum Bau einer PV-Anlage ermutigen kann. Aber dazu brauche ich keine teure Studie. Diese Informationen können Sie von jedem im PV-Bereich tätigen Unternehmen oder im Internet kostenlos erhalten. Außerdem hat die Stadt doch schon mal vor ein paar Jahren über Google die Dachflächen ermittelt, die sinnvoll mit PV zu belegen wären. Damit haben Sie doch schon mal die wichtigsten Informationen in Ihren Akten. Was also soll diese Studie? Auch mit Ihrer Studie wird bei einer Auftragsvergabe das ausführende Unternehmen dem Kunden eine Wirtschaftlichkeitsprognose anhand der Vorort-Gegebenheiten erstellen, auf Fördermöglichkeiten und eventuelle rechtliche Probleme hinweisen. Das gehört heute zum Kundenservice einfach dazu.

Aber wenn Sie der Meinung sind, dass Sie dazu eine Studie brauchen, dann machen Sie halt in Gottes Namen eine Studie. Der Zweck, nämlich einen weiteren kleinen Baustein zur Vermeidung eines katastrophalen Klimakollapses zu setzen, heiligt in dem Fall die Mittel. Denn eines ist klar: Jede regenerativ vor Ort erzeugte und auch speicherbare kWh bringt uns zum Einen der Energiewende näher und zum Anderen verhindert es unsinnige Großprojekte wie Überlandleitungen, die Windstrom aus dem Norden Deutschlands in den Süden transportieren sollen. Oder gigantomanische Speicherseen wie Atdorf, die eine ganze Gegend verhunzen werden. Strom muss in einem künftigen Energiemix kleinteilig vor Ort erzeugt werden. Dazu gehört beispielsweise auch, dass, wie von mir im Aufsichtsrat gefordert, die Stadtbau auf ihren Häusern in Haslach Photovoltaik installieren lässt. Und dazu gehört, dass der SC Freiburg, so denn alle ausstehenden Genehmigungen erteilt sind, ein Solardach für sein Stadion bekommt, ein Dach, bei dem die Solarmodule das Dach darstellen, wie es in unserer diesbezüglichen Anfrage formuliert ist.

Langer Rede kurzer Sinn: Wir werden dieser Vorlage zustimmen.

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Anfrage zu Photovoltaik beim SC-Stadion

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FL/FF hat sich im Vorfeld des Bürgerentscheids zum Stadion klar gegen einen Standort am Flugplatz ausgesprochen und für alternative Standorte bzw. eine Ertüchtigung des Dreisamstadions geworben. Da sich die Mehrheit der Freiburger Bürger aber für den Standort am Flugplatz entschieden hat, ist es für uns eine  demokratische Selbstverständlichkeit, wie bereits von uns unmittelbar nach dem Entscheid geäußert, dass wir das Stadion-Projekt positiv begleiten wollen. Positiv in dem Sinne, dass ein Stadion erstellt wird, das hohen ästhetischen und energetischen Ansprüchen genügt. Dabei gehen wir allerdings nachdrücklich davon aus, dass alle ausstehenden Gutachten den Bau des Stadions stützen und die Auflagen des Regierungspräsidiums für eine Genehmigung des Stadions erfüllt sind, was bisher noch nicht endgültig geklärt ist.

Dennoch soll in diesen Tagen die Ausschreibung für den Bau des neuen SC-Stadions durch die Stadiongesellschaft erfolgen. Da stellt sich für uns die grundsätzliche Frage nach der Aufnahme von Photovoltaik (PV) in das Leistungsverzeichnis. In einer Stadt mit hohem ökologischem Anspruch wie Freiburg ist ein PV-Dach unserer Ansicht nach ein Muss.

Daher unsere Fragen in einer Anfrage von FL/FF an die Stadtverwaltung: Ist bei der Ausschreibung daran gedacht, das Stadiondach mit Photovoltaik auszustatten im Sinne des oben Erläuterten? Und: Falls nicht, welche Gründe würden dem entgegenstehen?

Siehe hier der Gesamttext der, von Dr. Wolf-Dieter Winkler und Prof. Dr. Klaus-Dieter Rückauer unterzeichneten, FL/FF-Anfrage: Anfrage zu PV beim SC-Stadion 06.07.2016




Viel Unmut über die massiven Baumfällungen in der Stadt

Die Freiburger Stadträte von Freiburg Lebenswert (FL) hatten (teilweise zusammen mit anderen Stadträten) im Bau- und im Umweltausschuss die massiven und sich summierenden Baumfällungen in der Stadt angesprochen und die derzeitige Praxis kritisiert. FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler hatte diesbezüglich auch ein längeres Gespräch mit dem Roßkopf-Revierförster Thoma geführt und hatte ihm die Verärgerung vieler Waldspaziergänger bezüglich seiner “Kahlschlagmaßnahmen” mitgeteilt. Dieser warb im Gegenzug um Verständnis, dass solche Arbeiten auch aus ökologischen Gründen notwendig seien und die Wege-Schäden schnellstmöglich beseitigt würden.

Oberhalb des Stadtteils Herdern wurden auf 25 ha im Gewann Höllriegel wertvolle Eichen von umgebenden Bäumen “freigelegt”. Außerdem wurde beim Waldspielplatz Lochmatte beim Haus Tobias aus Sicherheitsgründen einen Fast-Kahlschlag durchgeführt, da dort Eschen standen, die vom Eschentriebsterben betroffen waren. Befallene Eschen können anscheinend ohne äußere Schädigungs-Anzeichen umfallen und würden, nach Aussage des Försters, daher ein hohes Sicherheitsrisiko darstellen.

“Aufgrund dieser bereits erfolgten Diskussionen wollen wir erstmal keine weiteren Anfragen zu den Fällungen starten. Die Stadtverwaltung hat jetzt hoffentlich verinnerlicht, dass ihre Fällaktionen an Sundgauallee, Siegesdenkmal und Haslacher Dorfbach für viel Verärgerung gesorgt haben. Wir erwarten künftig mehr Einfühlungsvermögen. Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ – so FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler in einer Stellungnahme.

Hier die Antwort von BM Haag auf die Anfrage von Stadtrat Krögner zu den Baumfällungen: 2016_03_23_SPD_Umweltausschuss_Baumrodungen_1

Siehe dazu  auch unsere Anfrage: https://freiburg-lebenswert.de/anfrage-zu-waldwegen/
Und die darauf erfolgte Antwort: 2016_03_23_AE_Waldwege oberhalb Herdern_FL_FF

Siehe auch: https://freiburg-lebenswert.de/zur-baumfaellaktion-am-dorfbach-in-haslach/




Anfrage zu Waldwegen

 

Logo_Fraktion_FL_FFDie Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF) hat aufgrund von Hinweisen von betroffenen Bürgern aus dem Stadtteil Herdern zum Thema Waldwege nach Baumfällungen folgende Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt:

“Von erbosten Herdermer Bürgern wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Wege oberhalb vom Panoramahotel Mercure in Richtung Ladstatt und Roßkopf durch das Abholzen von Bäumen unter Verwendung schwerer Maschinen stark beschädigt seien. Es sei nicht mehr möglich auf den Wegen zu wandern, zu laufen oder Rad zu fahren. Ein Teil der Wege sei auch gesperrt.

Hierzu unsere Fragen:

1.  Wieso werden bei Holzfällerarbeiten die Wege und der Waldboden grundsätzlich massiv in Mitleidenschaft gezogen, was jedes Mal zu verärgerten Reaktionen der Bürgerschaft führt? Gibt es für eine Stadt – mit dem Anspruch „Green City“ zu sein – keine schonendere Bewirtschaftungsweise?

2.  Bis wann werden die Wege wieder in Ordnung gebracht und die Sperrungen aufgehoben sein?”

Hier die gesamte Anfrage als PDF-Datei: Anfrage Waldwege in Herdern 14.3.2016