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„Nie abreißen, nie einen Baum fällen“

Die französischen Architekten Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal wurden mit dem Pritzker Architekturpreis, der renommierteste Auszeichnung für Architekten, ausgezeichnet. Das Duo hat in seiner Arbeit vor allem einen Vorsatz: Nichts abreißen!

Auf diese Art und Weise haben die beiden viele bestehende Gebäude in neue, oft auch erschwingliche Wohnanlagen umgebaut. „Nie abreißen, nie einen Baum fällen, nie eine Reihe Blumen herausnehmen“, sagt Vassal. Sondern, so meint er: „Die Erinnerungen an die Dinge, die da waren, bewahren und den Menschen, die dort leben, zuhören.“

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Jean-Philippe Vassal ist auch Professor für Architektur an der Universität der Künste (UDK) in Berlin. Der Pritzker-Preis gilt als die renommierteste Auszeichnung der Architektur-Branche (sozusagen „der Nobelpreis“ für Architekten) und ist mit 100 000 Dollar dotiert. Frühere Preisträger waren unter anderen Zaha Hadid, Rem Koolhaas, Norman Foster oder Peter Zumthor.

In der Begründung der Jury heißt es: „Indem sie die Verbesserung des menschlichen Lebens durch eine Perspektive der Großzügigkeit und Benutzungsfreiheit priorisieren, sind sie in der Lage dem Individuum sozial, ökologisch und wirtschaftlich zu nützen und der Entwicklung einer Stadt zu helfen“.

„Nie abreißen, nie einen Baum fällen, nie eine Reihe Blumen herausnehmen. Die Erinnerungen an die Dinge, die da waren, bewahren und den Menschen, die dort leben, zuhören.“

Unserer Stadt helfen, das wünschen wir uns auch für Freiburg: von dem ewig gestrigen, antiquierten Weg, alles abreißen und neu bauen zu wollen, endlich abzurücken. Es wäre an der Zeit, denn meist wird die „graue Energie“, die auch bei Abriss und Neubau entsteht, unterschlagen, wenn der klimafreundliche Neubau beleuchtet werden soll.

So sieht das Gelände in der Sternwaldstraße aus, auf dem ein schweizer Investor auf engstem Raum nachverdichten will: Die Bäume sind allesamt gefällt, obwohl noch keine Baugenehmigung vorliegt (Foto: Peter Vogt).
Das Haus in der Wintererstraße 28 stand unter Denkmalschutz, wurde aber dennoch mit fadenscheinigen Beründungen abgerissen! (Foto: H. Sigmund)