Nächtliche Lärmbelästigung Zähringen

Zur nächtlichen Lärmbelästigung in Zähringen hat Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (FL) am 11.12.2025 folgende Anfrage (nach § 24 Abs. 4 GemO zu Sachthemen außerhalb von Sitzungen) an OB Martin Horn gerichtet:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister!

Anwohner aus dem Bereich Rötebuckweg und angrenzender Straßen sind auf mich zugekommen, um sich über unerträgliche nächtliche Lärmbelästigung zu beschweren. Dass es sich hierbei um ein gravierendes Problem handeln muss, zeigt die große Resonanz bei der gerade erfolgten Erstellung von Unterschriftenlisten. Nach Auskunft der Initiatoren haben alle angefragten Anwohner unterschrieben!

Verursacht wird das Problem durch Autofahrer, die mit aufwändig getunten, lauten und leistungsstarken Fahrzeugen hoch zur Eichhalde fahren, um Aufmerksamkeit zu erregen, zu protzen und ihren Status zu zeigen, sogenannte Autoposer, also Menschen, die ihr mangelndes Selbstwertgefühl über ihre aufgemotzten Fahrzeuge und dröhnende Musik zu kompensieren trachten. Dabei fallen sie mit riskanten Fahrmanövern und unnötigem Lärm durch quietschende Reifen und aufheulende Motoren auf. Durch seitens der Stadt einseitig ausgewiesene Parkplätze hat sich das Problem offensichtlich noch verschärft, da nun noch schneller durch die 30er-Zonen gefahren werden kann. Den Nummernschildern nach zu urteilen, handelt es sich bei den Autoinsassen vor allem um Bewohner der umliegenden Landkreise.

Die Anwohner kommen oft bis in die frühen Morgenstunden nicht zur Ruhe. Es gibt Berichte von Anwohnern, die, wie beim ehemals nächtlichen Problem „Seepark“, ernsthaft in Erwägung ziehen, wegzuziehen, weil sie die Zustände nicht mehr aushalten und um ihre Gesundheit fürchten.

Ein mir vorliegendes Schreiben vom Amt für Öffentliche Ordnung als Antwort auf entsprechende Beschwerden der Anwohner, zeugt von ziemlicher Hilflosigkeit gegenüber diesen Zuständen.

Nebenbei: Bei einigen Anwohnern im Eckbereich Sonnhalde / Rötebuckweg kommt zusätzlich immer noch das Problem zu heller Straßenlaternen hinzu, das trotz mehrfacher Bitten der Anwohner und Schreiben meinerseits weiterhin einer Lösung harrt.

Ich selbst hatte mal vor einigen Jahren das „Vergnügen“ im Zusammenhang mit der gemeinderätlichen Überlegung, Stellen beim Gemeindevollzugsdienst zu streichen, mit einer Polizeistreife hoch zur Eichhalde zu fahren und mich vor Ort von den nächtlichen Zuständen zu überzeugen. Es war alles zugeparkt, zum Teil standen die Autos mit laufendem Motor auf der Straße. Man unterhielt sich aus den Autos heraus. Den mich unsicher abschätzenden Blicken der Anwesenden nach zu urteilen, hielt man mich als beobachtenden Zivilisten wohl für ein „hohes Tier“ der Polizei. Wie auch immer, jedenfalls verlief das Zusammentreffen der Anwesenden mit der Streife damals äußerst friedlich. Allerdings vermied es die Streife tunlichst, etwaige „Kritik“, beispielsweise an den laufenden Motoren, zu äußern.

Ich begrüße es, dass die Stadt daher schon vor einiger Zeit auf der Eichhalde ein absolutes Halteverbot eingerichtet hat. Allerdings wird dieses nachts komplett ignoriert. Hinzu kommt eine große Vermüllung der Eichhalde und der darunterliegenden Pferdewiese. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass Menschen, die eigentlich doch wohl die Sonnenuntergänge und die lauwarmen Sommernächte über den Dächern von Freiburg genießen wollen, sich derart rücksichtslos gegenüber Anwohnern und Natur verhalten.

Festzuhalten ist nun, dass die Anwohner nicht länger gewillt sind, die weitgehende Untätigkeit der Stadt hinzunehmen. Sie wollen die kommenden Sommernächte wieder genießen können.

Für die Anwohner stellen sich daher folgende Fragen:

1) Wieso werden in lauen Sommernächten keine nächtlichen (!) Tempokontrollen in den be
troffenen Straßen durchgeführt? Können an neuralgischen Stellen stationäre Blitzer in Betracht kommen?

2) Könnte eine gewisse Verkehrsberuhigung durch wechselseitige Parkplätze, Bodenwellen, Poller, Bäume,… erreicht werden?

3) Ist die Stadt bereit verstärkt Polizeistreifen in diesem Gebiet einzusetzen?

4) Trifft es zu, dass auf der Eichhalde patrouillierende Gemeindevollzugsbedienstete schon durch Drohgebärden und „Einkesselungen“ durch dort Anwesende eingeschüchtert werden sollten, und wenn ja, wie haben die Bediensteten und die Stadt auf einen solch ungeheuerlichen Vorgang reagiert?

Niemand fühlt sich wohl, wenn er permanent damit rechnen muss, kontrolliert und abgestraft zu werden. In Erweiterung zu Frage 3) bin ich daher überzeugt, dass eine konzertierte Anwesenheits-Aktion von Polizei und Gemeindevollzugsdienst über einen gewissen Zeitraum von einigen Wochen mit lauen Sommernächten, bei dem Fehlverhalten wie Autorennen, unnötiger Autolärm, laute Musik und Vermüllung sofort und für den Geldbeutel schmerzhaft sanktioniert wird, für längere Zeit Abhilfe schaffen würde. Daher stellt sich für mich die Frage:

5) Teilt die Stadt meine Einschätzung, dass man durch Dauerkontrollen über einen gewissen Zeitraum hinweg, das Problem relativ „leicht“ lösen könnte?

Vielen Dank für die schriftliche Beantwortung der Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolf-Dieter Winkler (Stadtrat)