Metzgergrau

Metzgergrün im Stühlinger wird nach und nach abgerissen

Der Westen der Arbeitersiedlung Metzgergrün im Stühlinger gleicht derzeit einer Mondlandschaft, der Abriss der ersten Häuser hat vor Kurzem begonnen. Ein weiteres unrühmliches Kapitel Freiburger Baupolitik wurde damit aufgeschlagen.

Der Metzgergrün war ein lebendiges Quartier, die Häuser von schlichter Schönheit, die im Zusammenspiel mit der Natur hervorragend harmonierten. Bei 250 Wohnungen, deren Mieten meist noch unter dem Preisniveau des sozialen Wohnungsbaus lagen, bot das Quartier überdies bezahlbaren Wohnraum. Damit wird es bei künftiger Architektur im Legebatteriendesign vorbei sein, zumal die Neubauten für die derzeitigen Mieter langfristig nicht mehr bezahlbar sein werden. Eine Verdrängung findet bereits statt.

Ein lebendiges Quartier mit Charme – wie so oft in unserer Stadt ist es damit vorbei…

Eine Sanierung des Quartiers wäre möglich gewesen. Das ist nicht nur kostengünstiger, man hätte damit auch viel CO2 eingespart. Altbausanierer Willi Sutter schlug sogar eine Aufstockung der Gebäude vor, was von der Statik her möglich gewesen wäre. Dass die derzeitige Bundesregierung nichts gegen Abriss und Neubau unternimmt, ist wenig verwunderlich. Außer einem Bauturbo waren keine (guten) Ideen erkennbar, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Darüber, dass unsere selbst ernannte „Green City“ jedoch immer wieder diesen Weg einschlägt, muss man schon den Kopf schütteln. Da hilft es auch nicht, dass andere Länder längst einen anderen Weg gehen. In Dänemark wäre der Abriss des Metzgergrün verboten.

Gute Baukultur schafft lebenswerte Städte, die Einsparung von CO2 gibt es wirksamer und kostengünstiger, ebenso wie bezahlbaren Wohnraum. Freiburg sollte seinen Baukurs endlich korrigieren.

Der Abriss ist klimaschädlich und fürs STADTBILD ein weiterer Tiefschlag…