Natur & Umwelt

 

„Unerfreulich und tendenziös“

Anlässlich der Beratung und Abstimmung im Gemeinderat zum Stadion-Neubau hat sich der Vorsitzende des NABU Freiburg e.V.  zu Wort gemeldet. Er war Teilnehmer am Dialog-Verfahren bzgl. eines möglichen Neubaus des SC-Stadions als Vertreter der Natur- und Umweltschutzverbände.

In seinem Schreiben fasst er als Fazit zusammen: “Die Stadt Freiburg hat die artenschutzrechtlichen Hausaufgaben bei weitem noch nicht erledigt und vereinfacht in den Unterlagen zur Gemeinderatssitzung am 18. November die fachgutachterlichen Aussagen und Erkenntnisse auf unerfreuliche und scheinbar tendeziöse Weise und benennt nicht alle möglichen Risiken.”

Hier das Schreiben von Dirk Niethammer vom Nabu Freiburg vom 16. Nov. 2014  an die Stadträte und den OB.

„Suboptimal und ungeeignet“

Ähnlich äußert sich der Vorsitzende der Naturfreunde Freiburg e.V., Dr. Albert Reif, in einem Brief an die Stadt, den Oberbürgermeister und die Fraktionen im Gemeinderat. Er nennt die Vorschläge zu den erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen „suboptimal und ungeeignet, den Eingriff im Flughafenbereich auszugleichen.“ Und er schreibt weiter: „Auch die Anlage von Magerrasen auf Deponien (Wolfsbuck, Neuenburg) stellt keine Lösung dar.“

Und: „Bezüglich der als ‚gefährdet‘ eingestuften Vogelart (Rote Liste BW 2004) Feldlerche ist nach kürzlichem Aussetzen ihres Brutvorkommens festzustellen, dass damit das Potenzial einer Wiederbesiedlung endgültig zerstört wird. Kleinflächigere fragmentierte Magerrasen eignen sich nicht mehr für Arten mit größerem Lebensraumanspruch.“

Abschließend stellt Herr Dr. Reif deshalb als Fazit fest: „Der Eingriff durch den geplanten Neubau des SC-Stadions auf dem Areal des Freiburger Flughafens kann durch die angedachten Maßnahmen nicht ausgeglichen werden.“

Hier das Schreiben von Dr. Reif vom Verein der Naturfreunde Freiburg zum Stadionneubau vom 19. Nov. 2014.

„Es gibt wichtigere Dinge“

Nach dem Landesnaturschutzverband spricht sich auch Greenpeace Freiburg gegen ein neues Stadion aus. Zum einen führt die Gruppe finanzielle Gründe auf. Es gebe wichtigere Dinge für eine Stadt als ein Fußballstadion. Zum anderen sprächen klimatische und verkehrskonzeptionelle Argumente dagegen. Die „Schaffung von flächig gebauten Parkplätzen“ sei Flächenverschwendung und fördere die Anreise mit dem Auto, kritisiert Greenpeace in einer Stellungnahme und fordert ein Moratorium für Großprojekte, darunter auch für den Stadttunnel und für einen neuen Stadtteil.

Siehe:  Beitrag unter „Drucksache“ in der Badischen Zeitung

„Naturzerstörung in der ‚Green‘ City“

Auch der BUND meldet sich vor der Wahl zu Wort und schreibt:

„Bei der bisherigen Stadiondebatte ist es mehr als erstaunlich, dass die Frage der Finanzierung im Vordergrund steht und nicht der explodierende Flächenverbrauch und die Naturzerstörung in der „Green“ City. Gerade im „Internationalen Jahr der Böden 2015“ ist das in einer Stadt, die sich selber gerne „Grün“ nennt, mehr als bedauerlich. Erstaunlich ist auch, welch geringen Stellenwert in der „veröffentlichten Meinung“ die gemeinsame Stellungnahme aller großen Naturschutzverbände der Stadt gespielt hat.

Während bundesweit die Bevölkerung trotz Zuwanderung schrumpft, versprechen viele Politiker in Freiburg und Südbaden immer noch unbegrenztes Wachstum, ein Wachstum auf Kosten der schrumpfenden Gemeinden in manchen Schwarzwaldtälern und vieler anderer, auch weit entfernter Regionen.“

Siehe: http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/freiburg-oekohauptstadt-umwelthauptstadt.html

Engagierte Bürger in den Gemeinderat