Rede von Stadtrat Winkler bei Sch├╝lerdemo

Bei der gro├čen Sch├╝lerdemonstration am 18.1.2019 auf dem Platz der Alten Synagoge gegen den Klimawandel bekam als einziger ├ť30er, obwohl selbst schon ├ť60, der Fraktionsvorsitzende von Freiburg Lebenswert / F├╝r Freiburg, Dr. Wolf-Dieter Winkler, Gelegenheit, eine Rede zu halten. Er unterstrich damit als Mitglied von Freiburg Lebenswert auch deren Unterst├╝tzung f├╝r die Anliegen der demonstrierenden Sch├╝ler.

Er berichtete, dass er 1975, einen Tag vor seinem Chemie-Abitur, nach Wyhl gefahren ist, um mit 10.000 anderen Kernkraftgegnern den Bauplatz des dort geplanten Kernkraftwerkes zu besetzen. Dies sei f├╝r ihn kritisch gewesen, denn wenn er verhaftet worden w├Ąre, h├Ątte das nachteilige Auswirkungen auf sein Abitur gehabt. Aber das sei es ihm wert gewesen, um als Sch├╝ler gegen diese inakzeptable Energieform zu protestieren. Er stellte weiter fest, dass der Klimawandel wom├Âglich eine noch gr├Â├čere Bedrohung des Lebens auf unserem Planeten sei, als es die Kernenergie ist. Und daher sei es wichtig, dass die Sch├╝ler heute und hier gegen die Ignoranz des Klimawandels durch die Politiker protestieren.

Er schilderte weiter, dass die momentane Konzentration an CO2 in der Atmosph├Ąre etwa 410 parts per million (ppm) betr├Ągt und diese stetig zunimmt. Die Zunahme stieg in den letzten Jahren auf ├╝ber 3 ppm/Jahr an. W├╝rde sich dieser Trend fortsetzen, dann h├Ątten wir in etwa 13 Jahren die kritische Konzentration von 450 ppm erreicht. Bei etwa 450 ppm erwarte man den Kipppunkt des Klimawandels. Bei ├ťberschreiten des Kipp-Punktes wird der Klimawandel unumkehrbar sein, er wird sich selbst verst├Ąrken. Dies wird vor allem durch das Auftauen der Permafrostgebiete verursacht. Dadurch werden Unmengen Methan freigesetzt, die den Klimawandel extrem beschleunigen werden. Methan ist als Klimagas etwa 30-mal sch├Ądlicher als CO2. Es m├╝sse also alles getan werden, um die CO2-Zuwachsraten zu verringern, um Zeit zu gewinnen.

Es sei ungeheuerlich, dass die Politik nicht bereit ist, 40.000 Arbeitspl├Ątze in der Kohleindustrie anzutasten, aber kein Problem damit hatte, vor rund sechs Jahren 120.000 neu geschaffene Arbeitspl├Ątze in der Solarindustrie durch massive Verschlechterung des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG) von heute auf morgen zu zerst├Âren.

Er rief den Teilnehmern zu, weiterzumachen, nicht locker zu lassen, ein Stachel im Fleisch der Politiker und der Kohleindustrielobby zu sein. Statt sie zu sanktionieren, sollten Lehrer und Eltern stolz auf die Sch├╝ler sein, dass sie sich f├╝r eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Er dankte ihnen abschlie├čend f├╝r ihr Engagement.

Die Sch├╝ler quittierten seine solidarischen Worte mehrmals mit gro├čem Applaus.

Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler spricht bei der Sch├╝lerdem am 18.01.2019 (Foto: W. Deppert)

Die Schwedin Greta hat damit angefangen. Seither demonstrieren viele Sch├╝ler am Freitag gegen den Klimawandel. So auch in Deutschland, wo am Freitag Sch├╝ler – auch in Freiburg – auf die Stra├če gegangen sind. Siehe dazu: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/streik-gegen-den-klimawandel-100.html