Für Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen

Den Denkmalschutz stärken (Foto: M. Managò)

In vielen anderen Städten gibt es eine Erhaltungssatzung längst, nur in Freiburg noch nicht. Das soll sich ändern, meinen sechs Fraktionen des Gemeinderats. Sie haben die Stadtverwaltung aufgefordert, zu prüfen, inwiefern Gestaltungs- oder Erhaltungssatzungen dazu beitragen können, historische Gebäude in der Stadt besser vor dem Abriss zu schützen.“ So steht es  in der Badischen Zeitung (BZ) vom 8. Februar 2018 im Freiburger Teil.

Und weiter ist dort zu lesen: „Grüne, CDU, SPD, Unabhängige Listen, Freiburg Lebenswert/Für Freiburg und Freie Wähler (zusammen 42 von 48 Sitzen im Gemeinderat) haben den interfraktionellen Antrag unterzeichnet. Auch verschiedene Bürgervereine hatten sich zuletzt für Gestaltungs- und Erhaltungssatzungen stark gemacht, genauso wie die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild. Deren Vorsitzender Hermann Hein hält es für „ein stark positives Novum“, dass sich die Stadtverwaltung nun mit dem Thema beschäftigt.“

Siehe: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/koennen-historische-gebaeude-besser-vor-dem-abriss-geschuetzt-werden-koennen–149137078.html

Was nicht erwähnt wird: Dieser Antrag erfolgte bereits am 15. November 2017 und zwar auf Initiative der Fraktionsgemeinschaft Freiburg Lebenswert / Für Freiburg (FL/FF), genauer gesagt auf Betreiben von deren Vorsitzendem und Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler. In der BZ wird nun – erst knapp drei Monaten später! – hauptsächlich die Pressesprecherin der Stadt zitiert. Der für die Initiative Verantwortliche kommt dagegen nicht zu Wort und wird noch nicht einmal erwähnt.

Für Freiburg Lebenswert (FL) sind die Themen Denkmalschutz, Ensembleschutz, Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen von Beginn an ganz zentrale Bestandteile des Programms, um den Abriss alter, stadtbildprägender Häuser zu verhindern. So steht im Programm von FL: „Wir dürfen die Stadtentwicklung nicht allein den Interessen der Bauträger überlassen. Freiburg Lebenswert setzt sich deshalb für eine nachhaltige Bebauung ein, die z.B. durch Denkmal- und Ensemble-Schutz sowie Erhaltungssatzungen dem gewachsenen Stadtbild und den Eigenheiten der Stadtteile gerecht wird.“

Siehe dazu in unserem Programm: https://freiburg-lebenswert.de/unser-programm/erhaltungs-satzungen-etc/

Sowie: //freiburg-lebenswert.de/unser-programm/fuer-den-erhalt-von-stadtbild-und-baukultur/

Den oben erwähnten interfraktionellen Antrag finden sie hier (PDF): Antrag Prüfauftrag Erhaltungssatzung

Darin sind die aktuellen Brennpunkte in der Stadt aufgeführt: „Im Speziellen bitten wir angesichts aktueller Abrissabsichten zu prüfen, ob die Erstellung einer Erhaltungs- und/oder Gestaltungssatzung für den Bereich beidseitig der Habsburgerstraße zwischen Tennenbacher-/Wölflinstraße und Rennweg/Okenstraße sowie für den Bereich des Annaplatzes, umschlossen von der Konrad-, Goethe-, Loretto- und Kirchstraße, ggfs. unter jeweiligem Einbezug beider Straßenseiten, aus städtebaulicher Sicht erforderlich und sachlich wie rechtlich begründbar wäre.“

Abriss der Villa in der Siberbachstr. 25 (Foto: G. Zimmer)

Das Haus in der Wintererstraße 28 stand unter Denkmalschutz, wurde aber dennoch mit fadenscheinigen Beründungen abgerissen!

Das denkmalgeschützte „Dreikönigshaus“ will die Stadtverwaltung nach wie vor abreißen, um eines Tages vielleicht dem Stadttunnel Platz zu machen (Foto: M. Managò).

Siehe auch:  Sachgerechter Journalismus?