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Städte im Bauboom

Kalt und leblos sind die Büromeilen an den Bahnhofsachsen unserer Städe (Foto: M. Managò).
Kalt und leblos sind die Büromeilen an den Bahnhofsachsen unserer Städte (Foto: M. Managò).

„In Zürich haben Top-Architekten zwei riesige neue Areale bebaut – und surreale Stille im Herzen der Stadt geschaffen. Wer verantwortet dieses Desaster?“ So schreibt Laura Weissmüller in einer Serie unter dem Titel „Städte im Bauboom“ der Süddeutschen Zeitung und stellt am Beispiel Zürich weiter fest:

„Hier hat das Betongold feinste Qualität. Nicht nur, weil die Stadt boomt und weil die Immobilienpreise in der Schweizer Bankenmetropole zu den höchsten Europas gehören. Im vergangenen Jahr hat der Kanton Zürich entschieden, den eigenen Flächenfraß zu stoppen. Die in der ganzen Schweiz weit fortgeschrittene Zersiedlung soll endlich aufhören – das erhöht den Druck innerhalb der Stadtgrenzen. Verdichten in den bestehenden Quartieren hieß bislang das Zauberwort, neu bauen in den ehemaligen Industriearealen und letzten freien Flächen das große Versprechen. (…) Für die Stadt und das, was man mal unter öffentlichem Raum verstand, sah es noch nie so düster aus.“ (…)

„Wem gehört die Stadt“, fragten Ende Oktober einige Tausend Demonstranten in der Züricher Innenstadt. Ein buntes Bündnis aus Baugenossenschaften, Studenten, Hausbesetzern, Kleingewerbe, Kirche und Kreativen forderte mehr bezahlbaren Raum für Wohnen, Arbeiten und Kultur…“

Laura Weissmüller konstatiert am Schluss ihres sehr lesenswerten Artikels, dass Städte dringend Baumeister und Architekten brauchen, „die erst mal den Bodensatz eines jeden Ortes untersuchen und die langfristigen Auswirkungen eines Neubauprojekts auf die Umgebung analysieren – kurz: denen die soziale Verantwortung ihres Berufs bewusst ist. Denn Häuser machen Stadt. Sie entscheiden, wie ein Viertel genutzt wird, welche Menschen sich dort aufhalten, wie viel Austausch zwischen ihnen entsteht.“ – Wie wahr, gerade auch für Freiburg!

Link zum SZ-Beitrag: http://www.wem-gehoert-zuerich.ch/wp-content/uploads/2013/12/sueddeutsche-zeitung-28.10.13.pdf

Bezahlbaren Wohnraum in erster Linie für die Bürger in Freiburg, die sich die hohen Preise nicht mehr leisten können, besonders für junge Familien und Menschen mit niedrigen Einkommen und nicht für Investmentfonds, das fordert auch Freiburg Lebenswert in seinem Programm zur Baupolitik und zur Wohnungspolitik.