Es kommt nicht allzu oft vor, dass eine satte Mehrheit im Gemeinderat pro Naturschutz eintritt. Umso erfreulicher ist daher, dass nicht nur diverse Gemeinderäte eine Vorlage für ein Nachtfahrverbot für Mähroboter unterzeichnet haben, sondern sogar in der Gemeinderatssitzung am 19.5.2026 alle anwesenden Gemeinderäte für einen Prüfauftrag an die Verwaltung stimmten, wie ein solches Verbot umgesetzt werden kann.
Mähroboter sind für ältere oder gebrechliche Personen eine Arbeitserleichterung, für viele einfach eine zusätzliche Bequemlichkeit. Abends einschalten, morgens ist der Rasen fertig gemäht. Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis. Laufen Mähroboter nachts oder in der Dämmerung, sind sie für nachtaktive Tiere, vor allem Igel, eine große Gefahr. Die Sensoren können die Tiere nicht erkennen, Igel haben keinen Fluchtreflex, sie rollen sich bei Gefahr einfach zusammen. Gegen die scharfen Schneideblätter sind die Tiere dann chancenlos.
Freiburg Lebenswert hat die Vorlage mit unterzeichnet und begrüßt den Vorstoß für ein Nachtfahrverbot. Verbote, so unpopulär sie spätestens seit der Ampelregierung auch sein mögen, sind manchmal einfach unabdingbar. Ein solches Verbot würde niemand in der Freiheit einschränken. Es ist für ALLE zumutbar, den Roboter die Arbeit tagsüber verrichten zu lassen. Vielen Nutzern dürfte diese Gefahr für die Natur gar nicht bewusst sein, da sie von dem Gemetzel häufig gar nichts mitbekommen, weil sich viele Igel mit schweren Schnittwunden noch ins Gebüsch schleppen, wo sie dann qualvoll verenden. Insofern kann ein Verbot auch ein Bewusstsein für die Natur schaffen.
Bleibt zu hoffen, dass ein solches Verbot im Gemeinderat dem Artenschutz einen höheren Stellenwert verschafft.
