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Neuvorschlag für den „Platz der Synagoge“

Eine innerstädtische Parkanlage, statt einer Steinwüste!

Die freie Bürgerliste Freiburg Lebenswert möchte den beiliegenden Vorschlag ihres Mitglieds Klaus Zipsin für die Neugestaltung des „Platzes der alten Synagoge“ aufgreifen und der Öffentlichkeit als Anregung für ein Umdenken vorstellen. Herr Zipsin hat sich in bürgerschaftlichem Engagement Gedanken gemacht, Pläne und Zeichnungen gefertigt, die zu beachtenswerten Ergebnissen geführt haben. Wir glauben, dass Sie Grundlage für einen notwendige Neuplanung des Platzes seien können.

Vorschlag zur Gestaltung des Platzes der alten Synagoge (Visualisierung: K. Zipsin)
Vorschlag zur Neugestaltung des Platzes der alten Synagoge (Visualisierung: K. Zipsin)

Es kann nicht sein, dass das Zupflastern des Platzes, den mittlerweile alle Experten, die meisten Gemeinderäte, die Studentenvertreter und vor allem die meisten Bürger Freiburgs als falsch und für die Stadt schädlich beurteilen, ungeachtet aller Bedenken zugelassen wird. So wurde z.B. jüngst im Freiburger Wochenbericht vom 18.06.2014 auf der Titelseite der geplante Umbau des Platzes der Alten Synagoge aus stadtökologischer Sicht als Unsinn bezeichnet. Da die Entscheidungen bereits gefällt seien, könne diesen Irrsinn – so der Wochenbericht sinngemäß – nichts mehr aufhalten.

Wir fragen uns bei so viel “Schildbürger-Streich”: Wer steht eigentlich hinter den bisherigen Plänen? Will man bewusst den Platz so gestalten, dass sich möglichst niemand dort aufhält? Damit Ruhe herrscht? Welche Rolle spielt z.B. die Universität? Die Bürger von Freiburg fragen sich aber vor allem: Wer kann diesen irrsinnigen Schildbürger-Streich noch verhindern? Wer hat endlich ein Einsehen und kann der Vernunft doch noch zum Erfolg verhelfen? Es kann doch wohl nicht sein, dass ein Beschluss, der nicht nur von Experten, sondern inzwischen von allen Seiten als unsinnig und für die Stadt als schädlich angesehen wird, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Stadt ist Auftraggeber und muss eine, inzwischen als falsch erkannte Planung, nicht gegen alle Vernunft durchziehen.

Die immer wieder erhobene Behauptung, es habe ja eine Bürgeranhörung gegeben und die Vorschläge seien im Entwurf des Architekten Rosenstiel aufgenommen worden ist in diesem Zusammenhang sehr irreführend (vgl. BZ vom 22-07.2014 „Kampagne ohne Chance“). Die Verwaltung sowie die anwesenden Bürgermeister hatten zwar in der Veranstaltung im historischen Kaufhaus am 07.10.2010 mehrfach zur Bürgerbeteiligung aufgerufen, eingereichte Vorschläge wurden dann aber weder aufgegriffen, noch in der Öffentlichkeit oder im Gemeinderat zur Diskussion gestellt. Beteiligte Bürger, wie z.B. der Architekt und Archäologe Immo Beyer, empfanden eine solche „Bürgerbeteiligung“ als Alibiveranstaltung.

Mehr als eine planerische Anregung kann und will die nun vorgelegte Arbeit von Herrn Zipsin nicht sein. Dass barrierefreie Zugangswege fehlen, keine Sitzgelegenheiten erkennbar sind, die Straßenbahn möglicherweise in einem anderen Bogen fährt als eingezeichnet, ist ihm durchaus bewusst. Alle planerischen Details sieht er offen und deren Umsetzung den Fachleuten überlassen. Auch der hier nicht sichtbare Brunnen der Erinnerung an die Synagoge lässt sich durchaus mit dem Neuvorschlag verbinden.

Freiburg Lebenswert dankt Herrn Zipsin für seinen konstruktiven und sehr ansprechenden Neuvorschlag und möchte diesen hiermit gerne der Öffentlichkeit, dem Gemeinderat und den Verantwortlichen der Stadt vorstellen.

Hier der Vorschlag von Herrn Zipsin (PDF-Datei).