STADTENTWICKLUNG

F├╝r einen konsensorientierten Perspektivplan zur zuk├╝nftigen Stadtentwicklung

Schon im M├Ąrz 2013 zitierte die lokale Presse den Stadtplaner Roland Jerusalem mit der Aussage, dass es keine Gesamtstrategie f├╝r die Entwicklung Freiburgs gebe.

Diese Kritik wird von Freiburg Lebenswert geteilt: Es fehlt eine Gesamtstrategie f├╝r die Stadt-,┬á Wohnraum- und Freifl├Ąchenentwicklung in Freiburg. Deshalb fehlt Berechenbarkeit. Und deshalb erfolgt jeden Morgen der ├Ąngstliche Blick in die BZ: Wen trifft es heute? Wo wird der bislang freie Innenhof nachverdichtet, wo wird ein Erholungsgebiet abgewertet, welche Frischluftschneise abgeschnitten oder wo wird direkt neben einem Wohngebiet das SC-Stadion gebaut?

Die dann betroffenen Anwohner geraten in Panik, gr├╝nden eine B├╝rgerinitiative und sammeln Unterschriften. Die sich nicht betroffen f├╝hlenden B├╝rger halten so lange still, bis sie pl├Âtzlich selbst zu Betroffenen werden und dann schnell erkennen, dass das Argument des St.-Florians-Prinzips eher scheinheilig ist. Wer es gebraucht, ist selbst auch nicht frei von Interessen und hat auch nicht automatisch das Gemeinwohl im Sinn.

Die Stadtverwaltung beklagt immer wieder, dass es keine konfliktfreien Fl├Ąchen mehr gibt. Aber schuld daran ist sie zum gr├Â├čten Teil selbst. W├Ąre schon Jahre vorher mit den B├╝rgern abgestimmt und kommuniziert worden, wohin die Reise geht, w├Ąren die Konflikte weniger intensiv. Und jahrelange Fehlentwicklungen wie z.B. wie die Konzentration auf das wohnkostentreibende Konzept der Innenentwicklung oder der Verzicht der ├Âffentlichen Hand, in eigener Verantwortung sozialen Wohnungsbau zu betreiben, w├Ąren vermutlich auch schneller erkannt und korrigiert worden.

Freiburg Lebenswert wird sich deshalb im Gemeinderat bei der zuk├╝nftigen Stadtentwicklung gegen kurzsichtige Ad-Hoc Entscheidungen und f├╝r die Aufstellung eines langfristigen Perspektivplans einsetzen, letzteres unter gestaltender Beteiligung der B├╝rger.