Teure Mieten durch Privatisierung und Modernisierung

FL ist gegen den Abriss von günstigem Wohnraum in Altbauten zugunsten teuererer Neubauten! (Foto: K. Langosch)
FL ist gegen den Abriss von günstigem Wohnraum in Altbauten zugunsten teuererer Neubauten! (Foto: K. Langosch)

In der Sendung Frontal 21 im ZDF vom 8. April ging es um teure Mieten durch Privatisierung und Modernisierung. Das in der Sendung gezeigte Beispiel der Stadt Wien zeigt, dass dort für sozialen Wohnungsbau mehr Geld ausgegeben wird, als in der gesamten Bundesrepublik zusammen! In Wien wurde selbst das Hundertwasser-Haus “sozial durchmischt”, d.h. auch darin war vorgeschrieben, wie viele Sozialwohnungen es geben musste.

Die Privatisierung von Sozialwohnungen und die Umwandlung in teure Eigentumswohnungen wird zum Problem für deutsche Städte, zu denen auch Freiburg gehört. Hier werden günstige Wohnungen so saniert, dass sie danach oft im Luxussegment liegen. Dadurch verändern sich die Strukturen ganzer Bezirke. In der Sendung wird gefragt: „Können Milieuschutz und Umwandlungsverbote diesen Trend noch stoppen? Haben deutsche Großstädte den Kampf um bezahlbaren Wohnraum aufgegeben? Welche Verantwortung haben Kommunen, Bund und Länder, was ist in den vergangenen Jahrzehnten versäumt worden?“

Link zur ZDF-Sendung

Siehe in unserem Programm: Wohnungspolitik




Geplanter Abriss des Quartiers vor der Uniklinik

Innenhof eines der Gebüdekomplexe im Klinikviertel (Foto: N. Armbruster)
Innenhof eines der Gebüdekomplexe im Klinikviertel (Foto: N. Armbruster)

Zu dem geplanten Abriss der Mietshäuser im Quartier vor den Unikliniken durch den Bauverein Breisgau hat uns ein Bewohner und Mieter, Herr Norbert Armbruster, den folgenden Bericht geschickt.

„Die Häuser wurden in den Jahren 1951/52 fertig gestellt. Der Bauverein Breisgau hat in seinem Bestand noch mehrere baugleiche Häuser, z.B. in der Markgrafenstraße, Luckenbachweg, Waldkircher Straße, untere Offenburger Straße – zum Teil voll saniert.

Es gibt bautechnisch keinen Grund, unsere Häuser abzureißen – was der Bauverein aber bestreitet. Der eigentliche Hauptgrund für den Abriss ist das von der Uniklinik geplante Großumbauprojekt “Masterplan 21”. Hier sollen adäquate Häuser für Ärzte entstehen. Der Bauverein sorgt mit dem Neubau auch nicht für mehr Wohnungen in Freiburg: 170 werden abgerissen, 150 neu errichtet. Der Mietpreis wird sich zwischen 9-11 Euro/qm bewegen – quasi um das Doppelte ansteigen. Keiner der bisherigen Altmieter kann sich diesen Preis leisten.“

Auch dies ist wieder ein Beispiel für die Vernichtung von bezahlbarem Wohnraum, der dann durch teureren Wohnraum in Neubauten ersetzt wird. Dass ausgerechnet eine Baugenossenschaft sich daran beteiligt, schmerzt dabei besonders.

Siehe: Eine Chronologie aus meiner Sicht (PDF-Datei)

Siehe in unserem Programm: Wohnungspolitik und Baupolitik




Städte im Bauboom

Kalt und leblos sind die Büromeilen an den Bahnhofsachsen unserer Städe (Foto: M. Managò).
Kalt und leblos sind die Büromeilen an den Bahnhofsachsen unserer Städte (Foto: M. Managò).

„In Zürich haben Top-Architekten zwei riesige neue Areale bebaut – und surreale Stille im Herzen der Stadt geschaffen. Wer verantwortet dieses Desaster?“ So schreibt Laura Weissmüller in einer Serie unter dem Titel „Städte im Bauboom“ der Süddeutschen Zeitung und stellt am Beispiel Zürich weiter fest:

„Hier hat das Betongold feinste Qualität. Nicht nur, weil die Stadt boomt und weil die Immobilienpreise in der Schweizer Bankenmetropole zu den höchsten Europas gehören. Im vergangenen Jahr hat der Kanton Zürich entschieden, den eigenen Flächenfraß zu stoppen. Die in der ganzen Schweiz weit fortgeschrittene Zersiedlung soll endlich aufhören – das erhöht den Druck innerhalb der Stadtgrenzen. Verdichten in den bestehenden Quartieren hieß bislang das Zauberwort, neu bauen in den ehemaligen Industriearealen und letzten freien Flächen das große Versprechen. (…) Für die Stadt und das, was man mal unter öffentlichem Raum verstand, sah es noch nie so düster aus.“ (…)

„Wem gehört die Stadt“, fragten Ende Oktober einige Tausend Demonstranten in der Züricher Innenstadt. Ein buntes Bündnis aus Baugenossenschaften, Studenten, Hausbesetzern, Kleingewerbe, Kirche und Kreativen forderte mehr bezahlbaren Raum für Wohnen, Arbeiten und Kultur…“

Laura Weissmüller konstatiert am Schluss ihres sehr lesenswerten Artikels, dass Städte dringend Baumeister und Architekten brauchen, „die erst mal den Bodensatz eines jeden Ortes untersuchen und die langfristigen Auswirkungen eines Neubauprojekts auf die Umgebung analysieren – kurz: denen die soziale Verantwortung ihres Berufs bewusst ist. Denn Häuser machen Stadt. Sie entscheiden, wie ein Viertel genutzt wird, welche Menschen sich dort aufhalten, wie viel Austausch zwischen ihnen entsteht.“ – Wie wahr, gerade auch für Freiburg!

Link zum SZ-Beitrag: http://www.wem-gehoert-zuerich.ch/wp-content/uploads/2013/12/sueddeutsche-zeitung-28.10.13.pdf

Bezahlbaren Wohnraum in erster Linie für die Bürger in Freiburg, die sich die hohen Preise nicht mehr leisten können, besonders für junge Familien und Menschen mit niedrigen Einkommen und nicht für Investmentfonds, das fordert auch Freiburg Lebenswert in seinem Programm zur Baupolitik und zur Wohnungspolitik.




Bezahlbarer Wohnraum

Folie_abrissIn der Badischen Zeitung (BZ) vom 18. März wird in einem dpa- Beitrag festgestellt, dass in Deutschland zwar mehr gebaut wird, allerdings vor allem im Hochpreissegment. Der Erhalt oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, so beklagt nicht nur der Mieterbund,  wird dagegen vernachlässigt.

Der Beitrag untermauert unsere Feststellung, dass ein “Bauen auf Teufel komm raus”, wie es in Freiburg propagiert wird, zwar mehr Wohnraum, aber nicht mehr bezahlbaren Wohnraum schafft.  Durch Abriss von Altbauten wird in der Regel vorhandener, günstiger Wohnraum vernichtet, zugunsten von weit teuererem Neubau.

Siehe in unserem Programm unter: Wohnungpolitik

Link zum Artikel in der Badischen Zeitung




Unser Programm zur Wohnungspolitik

Auf der Pressekonferenz am 14. März 2014 im Café Velo hat Freiburg Lebenswert vor Journalisten der lokalen Presse, des Süswestfunks und TV-Südbaden sein wohnungspolitisches Programm vorgestellt, das nun auch auf der Hompage veröffentlicht wurde.

Siehe unter: Wohnungspolitik

Link zum Bericht von TV-Südbaden




Veranstaltungshinweis zu Wohnungspolitik und bezahlbaren Mieten

Am 20. März wird der Stadtsoziologe Dr. Andrej Holm, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin und Autor des Buches “Mietenwahnsinn – Warum Wohnen immer teurer wird und wer davon profitiert” einen Vortrag zu folgendem Thema halten:

“Warum steigen die Mieten, wer verdient daran und was können wir dagegen tun?”

Datum: 20. März 2014 um 20 Uhr
Ort: UNI Freiburg KG I Raum 1199 (Platz der Universität 3)

Veranstalter:  Bauverein “Wem gehört die Stadt?” in Zusammenarbeit mit Recht auf Stadt – Netzwerk Freiburg, ASTA Uni Freiburg, Wohnen ist Menschenrecht




FL in der FAZ

Folie28In der FAZ vom 05. 03. 2014 steht unter der Überschrift “Aufstand der Mooswaldindianer” folgende kurze Zusammenfassung: “Dem Fußballverein SC Freiburg soll ein neues Stadion gebaut werden – in einem Naherholungsgebiet. Die Freiburger sind empört.”

Im Artikel heißt es dann weiter: “Zur Kommunalwahl tritt eine Liste ‘Freiburg Lebenswert’ an.  Sie will sich für bezahlbaren Wohnraum und gegen den Wachstumswahn des grünen Rathauschefs einsetzen. ‘Es kann doch nicht sein, dass die grüne Schulbürgermeisterin erklärt, man könne vor einer Schule zwei dringend benötigte Container nicht aufstellen, weil kein Geld da sei, dann aber gleichzeitig das Stadion geplant wird’, sagt Gerlinde Schrempp, die für die neue Liste kandidiert.”

So die FAZ in ihrer heutigen Ausgabe am Kiosk.




Bauen in der Stadt

Gegen den Abriss von günstigem Wohnraum in Altbauten zugunsten teuerer Neubauten!
Wir wenden uns gegen den Abriss günstigen Wohnraums in Altbauten zugunsten sehr viel teuererer Neubauten! (Foto: K. Langosch)


Lesenswerter Artikel in der FAS:  Gute Idee schlägt Scheckbuch

Ein interessanter Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 02. 03.2014 stellt fest: “Ein städtischer Bauplatz in bester Lage – davon träumen viele Bürger. Bisher machte bei der Grundstücksvergabe meist der das Rennen, der das meiste Geld bot. ” Ein Dilemma, denn bald können junge Familien und andere Bürger sich ihre eigene Stadt nocht mehr leisten.

Um dem entgegen zu wirken, setzen Tübingen als Vorreiter und jetzt auch Stuttgart auf Baugemeinschaften oder Baugenossenschaften und Jena z. B. setzt auf Bürgerbeteiligung.  Auch in Hamburg schaut man “mehr auf die Konzepte als aufs Geld – und lenken damit die Stadtentwicklung.” Selbst in München spricht man von einer „sozialgerechten Bodennutzung“, als einem seit vielen Jahren angewandten Mittel, “das bei Flächenverkäufen durch die Stadt München greift.”

Den Beitrag in der FAS siehe unter:  http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bauen-in-der-stadt-gute-idee-schlaegt-scheckbuch-12827394.html

Siehe dazu auch unter:  Wofür wir stehen und Baupolitik.