Stadtteilleitlinien und Freiraumkonzept fĂŒr die Innenstadt

Zum Thema „Stadtteilleitlinien (STELL) und Freiraumkonzept Innenstadt“ (Drucksache G-19/142) hat unsere StadtrĂ€tin Gerlinde Schrempp (FL) am 1. Oktober 2019 im Gemeinderat folgende Rede gehalten. Zu den Problemen in der Innenstadt hat der Lokalverein bereits ausfĂŒhrlich Stellung genommen. Freiburg Lebenswert (FL) hofft, dass die in dier Stellungnahme beschriebenen Sorgen des Lokalvereins bei der Verwaltung Gehör finden und eine entsprechende Umsetzung erfahren:

Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister,
meine Damen und Herren,

zu dieser Beschlussvorlage könnte man als erstes sagen „Was lange wĂ€hrt, wĂ€hrt gut“, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Es ist erfreulich, dass die Verwaltung den Austausch mit dem Lokalverein Innenstadt intensiv gepflegt hat, niemand weiß besser, was die Innenstadt braucht, was fehlt, was verĂ€ndert werden muss, als die Bewohner und Gewerbetreibenden dieser Innenstadt. 2012 haben in einem zweitĂ€gigen Workshop Bewohner, Gewerbetreibende und EigentĂŒmer zusammen mit der Stadt, die wesentlichen Themenbereiche der STELL festgelegt.

In der Freiburger Innenstadt: Kaiser-Joseph-Straße und Martinstor (Foro: M. ManagĂČ)

FĂŒr uns sind bei Leitlinie 1 „Lebendige Innenstadt“ vor allem die Bereiche Einzelhandel und Gastronomie im Auge zu behalten, denn deren Entwicklung ist schwierig, um nicht zu sagen, wenig erfreulich. Bei Leitlinie 2 macht uns die Bevölkerungsentwicklung in der Innenstadt große Sorgen. Zur Leitlinie 4 „Mobile Innenstadt“. Wir sehen, ebenso wie der Lokalverein, ein großes Problem beim Thema Verkehr in der Innenstadt.

Wir schließen uns hier dem ergĂ€nzenden Begleitpapier des Lokalvereins an, auch wir sehen einen notwendigen VerĂ€nderungsbedarf. Es mĂŒssen unbedingt neue Möglichkeiten des Lieferverkehrs erarbeitet werden, hier sind vor allem ElektromobilitĂ€t bei Paketlieferungen, bei Großlieferungen fĂŒr die Gastronomie zu nennen.

Ich habe Beschwerden von Handwerkern bekommen, die Dutzende Strafmandate erhalten haben trotz Anbringung einer entsprechenden Genehmigungsplakette, wenn sie an ihrer Baustelle geparkt haben, weil das Auto gleichzeitig die Werkstatt ist. Auf die zahlreichen anderen MissstÀnde gehe ich jetzt hier nicht ein, sie sind ausreichend im Papier des Lokalvereins beschrieben.

StadtrÀtin Gerlinde Schrempp (FL)

Aus ZeitgrĂŒnden gehe ich jetzt nur noch auf das Thema Wohnen ein. „Die Stadt wĂ€chst, die Innenstadt schrumpft“ ist ein großes Problem. Von 1965 bis Ende 2015 ist die Bevölkerung in der Innenstadt um 30% zurĂŒckgegangen auf heute ca. 7.000 Menschen. Eine so dĂŒnn bewohnte Innenstadt ist ein Problem fĂŒr die Sicherheitslage, fĂŒr die Identifikation mit dem Stadtteil und dem sozialen Zusammenhalt. Das VerantwortungsgefĂŒhl fĂŒr den Stadtteil geht verloren, wenn mehrheitlich Menschen mit nur kurzer Wohndauer in der Innenstadt  leben und dieser Entwicklung muss unbedingt entgegengesteuert werden. Wie das geschehen kann und soll, beschreibt der BĂŒrgerverein dezidiert, nĂ€mlich dass bei allen Neubauprojekten Wohnungen fĂŒr alle Altersgruppen verpflichtend sein sollen, ebenso muss die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen nicht nur unterbunden, sondern möglichst rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden.

Wir stimmen den BeschlussantrĂ€gen 1. und 4. zu, nehmen die Punkte 2 und 3 zur Kenntnis und hoffen sehr, dass die beschriebenen Sorgen des Lokalvereins bei der Verwaltung Gehör finden und eine entsprechende Umsetzung erfahren.  

Vielen Dank!