Beiträge zum Thema

Hier finden Sie alle Beiträge, die auf der Homepage zum Thema SC-Stadion bzw. Stadion-Neubau bisher veröffentlicht wurden:

Offenlage wegen SC-Stadion: Bitte um Bürgerbeteiligung (6/28/2017) -
Der Wolfswinkel: Hier wollen SC und Stadt das neue Stadion bauen (Foto: BI pro Flugplatz).

Die Offenlage zum Bau des SC-Stadions im Wolfswinkel läuft. Alle BürgerInnen oder Institutionen, die Einwendungen gegen die Planung oder das Bauvorhaben haben, sollten diese bis zum 7. August 2017 vorbringen. Dann endet die Offenlage der Pläne, und damit läuft auch die Frist für Einsprüche, die sich gegen die Planung richten, ab.

An den meisten Argumenten gegen den Bau des Stadions im Wolfswinkel hat sich nichts geändert:

  • Millionenschwere Belastung der Steuerzahler für einen millionenschweren Profi-Club,
  • fehlende Ausgleichsflächen für die Zerstörung der Naturflächen (sogen. Magerrasen),
  • fehlende Gutachten und Maßnahmen zum Lärmschutz,
  • fehlerhafte Gutachten zur Vereinbarkeit von Stadion und Flugbetrieb (Stichwort: lebensbedrohliche Luftverwirbelungen) und damit fehlende Genehmigungsfähigkeit des Stadions,
  • starke Einschränkung der Rettungs- und Organtransportflüge,
  • nicht gelöste Verkehrsprobleme usw.
  • Bereits heute werden zahlreichen wertvollen Projekten im sozialen, sportlichen oder kulturellen Bereich dringend benötigte Zuschüsse verweigert unter Verweis auf die enge Finanzlage der Stadt.
  • Mit der gleichen Argumentation werden dringend notwendige Schulgebäude- und Sporthallensanierungen sowie die Instandhaltung von Ingenieurbauwerken (Brücken, Tunnel, etc.) auf die lange Bank geschoben.

Davon ist ein großer Teil der Bevölkerung mit erheblichen Nachteilen betroffen. Insofern verändert das Stadion das Leben in dieser Stadt weit mehr als nur am Flugplatz.

Jede/r Bürger/in kann und sollte sich beteiligen.
Diese Entscheidung hat weitreichende Bedeutung für unsere Stadt. Bitte bringen Sie jetzt alle Einsprüche und Bedenken gegen die aktuellen Baupläne vor, indem Sie einen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Freiburg (Dr. Dieter Salomon, Rathausplatz 2-4, 79098 Freiburg; buergermeisteramt@stadt.freiburg.de) schicken.

Argumente und Fakten gegen den Bau des Stadions im Wolfswinkel finden Sie auf der Homepage von Freiburg Lebenswert unter: https://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/

Es soll ausdrücklich betont werden, dass wir in Anerkennung des Bürgerentscheids den Bau eines Stadions unterstützen – allerdings in der Spiegelvariante anstelle des vorgesehenen Standorts.

Erinnert sei aber auch an die Vernichtung großer, wertvoller Grünflächen, die das Klima der Stadt negativ beeinflussen wird:

Fehlende planerische Vorausschau der Stadt (5/30/2017) -

An dieser Stelle möchten wir auch die Rede des Fraktionsvorsitzenden von FL/FF, Dr. Wolf-Dieter Winkler, die er im Gemeinderat am 23.05.2017 zu den Tagesordnungspunkten 9, 10 und 11 (alle zum SC-Stadion) gehalten hat dokumentieren (siehe PDF-Datei unten) und in Auszügen hier wiedergeben:

„Wir werden den drei Druckvorlagen, die den Bau des SC-Stadions auf der jetzt vorgesehenen Fläche im Wolfswinkel zum Ziel haben, nicht zustimmen. Schon allein deswegen, weil wir der Meinung sind, dass ein Aufstellungs- und Offenlagebeschluss zum jetzigen Zeitpunkt aus verschiedenen Gründen noch nicht entscheidungsreif ist. Daher auch unser heutiger Absetzungsantrag. Hier sollen offensichtlich vollendete Tatsachen geschaffen werden.

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL)

Die Kritikpunkte an diesem Standort sind sattsam bekannt, wobei für mich persönlich die ökologischen Bedenken den größten Stellenwert einnehmen. Ich kann einer Bebauung, die die großflächige Vernichtung von Magerrasen mit seiner Fauna und Flora vorsieht, nicht zustimmen. Ich sehe auch die Aufhebung seiner Funktion als Kaltluftfläche für die umliegenden Stadtteile als einen schwerwiegenden Fehler an. Nicht nur der Stadtteil Mooswald profitiert von dieser Kaltluftfläche, sondern auch die östlich gelegenen Stadtteile Brühl-Beurbarung, Herdern und Zähringen. Es ist grotesk, dass über Jahrzehnte der Fünffingerplan die Basis der Freiburger Stadtentwicklung war und nun von heute auf morgen angeblich hinfällig ist.

Was uns aber besonders ärgert, ist die fehlende planerische Vorausschau in dieser Stadt. Entscheidungen werden ad hoc getroffen, aber auch politische Aussagen von jetzt auf gleich über Bord geworfen. So hatten die letztmaligen OB-Kandidaten, darunter die jetzigen Bürgermeister Salomon und von Kirchbach sich 2011 vehement gegen ein neues Stadion ausgesprochen. Schon kurz nach der OB-Wahl war diese Aussage von Salomon und von von Kirchbach Makulatur, nach dem Motto, was geht mich mein Geschwätz von gestern an. (…)

Daher hier nochmal unser Appell an die Bürgermeisterriege, an die Bauverwaltung, an den Gemeinderat und an den SC Freiburg. Lassen Sie uns die Fliegervariante unvoreingenommen und ernsthaft untersuchen. Wir sind überzeugt, dass diese Variante die wesentlich bessere ist. Und sie hat das Zeug dazu, die unversöhnlichen Diskrepanzen zwischen dem SC Freiburg und einem Großteil seiner Fans auf der einen und auf der anderen Seite einem nicht unerheblichen Teil der Freiburger Bevölkerung, darunter die Mooswälder, die Umweltschützer und die Flieger, zu befrieden. Ein eindringliches Bemühen zur Befriedung der Situation sind wir alle der tief gespaltenen Stadtgesellschaft schuldig!“

Hier die Rede im Wortlaut:  Rede zum SC-Stadion am 23.05.2017

Dürftiges Politikverständnis statt Vernunft und Verantwortung (5/25/2017) -

Gerne möchten wir hier einen Diskussionsbeitrag unseres politischen Freundes und Fraktionskollegen Prof. Dr. Klaus-Dieter Rückauer (Für Freiburg) veröffentlichen.  In dem folgenden Beitrag hat er sein Entsetzen von der Seele geschrieben — über die Diskussionskultur, die Feindseligkeit, die Geschmacklosigkeiten und den damit verbundenen entlarvenden Sprachstil vieler seiner politischen Kontrahenten im Gemeinderat, aber auch von Baubürgermeister Haag und SC-Präsident Keller. Hier sein Beitrag im Wortlaut:

Stadtrat Prof. Dr. Klaus-Dieter Rückauer (Für Freiburg)

„Die Debatte über die Beschlussfassungen bezüglich des Stadion-Neubaus im Gemeinderat am 23.5.2017 wie auch in der Öffentlichkeit offenbarte die teilweise krass unterschiedlichen Standpunkte. Bei einem Projekt mit derart weitreichenden Folgen für die ganze Stadt und so großer Bedeutung ist dies zu erwarten. Nicht zu erwarten und keinesfalls hinnehmbar ist jedoch der Stil, in dem von manchen im Gemeinderat und außerhalb die Debatte geführt wird. Da ist als Vorwurf an unsere Fraktion die Rede von undemokratischem Verhalten, weil wir auf der unvoreingenommenen Prüfung des Alternativ-Vorschlags bestehen. Dessen Überlegenheit in sachlichen Kriterien ist bei sorgfältiger Betrachtung für jeden gut erkennbar. Insofern ist es ein Gebot von Vernunft und Verantwortung, jede sinnvolle Option zu prüfen, und mitnichten undemokratisches Verhalten. Es muss sich nun zeigen, ob bei den zuständigen Personen genügend Aufgeschlossenheit und mentale Flexibilität besteht, die bisherige Planung zugunsten einer besseren zu verändern.

Sprache hat Bedeutung. Das zeigt die Wortwahl in dieser Debatte mit Nachdruck: Wir kämen mit einem „Störfeuer“ „um die Ecke“ – nein, wir gehen geradeaus auf dieses Thema zu; und die mehrfache Verwendung militärischer Begriffe offenbart ein Denken in Feindseligkeit, das von sachlicher Abwägung weit entfernt ist. Ähnlich – weil wir auf die unvermeidliche Behinderung von Organtransporten hinweisen – der zynische Missgriff, uns den Gedanken an „überfüllte Leichenhallen“ zu unterstellen: eine unerhörte Geschmacklosigkeit. Konsequenterweise wird uns die perfide Absicht nachgesagt, wir wollten durch taktische Verzögerung dem SC und der Stadt schaden. Das dümmliche Etikett „Stadiongegner“ wurde uns ja bereits beim Bürgerentscheid verpasst; wie unsinnig dies ist, zeigt sich an der Tatsache, dass wir die Spiegelvariante – und damit ein Stadion für den SC – aktiv unterstützen und dringend empfehlen, diese zu realisieren.

Die Debatte in einem solchen Stil zu führen, ist entlarvend. Wir bedauern dieses dürftige Politikverständnis und hoffen sehr, dass künftige Auseinandersetzungen in sachgerechter Form geführt werden.“

Prof. Dr. Klaus-Dieter Rückauer

Neues SC-Stadion als gespiegelte Version (5/25/2017) -

Eine Alternativplanung liegt seit zwei Wochen auf dem Tisch. Wie zu erwarten, lehnen Bau-BM Haag und SC-Präsident Keller diese jedoch ab. Herr Keller nennt den Vorschlag ein Störfeuer, mit dem man jetzt um die Ecke käme. Eine bemerkenswert demokratische und bürgerfreundliche Einstellung! Diese Alternativplanung hat vor allem zum Ziel, die Gräben zwischen den Freiburger Bürgern nicht weiter zu vertiefen, sondern eine Befriedung herbei zu führen. Bei genauem Lesen der vorliegenden städtischen Gutachten ist zu sehen, dass es keineswegs um geringfügige, sondern um drastische Überschreitungen geht, weshalb ja auch bis heute keine Genehmigung durch das Regierungspräsidium vorliegt.

Wenn man statt platter Sprüche die Alternative ernsthaft prüft, kann man nur überzeugt sein. Alle Beteiligten wären Gewinner:

  1. Es gibt keine Lärmproblematik und erheblich geringere Verkehrsprobleme mit den angrenzenden Stadtteilen.
  2. Die neue Straße zwischen Granada-Allee und Madison-Allee entfällt, die Variante ist deutlich kürzer. Vor allem muss der Müllberg nicht teilweise abgegraben werden, so dass Kosten in Höhe von mindestens sechs Millionen Euro komplett eingespart werden.
  3. Die Flugsicherheit ist in keiner Weise in Frage gestellt, weil sich der Stadionkörper nicht im Lee-Windfeld befindet und dadurch keine Verwirbelungen auf der Start-Landebahn erzeugt.
  4. Es werden durch deutlich geringeren Flächenverbrauch bei Weitem weniger Ausgleichsflächen notwendig: eine erhebliche Kostenreduzierung.
  5. Dennoch kann in diesem Bereich ein neues Eisstadion errichtet werden.
  6. Die neue Haltestelle bedient die Messe, das Stadion, die Möbelhäuser und das Eisstadion und beinhaltet dort keinerlei Gefährdung der Fahrgäste.
  7. Die neu zu erstellenden Hallen bieten die Möglichkeit, die Dächer zu begrünen, was neben dem ökologischen Gewinn ebenfalls wieder weniger Ausgleichsflächen bedeutet, damit Kostenersparnis.
  8. Durch das angedachte Parkhaus würden riesige Parkflächen entfallen, der SC hätte dafür ein drittes Trainings-Spielfeld zur Verfügung.
  9. Es könnten langwierige juristische Auseinandersetzungen überflüssig werden, was der Verwaltung und dem SC doch auch entgegen käme.

Wir empfehlen dem Leser, die ausführliche Planung auf der Homepage der BI Pro Flugplatz Freiburg e.V. anzuschauen und sich selbst ein Bild zu machen.

Gerlinde Schrempp
(für das „Amtsblatt“ der Stadt Freiburg)

Siehe: http://www.pro-flugplatz-freiburg.de/neues-sc-stadion-kleine-aenderung-grosse-wirkung/

Sowie: https://freiburg-lebenswert.de/neues-besseres-konzept-fuer-das-sc-stadion/

Neues, besseres Konzept für das SC-Stadion (5/19/2017) -
Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee

Bei der Planung für das SC-Stadion auf dem Flugplatz ergeben sich immer mehr Schwierigkeiten: Belastungen der Anlieger durch Lärm, für den Sportclub wegen Nutzungsbeschränkungen und für die Flugplatznutzer durch erhebliche Gefährdung des Flugbetriebs und Sperrungen des Flugplatzes bei Stadionbetrieb, für das Universitätsklinikum durch Einschränkungen oder gar Entfall der Organflügen sowie durch Luftverwirbelungen, die das Stadion wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig machen – um nur wenige Beispiele zu nennen. Fluglehrer Udo Harter (CDU) spricht von einer „weltweit einmaligen Gefahrensituation“, die ohne Not herbeigeplant werde. Die könne man nicht wegbegutachten, man dürfe sie gar nicht erst entstehen lassen.

Deshalb haben die Flieger ein alternatives Konzept vorgelegt, das diese erheblichen Nachteile minimiert. Es beruht auf der bisherigen Planung und ändert sie nur geringfügig ab. Damit könnte das Stadion ohne Zeitverlust, ohne Mehrkosten und vor allem im Konsens realisiert werden. „Dieses Konzept ist die schlichte „Spiegelung“ der städtischen Planung auf dem Flugplatz entlang der Achse der Start-/Landebahn“, so die BI. „Die Fläche des geplanten Stadionsmit denTrainingsplätzen und Parkplätzen ist nur mit den Flächen der Flugzeughallen zu tauschen. Start-/Landebahn und Rollwege blieben bestehen.“

Pläne und weitere Erläuterungen finden Sie in der Presseerklärung auf der Homepage der BI Pro Flugplatz siehe hier: http://www.pro-flugplatz-freiburg.de/neues-sc-stadion-kleine-aenderung-grosse-wirkung/

Copyright: Plan der BI Pro Flugplatz (von deren Homepage)
Diskussionen um Stadion-Finanzierung (2/4/2017) -

Unter der Überschrift „Worüber Stadt und BZ schweigen“ schreibt „Radio Dreyeckland“ (RDL) zu den Finanzierungsbelastungen für die Steuerzahler sowie zu den falschen Versprechungen, die vor dem Bürgerentscheid seitens der Stadt gemacht wurden:

„Mit drei Einwortsätzen wirbt der SC Freiburg für das neue SC Stadion: ‚Heimat. Leidenschaft. Zukunft.‘ Klar wird alles besser mit dem neuen Stadion, auch wenn die Stadt dafür kräftig in die Tasche greifen muss. Dazu ist sie ja auch durch einen Bürgerentscheid vor genau zwei Jahren legitimiert worden.

Doch in zwei Jahren fließt nicht nur viel Wasser die Dreisam hinunter, manches wird vielleicht auch klarer, was vorher nicht klar war, vielleicht auch weil absichtlich darüber geschwiegen wurde. Apropos Schweigen, gefragt wo sie Sparmöglichkeiten sehen, haben nun 78 % der Befragten die Ausgaben der Stadt für das neue SC Stadion angegeben. Eine solche Befragung ist natürlich kein neues Referendum. Das ist aber noch kein Grund über dieses Ergebnis einfach zu schweigen, wie es die Stadt und auch die Badische Zeitung tun. Da werden die Bürgerinnen und Bürger erst mit Posaunenton der demokratischen Offenheit befragt und dann nicht ernst genommen.

Freiburg Lebenswert hat uns auf dieses Ergebnis aufmerksam gemacht. Hören wir dazu die Stadträtin Gerlinde Schrempp.“

Hier der Link zu dem Beitrag und zum Interview mit FL-Stadträtin Gerlinde Schrempp (oben rechts auf „Anhören“ klicken): https://rdl.de/beitrag/4-von-5-befragten-freiburgerinnen-wollen-den-zuschuss-zum-stadion-gek-rzt-oder-gestrichen.

Der Wolfswinkel: Hier soll das neue Stadion gebaut werden.


Nachträgliche Anmerkung:

Die von RDL oben genannte Prozentzahl „78%“ hat auf unserer Facebook-Seite für einige Diskussionen gesorgt. Wir möchten die Zahl deshalb konkretisieren und relativieren.  So schreibt Martin Schempp, der unseren Facebook-Auftritt betreut dazu: Zitat aus der Erhebung: Antworten auf die offene Frage nach konkreten Vorschlägen zu Einsparungen bei Sport und Freizeit: 99 von 127 Vorschlägen fallen auf das Stadion. Das entspricht 78% in dieser Sparte.

Insofern handelt es sich nicht um 78% aller Befragten und schon gar nicht um 78% der Freiburger (wie RDL es leider missverständlich suggeriert hatte), sondern um 78% derer, die sich zu Einsparungen in der Sparte „Sport und Freizeit“ geäußert haben. DIESE 78  Prozent plädierten für Einsparungen beim SC-Stadion und sprachen sich damit gegen die Stadionfinanzierung aus, wie sie gegenwärtig geplant ist.

Für die unvollständige Darstellung bzw. die Übernahme des missverständlichen Beitrags von RDL möchten wir uns entschuldigen.

Bürgerumfrage und SC-Stadion (1/27/2017) -

Vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung wurden im letzten Jahr zwischen Juni und August 5993 Bögen mit 61 Fragen an Freiburger Haushalte verschickt. Davon kamen 2634 ausgefüllt zurück, was einer Rücklaufquote von 44 % entspricht. Laut Stadtverwaltung gelten die Ergebnisse somit als repräsentativ für die Bevölkerung der Stadt Freiburg. Mitte Dezember 2016 wurden die Ergebnisse im Bericht zur Bürgerumfrage dann vorgestellt (siehe http://www.freiburg.de/pb/,Lde/1032707.html).

Zwei Bereiche, für die die Stadt mehr ausgeben sollte, rangieren vor den übrigen Haushaltsthemen. 58 % der Befragten möchten, dass die Stadt Freiburg die Aufwendungen für den „Wohnungsbau“ ausweitet. Konkret stechen insbesondere die Forderungen nach „günstigem/ bezahlbarem Wohnraum“ sowie nach „(sozialem) Wohnungsbau“ hervor. Für den Bereich „Instandhaltung/Bau von Schulen“ sind 51 % der Meinung, dass in diesem Bereich höhere Ausgaben getätigt werden sollten.

Die meisten Einsparmöglichkeiten werden im Bereich „Wirtschafts-/ Tourismusförderung, Messen“ (36 %) gesehen.

Aber: Weder in der Pressemitteilung der Stadt noch in der Badischen Zeitung wurde darüber berichtet, dass die mit weitem Abstand häufigste Zahl der Nennungen für einen einzelnen Einsparvorschlag auf den geplanten Neubau des Fußballstadions für den Sportclub Freiburg entfiel (78 % der abgegebenen  Empfehlungen). Die Befragten äußerten die Meinung, dass der Verein das neue Stadion aus eigenen Mitteln und ohne öffentliche Finanzhilfen finanzieren sollte.

Wie kann es sein, dass solche Ergebnisse nicht berücksichtigt und bekanntgemacht werden, wenn in der Einleitung zum Beteiligungshaushalt steht, dass die Resultate dieser Befragung ein aktuelles Meinungsbild der Freiburger Bevölkerung zu wichtigen Fragestellungen darstellen, das auch als Entscheidungsgrundlage für kommunalpolitische Entscheidungen dient? Und wie kann den Bürgern erklärt werden, dass für ein einzelnes Wirtschaftsunternehmen zig Millionen an Steuergeldern ausgegeben werden, aber vordringliche Projekte von größerer Bedeutung unberücksichtigt bleiben, weil kein Geld da sei? Mittlerweile soll das Stadion ja nicht mehr für 70 Mio. € gebaut werden, wie beim Bürgerentscheid verbindlich angegeben wurde, sondern laut Ausschreibung für einen Betrag von 80 bis 90 Mio. € (ohne MwSt).

OB in der Pflicht, seine Versprechungen einzuhalten (12/28/2016) -
Der Wolfswinkel: Hier soll das neue Stadion gebaut werden.
Der Wolfswinkel: Hier soll das neue Stadion gebaut werden.

Bei der Veranstaltung in der Rothaus-Arena (7.6.2013) hat Oberbürgermeister Salomon versprochen, dass durch den Stadionbau der Motorflug nicht eingeschränkt würde. Die neuen Nachrichten aus dem Technischen Rathaus lauten jetzt aber: Fünf bis sechs Stunden an jedem Spieltag ist kein Flugbetrieb möglich. Das gilt natürlich nicht nur für Spieltage, sondern für alle Veranstaltungstage im geplanten neuen SC-Stadion. Auch die gewünschte SC-Haltestelle der Messebahn ist nicht wie geplant zu verwirklichen. Angeblich gab es keine Probleme mit Haltestelle und Stadionbetrieb, jetzt müssen die Gutachter zugeben, dass wir doch Recht hatten, und weil niemand die Verantwortung übernimmt, wird der Flugplatz für sechs Stunden geschlossen. Gutachter sprechen von einer Bedarfshaltestelle, für Bedarfshaltestellen gibt es aber keine GVFG-Mittel, was bedeutet, dass die Kosten vollstän­dig an der Stadt hängen bleiben!

Die von Sachwissen offensichtlich in weiten Bereichen des Flugbetriebes befreiten Gutachter hatten eine Stunde Ruhen des Flugbetrie­bes gefordert, die Stadt hat von sich aus auf 90 Minuten erhöht. Stadträtin Schrempp hat in einer der letzten Gemeinderatssitzungen dem OB vorgehalten, dass auch er davon Kenntnis haben müsse, dass bei schlechten Spielen die Zuschauer schon während des Spieles in Scharen das Stadion verlassen. Auch vor dem Spiel streben große Gruppen zum Stadion, manchmal ein bis zwei Stunden vor Anpfiff; auch sie müssen geschützt sein, sofern man den Flugbetrieb denn für gefährdend hält. Aber davon wollte man vor acht Wochen noch nichts wissen.

Auch die angedachte Segelflugpiste ist offensichtlich nicht genehmigungsfähig, was die Stadtverwaltung aber nicht davon abhält, die bisherigen Segelflugpisten zu entwidmen. Die Fallschirmsportler können schon nicht mehr dabei sein! Trifft es als nächstes die Segelflieger?

Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee
Die Start- und Landebahn des Flugplatzes Freiburg; davor die Madisonallee

Der Bürgerentscheid war so auf den Weg gebracht worden, dass der Motorflugbetrieb erhalten bleibt, für den Segelflug werde eine Alternative geschaffen. Alles vorbei! Jetzt sind die Rechtsanwälte gefragt. Das wäre aber zu vermeiden gewesen, wenn die Einwände der Sachkundigen – seien es Flieger, sei es Universität (Mensa, Parkplätze), seien es beauftragte Gutachter – sowohl von Stadtverwaltung als auch von den großen Fraktionen im Gemein­derat gehört worden wären. Das wollte man nicht, ganz im Gegen­teil, alles wurde in vorauseilendem Gehorsam der Verwaltung und dem SC gegenüber weggewischt.

Jetzt stellt sich heraus, dass es viele K.O.-Kriterien gab und gibt. Der Motorflug, damit auch der Rettungsflug würde massiv beeinträchtigt, die klimatischen und lufthygienischen Gesichtspunkte wurden von der Stadt unter den Tisch gekehrt. Die Frisch- und Kalt­luftproduktionsstätte Flugplatz hat einen großen Wert für die angren­zenden Bereiche der Innenstadt, gerade bei der seit einigen Jahrzehnten um bis zu 20-40%igen Zunahme der Sommer- und Tropentage in Freiburg. Fauna-Flora-Gutachten?

Mehrmals im vergangenen Monat waren Westrandstraße und Industriegebiet Nord stundenlang verstopft. Einmal wegen der Plaza Culinaria, der nächste Anlass war die Spielzeugbörse. Der beauftragte Verkehrs-Gutachter der Stadt sieht darin kein Problem: Stau ist kein Verkehr, deshalb wird Stau nicht berücksichtigt!

Freiburg Lebenswert hat seit Jahren die Fakten genannt, weshalb ein Stadion auf dem Flugplatz nicht möglich ist, aber auch Bürgerinitiativen, Behördenvertreter, Verbände oder die Universität haben im Dialogverfahren, im Begleitgremium und natürlich im Gemeinderat immer wieder die K.O.-Kriterien genannt. Unseres Erachtens ist die Geschäftsgrundlage des Bürgerentscheides aufgrund der zahlreichen sachlichen Gegenargumente nicht mehr existent.

Viele unserer „Argumente & Fakten“ aus dem Wahlkampf um den Bürgerentscheid zum SC-Stadion-Neubau finden Sie hier: https://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/

FL/FF-Anzeige im Stadtkurier vom 08.12.2016 (12/8/2016) -

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Am 8. Dezember 2016 ist im Freiburger STADTKURIER (auf der 3. Seite) die 6. große Anzeige der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert/Für Freiburg /FL/FF) erschienen. Die Fraktion möchte in der bereits 2015 gestarteten Image- bzw. Anzeigenkampagne – ähnlich wie das andere Fraktionen auch tun – auf die geleistete Arbeit im Gemeinderat sowie auf die von ihr vertretenen Themen aufmerksam machen.

In der neuesten Anzeige sind folgende Beiträge zum Themen-Schwerpunkt Baupolitik enthalten:

  • FL/FF als Bauverhinderer? – Von wegen! Anhand der Zahlen zeigt sich, dass der immer wieder gegen uns erhobene Vorwurf, wie seien „Bauverhinderer“ nachweislich nicht stimmt.
  • Alibi-Veranstaltung Perspektivplan – Die Praxis hat gezeigt, dass der Perspektivplan entgegen allen Versprechungen, einzig und allein der Realisierung von Bauflächen zum Wohle von Investoren und Spekulanten dient.
  • Wann platzt die Immobilienblase? – Experten weisen im SPIEGEL nach, dass deutsche Städte am Bedarf vorbei viel zu viel bauen und dabei die Gefahren einer Immobilienblase ignorieren.
  • OB in der Pflicht, seine Versprechen einzuhalten – Gutachten sowie alte und neue Realitäten widersprechen den Zusagen und Versprechungen, die im Wahlkampf um den Standort des SC-Stadion-Neubaus im Wolfswinkel gemacht wurden. Damit existiert die Geschäftsgrundlage für das Abstimmungsergebnis nicht mehr.

Hier die Anzeige als PDF-Datei:
Anzeige_006_FL-FF_Stadtkurier_Dez_2016

anzeige_006_fl-ff_anzeige_stadtkurier_dez_2016

Propaganda und Populismus (10/31/2016) -
Der Wolfswinkel: Hier soll das neue Stadion gebaut werden.
Der Wolfswinkel: Hier soll das neue Stadion gebaut werden.

Ohne dass es dafür eine sachliche Grundlage gäbe (z. B. in Form qualifizierter Gutachten), betreiben die Stadt durch Pressekonferenzen und der SC durch Interviews derzeit eine propagandistische Kampagne mit Hilfe der Badischen Zeitung (BZ), die man gut auch als Populismus bezeichnen kann. Es geht um die Genehmigungsfähigkeit des SC-Stadion-Neubaus, die nach wie vor nicht feststeht. Darüber steht natürlich kein Wort in der BZ. Dennoch wird – wie schon mehrfach zuvor – so getan, als wären alle Hindernisse beseitigt und die Planung könne so fortlaufen und weiterbetrieben werden, als seien alle Zweifel beseitigt. Dem ist aber keineswegs so!

Noch immer stehen wichtige Gutachten zur Flugsicherheit und zum Lärmschutz sowie zur Umweltverträglichkeit aus. Auch hat die Stadt Untersuchungen zur Beeinträchtigung des Forschungsbetriebes in der Technischen Fakultät durch mögliche magnetische Felder und Erschütterungen durch die Stadtbahn und die Breisacher Bahn in Auftrag gegeben, obwohl im Gemeinderat behauptet wurde, es gäbe solche Probleme nicht.

Nichts deutet bisher darauf hin, dass alle diese Hindernisse ausgeräumt wären. Dennoch tun Oberbürgermeisten Salomon und Baubürgermeister Haag so, als könne man weiter planen und Kosten verursachen. Offenbar soll durch die Propaganda der Druck auf die Gutachter erhöht werden. Es sollen Tatsachen geschaffen und es soll schon jetzt möglichst viel Geld ausgegeben werden, um später immer behaupten zu können, man könne ja „jetzt nicht mehr zurück“.

Die Freiburger sollten sich eine solche Bevormundung nicht gefallen lassen. Auch Politikern und dem SC stünde es besser an, die Ergebnisse in Ruhe abzuwarten, statt vorauseilenden Fußball-Populismus zu betreiben und bereits heute einen extrem frühen Zeitpunkt zu propagieren, ab dem angeblich im neuen Stadion gespielt werden kann.

Siehe dazu in der BZ: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sc-freiburg-neues-stadion-soll-im-sommer-2019-stehen–129094917.html

Und: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sc-vorstand-oliver-leki-ueber-abstieg-und-mitgliederboom–129153601.html

Engagierte Bürger in den Gemeinderat