Zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums will die Bundesregierung den Bauturbo zĂŒnden. Das wurde in der Vergangenheit auch in unserer Stadt schon zur GenĂŒge getan und hat vor allem zu Problemen im Stadtbild gefĂŒhrt, aber niemals bezahlbaren Wohnraum geschaffen. Am 25.11.2025 hat FL-Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler folgende Rede zu dem Bauturbo (Drucksache G-25/189) gehalten:
Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren!
FĂŒr Freiburg Lebenswert und mich ist es ein Unding, dass nach dem gesetzlichen Wortlaut des Wohnungsbauturbos eine Zustimmung zu einem Bauvorhaben gesetzlich fixiert sein soll, wenn sich die Bauverwaltung innerhalb von drei Monaten nicht zu dem Vorhaben Ă€uĂert. Diese Regelung eröffnet dem Missbrauch TĂŒr und Tor! Es soll ja einige BautrĂ€ger geben, die sich ĂŒber die angebliche SchlafmĂŒtzigkeit der Bauverwaltung Ă€rgern, wobei die Langsamkeit wohl am ehesten der Personalnot geschuldet sein dĂŒrfte. Damit steht aber die Bauverwaltung dem Wunsch dieser Investoren, schnellen Profit machen zu können, erheblich im Wege. Ich könnte mir nun ein Szenario in Form einer Absprache zwischen verschiedenen BautrĂ€gern vorstellen. Wenn diese in einer konzertierten Aktion eine Lawine an bereit liegenden BauantrĂ€gen einreichen, dann kollabiert die Bauverwaltung völlig! Und nach Ablauf der Drei-Monats-Frist wĂ€ren alle eingereichten Bau-AntrĂ€ge zu genehmigen. Und da den meisten dieser Leute der eigene Geldbeutel mental nĂ€her liegt als ein gutes Stadtbild, ist nicht zu erwarten, dass bezĂŒglich Architektur Ă€sthetische Aspekte bei den eingereichten BauantrĂ€gen im Vordergrund stehen werden. Negative Umweltauswirkungen und nachbarschaftliche VerĂ€rgerungen und Rechtsstreitigkeiten wĂ€ren weitere Folgen. Um all das zu folgern, brauche ich keine Evaluation im Herbst 2026. Dazu reicht der gesunde Menschenverstand.
Der Bauturbo soll Planungs- und Genehmigungsprozesse fĂŒr den Wohnungsbau beschleunigen. Ob und in welchem Umfang StĂ€dte und Gemeinden von diesen Regelungen Gebrauch machen, liegt im Ermessen der jeweiligen Kommune und wird diesen vom Gesetzgeber freigestellt. Unsere Bauverwaltung ist wegen der vielen Baugebiete auf der grĂŒnen Wiese, aber auch wegen der im Innenbereich geplanten Aufstockungen, Nachverdichtungen, Dachausbauten usw. genĂŒgend ausgelastet. Hinzu kommt Arbeit durch Wohnungstausche, LeerstĂ€nde, Zweckentfremdungen usw. Sie braucht nicht noch mehr Arbeit durch einen Bauturbo, der wegen der Drei-Monats-Regel nur zu Missbrauch einlĂ€dt. Ich lehne die Vorlage ab.
