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Unterstützung der Baumpatenschaften in Dietenbach

„Für Dietenbach wird kein einziger Baum gefällt werden“ so die Aussage der Stadt vor dem Bürgerentscheid 2019. Ein Jahr später bereits will man nichts mehr davon wissen: fast 5 ha Waldflächen zwischen Rieselfeld und Dietenbach stehen auf der Rodungsliste. Leider soll vor allem am Rande der Wälder gerodet werden wo die ältesten Bäume stehen (u.a. viele hundertjährige wunderschöne Eichen).

So die einführenden Sätze für eine Aktion der Bürgerinitiative (BI) „Pro Landwirtschaft und Wald in Freiburg Dietenbach und Regio“, die um Unterstützung für „Baumpatenschaften in Dietenbach“ bittet. Gerne möchten wir diese Bitte an unsere Leser weitergeben. Wie Sie spenden und sich beteiligen können, finden Sie auf der Homepage der BI:

Siehe: http://www.biprolandwirtschaft.de/%f0%9f%8c%b3baumpatenschaft-im-dietenbach-%f0%9f%a6%89/

Siehe auch deren Facebook-Seite: https://www.facebook.com/BI-pro-Landwirtschaft-und-Wald-in-Freiburg-Dietenbach-Regio-820004498142333

Rot markiert: Die Waldgebiete, in denen die Stadt nun doch 3.700 Bäume fällen möchte (Fotos: BI pro Landwirtschaft).

Am Ende des Aufrufs steht die oft zitierte „Weisheit der Cree“, die mehr denn je Gültigkeit erhält: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ Je weiter die Zeit voranschreitet, je mehr Trockenheit, Naturkatastrophen, Wald- und Artensterben zunehmen, erinnert uns diese Weisheit immer eindringlicher daran, wie notwendig es wäre dem Flächenfraß zu Gunsten des Klimaschutzes endlich Einhalt zu gebieten.

Freiburg Lebenswert (FL) hat sich als einzige Gruppierung im Gemeinderat immer für den Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen und Wälder auf dem Dietenbachgelände eingesetzt. Alle anderen Parteien und Gruppierungen im Gemeinderat, einschließlich der „Grünen“ und „Grün Alternativen“, wollen um jeden Preis das Gelände mit einem neuen Mega-Stadtteil bebauen und dafür auch in den dortigen Wäldern über 3.700 Bäume roden.

Die Bäume auf dem Dietenbachgelände, die die Stadt – entgegen ihrem Versprechen vor dem Bürgerenscheid – nun doch fällen möchte (Fotos: BI pro Landwirtschaft).
Auf dem Gelände des geplanten neuen Stadtteils Dietenbach sollen – entgegen städtischer Zusagen vor dem Bürgerentscheid und mit Zustimmung der Grünen – nun doch über 3.700 Waldbäume gerodet werden. (Foto: BI Pro Landwirtschaft)



3.700 Bäume sollen in Dietenbach gefällt werden

Zum Tag des Baumes am 25. April hat die BI Pro Landwirtschaft gegen die jetzt vorgesehene Baumrodung in Dietenbach protestiert. Auf dem Gelände des geplanten neuen Stadtteils Dietenbach sollen – entgegen städtischer Zusagen vor dem Bürgerentscheid im Februar 2019 – nun doch über 3.700 Waldbäume gerodet werden. Das wären 20mal mehr Bäume, als auf dem Parkplatz beim Eugen-Keidel-Bad gerodet werden sollten, was nach heftigen Bürgerprotesten – zumindest in diesem Ausmaß – gestoppt wurde. Die BI hat dazu die folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Der
internationale Tag des Baumes, der von den Vereinten Nationen 1951 beschlossen
wurde, findet in Deutschland am 25. April statt. Die Bürgerinitiative Pro
Landwirtschaft und Wald in Freiburg Dietenbach und Regio (BI) fordert zum Tag
des Baumes, in Freiburg die geplanten Waldrodungen von über 3.700 Bäumen auf
fast 50.000 Quadratmetern (5 Hektar) für den geplanten Neubaustadtteil
Dietenbach zu annullieren. Betroffen laut Plan vom 28.10. 2019 sind nahe der
Mundenhofer Straße rund die Hälfte des Langmattenwäldchens sowie große Teile
des östlichen Riesert-Wäldchens und fast das ganze Obere Hirschmatten-Wäldchen.
Im Rodungsbereich stehen viele sehr alte Eichen mit über 3 Meter Stammumfang.
Tausende noch kleine Bäume wurden noch gar nicht mitgezählt.

Spaziergänger und Radler können sich informieren: Aktive Bürger haben dort bereits viele der bedrohten Bäume umweltfreundlich mit Zahlen gekennzeichnet.“ Spaziergänger und Radler können sich nicht nur am 25.4., sondern täglich ein Bild machen und die Petition kurzlink.de/Petition-Waldretten an den Freiburger OB Martin Horn unterzeichnen.

Die gekennzeichnet Bäume, die die Stadt nun doch fällen möchte (Fotos: BI pro Landwirtschaft).

„Die
Wäldchen sind ökologisch nicht ersetzbar, fürs Lokalklima und für die
Naherholung der Menschen im Rieselfeld und Weingarten unverzichtbar“, so
Sprecher der BI. Die geplanten Rodungen sind klimapolitisch nicht zu
verantworten und stünden im Widerspruch zur „Green City Freiburg“. Es seien
20mal mehr Bäume als bei den 2019 mit sehr berechtigten Protesten gestoppten
Rodungen von 190 Bäumen beim Eugen-Keidel-Bad bedroht.

Der
Gemeinderat soll im Mai über Stadtbahnplanungen vorentscheiden. Die Stadt will
die Stadtbahn für Dietenbach mitten durch das Langmattenwäldchen führen. Solche
Planungen sieht die BI als weiteres Zeichen, dass der Neubaustadtteil abgelehnt
werden muss. Ende Februar 2022, nach Ablauf des Bindungszeitraums des
Bürgerentscheids vom Februar 2019 sind Stadt und Gemeinderat frei dazu.

„Für
Dietenbach muss kein einziger Baum gefällt werden“. Dies sagte Projektleiter
Rüdiger Engel vor dem Bürgerentscheid im Februar
2019. Siehe dazu z.B. https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Freiburg-streitet-Wo-liegt-Grenze-des-Stadt-Wachstums-id53557516.html
und/oder https://www.pz-news.de/baden-wuerttemberg_artikel,-Freiburg-streitet-um-Wohnungen-entscheiden-sollen-nun-die-Buerger-_arid,1279123.html).
In der Badischen Zeitung wurde darüber nicht berichtet.

Inzwischen gilt diese vor dem Bürgerentscheid gemachte Zusage danach aber wohl nicht mehr: Die Stadt will massiv roden, um in Dietenbach wegen der stark gestiegenen Kosten noch mehr Wohnungen und in den Wäldchen statt anderswo Sportplätze unterzubringen. Erst im Oktober 2019 wurde dann der reelle Waldverlust öffentlich zugegeben: Es „würden doch rund 68 Hektar Boden versiegelt und allein fünf Hektar Wald verloren gehen…“ (Prof. Engel am 28.10.2019, siehe: https://www.badische-zeitung.de/eine-belastung-fuer-den-ort-vermeiden–178794397.html).

Das Dietenbach-Gelände ist für Ökologie, Stadtklima und Landwirtschaft wichtig (Foto: M. Falkner)

Die BI Pro Landwirtschaft ist Mitglied im Bundesbündnis Bodenschutz. In deren „Erklärung“ steht unter anderem:
„Tagtäglich werden in Deutschland immer noch weit über 60 ha Land für Siedlungs- und Verkehrsfläche verbraucht, eine Fläche so groß wie etwa 90 Fußballfelder. Der Zuwachs an bebauter Fläche vollzieht sich weitgehend zu Lasten landwirtschaftlich genutzter Böden. Dies geschieht, obwohl die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 ha pro Tag senken wollte. Von dem weiteren Ziel des Klimaschutzplans der Bundesregierung, den Flächenverbrauch auf Netto–Null zu reduzieren, ist man weit entfernt… In einer Zeit extremer Klimaveränderungen ist Bodenschutz unerlässlich. Der Erhalt unserer Grünflächen, Felder, Wälder und Wiesen ist Klimaschutz… Der dramatische Flächenverbrauch in den Gemeinden landauf landab ist eines der dringendsten Umweltprobleme in Deutschland… Das Bundes Bündnis Bodenschutz appelliert an die Verantwortlichen, die über neue Gewerbe- und Baugebiete entscheiden, endlich nachhaltig und verantwortungsbewusst zu handeln, den unsäglichen Flächenverbrauch zu stoppen… Unsere Erde ist endlich, wir brauchen sie!“

Siehe dazu: https://www.bundesbuendnis-bodenschutz.de/unsere-erklaerung/




Anfrage zu Vorgartensatzung

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) hat am 27. April 2020 die folgende Anfrage (nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen) zum Thema „Vorgartensatzung“ für die Stadt Freiburg gestellt:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

laut Badischer Zeitung vom 2. Februar 2011 wurde die sogenannte Vorgartensatzung von der Stadtverwaltung Freiburgs aus finanziellen und personellen Gründen komplett von der Agenda gestrichen. Eine solche Satzung ist dazu gedacht, Vorgärten als nicht bebaute Flächen nach Maßgabe zu gestalten. Vorgärten sind dabei definiert als unbebaute Flächen, die zwischen der Grundstücksgrenze und der Baufluchtlinie der Gebäude liegen.

Aufgrund der Tatsache, dass es in Freiburg eine solche Satzung nicht gibt, ist es anscheinend möglich, einen Vorgarten komplett zu versiegeln und/oder mit Garagen/ Stellplätzen zu bebauen. In Zeiten des Klimawandels und des Insektensterbens ist dies einer Stadt, die sich als „Green City“ bezeichnet, unwürdig, da dringend benötigte Grünflächen vor den Häusern einer Bebauung zum Opfer fallen können.

In vielen Städten Deutschlands wurden Vorgartensatzungen erlassen, u. a. in Frankfurt, München, Oelde, Stralsund, Wiesbaden. Die Stadt Wiesbaden z.B. möchte damit den Stein-wüsten in den Vorgärten den Kampf ansagen (s. unten: ink). München rühmt sich damit, dass die Gestaltung von Vorgärten in ihrer Stadt eine besondere Tradition hat. Hier steht zu diesem Thema eine besondere Broschüre zur Verfügung (s. unten: Anhang).

Hierzu meine Fragen:

1. Was unternimmt die Stadt gegen eine komplette Versiegelung von Vorgärten?
2. Gibt es eine Vorgabe, der zufolge ein bestimmter Prozentsatz unversiegelt bleiben muss?
3. Gibt es angesichts des fortschreitenden Klimawandels Überlegungen in der Stadtverwaltung doch noch eine Vorgartensatzung in Freiburg einzuführen?
4. Sollte das Thema nicht in den entsprechenden Ausschüssen/im Gemeinderat behandelt werden?

Für eine baldige Beantwortung der Fragen bin ich Ihnen dankbar.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Wolf-Dieter Winkler (Stadtrat)

Link: https://merkurist.de/wiesbaden/trend-stadt-sagt-steinwuesten-in-wiesbadener-vorgaertenden-kampf-an_N6g (12.5.2019)

Siehe Anhang (PDF): Broschüre „Vorgärten in München“

Negativ-Beispiel Mehrfamilienhaus im Stockmattenweg 19, Eckhaus zur Tränkestraße:




Die Haselmaus auf dem Dietenbach-Gelände?

Unter der Überschrift „Dietenbach – Vorkommen der
Tierart ‚Haselmaus‘ auf dem Projektgelände“ hat FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter
Winkler am 10. März 2020 folgende Anfrage (nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen
außerhalb von Sitzungen) gestellt:

Sehr geehrter
Herr Oberbürgermeister,

es gibt immer
wieder kritische Fragen aus der Freiburger Bevölkerung zu dem Projekt des neuen
Stadtteils Dietenbach. Offensichtlich haben sich viele Menschen mittels der
öffentlich zugänglichen Drucksachen, wie z.B. der Strategischen Umweltprüfung
(SUP), sachkundig gemacht.

In diesem
Zusammenhang wurde ich wiederholt angefragt, warum ein Gutachten, das sich u.a.
mit dem Vorkommen auf dem Projektgelände der nach FFH-Richtlinien streng
geschützten Art „Haselmaus“ beschäftigt, noch nicht veröffentlicht wurde.

Deshalb
richte ich an Sie diese beiden Fragen:
1.) Liegt der Verwaltung ein solches Gutachten vor?
2.) Falls ja, welches ist der Grund dafür, dass es bisher nicht veröffentlicht
wurde?

Ohne zum Inhalt irgendwelche Angaben zu machen folgte
darauf ungewöhnlich schnell, nämlich bereits drei Tage später, am 13.03.2020,
die folgende Antwort:

Sehr geehrter
Herr Stadtrat Dr. Winkler,

vielen Dank
für Ihr Schreiben vom 10.03.20, das Herr Oberbürgermeister Horn zur
Beantwortung an mich weiter geleitet hat. Ihre Fragen, warum ein Gutachten, das
sich u.a. mit dem Vorkommen auf dem Projektgelände der nach FFH-Richtlinien
streng geschützten Art „Haselmaus“ beschäftigt, noch nicht veröffentlicht
wurde, können wir wie folgt beantworten:

1. Liegt der
Verwaltung ein solches Gutachten vor?

Es liegt ein
Gutachten über das Vorkommen der Haselmaus im Gebiet Dietenbach vor. Das
Gutachten wurde vom Büro FrInaT erstellt und ist vom 18.12.2018.

2. Falls ja,
welches ist der Grund dafür, dass es bisher nicht veröffentlicht wurde?

Veröffentlicht
wurde es bisher nicht, da seit seiner Erstellung kein Projekt aus dem
Dietenbachzusammenhang in einen formellen Offenlageschritt gegangen ist (zum
SEMBeschluss und zur SUP lag das Gutachten noch nicht vor). Dies wird erst im
Rahmen der als nächstes anstehenden formellen Verfahren zum Gewässerausbaus und
zum Erdaushubzwischenlager der Fall sein. Eine allgemeine „aktive“
Informationspflicht über das Vorhandensein von Umweltgutachten losgelöst von
formellen Beteiligungsschritten gibt es nicht. In das Gutachten kann bei
Bedarf, nach Terminvereinbarung, bei der PG Dietenbach Einsicht genommen
werden.

Mit
freundlichen Grüßen

Gez.: Prof.
Dr. Martin Haag
Bürgermeister

Warum kann das Ergebnis nicht gleich mitgeteilt werden? Warum diese Geheimniskrämerei? Nach dieser Antwort von Baubürgermeister M. Haag auf die Anfrage von Stadtrat W.-D. Winkler kann man sich nur fragen, warum so intransparent gehandelt wird indem man sich auf die nur rechtlich vorgeschriebenen Notwendigkeiten zurückzieht. Welche Gründe mag es dafür geben? Hat das Gutachten womöglich doch das Vorhandensein der geschützten Haselmaus festgestellt? Und nun hat man Angst, dass die kleine Haselmaus auch den neuen Mega-Stadtteil verhindert, wie das im Jahr 2015 schon bei dem geplanten Staudamm in Günterstal geschah?

Fragen, die der Baubürgermeister bisher nicht beantworten möchte. Er bietet nur an, dass in „das Gutachten bei Bedarf, nach Terminvereinbarung, bei der PG Dietenbach Einsicht genommen werden kann.“ Ein Angebot, das angesichts der Schließung der meisten Ämter wegen des Corona-Virus im Moment ohnehin nicht wahrgenommen werden kann.

Siehe dazu: https://freiburg-lebenswert.de/die-kleine-haselmaus-verhindert-monsterdamm/

Luftbild des Dietenbach-Gelände (Foto: W.-D. Winkler). Hier soll auf den letzten landwirtschaftlichen Flächen Freiburgs der Mega-Stadtteil Dietenbach entstehen.

Foto der Haselmaus: Bjoern Schulz, de.wikipedia (bei Namensnennung zur Veröffenzlichung frei gegeben).




Nicht erbrachte Ausgleichsmaßnahmen

Laut Bericht der BZ hat eine Studie eines Teams der Universität Freiburg ergeben, dass bei Gemeinden am Schönberg ein Viertel der sogenannten Ausgleichsmaßnahmen aus den Jahren 2007 bis 2017 nicht erbracht wurden. Vieles von dem, was die Gemeinden selbst als natur- und artenschutzrechtliche Ziele verbindlich benannt haben, sei in den jeweiligen Ausgleichsflächen nicht anzutreffen. Der Ausgleich erfolge auch auf zu kleinen, unzusammenhängenden Flächen, die deshalb zu wenig Raum für Lebensgemeinschaften von Flora und Fauna bieten, was zur Folge habe, dass die neuen Flächen eine nur „mittelwertige Qualität“ ohne große Artenvielfalt aufweisen. Die Gemeinden sollten sich an ihren rechtlich verbind-lich zu erbringenden Naturausgleich halten. Angesichts des Insektensterbens müsste es doch erstrebenswert sein, möglichst hochwertige Biotope anzulegen.

Doch gebe es so gut wie keine Kontrollen, klagen die Autoren der Studie. Als Kommunalaufsicht der kleinen Gemeinden ist dafür das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald zuständig. Verantwortlich zeichnet die Untere Naturschutzbehörde (UNB), die sich die Umsetzungs- und Monitoringberichte für Ausgleichsmaßnahmen vorlegen lässt und führt – mit der Einschränkung: „im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten“ – Stichproben in einzelnen Gemeinden durch. Aus unserer Sicht ist eine stichprobenartige Kontrolle nicht akzeptabel, sondern alle Erhaltungs- und Ausgleichsmaßnahmen gehören überprüft.

Dazu haben die Stadträte von Freiburg Lebenswert (FL) im Freiburger Gemeinderat bereits im November eine „Anfrage nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen“ an die Stadtverwaltung bzw. OB Martin Horn gesandt. Nun erfolgte die Antwort der Stadt, namentlich durch Bürgermeister Breiter:

Hier die Anfrage der FL-Stadträte zu den Ausgleichsmaßnahmen:
https://freiburg-lebenswert.de/wp-content/uploads/2019/12/20192511_Einzelanfrage_Ausgleichsmaßnahmen.pdf

Und hier die Antwort der Stadtverwaltung bzw. von BM Breiter:
https://freiburg-lebenswert.de/wp-content/uploads/2019/12/20192511_Einzelanfrage_Ausgleichsmaßnahmen_Antwort.pdf




Bundeskabinett beschließt „Masterplan Stadtnatur“

Das Bundeskabinett in Berlin hat am 6. Juni 2019 ein Konzept beschlossen, das mehr Natur in die Städte bringen soll. Stadtnatur leiste einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel, heißt es in dem sogenannten Masterplan. „Selbst kleinere Grünanlagen könnten die Temperaturen im Vergleich zur bebauten Umgebung bereits um 3 bis 4 Grad senken. Ziele seien mehr unversiegelte Flächen, mehr Natur in Stadtparks, Sportstätten, Schulen und Kindergärten“ so berichtet der Deutschlandfunk.

Dies ist eine Forderung, die Freiburg Lebenswert (FL) schon lange immer wieder angemahnt hat und weiter anmahnt. So z.B. bei der Neugestaltung des Platzes der Alten Synagoge, der schließlich fast komplett versiegelt wurde, oder beim Protest gegen die vielen Baumfällungen und Flächenversiegelungen (z.B. durch den Neubau der Finanzschule in der Rheinstraße). Nun zeigt der Druck seitens der Bundesregierung hoffentlich Wirkung und bewirkt bei der Stadtverwaltung vielleicht ein Umdenken.

In der Mitteilung des Bundesumweltministeriums heißt
es dazu:

„Mit
insgesamt 26 Maßnahmen will die Bundesregierung die Kommunen dabei
unterstützen, die Arten- und Biotopvielfalt in unseren Städten zu erhöhen. So
sollen natürliche, grüne Lebensräume geschaffen werden, die nicht nur Pflanzen
und Insekten nützen, sondern den Stadtbewohnern grüne Oasen der Erholung
bieten.

Bundesumweltministerin
Schulze: „Mehr Stadtnatur ist gut für die Menschen und für die Natur. Der
jüngste Bericht des Weltbiodiversitätsrates hat uns deutlich vor Augen geführt,
wie dramatisch der Schwund unserer biologischen Vielfalt voranschreitet. (…) Wir
wollen daher mehr Natur in unsere Städte bringen. Wir wollen mehr unversiegelte
Flächen, mehr Natur in Stadtparks, privaten Gärten, Sportstätten, Schulen und
Kindergärten, an Gewässern, an Gebäuden und auf Brachen mit Grün.“

Vorschlag zur Gestaltung des Platzes der alten Synagoge, den Freiburg Lebenswert im Juli 2014 eingebracht hatte (Visualisierung: K. Zipsin)

Der
Masterplan Stadtnatur unterstützt Kommunen dabei, natürliche Lebensräume zu
schaffen. Das ist gut für die Artenvielfalt, aber auch für die Menschen in den
Städten. Zu den Maßnahmen zählt unter anderem ein neuer Förderschwerpunkt
Stadtnatur beim Bundesprogramm Biologische Vielfalt des BMU. Das
Bundesnaturschutzgesetz soll geändert werden, um die kommunale
Landschaftsplanung zu stärken. (…)

All diese
Maßnahmen dienen dazu, dass Stadtbewohner mehr Grün zur Naherholung vor ihrer
Haustür finden und dass Deutschlands Tier-, Insekten- und Pflanzenarten auch in
Städten gedeihen können.“

Siehe dazu: https://www.bmu.de/stadtnatur/

Insekten benötigen Blütenvielfalt in den privaten und öffentlichen Gärten der Stadt..
… und auf möglichst vielen Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Plätzen! (Fotos: M. Managò)



Protestaktion vor den Schönbergwiesen

Am 6. April 2019 um 13.00 Uhr fand am Zwiegerackerweg
in Freiburg-St. Georgen eine Aktion gegen die Bebauung der Schönbergwiesen
statt. Veranstalter waren zum einen der „Verein für den Erhalt der
Schönbergwiesen e.V.“ (siehe: http://www.schoenbergwiesen.de)
und zum anderen die „Bürgerinitiative Rettet die Schönbergwiesen“ (siehe: www.rettet-die-schönbergwiesen.de).
Motto der Protestaktion war: „Keine Bebauung der Schönbergwiesen, hier ist die ‚Rote
Linie‘ für St. Georgen“.

Christiane von Spiessen, die Vorsitzenden des Vereins
begrüßte die vielen Anwesenden und hob die Bedeutung der Wiesen hervor, die
unter Naturschutz stehen, weshalb sich auch der NABU in einem Schreiben an die
Stadt strikt gegen deren Bebauung ausgesprochen hat. Unterstützt wurde die
Aktion auch vom „Bürgerverein Freiburg-St. Georgen e.V.“ (siehe: https://www.bv-fr-st-georgen.de),
deren Vorsitzender Martin Maier auch eine Rede hielt. Er sprach von der „Roten
Linie“, die hier für die St. Georgener überschritten werde. Man habe der Stadt
Alternativflächen genannt, die für den Zweck viel geeigneter seien. Bisher
leider ohne Erfolg. Viele Unterstützer kamen auch von der Initiative „Rettet
Dietenbach“, die mit Transparenten und Traktoren vor Ort war.

Sowohl in den Ansprachen aus auch auf vielen Schildern
wurde an die Aussagen von OB Martin Horn erinnert, die er bei seinem
Bürgergespräch „Vor Ort“ in St. Georgen vor einem großen Publikum gemacht
hatte: „Sie glauben doch nicht wirklich und ernsthaft, dass da oben jemand
bauen möchte.“ Und: „Wenn wir alternative Flächen finden, ist die Sache da oben
vom Tisch.“

Von Freiburg Lebenswert (FL), das die Anliegen der Veranstalter und des Bürgervereins unterstützt, waren anwesend: Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (Listenplatz 2), Stadtrat Karl-Heinz Krawczyk (Listenplatz 3), Michael Managò (Listenplatz 4, Pressesprecher und Vorstandsmitglied) sowie Herbert Bucher (Listenplatz 12 und Ehrenvorsitzender des Bürgervereins St. Georgen).

Festhalten an der „Roten Linie“ (v.l.n.r.: Herbert Bucher (FL), Michael Managò (FL), Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) und Martin Maier (1. Vors. BV St. Georgen)
Schild des Vereins für den Erhalt der Schönbergwiesen (Foto: C. v. Spiessen)



Der grüne Sündenfall Dietenbach

Die Warnungen zum Klimawandel, zum Landverbrauch, zur
Zerstörung unserer natürlichen Ressourcen werden immer lauter. Eine
Klimakonferenz folgt der anderen und jedes Mal wird festgestellt, dass es kurz
vor 12 sei und dass man unter keinen Umständen so weitermachen dürfe. Jeder müsse
vor seiner Haustür beginnen! „Global denken und regional handeln“ lautet ein
beliebtes, richtiges und immer wieder zitiertes Motto. Und was macht Freiburg?

Sehr eindrucksvoll rief die 16 Jahre alte
Klimaaktivistin Greta Thunberg beim World Economic Forum in Davos zu sofortigen
Maßnahmen gegen den Klimawandel auf. Sie sagte: „Ich will eure Hoffnung
nicht. Ich will nicht, dass ihr hoffnungsvoll seid. Ich will, dass ihr Panik
bekommt. (…) Ich will, dass ihr handelt, als stünde das Haus in Flammen. Denn
es steht bereits in Flammen.“ Und was macht Freiburg?

Ausgerechnet und vor allem „Die Grünen“ in Freiburg wollen
die grünen Wiesen und letzten landwirtschaftlichen Flächen der Stadt überbauen,
und sie meinen allen Ernstes, das sei „ökologisch, sozial“ und der Stadtteil
habe „die Potenziale, (…) ein Reallabor für das urbane Wohnen der Zukunft zu
werden“. Dass dies alles angesichts der enormen Kosten gar nicht realisierbar
ist, wird mit ideologischen Träumereien verdrängt.

Viele Ortsverbände der Grünen in anderen Teilen
Deutschlands stehen nach wie vor zu den wahren Zielen ihrer Partei. So z.B. die
Grünen in Mülheim an der Ruhr, die in ihrem Programm formulieren: „Reaktivierung
der Innenstadt und Flächenentsiegelung und Rückbau von baulichen Leerständen.
(…) Für eine Zukunft der bäuerlichen und biologischen Landwirtschaft. Flächenverbrauch
und Zersiedelung stoppen!“ (Siehe: https://gruene-mh.de/wahlen/kommunalwahlprogramm/.)
Und die Grünen in München haben mit dem Spruch plakatiert, auf den die Grünen
in Freiburg schon sehr agressiv reagiert haben: „Grünflächen statt Luxusbeton“.

Plakat der Grünen in München 2018 (Foto: K.-H. Krawczyk)

Die Grünen in Bayern hatten bei der letzten
Landtagswahl in Bayern ihren Stimmenanteil unter anderem mit dem Argument
verdoppelt, dass der Flächenverbrauch im Land reduziert werden muss. Hier in
Freiburg sagen – auch die Grünen – das Gegenteil: Man benötige Wachstum und
müsse sich „das Land zu eigen machen“ (so die die Fraktionsvorsitzende der
Grünen im Gemeinderat, Frau Viethen, am 24.7.2018 im Gemeinderat) für Bebauung.

Dieselbe „grüne“ Frau Viethen sagte dann am 06.02.2019 auf dem Podium im Konzerthaus allen Ernstes: „Artenschutz bedeutet nicht, dass nicht mehr gebaut werden darf. (…) Ja, die Feldlerchen die dort brüten sind vom Aussterben bedroht, aber sie sind ja noch nicht verschwunden. (…) Sorry, es ist ein gefährdeter Vogel, aber er ist noch nicht tot.“ Man werde dafür vom Regierungspräsidium (mit einer ebenfalls grünen Regierungspräsidentin) eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Das sagen dieselben Grünen, die sich früher mal aus Naturschutz-Gründen gegen den Stadtteil Rieselfeld ausgesprochen hatten?!

Immer wieder fordern die Grünen zu Recht mehr
ökologische Landwirtschaft. Jeder weiß aber, dass gerade biologische
Landwirtschaft mehr Fläche benötigt und nicht weniger. Insofern ist es ein Anachronismus
zu glauben, man könne einerseits mehr Ökologie in der Landwirtschaft fordern
und andererseits den Landwirten gleichzeitig den Boden dafür wegnehmen.




Auf die Zukunft bauen – Planen, Sanieren, Wohnen im 21. Jh.

Der bekannte Autor und ehem. Fernseh-Journalist Dr. Franz Alt, der bereits am 12. Februar zu einem Vortrag in Freiburg war, wird am kommenden Dienstag, den 19. Februar um 19.30 Uhr ins Bürgerhaus Zähringen (Lameystr. 2) auf Einladung der „Bürgeraktion Rettet Dietenbach“ zu einem weiteren Vortrag mit anschließender Diskussion nach Freiburg kommen. Der Eintritt beträgt diesmal 5,- Euro, alternativ kann auch eine Spende geleistet werden.

Vorstellen muss man den Referenten wohl nicht: In 22
Sprachen sind seine Bücher übersetzt und erreichen so ein Millionenpublikum. Kaum
ein Experte hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine solche Sachautorität erworben
wie er. Er ist in gewisser Weise zu einer „energ“ethischen Instanz
geworden. Am Beispiel der neuen Stadtteilplanung wird er am 19. Februar sein
Nachdenken über das Wachstum, unsere Erde, den Boden und das Klima vortragen.

Schon oft hat Franz Alt für eine andere Baupolitik und
eine Vision für schöpfungsgerechtes und kostengünstiges Bauen plädiert. Schon
in 20 Jahren wird, so argumentiert er, der Abriss eines herkömmlich gebauten
Hauses teurer sein als der Bau dieses Hauses. Wir müssen und werden völlig
anders bauen und wohnen lernen, meint auch der ehemalige Bundesbauminister
Klaus Töpfer. Dies, so die Voraussage, wird die Herausforderung der Zukunft
sein für Planer, Architekten, Bauherren, Ingenieure, Handwerker und Politiker.
Franz Alt zeigt auf, dass eine neue ökologische Wachsamkeit beim Bauen und
Sanieren im Einklang mit der ästhetischen Wahrnehmung und dem seelischen
Empfinden des Menschen stehen kann.

Eines der Themen, mit denen er sich vor allem in
jüngster Zeit beschäftigt hat, ist das Thema „Auf die Zukunft bauen –
Planen, sanieren, wohnen im 21. Jahrhundert“. Dabei stellt er neue
Leitbilder für das Bauen und Sanieren in der Zukunft vor und zeigt die
Vielfalt, aber auch die Kontroversen des ökologischen Bauens. Er präzisiert die
Kriterien für eine zukunftsfähige Baupolitik und macht deutlich, dass
ökologisches Bauen in vielen Fällen nicht bauen, sondern sanieren heißt. Mit
Hilfe einer Spezialkamera offenbart er, wie unglaublich energieverschwenderisch
bisher das Bauen war und belegt, dass umweltfreundliches Bauen mehrere hunderttausend
neue Arbeitsplätze schaffen kann.

Siehe auch: https://rettet-dietenbach.de/?page_id=2515

Und: http://www.sonnenseite.com/de/

Der bekannte Autor, Referent und ehem. Fernseh-Journalist Franz Alt ist zu einer „energ“ethischen Instanz geworden. (Foto: Bigi Alt)



Naturschutzbeauftragte sehen „deutliche Schieflage“

Zwei langjährige ehrenamtliche, vom Gemeinderat
bestellte Naturschutzbeauftragten der Stadt Freiburg, haben sich zu Wort
gemeldet und ihre sonst geübte Zurückhaltung aufgegeben, weil sie bezüglich
Dietenbach eine „deutlichen Schieflage“ und „Seilschaften“ in der Stadt
beobachtet haben. Es ist sogar von „Gleichschaltung bei Wortmeldungen,
Berichterstattung, Wahlkampf“ und von einem „erheblichen Ungleichgewicht (…) bei
der Interessen- und Meinungsvertretung von Pro und Contra der
Dietenbach-Bebauung“ die Rede.

So deutlich und offen hat das bisher noch niemand öffentlich zum Ausdruck gebracht. Wir möchten deshalb hier den gesamten Brief der beiden Naturschutzbeauftragten veröffentlichen:

„Abweichend
von unserer (gewünschten und gebotenen) Zurückhaltung bei öffentlichen
Wortmeldungen als Naturschutzbeauftragte, haben wir uns dazu entschlossen, zum
Bürgerentscheid Dietenbach einen Leserbrief an die Badische Zeitung zu
schreiben, den diese bisher (natürlich?) nicht veröffentlicht hat.

Anlass dazu
gibt unser Eindruck einer deutlichen „Schieflage“, a) fast Gleichschaltung bei
Wortmeldungen, Berichterstattung, Wahlkampf etc. sowie b) erhebliches
Ungleichgewicht bei den Kapazitäten, finanziell, personell und organisatorisch,
bei der Interessen- und Meinungsvertretung von Pro und Contra der
Dietenbach-Bebauung. Bemerkenswert ist dabei auch, wer sich nun alles zu
solchen Themen äußert und in welchen einzigartigen „Seilschaften“.

Allerdings
konnten wir in den letzten Tagen auch zunehmend feststellen, dass wir bei
weitem nicht so alleine da stehen, wie uns 43 Stadträte und eine überwältigende
Mehrheit von Plakaten (Propaganda) gerne glauben machen würden.

Schließlich
geschieht zurzeit genau das, wovon wir wegkommen müssen, nämlich dass Sozial,
Ökonomisch und Ökologisch gegeneinander ausgespielt werden, insbesondere
Ersteres gegen Letzteres. Die Einschränkung des Flächenverbrauchs wird zur
sozialen Frage gemacht, ja zur grundsätzlichen Zukunftsfrage für die Stadt
Freiburg. Sind diejenigen, die Bedenken gegen diese Art der Bebauung haben,
tatsächlich asozial, familienfeindlich, für unbezahlbare Wohnungen, gegen
Nachhaltigkeit und gegen Inklusion, wie (im Umkehrschluss) propagiert und
suggeriert wird?“

gez. Thomas Ludemann

„Am 30.1.2019
bei der Badischen Zeitung eingereichter Leserbrief von zwei
Naturschutzbeauftragten der Stadt Freiburg. Bezug des Leserbriefes: Diverse
Beiträge zum Bürgerentscheid Dietenbach der letzten Zeit, dazu der folgende
Leserbrief mit Gesichtspunkten von zwei langjährigen, ehrenamtlichen, vom
Gemeinderat bestellten Naturschutzbeauftragten und als Wortmeldung für die
Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen auf kommunaler und regionaler Ebene,
unserer ureigenen, gesetzlichen Aufgabe.

Text des
Leserbriefes:

Nie war ein
„Nein“ so wenig grün! Bevor die letzten, großen, wertvollen Landwirtschafts-
und Offenland-Flächen der Stadt in der Ebene-– angeblich (Wohnungs-)Not-wendig
und alternativlos – vernichtet werden, sollten Alternativen endlich ernsthaft
verfolgt werden:

(1) Sind die
bisherigen Bebauungspläne, insbesondere der Gewerbegebiete und des neuen
Stadions wirklich konsequent flächensparend? Hier ließe sich zum Beispiel auf
einfachste Weise fast 80 % des Flächenverbrauchs einsparen, wenn man ein
fünfstöckiges Parkhaus baut – statt ebenerdig. Die Pharmas in Basel machen es
uns vor!

(2) Wäre es
nicht vielleicht sogar gut, auch den Umlandgemeinden oder sogar anderen
Regionen einen Teil des Bevölkerungszuwachses zu „gönnen“, anstatt dies gemäß
„Kirchturmpolitik“ als (Bevölkerungs-)Verlust zu beklagen? Auch dort und nicht
nur in Freiburg können Bauvorschriften zum geringeren Flächenverbrauch erlassen
und gute Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden.

(3) Gibt es
nicht doch einen verträglichen, erfolgversprechenden Plan B, in dem man viele
kleine Baumaßnahmen nicht nur in den Quartieren, sondern vor allem auch auf
fehl- oder untergenutzten Flächen erzeugt?

(4) Müsste
nicht eine nachhaltige Gesellschaft auch auf kommunaler Ebene die
Sicherstellung landwirtschaftlicher Produktions- und Versorgungsmöglichkeiten
so weit wie möglich auf der eigenen Fläche anstreben? So wie es nur eine Erde
gibt, so hat auch die Stadt Freiburg nur eine Gemarkungsfläche.

(5) Wäre es
(wohnungs)notfalls nicht ein geringerer Verlust, einen relativ kleinen Teil des
riesigen Bergwaldes zu opfern, anstatt letzte, große Landwirtschafts- und
Offenland-Fläche in der Ebene?

(6) Gibt es
durch die verstärkte und weiter zunehmende Verstädterung (Urbanisierung) nicht
mehr Probleme als Lösungen – regional bis global?

Nie war ein „Ja“ so Zukunft für eine – sozial,
ökonomisch und ökologisch – nachhaltige Stadt Freiburg.“

Dr. Dagmar Reduth und Dr. Thomas Ludemann,
Naturschutzbeauftragte der Stadt Freiburg