KLIMA & FRISCHLUFT

FĂŒr den Erhalt von Frischluftschneisen des „FĂŒnf-Finger-Plans“ und AbkĂŒhlflĂ€chen

Die sĂŒdliche  Lage Freiburgs in einer „Badewanne“ und  die gegenĂŒber dem Umland höhere Lufttemperatur in Freiburg  (stĂ€dtische WĂ€rmeinsel) erzeugen in den Sommermonaten zunehmend extreme WĂ€rmebelastungen. Hitze mindert die LeistungsfĂ€higkeit und LebensqualitĂ€t und ist ein Risikofaktor fĂŒr die Gesundheit!

Bereits bei mĂ€ĂŸiger WĂ€rmebelastung steigen die TodesfĂ€lle. GefĂ€hrdet sind insbesondere Ältere, Schwangere, Kleinkinder und kranke Menschen. So starben wĂ€hrend der Hitzewelle 2003 allein in Baden-WĂŒrttemberg ĂŒber 2000 Menschen mehr als in vergleichbaren ZeitrĂ€umen frĂŒherer Jahre. Tropische Sommer wie 2003 (Freiburg 40,2° C) werden ab 2050 fĂŒr jedes Jahr prognostiziert.

Freiburg genießt mit dem „HöllentĂ€ler“ das Privileg eines lokalen Windsystems, der bei wolkenarmen Wetterlagen nachts fĂŒr eine AbkĂŒhlung der östlichen und zentralen Stadtteile sorgt. Allerdings erreicht der „HöllentĂ€ler“ nicht die  nordwestlichen und nordöstlichen Stadtgebiete, die  bezĂŒglich der nĂ€chtlichen DurchlĂŒftung benachteiligt sind, was ein erhöhtes Risikopotential fĂŒr die Gesundheit der Bevölkerung darstellt. Betroffen ist auch die Uni-Klinik.

Die Stadt Freiburg hat deshalb aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse von Meteorologen im Landschaftsschutzplan 2020 den sog. FĂŒnf-Finger-Plan entwickelt, der Luftleitbahnen und Kaltluftentstehungsgebiete definiert, die unbedingt von der Bebauung freizuhalten sind. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sich auch die nordöstlich und nordwestlich gelegenen Stadtteile abkĂŒhlen können. Vor dem Hintergrund der globalen KlimaerwĂ€rmung und des demographischen Wandels darf keine Bebauung und Versiegelung dieser stadtklimatisch relevanten Bereiche zugelassen werden, auch wenn sie aus ökonomischen GrĂŒnden noch so verlockend wĂ€re. Da es fĂŒr Klima leider keine gesetzlichen Grenzwerte gibt, ist die Stadtplanung und Politik gefordert.

Freiburg Lebenswert setzt sich dafĂŒr ein, dass die verbliebenen innerstĂ€dtischen FreiflĂ€chen nicht mehr bebaut werden. Die Neugestaltung von großen PlĂ€tzen in der Innenstadt muss klimatologisch optimiert werden, damit die Aufheizung der Innenstadt nicht weiter zunimmt.

Lesen Sie ausfĂŒhrlich zu diesen Themen den Beitrag von Prof. Gerd Jendritzky zur Umweltmeteorologie (PDF).